🎯 Strategie: Growth, Quality

Capcom

Capcom ist ein führender japanischer Entwickler und Publisher von Videospielen mit globalen Blockbuster-Franchises.

Stand: 7. Dezember 2025

💶 Kurs: 20,50 €

⚖️ KGV: 25,3

💰 Dividendenrendite: 1,09 %

ISIN: JP3218900003

WKN: 886135

Ticker: CCOEF

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Unternehmensprofil

💼 Branche: Kommunikation, Unterhaltung

🌍 Region: Asien, Japan

📍 Standort: Osaka, Japan

👨‍💼 CEO: Kenzo Tsujimoto

🏭 Mid Cap (2 Mrd. - 10 Mrd. €)

👷 Mitarbeiter: 3531

Sensitivität der Aktie

Steigende Zinsen:

🟢 Positiv

Hohe Inflation:

🟡 Neutral

Konjunktur-Abschwung:

🟡 Neutral

Währungsschwankung:

🔴 Negativ

Strenge Regulierung:

⚪ Keine

Handelskrieg / Zölle:

🟡 Neutral

Geopolitische Konflikte:

⚪ Keine

Hohe Rohstoffpreise:

⚪ Keine

Tech-Wandel / KI:

⚪ Keine

Personalmangel:

🟡 Neutral

Naturkatastrophen:

🟡 Neutral

Cyber-Angriffe:

🟡 Neutral

Capcom aktueller Kurs

Hinweis: Im weiteren Verlauf der Analyse nutze ich den Kurs der Hauptnotierung in Tokio in JPY. 3.673 ¥ entsprechen zum Stichtag ungefähr 20,50 €.

Capcom Analyseübersicht (Stand 07.12.2025)

Ein Quality-Growth-Investment zu fairer Bewertung. Die Kombination aus operativer Exzellenz (43% EBIT-Marge, 47% ROIC), strukturellem Japan-Discount und kommenden Katalysatoren bietet langfristiges Potenzial – bei kurzfristig schwachem Momentum.

Die Chancen (Bullen-Szenario)

Operative Spitzenklasse: 43% EBIT-Marge bei 45% Umsatzwachstum – Capcom ist profitabler als alle westlichen Peers. HGI-Score 16/18 bestätigt: Quality-Growth-Topscorer.
Japan-Discount-Schließung: KGV 25 trotz 2,5x höherer Profitabilität als EA (KGV 58). Eine Angleichung würde +60-100% Kurspotenzial bedeuten. Katalysatoren: Buybacks, IR-Aktivität, US-Listing.
Margenexpansion: Prognosen zeigen EBITDA-Steigerung von 43,6% → 46,6% bis 2028. Digitaler Vertrieb (90%+) und eigene Engine treiben Margen strukturell höher.
Back-Catalog-Effekt: Jedes neue Spiel wird Teil des passiven Einkommens. Alte Titel verkaufen sich jahrelang mit sehr hoher zusätzlicher Gewinnmarge.
Bilanzfestung: 72% Eigenkapitalquote, 0,0 Verschuldung, 130 Mrd. ¥ Cash – Krisenresilienz und M&A-Optionalität ohne Verwässerung.

Die Risiken (Bären-Szenario)

Release-Abhängigkeit: Ein schlechter Monster Hunter oder Resident Evil könnte jahrzehntelange Brand-Equity zerstören. Der Moat ist ausführungsabhängig.
Japan-Discount bleibt: Ohne aktive IR, Buybacks oder US-Listing könnte die Bewertungslücke zu westlichen Peers dauerhaft bestehen bleiben.
Technisch schwach: RSL 0,88, Levermann -1/13, Abwärtstrend seit Juni (-25%). Kurzfristig besteht Risiko weiterer Rücksetzer.
Konsolenzyklen-Risiko: PlayStation 6 / Xbox Next kommen erst 2027-2028. Alternde Console-Generation könnte Verkäufe bremsen.
Währungsrisiko: Für Euro-Investoren besteht JPY/EUR-Wechselkursrisiko bei der Kursumrechnung.

1. Geschäftsmodell & Strategie von Capcom

1.1 Das Kern-Geschäft

  • Wie verdient Capcom Geld? Capcom agiert als Entwickler und Publisher von Videospielen mit einem hybriden Geschäftsmodell. Anders als reine Publisher entwickelt das Unternehmen seine Spiele vollständig intern und kontrolliert damit die gesamte Wertschöpfungskette – von der Konzeption über die Entwicklung bis zum Vertrieb. Diese vertikale Integration ermöglicht maximale Kontrolle über Qualität und Kosten.
  • Das Modell: Digitale Transformation als Gewinnhebel. Capcom hat in den letzten Jahren eine dramatische Verschiebung vollzogen: Über 90 % der Spiele werden mittlerweile digital verkauft. Dies eliminiert nahezu alle variablen Kosten (Produktion, Lagerung, Logistik) und verwandelt jeden zusätzlichen Download in fast reinen Gewinn. Die Gewinnmargen sind dadurch deutlich höher als zu Zeiten physischer Verkäufe.
  • Das Kernproblem: Die Gaming-Industrie ist extrem volatil und „hit-driven“. Spieler werden regelmäßig von unfertigen, überhypten Releases enttäuscht. Capcom löst diesen „Schmerz“ durch eine Kombination aus bewährten Marken und technologischer Exzellenz (RE Engine). Spieler wissen: Ein Capcom-Spiel mit einer ihrer Premium-Marken wird höchstwahrscheinlich funktionieren und Spaß machen. Das schafft Planungssicherheit auf beiden Seiten.
  • Der Kunde: Primär Core-Gamer im Alter von 18–45 Jahren weltweit, die bereit sind, 60–70 € für Vollpreisspiele auszugeben. Zunehmend gewinnt Capcom aber auch PC-Spieler in Schwellenländern (Asien, Südamerika), wo Konsolen teuer, PCs aber weit verbreitet sind.

1.2 Segmente & Umsatzverteilung

Die Geschäftsstruktur zeigt eine klare Dominanz des Kerngeschäfts:

Capcom Segmente – Quelle: aktienfinder.net

Segment 1: Digital Contents (73,8 % | März 2025)

  • Umsatz: 125,128 Mio. USD
  • Details: Das absolute Herzstück. Hier werden die Blockbuster-Titel entwickelt und verkauft. Die Profitabilität ist extrem hoch, da einmal entwickelte Spiele über Jahre hinweg digital verkauft werden können – mit minimalen Zusatzkosten.

Segment 2: Amusement Facility (13,4 %)

  • Umsatz: 22,750 Mio. USD | Gewinn: 2,432 Mio. USD | Marge: 10,7 %
  • Details: Spielhallenbetrieb in Japan. Stabile Cashflows, aber begrenztes Wachstumspotenzial. Dient auch als Marketing-Kanal für Merchandise.

Segment 3: Amusement Equipment (9,2 %)

  • Umsatz: 15,613 Mio. USD | Gewinn: 6,701 Mio. USD | Marge: 42,9 %
  • Details: Pachinko-Automaten für den japanischen Markt. Überraschend hohe Marge bei sinkendem Volumen. Nutzt bestehende IPs zur Monetarisierung.

Segment 4: Other (3,6 %)

  • Umsatz: 6,111 Mio. USD | Gewinn: 2,484 Mio. USD | Marge: 40,6 %
  • Details: Lizenzen, eSports, Film/Serie-Kooperationen. Klein, aber hochprofitabel und wachsend.

Zyklik

Videospiele gelten als relativ rezessionsresistent. Unterhaltung zu Hause ist eine kostengünstige Alternative zu teuren Freizeitaktivitäten. Während Wirtschaftskrisen können Gaming-Umsätze sogar steigen (siehe COVID-19-Boom).

1.3 Globale Präsenz (Die Internationalisierungs-Transformation)

Ein Blick auf die regionale Entwicklung zeigt Capcoms strategischen Wandel:

Capcom Umsatz nach Region – Quelle: aktienfinder.net

Japan (40,5 %)

  • Umsatz: 68,627 Mio. USD
  • Trend: Sinkender Anteil (von 70,7 % in 2010 auf 40,5 % heute). Japan bleibt wichtig, ist aber nicht mehr dominant.

United States (24,4 %)

  • Umsatz: 41,423 Mio. USD
  • Trend: Massives Wachstum. Von 16,2 % (2010) auf fast ein Viertel des Gesamtumsatzes. Nordamerika ist der profitabelste Markt pro Spieler.

Europa (12,8 %)

  • Umsatz: 21,690 Mio. USD
  • Trend: Stabiles Wachstum. Europa ist ein reifer Markt mit hoher Kaufkraft.

Andere (22,3 %)

  • Umsatz: 37,863 Mio. USD
  • Trend: Explosives Wachstum! Von 1,4 % (2010) auf über 22 % heute. Diese Kategorie umfasst hauptsächlich Asien (außer Japan) und Südamerika – die großen Wachstumsmärkte der Zukunft, getrieben durch PC-Penetration.

Interpretation: Capcom hat sich von einem japanischen Unternehmen zu einem globalen Player transformiert. Die Diversifikation reduziert Länderrisiken und erschließt Märkte mit unterschiedlichen Konsumzyklen.

1.4 Vision und Strategie für die kommenden Jahre

Capcom verfolgt eine disziplinierte Strategie der kontrollierten Expansion:

  • IP-Verwertungs-Offensive: Das Mantra „Single Content Multiple Usage“ wird konsequent ausgebaut. Jede erfolgreiche IP wird über alle Kanäle monetarisiert (Spiel → DLC → Film → Merchandise → Mobile → Pachinko). Ziel ist es, die Wertschöpfung pro entwickeltem Asset zu maximieren.
  • 100-Millionen-Einheiten-Ziel: Langfristig strebt Capcom an, 100 Millionen Spieleinheiten pro Jahr zu verkaufen (aktuell: 40–50 Mio.). Der Fokus liegt dabei nicht auf riskanten neuen IPs, sondern auf der Ausweitung bestehender Franchises.
  • PC-First-Strategie: Der PC soll zur dominanten Plattform werden. Dies reduziert die Abhängigkeit von Konsolenzyklen (PlayStation 6, Xbox Next) und erschließt preissensitive Märkte in Schwellenländern. Gleichzeitig ermöglicht der „Long Tail“ auf Steam jahrelange passive Verkäufe.
  • 10%-Wachstumsziel: Das Management der Gründerfamilie Tsujimoto hat sich verpflichtet, das operative Einkommen jährlich um mindestens 10 % zu steigern – eine Serie, die seit über einem Jahrzehnt gehalten wird. Konservativ, aber berechenbar.
  • Back-Catalog-Maximierung: Im Gegensatz zu Konkurrenten, die hauptsächlich von neuen Releases leben, generiert Capcom massive Umsätze mit „alten“ Spielen. Ein drei Jahre altes Monster Hunter wird durch Rabattaktionen weiterhin millionenfach verkauft – bei nahezu 100 % Gewinnmarge, da alle Entwicklungskosten längst amortisiert sind.

2. Finanzkennzahlen & Bewertung

2.1 Qualität & Wachstum

KennzahlWert / StatusDetail / Ziel
Umsatz (TTM)194,35 Mrd. ¥Starkes Wachstum: +45,2% (TTM). Capcom profitiert von anhaltenden Back-Catalog-Sales und die Digitalisierung treibt Volumen und Margen.
Gewinn & KostenEBIT: 84,38 Mrd. ¥
Nettogewinn: 60,69 Mrd. ¥
Exzellente Kontrolle: Während der Umsatz um 45% (TTM) wuchs, stieg der EBIT um 94% (TTM) – ein Zeichen für operative Hebelwirkung. Die digitale Transformation senkt variable Kosten drastisch.
Margen-PowerEBITDA: 46,0%
EBIT: 43,4%
Netto: 31,2%
Erstklassig für die Gaming-Branche. Die EBIT-Marge von über 43,4% liegt weit über Branchenschnitt (~15-25%). Grund: Digitaler Vertrieb, eigene Engine (keine Lizenzkosten), etablierte IPs (niedrigeres Marketing-Risiko).
KapitalrenditenROE: 21,4%
ROIC: 47,5%
ROCE: 32,4%
Außergewöhnlich effizient. Ein ROIC von 47,5% bedeutet: Jeder investierte Yen erwirtschaftet 47,5 Sen Gewinn. Dies zeigt die Überlegenheit des Asset-Light-Modells (keine Fabriken, kein Inventar).
Rule of 4067,6 %Übererfüllt. Die Kombination aus 45% Umsatzwachstum + 22% FCF-Marge ergibt 67,6%. Werte über 40% gelten als exzellent. Capcom ist operativ in der Spitzenklasse.
Free Cashflow43,6 Mrd. ¥ (TTM)
FCF-Marge: 22,4%
Starke Cashgenerierung. 22% des Umsatzes landen als freier Cashflow – verfügbar für Dividenden, Rückkäufe oder neue Projekte. Die FCF-Konversion ist stabil, was Bilanzqualität bestätigt.
Qualitäts- und Wachstumskennzahlen – Stand: 07.12.2025 – Quelle: aktien.guide

Die operative Exzellenz von Capcom zeigt sich in der einzigartigen Kombination aus hohem Wachstum (+45,2 %) und Premium-Margen (EBIT: 43,4%). Das Unternehmen agiert als hocheffiziente „IP-Verwertungsmaschine“ – einmal entwickelte Inhalte werden über Jahre digital verkauft, ohne nennenswerte Zusatzkosten.

Besonders bemerkenswert: Die Kosten-Schere öffnet sich positiv. Während der Umsatz um 45% wuchs, stieg der operative Gewinn um 94%. Dies zeigt die operative Hebelwirkung des digitalen Geschäftsmodells: Jeder zusätzliche Download generiert fast 100% Marge, da Entwicklungskosten bereits amortisiert sind.

Bilanzqualität: Festung ohne Schulden

Capcom steht mit einer Eigenkapitalquote von 72,3% und einem Verschuldungsgrad von 0,0 auf außergewöhnlich solidem Fundament. Das Unternehmen ist praktisch schuldenfrei und hält gleichzeitig 130,7 Mrd. ¥ in Cash – mehr als genug, um Krisen zu überstehen oder opportunistische Akquisitionen zu tätigen.

Diese finanzielle Stärke gibt Capcom strategische Flexibilität: Anders als verschuldete Konkurrenten (wie Ubisoft oder EA mit höheren Debt-Ratios) kann Capcom wirtschaftliche Abschwünge aussitzen, ohne in Refinanzierungsstress zu geraten. Die konservative Finanzpolitik der Gründerfamilie Tsujimoto zahlt sich hier aus.

Investitionseffizienz: Der ROIC-Vorteil

Der ROIC von 47,5% ist die eigentliche Kennzahl für Investoren. Sie zeigt: Capcom verdient auf jeden investierten Yen fast 50 Sen – und das nachhaltig. Zum Vergleich: Die meisten Industrieunternehmen erreichen 8-12% ROIC, Tech-Firmen 15-25%. Capcom liegt in einer eigenen Liga.

Dieser Vorteil entsteht durch:

  1. Eigene RE Engine: Keine Lizenzgebühren an Unity/Unreal Engine
  2. Etablierte IPs: Geringeres Marketing-Risiko bei Sequels
  3. Digitaler Vertrieb: 90%+ der Sales ohne physische Kosten
  4. Back-Catalog: Passive Verkäufe alter Titel mit ~100% Gewinnmarge

Von Growth zu Quality Growth

Anders als viele Growth-Titel, die auf Kosten der Profitabilität wachsen, liefert Capcom beides: aggressives Wachstum bei gleichzeitig steigenden Margen. Die Rule of 40 von ~68% beweist, dass Capcom nicht zwischen Wachstum und Profitabilität wählen muss – das Unternehmen beherrscht beides.

Dies macht die Aktie attraktiv für institutionelle Investoren, die nach „Quality Growth“ suchen: Unternehmen, die nicht nur schnell wachsen, sondern dies mit hoher Kapitaleffizienz und ohne Verwässerung tun. Capcom erfüllt alle Kriterien dieser anspruchsvollen Kategorie.

2.2 Bilanz & Cashflow

KennzahlWert / StatusDetail / Interpretation
Eigenkapitalquote72,3%Außergewöhnlich solide. Fast drei Viertel der Bilanz sind mit Eigenkapital unterlegt – ein Zeichen defensiver Finanzpolitik. Capcom könnte theoretisch massive Verluste verkraften, ohne in Schieflage zu geraten.
Verschuldungsgrad0,0Praktisch schuldenfrei. Capcom hat nahezu keine verzinslichen Verbindlichkeiten. Dies eliminiert Refinanzierungsrisiken und gibt strategische Flexibilität in Krisenzeiten.
Cash-Bestand130,7 Mrd. ¥ (Sep ’25) 166,8 Mrd. ¥ (März ’25)Kriegskasse gefüllt. Mit über 130 Mrd. ¥ Cash könnte Capcom Jahre ohne Umsatz überleben oder opportunistische M&A-Deals tätigen. Die saisonale Schwankung ist normal (Geschäftsjahresende März).
Free Cashflow (TTM)43,6 Mrd. ¥Starke Generierung. Trotz hoher Investitionen in neue Titel bleibt massiv freier Cashflow übrig. Der 5-Jahres-Verlauf zeigt Schwankungen (Release-Zyklen), aber positive Grundtendenz.
FCF-Marge22,4%Klassenführend. Von 100 ¥ Umsatz bleiben 22 ¥ als freier Cashflow – verfügbar für Dividenden, Rückkäufe oder Akquisitionen. Digitaler Vertrieb macht’s möglich.
Operativer Cashflow58,0 Mrd. ¥ (TTM) 67,6 Mrd. ¥ (jährlich)Solide Konversion. Der operative Cashflow liegt deutlich über dem Nettogewinn (60,7 Mrd. ¥), was auf gesundes Working Capital Management hindeutet. Keine versteckten Bilanz-Tricks.
Eigenkapital absolut245,2 Mrd. ¥ (Sep ’25) 226,3 Mrd. ¥ (März ’25)Kontinuierliches Wachstum. Das Eigenkapital steigt organisch durch einbehaltene Gewinne. Die Substanz des Unternehmens wächst Jahr für Jahr – ohne Kapitalerhöhungen.
Bilanz & Cashflow Kennzahlen – Stand: 07.12.2025 – Quelle: aktien.guide

Capcom steht bilanziell wie eine Festung: 72% Eigenkapitalquote, null Schulden, 130 Mrd. ¥ Cash. Diese defensive Aufstellung ist in der volatilen Gaming-Branche Gold wert. Während verschuldete Konkurrenten wie Ubisoft oder Embracer Group bei steigenden Zinsen unter Druck geraten, bleibt Capcom unabhängig und kann wirtschaftliche Abschwünge problemlos aussitzen.

Die FCF-Marge von 22,4% bestätigt die operative Exzellenz des digitalen Geschäftsmodells – weit über Branchenschnitt (10-15%). Der historische Verlauf zeigt typische Release-Zyklen: In Jahren mit Blockbustern steigt der FCF stark, in ruhigeren Jahren fällt er. Wichtig: Selbst in schwachen Jahren bleibt er positiv.

Der Gewinnfluss offenbart die Kostenstruktur: Niedrige Produktionskosten (16,7 Mrd. ¥) durch digitalen Vertrieb, hohe R&D-Ausgaben (49,5 Mrd. ¥) für Spieleentwicklung, die sich über Jahre durch Back-Catalog amortisieren. Am Ende bleiben 60,69 Mrd. ¥ Nettogewinn – eine Nettomarge von ~31%.

Strategische Implikation: Die Kombination aus schuldenfreier Bilanz und starkem Cashflow gibt Capcom drei Vorteile: (1) Krisenresilienz ohne Zwangsverkäufe, (2) M&A-Optionalität für Studios/IPs ohne Verwässerung, (3) langfristige Planung statt Quartalszwang. Diese Stabilität ist kein Zufall, sondern Ergebnis konservativer Führung durch die Gründerfamilie Tsujimoto.

2.3 Dividendenpolitik & Shareholder Returns

KennzahlWert / StatusDetail / Interpretation
Aktuelle Dividende40 ¥ (2025)
40 ¥ (2026 erwartet)
Stabil. Capcom zahlt halbjährlich (März + September). Die Dividende stagniert aktuell nach Jahren starken Wachstums – ein Zeichen konservativer Planung in unsicheren Zeiten.
Dividendenrendite1,09 % (aktuell)
1,26 % (5-Jahres-Ø)
1,34 % (10-Jahres-Ø)
Niedrig, aber nicht das Ziel. Capcom ist kein Dividenden-Titel, sondern ein Wachstumswert mit moderater Ausschüttung. Die Rendite liegt unter Branchenschnitt, da der Kurs stark gestiegen ist.
Payout Ratio34,5 % (2025)
34,7 % (3-Jahres-Ø)
Gesund konservativ. Capcom schüttet nur ein Drittel des Gewinns aus und behält zwei Drittel für Reinvestitionen, Akquisitionen oder Krisenpolster ein. Dies sichert Dividendenstabilität.
Dividendenwachstum0,0 % (1 Jahr)
17,7 % (5-Jahres-Ø)
23,1 % (10-Jahres-Ø)
Pause nach Wachstumsphase. Die Dividende stagniert aktuell bei 40 ¥, nachdem sie über ein Jahrzehnt aggressiv um ~20% p.a. gewachsen ist. Langfristig beeindruckend, kurzfristig enttäuschend.
Kontinuität25 Jahre keine Kürzung
10 Jahre Erhöhungen
Verlässlich. Capcom hat seit 25 Jahren keine Dividende gesenkt – ein Zeichen für Stabilität. Die aktuelle Stagnation ist keine Kürzung, sondern konservative Vorsicht.
ZahlungsfrequenzHalbjährlich (März + September)Regelmäßiger Cashflow für Anleger. Auszahlung im Juni (März-Dividende) und November (September-Dividende). Nächster Ex-Tag: 30.03.2026.
Sonderdividenden5 ¥ (2023)Selten. Capcom zahlte 2023 eine Sonderdividende als Bonus nach Rekordjahr. Zeigt: Management teilt Überschüsse bei außergewöhnlichen Erfolgen.
Dividenden Kennzahlen Capcom – Stand: 07.12.2025 – Quelle: aktien.guide

Ist die Dividende sicher?

Ja, absolut. Mit einer Payout Ratio von nur 34,5%, FCF von 43,6 Mrd. ¥ und 130 Mrd. ¥ Cash ist die Dividende dreifach abgesichert. Selbst bei 50% Gewinneinbruch könnte Capcom die Ausschüttung problemlos halten. Die 25-jährige Kontinuität (keine Kürzung seit 2000) bestätigt: Dividendenstabilität ist Teil der DNA.

Können sie sich weitere Erhöhungen leisten?

Problemlos. Bei 34,5% Payout bleiben 65,5% der Gewinne im Unternehmen – genug für R&D (49,5 Mrd. ¥) und Cash-Aufbau. Die aktuelle Stagnation bei 40 ¥ ist keine finanzielle Notwendigkeit, sondern Management-Vorsicht. Mit ROIC von 47,5% ist es rational, Kapital zu behalten statt auszuschütten.

Ist das Dividendenwachstum in Gefahr?

Kurzfristig: Ja, es pausiert. Langfristig: Nein. Nach 23% p.a. Wachstum über 10 Jahre ist eine Konsolidierungsphase normal. Sobald neue Blockbuster (Monster Hunter Wilds) durchschlagen, dürfte das Wachstum weitergehen. Die niedrige Payout Ratio gibt enormen Spielraum für Erhöhungen.

Fazit

Capcom ist kein Dividendentitel (1,09% Rendite zu niedrig), sondern ein Quality-Growth-Investment mit Dividendenbonus. Die Sicherheit ist exzellent, das historische Wachstum beeindruckend (23% p.a.), die aktuelle Stagnation enttäuschend aber unkritisch. Wer primär Cashflow will, liegt falsch. Wer Kurspotenzial plus moderate Ausschüttung sucht, liegt richtig. Total Returns kommen zu 90% durch Kursgewinne (+951% über 10 Jahre), nicht durch Dividenden.

2.4 Burggraben-Check

KategorieBewertungDetails
MarktstellungTop-5 GlobalCapcom gehört weltweit zu den führenden unabhängigen Spieleentwicklern – kleiner als Activision/EA, aber profitabler (43% EBIT-Marge vs. 15-25%).
KundenstrukturGlobal diversifiziertKeine Klumpenrisiken. Umsatz: USA (24%), Japan (41%), Europa (13%), Other (22%). Plattformen: PC, PlayStation, Xbox, Nintendo.
Moat-Stärke7 / 10Ein solider „Narrow Moat“. Stark bei IPs und Kosten, schwach bei Netzwerkeffekten und Lock-in.
Treiber: IP-Portfolio⭐⭐⭐⭐⭐ Sehr starkUnersetzliche Marken: Resident Evil, Monster Hunter, Street Fighter. 40+ Jahre Brand-Equity, die Konkurrenten nicht kopieren können. Diese IPs garantieren Millionen-Verkäufe bereits durch den Namen.
Treiber: Kostenvorteile⭐⭐⭐⭐ StarkDreifach: (1) RE Engine eliminiert Lizenzkosten (5-12% Ersparnis), (2) Digitaler Vertrieb (90%+) senkt variable Kosten auf ~0, (3) Back-Catalog generiert passive Verkäufe mit sehr hoher zusätzlicher Gewinnmarge.
Treiber: Switching Costs⭐⭐⭐ MittelBegrenzt. Franchise-Loyalität bindet Spieler an Sequels (Monster Hunter-Community), aber Spieler wechseln leicht zu anderen Studios bei neuen Hits. Keine echten Lock-in-Effekte wie bei Plattformen.
Treiber: Netzwerkeffekte⭐⭐ SchwachNur bei Multiplayer-Titeln (Street Fighter, Monster Hunter). Singleplayer-Games (Resident Evil) profitieren nicht davon.
Treiber: Technologie⭐⭐⭐⭐ StarkRE Engine ist Weltklasse – ermöglicht schnellere/günstigere Entwicklung als Konkurrenten mit lizenzierten Engines. Asset-Recycling zwischen Projekten senkt Kosten weiter.
Regulatorische Vorteile⭐ Sehr schwachNicht vorhanden. Gaming ist weitgehend unreguliert, keine exklusiven Lizenzen oder Patente. Offener Wettbewerb.
StrategieIP-MaximierungZiel: „Single Content Multiple Usage“ – jede IP über Spiele, DLC, Film, Merchandise, Mobile, Pachinko monetarisieren. Wertschöpfung pro Asset maximieren statt ständig neue IPs riskieren.
ZyklizitätGedämpftGaming ist relativ rezessionsresistent („Home Entertainment“). Back-Catalog sorgt für wiederkehrende Umsätze auch ohne neue Blockbuster. Release-Zyklen schaffen Schwankungen, aber keine existenzielle Abhängigkeit.

Capcom besitzt einen soliden Wettbewerbsvorteil (Narrow Moat), der primär durch unersetzliche IPs und operative Exzellenz (RE Engine, digitales Modell) abgesichert ist. Die 40+ Jahre alte Markensammlung (Resident Evil, Monster Hunter, Street Fighter) schafft Eintrittsbarrieren, die neue Studios nicht überwinden können – selbst mit besseren Spielen fehlt die emotionale Fan-Bindung.

Der Moat ist jedoch ausführungsabhängig: Er hält nur, solange Capcom konstant hochwertige Spiele liefert. Ein schlechter Release kann Jahrzehnte an Brand-Equity zerstören (siehe Cyberpunk 2077-Desaster bei CD Projekt RED). Anders als bei Plattformen (Steam, PlayStation Network) gibt es keine strukturellen Lock-in-Effekte – Spieler wechseln problemlos zu Konkurrenten.

Stärken: IP-Power ist uneinholbar, Kostenvorteile durch RE Engine sind real (6-15 Mrd. ¥ Ersparnis vs. Lizenz-Engines), Back-Catalog generiert passiven Cashflow. Schwächen: Keine Netzwerkeffekte bei Singleplayer-Games, niedrige Switching Costs, Qualitätsrisiko bei jedem Release. Gegen neue Indies ist der Moat stark, gegen etablierte AAA-Studios (EA, Ubisoft) moderat – aber Capcom hat die besseren Margen (43% vs. 15-25%).

Durch die Strategie „Single Content Multiple Usage“ wird der Burggraben wirtschaftlich vertieft: Jede IP wird über mehrere Kanäle monetarisiert (Spiel → Film → Merchandise → Mobile), was die Wertschöpfung pro Asset maximiert und Konkurrenten schwer nachahmen können.

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2.5 Peer-Vergleich

Wie ist Capcom im Vergleich zur Konkurrenz bewertet? Wir schauen auf das klassische KGV, die Profitabilität (EBIT-Marge), die Verschuldung sowie Umsatzbewertung und Cashflow-Generierung.

PeerKGV (TTM)EBIT-MargeVerschuldungsgradEV/SalesFCF-Marge
Capcom25,3243,42 %0,007,2622,44 %
Take-Two Interactive-11,45-5,87 %0,897,523,27 %
Electronic Arts58,1017,11 %0,317,0822,68 %
Bandai Namco20,9414,92 %0,002,0111,67 %
Peer Vergleich – Stand: 07.12.2025 – Quelle: aktien.guide
  • Capcom wird vom Markt deutlich unter Wert gehandelt. Trotz der mit Abstand besten operativen Kennzahlen (43% EBIT-Marge, 22% FCF-Marge, null Schulden) liegt das KGV von 25,32 unter EA (58,10) und nur leicht über Bandai Namco (20,94) – das aber nur 15% EBIT-Marge erwirtschaftet. Die Umsatzbewertung (EV/Sales: 7,26) ist mit Take-Two und EA vergleichbar, obwohl Capcom mehr als doppelt so profitabel arbeitet.
  • Die Diskrepanz ist eklatant: Während EA bei 17% EBIT-Marge mit KGV 58 bewertet wird, kostet Capcom bei 43% Marge nur KGV 25. Take-Two ist aktuell nicht bewertbar (negative Marge durch GTA 6-Entwicklungskosten). Bandai Namco als japanischer Peer zeigt: Der Markt bewertet japanische Gaming-Firmen strukturell niedriger als westliche – ein „Japan-Discount“ von ~30-40%.
  • Operative Überlegenheit: Capcoms 43% EBIT-Marge ist 2,5x höher als EA und 3x höher als Bandai Namco. Die FCF-Marge von 22% liegt auf EA-Niveau, obwohl EA stark auf Live-Service setzt (wiederkehrende Umsätze). Kombiniert mit null Verschuldung (EA: 0,31, Take-Two: 0,89) ist Capcom bilanziell die sauberste Wette.
  • Bewertungs-Potenzial: Erreicht Capcom nur die relative Bewertung von EA (bei besseren Margen!), wäre ein KGV von 40-50 gerechtfertigt – das entspricht 60-100% Kurspotenzial durch reine Multiple-Expansion, ohne Gewinnwachstum. Selbst eine Angleichung an Bandai Namcos EV/Sales (2,01 → mittleres Niveau um 4-5) würde eine signifikante Neubewertung bedeuten.
  • Risiko: Der „Japan-Discount“ könnte bleiben. Westliche Investoren meiden oft japanische Mid-Caps wegen Liquidität, Governance-Sorgen oder Währungsrisiko. Solange Capcom nicht aktiver kommuniziert (Investor Relations, Buybacks, US-Listing), bleibt die Bewertungslücke potentiell bestehen – trotz überlegener Fundamentaldaten.

2.6 Fair Value

2.6.1 Historische Fair-Value-Analyse

Wir verlassen uns nicht nur auf das KGV. Ein Blick auf alle vier Bewertungs-Säulen zeigt die aktuelle Bewertungssituation im Vergleich zum historischen 3-Jahres-Schnitt.

Bewertungs-BasisAktuellHist. Schnitt (3J)AbweichungEinordnung
KGV bilanziert25,325,4-0,4%Fair bewertet
KGV bereinigt25,325,5-0,8%Fair bewertet
KCV (Cashflow)26,528,7-7,7%Leicht günstiger
KUV (Umsatz)7,97,4+6,8%Leicht teurer
Div.-Rendite1,1%1,2%-8,3%Fair bewertet
Fair Value – Stand: 07.12.2025 – aktienfinder.net

Die aktuellen Multiples liegen nahezu exakt am historischen 3-Jahres-Schnitt. Die Aktie ist weder auffällig günstig noch teuer – sie handelt im Bereich ihrer fairen Bewertung. Die leichte Cashflow-Unterbewertung (-7,7%) wird durch die leichte Umsatz-Überbewertung (+6,8%) ausgeglichen.

2.6.2 Zukunftsprognose

Wir blicken nach vorne. Das Geschäftsjahr 2025 (endet März 2026) läuft stark mit einem erwarteten EPS von 115,84 ¥. Entscheidend ist die Fortsetzung des Wachstums in 2026 und darüber hinaus.

Szenario A: Der Pessimist (Wachstum bricht ein)
  • Annahme: Die Release-Pipeline enttäuscht 2026. Das EPS stagniert bei 115 ¥ (kein Wachstum) und das KGV fällt auf 22 (historisches Tief).
  • Rechnung: 115 ¥ × 22 = 2.530 ¥ (ca. 14,10 €)
  • Einordnung: Der aktuelle Kurs (3.673 ¥) liegt 45% über diesem Niveau. Das Risiko ist nicht eingepreist – es bleibt Downside-Potenzial, wenn Capcom massiv enttäuscht.
Szenario B: Der Realist (Prognosen treffen ein)
  • Annahme: Analysten prognostizieren für 2026 ein Gewinnwachstum von +14,1%. Das EPS steigt auf 132,17 ¥. Gleichzeitig bleibt die Bewertung bei KGV 26 (aktuelles Niveau).
  • Rechnung: 132,17 ¥ × 26 = 3.436 ¥ (ca. 19,20 €)
  • Potenzial: Ca. -6% – der Markt preist bereits eine leichte Multiple-Expansion über 26 hinaus ein.
Szenario C: Der Optimist (Multiple-Expansion)
  • Annahme: EPS 2026 erreicht 132,17 ¥ und die Bewertung normalisiert sich auf KGV 30 (oberes Ende der historischen Bandbreite, angemessen für 43% EBITDA-Marge).
  • Rechnung: 132,17 ¥ × 30 = 3.965 ¥ (ca. 22,10 €)
  • Potenzial: Ca. +8% Kurschance

2.6.3 Einstiegs-Szenarien

Beim aktuellen Kurs von 3.673 ¥ ist die Aktie fair bewertet mit moderatem Upside-Potenzial (+8% im Optimisten-Szenario) und spürbarem Downside-Risiko (-31% im Pessimisten-Szenario). Der Markt preist ein, dass Capcom die Prognosen erfüllt und eine leichte Multiple-Expansion auf ~28 KGV verdient.

Die starke Bilanz (72% EK-Quote, 0,0 Verschuldung, 130 Mrd. ¥ Cash) und steigende Margen (43,6% → 46,6% EBITDA) bieten Sicherheit, aber keine dramatische Unterbewertung. Das größte Potenzial liegt in der langfristigen Margenexpansion und einer möglichen Neubewertung gegenüber westlichen Peers (EA: KGV 58 bei nur 17% EBIT-Marge).

2.7 Scoring-Check: Was sagen die Modelle?

ModellScore / MaxInterpretation & Details
High-Growth (HGI)16 / 18Exzellent (Quality-Growth). Capcom erfüllt fast alle Kriterien:
• Positiv: Volle 3 Punkte für Rule-of-40 (67,6%), Umsatzwachstum (45% TTM), Verschuldung (0,0) und PEG (0,27).
• Abzug: Nur bei Gross Margin (60,9% → 1/3 Punkte statt 3/3). Capcom ist ein klarer HGI-Topscorer.
Piotroski F-Score6 / 9Solide (finanzielle Gesundheit).
• Positiv: Volle Punktzahl bei Profitabilität – Net Income positiv, operativer Cashflow positiv (67,6 Mrd. ¥), OCF > Gewinn (Accruals-Test bestanden), Bruttomarge steigend (83,8% → 87,4%).
• Neutral: Minimale Aktienausgabe (+50k Aktien, faktisch irrelevant).
Dividenden-Score10 / 15Solide (aber kein Dividendentitel).
• Plus: Kontinuität 10 Jahre (3/3), starkes Wachstum 17,7% p.a. (3/3), gesunde Payout 34,7% (3/3).
• Minus: Niedrige aktuelle Rendite 1,09% (0/3) und 10-Jahres-Schnitt 1,34% (1/3). Dividende ist sicher und wächst, aber zu klein als Hauptargument. Für Dividendenwachstumsjäger dennoch spannend.
Levermann-Score-1 / 13Neutral bis Verkauf (Momentum fehlt).
• Fundamental Top: Punkte für ROE (21,4%), EBIT-Marge (38,8%), EK-Quote (72,3%), Gewinnwachstum (14,7%).
• Technisch Flop: Abzüge für KGV (>16), Kursperformance (-14,8% auf 6M), negative Reaktion auf Quartalszahlen (-2,3%). Levermann bestraft den fehlenden Kursmomentum.
Quelle: aktien.guide und traderfox.com, Stand: 07.12.2025

Das Ergebnis zeigt ein gespaltenes Bild:

  1. Qualitäts- & Wachstums-Modelle (HGI, Piotroski, Dividenden): Geben „Grünes Licht“ (Scores 16/18, 6/9, 10/15). Die operative Exzellenz ist klar: 43% EBIT-Marge, 47% ROIC, 0,0 Verschuldung, 67,6 Mrd. ¥ operativer Cashflow, steigende Bruttomargen von 84% → 87%.
  2. Momentum-Modelle (Levermann): Geben „Rotes Licht“ (-1/13). Sie strafen die schwache Kursperformance (-14,8% auf 6M) und das negative Sentiment nach Quartalszahlen ab.

Fazit: Capcom ist fundamental exzellent (HGI 16/18, Piotroski 6/9), wird aber vom Markt wegen fehlendem Kursmomentum ignoriert (Levermann -1/13). Die operative Stärke ist intakt – steigende Margen, starker Cashflow, keine Schulden – aber die Aktie braucht einen Katalysator (erfolgreiche Releases wie Monster Hunter Wilds, Buybacks) für eine Neubewertung. Wir kaufen hier hohe Qualität, die wegen temporärer Kursschwäche fair bewertet ist.

2.8 Technisches Bild & Timing

2.8.1 Der Trend (RSL): Abwärtstrend intakt

Der RSL-Indikator (mittleres Panel) zeigt 0,88 (rot). Das bedeutet: Capcom notiert 12% schwächer als der Nikkei 225 Index. Seit Juli 2025 verläuft die RSL-Linie durchgehend unter der 1,0-Marke – ein klares Zeichen relativer Schwäche. Während der Gesamtmarkt seitwärts läuft, fällt Capcom.

Interpretation: Die Aktie befindet sich in einem intakten Abwärtstrend gegenüber dem Vergleichsindex. Ein RSL unter 1,0 bedeutet: Underperformance. Die grüne Linie (RSL-Glättung) liegt ebenfalls deutlich über der roten Linie – technisch negativ.

2.8.2 Das Timing (RSI 14): Überverkauft-Nähe

Der RSI (unteres Panel) steht bei 36,22 – nahe der überverkauften Zone (unter 30). In den letzten 12 Monaten schwankte der RSI zwischen ~30 (Februar, August, Dezember) und ~80 (Juli). Aktuell befinden wir uns am unteren Ende dieser Bandbreite.

Interpretation: Ein RSI um 36 zeigt keine akute Panik, aber technische Überverkauftheit. Historisch ergaben sich bei RSI-Werten unter 40 oft kurzfristige Gegenbewegungen (siehe Februar- und August-Erholung im Chart).

2.8.3 Der Kursverlauf: -25% vom Hoch

Vom Juni-Peak bei ~4.900 ¥ ist die Aktie auf aktuell 3.673 ¥ gefallen – ein Rückgang von 25%. Der Chart zeigt fallende Hochs und fallende Tiefs seit Juni – die klassische Definition eines Abwärtstrends. Die lila Linie (Kurs) liegt deutlich unter dem Jahreshoch.

2.8.4 Fazit: Der RSL warnt, der RSI lockt

  • Der RSL sagt: „Der Trend ist abwärts, relative Schwäche zum Markt.“ Mit 0,88 liegt Capcom klar unter dem Index – technisch negativ.
  • Der RSI sagt: „Es wird langsam billig.“ Mit 36,22 nähern wir uns überverkauften Niveaus, bei denen in der Vergangenheit Gegenbewegungen starteten.
  • Für Fundamentalinvestoren mit langem Horizont (12+ Monate) ist die Charttechnik zweitrangig – die operative Stärke (43% EBIT-Marge, 0,0 Verschuldung) und faire Bewertung (KGV 25,3) zählen mehr.
  • Für Trader ist aktuell kein Einstieg geboten – der Trend (RSL) ist klar negativ, erst eine Trendwende (RSL über 1,0) wäre ein technisches Signal.

3. Bewertungsfazit: Die Synthese

Führen wir die Ergebnisse zusammen: Die Bewertungsanalyse zeigt eine faire Bewertung, die erst im Kontext der operativen Exzellenz und des „Japan-Discounts“ ihre Bedeutung offenbart.

3.1 Die Bewertungs-Realität

Aktueller Kurs: 3.673 ¥ | KGV: 25,3 | Forward KGV (2026e): 27,8

Die Multiples liegen am historischen 3-Jahres-Durchschnitt (KGV 25,4, KCV 28,7). Capcom ist weder unterbewertet noch teuer – die Aktie handelt dort, wo sie hingehört. Der Markt preist ein: Prognosen werden erfüllt (+14% EPS-Wachstum 2026), leichte Multiple-Expansion auf ~28 ist gerechtfertigt.

ABER: Während die Bewertung „fair“ ist, ist die operative Qualität außergewöhnlich:

  • EBIT-Marge 43,4% vs. Branchenschnitt 15-25%
  • ROIC 47,5% vs. typische 15-25%
  • Eigenkapitalquote 72,3%, Verschuldung 0,0
  • Rule-of-40: 67,2 %

Die Anomalie im Peer-Vergleich:

  • Electronic Arts: KGV 58 bei 17% EBIT-Marge
  • Capcom: KGV 25 bei 43% EBIT-Marge

Capcom ist 2,5x profitabler, wird aber mit weniger als der Hälfte des Multiples bewertet. Ursache: struktureller „Japan-Discount“ von 30-40%.

3.2 Die Scoring-Modelle bestätigen die Zweiteilung

  • Qualitätsmodelle: Grünes Licht (HGI 16/18, Piotroski 6/9, Dividenden 10/15)
  • Momentum-Modelle: Rotes Licht (Levermann -1/13, RSL 0,88, RSI 36)

Fazit: Fundamental exzellent, technisch schwach.

3.3 Risiko-Rendite-Profil

  • Upside: +8% (KGV 30) bis +27% (Cashflow-Fair-Value)
  • Downside: -7% (Fair Value ohne Expansion) bis -31% (Pessimist-Szenario)

Die starke Bilanz (72% EK, 130 Mrd. ¥ Cash) bietet einen Boden, verhindert aber nicht kurzfristige Volatilität.

3.4 Die Investment-These

Capcom ist kein Schnäppchen, sondern Quality zu fairem Preis. Drei mögliche Katalysatoren:

  1. Multiple-Expansion: Japan-Discount schrumpft (+30-50%)
  2. Margen-Expansion: EBITDA 43,6% → 46,6% bis 2028
  3. Erfolgreiche Releases: Monster Hunter Wilds, Resident Evil 10

Ohne Katalysatoren: Solide Halteposition – 43% EBIT-Marge zu KGV 25 ist fair, aber nicht aufregend.

Fazit: Wer hier investiert, kauft Qualität ohne Aufpreis mit Hoffnung auf zukünftige Neubewertung. Kein antizyklischer Steal, sondern disziplinierter Einstieg in operative Spitzenleistung zu normalen Konditionen. Das größte Risiko: Fortsetzung des Japan-Discounts und technischer Abwärtsdruck (RSL 0,88).

3.5 Für wen eignet sich die Aktie jetzt?

AnlegertypEignungKommentar
Dividendenjäger❌ Nicht geeignet1,09% Rendite ist zu niedrig für Income-Investoren. Die Dividende ist zwar sicher (Payout 34,5%, 25 Jahre Kontinuität) und wächst stark (17,7% p.a. historisch), aber nicht das Hauptargument.
Value-Investoren⚠️ Bedingt geeignetKein klassischer „Deep Value“. Die Aktie ist fair bewertet (KGV 25,3 = historischer Durchschnitt), nicht günstig. Nur interessant bei Spekulation auf Schließung des Japan-Discounts (Potenzial +30-50%).
Quality-Growth-Investoren✅✅ IdealPerfekt für Investoren, die operative Exzellenz suchen: 43% EBIT-Marge, 47% ROIC, 45% Wachstum (TTM), 0,0 Verschuldung, HGI-Score 16/18. Man kauft Spitzenqualität zu normalem Preis – ohne Premium.
Trader❌ Nicht geeignetTechnisch schwach: RSL 0,88 (Underperformance), Levermann -1/13, Abwärtstrend intakt seit Juni. Kein Momentum, kein Short-Term-Setup. Erst bei RSL > 1,0 und Bruch über 4.000 ¥ wieder interessant.
Langfristige Buy-&-Hold-Anleger✅ GeeignetWer 5-10 Jahre halten kann, profitiert von strukturellen Vorteilen: Margenexpansion (43% → 47%), Back-Catalog wächst automatisch, PC-Penetration Schwellenländer. Geduld erforderlich, aber solide fundamentale Basis (Piotroski 6/9, 72% EK-Quote).

3.6 Meine Einschätzung nach Anlagehorizont

Sehr kurzfristig (bis 6 Monate)

🟡 Hold

Die Charttechnik warnt: RSL 0,88 (Underperformance), RSI 36 (überverkauft-nahe), Abwärtstrend seit Juni. Kein technisches Kaufsignal. Levermann-Score -1/13 bestätigt: Momentum fehlt.

Praktisch: Erste Tranche 30-50% bei 3.650-3.700 ¥ für Langfristanleger vertretbar. Restliche 50-70% reservieren für Nachkauf bei Rücksetzer (< 3.600 ¥) oder technischer Trendwende (RSL > 1,0). Trader warten ab.

Mittelfristig (6-18 Monate)

🟢 Buy

Katalysatoren: Margenexpansion (43,6% → 45,2%), Prognosen-Erfüllung (EPS +14%).

Kursziele: 3.965 ¥ (+8%) bei KGV 30 | 4.700 ¥ (+27%) bei Cashflow-Fair-Value

Praktisch:

  • Gestaffelt: 50% jetzt (3.650-3.700 ¥), 30% bei Rücksetzer < 3.600 ¥, 20% nach positivem MH Wilds-Launch
  • Dividenden (2× 20 ¥/Jahr) reinvestieren
  • Stop-Loss bei 3.500 ¥ (technischer Support)

Langfristig (3+ Jahre)

🟢 Buy

Story: Back-Catalog wächst automatisch, Margen steigen strukturell (43% → 47%), PC-Penetration Schwellenländer, 10%-Gewinnwachstumsziel hält (Management-Track-Record). Bei Fortsetzung des 10%-Gewinnwachstumsziels (EPS 2030: ~193 ¥) und KGV 30-35 ergibt sich ein Kursziel von 5.500-6.500 ¥.

Praktisch:

  • Position: 3-5% Portfolio, 5+ Jahre halten
  • Sparplan: Quartalsweise feste Beträge (glättet Einstieg)
  • Kaufzone: 3.500-3.800 ¥ | Aggressiv nachkaufen: < 3.400 ¥
  • Exit-Kriterien: EBIT-Marge < 35% (strukturell) ODER KGV > 45 ohne Rechtfertigung
  • Teilverkäufe: Ab 5.000 ¥ (25% Position reduzieren) | Vollausstieg: > 6.000 ¥

Die langfristige Attraktivität liegt in der Kombination aus operativer Exzellenz (HGI 16/18) und strukturellem Wachstum (Margenexpansion, Back-Catalog). Wer 5-10 Jahre wartet, kauft Qualität zu Fair Value – mit Upside durch mögliche Neubewertung.

3.7 Fazit

Capcom ist eine disziplinierte Qualitätswette für geduldige Investoren. Man kauft hier keine Sicherheitsmarge im klassischen Sinne (wie bei kriselnden Turnarounds), sondern Exzellenz ohne Aufpreis mit der Hoffnung auf zukünftige Katalysatoren (Monster Hunter Wilds, Margenexpansion, Buybacks, IR-Aktivität).

Das größte Risiko ist nicht fundamental (Bilanz ist bombensicher), sondern die Fortsetzung des Japan-Discounts und fehlendes Momentum (RSL 0,88). Wer das akzeptiert und 3+ Jahre warten kann, bekommt ein erstklassiges Unternehmen zu fairen Konditionen mit moderatem Upside (+8-27%) und durch die Bilanz begrenztem Downside-Risiko

Hi, ich bin Patrick – der Kopf (oder Fuchs) hinter Dividendenknecht.

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