8 Dividenden-ETF-Portfolios im Vergleich: Welches ist das Beste für dein Ziel?

Aktualisiert am: 23. Juli 2026​

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Es gibt kein bestes Dividenden-ETF-Portfolio. Es gibt nur das, das zu deinem Ziel passt, und jedes Ziel hat seinen Preis: mehr Ausschüttung kostet Wachstum, mehr Sicherheit kostet Rendite, mehr Einfachheit kostet Kontrolle. Deshalb bekommst du hier keine einzige "optimale" Strategie, sondern acht, jede für genau ein Ziel gebaut. Ich zeig dir bei jeder, was du dafür aufgibst. Alle acht Portfolio Ideen setzen sich aus 13 verglichenen Dividenden-ETFs zusammen. Wie ich sie kombiniert habe und nach welchem Muster, erklär ich dir gleich.

8 Dividenden-ETF-Portfolios: Das Wichtigste auf einen Blick

Ziel: Maximale Ausschüttung heute: Wähle das High-Yield-Portfolio. iShares Global Select Dividend, JPMorgan Nasdaq Premium Income und Invesco EM High Dividend kombiniert liefern 6,2 % Dividendenrendite, verteilt über drei sektoral gegensätzliche Bausteine.
Ziel: Planbarer monatlicher Cashflow: Wähle die Monats-Maschine. L&G Global Quality Dividends und JPMorgan Nasdaq Premium Income sind die einzigen zwei Fonds im Vergleich, die tatsächlich jeden Monat auszahlen, macht 4,8 % Dividendenrendite bei zwölf Ausschüttungen im Jahr.
Ziel: Stark wachsende Dividende: Wähle den Wachstums-Compounder. Die Kombination aus SPDR Euro Dividend Aristocrats, VanEck Dividend Leaders und Fidelity Emerging Markets Quality Income erreicht 9,9 % Dividendenwachstum pro Jahr, den stärksten Wert im gesamten Vergleich.
Ziel: Bewährte Dividendenqualität: Wähle den reinen Aristokraten. Drei SPDR-Aristokraten-ETFs kombiniert liefern 7,3 % Dividendenwachstum pro Jahr, ganz ohne Abhängigkeit von unbestätigten Daten.
Ziel: Minimaler Verwaltungsaufwand: Wähle die Einfachheit. Der Vanguard FTSE All-World High Dividend Yield deckt mit einem einzigen Fonds die ganze Welt ab, bei 0,29 % laufenden Kosten.
Ziel: Maximale Gesamtrendite: Wähle den Total-Return-Fokus. Die Kombination aus VanEck Dividend Leaders, Fidelity US Quality Income und Invesco EM High Dividend liefert 13,4 % Gesamtrendite pro Jahr, den besten Wert unter den vergleichbaren Lösungen.
Ziel: Geringstes Verlustrisiko: Wähle den Ruhestands-Anker. VanEck Dividend Leaders, SPDR US Aristocrats und Invesco EM High Dividend kombiniert ergeben rund 5 % gewichteten historischen Maximalverlust, den niedrigsten im Vergleich.
Ziel: Bewusste Balance aus Wachstum und Ertrag: Wähle das Quality-High-Yield-Weltportfolio. Vier Bausteine teilen sich exakt zur Hälfte in Wachstum und Ertrag auf, bei derselben bewährten 70/30-Struktur.
Der wichtigste Punkt vorweg: Es gibt kein objektiv bestes Dividenden-ETF-Portfolio unter diesen acht. Jedes ist für ein anderes Ziel gebaut, und bei jedem zahlst du bewusst einen Preis dafür.
Was viele übersehen: Mehr Positionen in einem Fonds bedeuten nicht automatisch mehr Diversifikation, Lösung 1 mit ihrem stark technologielastigen JPMorgan-Baustein zeigt das direkt.

Hinweis zu den Daten: Alle Kennzahlen in diesem Beitrag stammen aus dem ETF-Vergleichstool von extraETF. Performance, Kosten, Zusammensetzung beziehen sich auf den Stand 19.07.2026. Prüfe vor einer Investition immer die aktuellen Werte auf der Fondsseite deines Brokers oder in entsprechenden Tools.

Video Zusammenfassung:

Warum 70/30 und warum acht Portfolios?

70/30 ist kein Zufallswert. Es ist ein Kompromiss, den viele Indexanleger fahren: genug Schwellenländer-Anteil für echte Streuung, aber nicht so viel, dass das höhere Einzelrisiko dort (Währung, Politik, Regulierung) das ganze Depot dominiert. Diese 70/30-Struktur zieht sich durch sieben der acht Dividenden-ETF-Portfolios in diesem Vergleich (Ausnahme: die Einzelfonds-Lösung 5), damit du sie fair gegeneinander abwägen kannst.

Bei der Fondsauswahl hab ich mich an eine feste Reihenfolge gehalten:

Zuerst das Hauptziel. Bei „maximale Ausschüttung“ zählt zuerst die Rendite, bei „maximales Wachstum“ zuerst die Wachstumsrate. Alles andere ist zweitrangig.
Dann die 70/30-Struktur.
Dann Sektor- und Strategievielfalt. Ich vermeide, wo es geht, zwei Fonds, die praktisch dasselbe Konzept verfolgen. Das bringt dir keine zusätzliche Streuung, nur einen zweiten Fondsnamen.
Erst danach feinjustiere ich die Gewichtung der einzelnen Bausteine innerhalb der beiden Blöcke auf das beste Ergebnis.

Aus Vereinfachungsgründen berechne ich Gesamtrendite und den historischen Maximalverlust der Portfolios als gewichteten Durchschnitt der jeweiligen Einzelfondswerte, nicht als eigenständig aus einer gemeinsamen Kurshistorie berechnete Portfoliokennzahl. Ein echter Portfolio-Drawdown würde zusätzlich die Korrelation zwischen den Fonds berücksichtigen und dadurch durch Diversifikationseffekte meist etwas günstiger ausfallen, als es die reine Durchschnittsbildung hier zeigt.

Ein Punkt vorweg, der mir wichtig ist: Mehr Positionen in einem Fonds heißen nicht automatisch mehr Diversifikation. Schau dir weiter unten Lösung 1 an. Der JPMorgan Nasdaq Equity Premium Income hält nur rund 100 Titel, ist davon aber zu über 60 % im Technologiesektor konzentriert. Andere Fonds in diesem Vergleich mit ähnlich vielen oder sogar weniger Positionen sind sektoral deutlich breiter aufgestellt. Was zählt, ist nicht die Titelzahl, sondern wie stark sich die Bausteine deines Portfolios in Land und Branche überschneiden.

Bei mehreren Lösungen zeige ich dir zusätzlich eine Developed-Markets-Variante: 100 % Industrieländer, ohne Schwellenländer-Baustein. Bei zwei davon ist das nachweislich die bessere Wahl und keine bloße Alternative. Das sage ich dir dann auch so direkt.

Zur Einordnung von Branchen- und Länderverteilung ziehe ich bei jeder Lösung das extraETF-Musterportfolio „70/30 Vanguard“ heran (zwei ETFs, seit 2014, ebenfalls 70 % Industrieländer und 30 % Schwellenländer, aber ohne Dividenden-Screening). Sektoral dominiert dort Technologie mit 32,9 %, gefolgt von Finanzen mit 16,9 %, Industrie mit 10,0 %, Zyklischem Konsum mit 8,9 % und Kommunikation mit 7,7 %. Regional liegt Nordamerika mit 50,3 % vorn, dicht gefolgt von Asien mit 33,8 %, danach folgen Europa mit 11,0 %, Lateinamerika mit 2,3 % und der Pazifikraum mit 1,2 %.

Lösung 1: Das High-Yield-Portfolio (Maximale Ausschüttung)

Willst du unter allen acht Portfolios hier die höchste Dividendenrendite, ist das dieses: 6,2 % pro Jahr, verteilt über drei sektoral gegensätzliche Bausteine.

BausteinISINGewichtungRolle
iShares STOXX Global Select Dividend 100DE000A0F5UH137 %Basis: etablierter Weltfonds seit 2009, rund 4 % Rendite
JPMorgan Nasdaq Equity Premium IncomeIE000U9J8HX933 %Renditetreiber: über 10 % Ausschüttung aus Optionsprämien
Invesco FTSE EM High Dividend Low VolatilityIE00BYYXBF4430 %Schwellenländer-Segment, Sektor-Gegenpol zu JPM

JPM verkauft laufend Kaufoptionen (Covered Calls) auf den Nasdaq 100 und schüttet die dafür erhaltenen Prämien aus. Vereinfacht gesagt: Der Fonds verzichtet auf einen Teil der möglichen Kursgewinne nach oben, falls der Nasdaq stark steigt, und bekommt dafür eine Prämie, die als Ausschüttung an dich weitergegeben wird. Nach unten bleibt der Fonds aber nahezu vollständig im Kursrisiko des Nasdaq 100, die Prämie dämpft Verluste nur geringfügig. Das ist auch der Grund, warum er hier überhaupt vorkommt. Technologie-Konzerne zahlen historisch wenig bis keine Dividende, deshalb tauchen sie in reinen Dividenden-Screens kaum auf. Die Aristokraten- und Yield-Rank-Fonds in diesem Vergleich liegen fast alle unter 10 % Technologie-Anteil. Der Covered-Call-Mechanismus ist der einzige Weg in diesem gesamten Vergleich, mit dem du Technologie in großem Umfang und gleichzeitig mit hoher laufender Ausschüttung ins Portfolio holst.

Gewichtet ist JPM bewusst niedriger, als seine Rendite eigentlich nahelegen würde. Proportional wären über 50 % fällig, das hätte seine Technologie-Konzentration von rund 61 % ungebremst durchs Portfolio gezogen. Bei 33 % bleibt das im Rahmen: Technologie und Finanzen liegen fast gleichauf bei jeweils rund 22 bis 24 %, eine der besten Sektorbalancen im ganzen Vergleich. Invesco trägt mit seiner Finanzen- und Energie-Gewichtung zusätzlich dazu bei, ohne die Technologie-Konzentration weiter zu verstärken.

Portfolio Kennzahlen anhand dieser Gewichtung

  • Gesamtrendite: 25,9 % (1-Jahres-Basis)
  • Dividendenrendite: 6,2 % (2026er Prognose)
  • Dividendenwachstum: 6,7 % (deckt 67 % des Portfolios ab)
  • Laufende Kosten: 0,43 %

Hinweis: JPM hat noch keine 5-Jahres-Historie. Die Gesamtrendite basiert deshalb einheitlich auf 1-Jahres-Werten (iShares +33,1 %, JPM +20,8 %, Invesco +22,7 %) statt der 5-Jahres-Basis der übrigen Lösungen und ist damit nicht direkt vergleichbar. Beim Dividendenwachstum fehlen für JPM entsprechend die Daten, der Wert gilt nur für iShares und Invesco.

Branchenverteilung

Finanzen: 23,9 %
Technologie: 22,1 %
Zykl. Konsum: 9,2 %
Energie: 8,1 %
Kommunikation: 7,5 %

Der Abstand zwischen Finanzen und Technologie beträgt nur 1,8 Prozentpunkte, mit Abstand der kleinste Abstand zwischen den beiden größten Sektoren im gesamten Vergleich. Praktisch heißt das aber auch: Mit nur rund 13,5 % in klassisch defensiven Sektoren (Gesundheitswesen, Basiskonsum, Versorger) ist das die zyklischste Lösung im ganzen Vergleich, Gesundheitswesen macht gerade mal gut 1 % aus. Zum Vergleich: Ein passives 70/30-Weltportfolio kommt derzeit auf rund 17 % Finanzen und fast 33 % Technologie, bei der Technologie-Quote liegt diese Lösung dank JPM näher an diesem Marktdurchschnitt als jede andere Lösung im Vergleich.

Ländergewichtung

USA: 41,4 %
China: 9,6 %
Brasilien: 6,9 %
UK: 4,4 %
Niederlande: 3,6 %

Mit über 40 % ist das gleichzeitig der höchste USA-Anteil aller acht Lösungen, getrieben vor allem durch JPMs fast vollständige US-Fokussierung. Europa kommt dabei nur auf rund 12,5 %, deutlich weniger als in den meisten anderen Lösungen. Zum Vergleich: Ein passives 70/30-Weltportfolio kommt auf rund 50 % Nordamerika und rund 11 % Europa, bei beiden Werten liegt diese Lösung näher am Marktdurchschnitt als jede andere Lösung im Vergleich.

Vorteile dieser Strategie

Höchste Dividendenrendite aller acht Lösungen (6,2 %)
Ausgewogene Sektorstruktur trotz aggressivem Renditeziel: Finanzen (23,9 %) und Technologie (22,1 %) liegen fast gleichauf, kein einzelner Sektor dominiert stark
Etablierter Kernbaustein (iShares, seit 2009 am Markt, 37 % Gewicht) sorgt für einen soliden, gut dokumentierten Anker im Portfolio
Drei unterschiedliche Strategiefamilien (Yield-Rang, Options-Overlay, Low-Volatility), keine Doppelung

Nachteile dieser Strategie

JPM hat zwar nur 33 % Portfoliogewicht, liefert aber rechnerisch rund 54 % der gesamten Ausschüttung dieser Lösung. Über die Hälfte deines Einkommens stammt damit aus Optionsprämien statt aus echten Unternehmensgewinnen, das verhält sich in unruhigen Marktphasen anders als klassische Dividenden
USA-Anteil liegt bei 41,4 %, deutlich über dem Anteil der meisten anderen Lösungen in diesem Vergleich
Kein sauberer Fünf-Jahres-Vergleich möglich, weil JPM erst seit Oktober 2024 existiert
Höchste laufende Kosten im gesamten Vergleich (0,43 %)

Die Developed-Markets-Variante

(iShares 53 % / JPM 47 %) treibt die Dividendenrendite auf 6,9 %, aber der USA-Anteil springt auf fast 60 %, Technologie auf rund 30 %. Laufende Kosten 0,41 %. Gesamtrendite basiert wie in der 70/30-Version auf 1-Jahres-Werten (iShares +33,1 %, JPM +20,8 %), das ergibt 27,3 %. Beim Dividendenwachstum zählt nur iShares‘ 5-Jahres-Wert von 8,4 %, für JPM liegen keine Wachstumsdaten vor. Kein reiner Gewinn, sondern ein Tausch: mehr Ausschüttung gegen mehr Konzentration. Nur für dich, wenn dir dieser Klumpen nichts ausmacht.

Für welchen Anlegertypen interessant?

Passt zu dir, wenn: du in der Entnahmephase bist und maximalen laufenden Cashflow willst und verstehst, dass ein Teil davon anders funktioniert als klassische Dividenden.

Lösung 2: Die Monats-Maschine (Regelmäßiger Cashflow)

Willst du wirklich jeden Monat eine Ausschüttung, nicht nur vierteljährlich, ist das die einzige Lösung in diesem Vergleich, die das strukturell garantiert, bei 4,8 % Dividendenrendite.

BausteinISINGewichtRolle
L&G Global Quality DividendsIE0005AJA0P160 %Basis: breite Streuung, echter Monatszahler
JPMorgan Nasdaq Equity Premium IncomeIE000U9J8HX910 %Renditeschub, bewusst gedeckelt
Invesco FTSE EM High Dividend Low VolatilityIE00BYYXBF4430 %Schwellenländer-Segment, Sektor-Gegenpol zu JPM

L&G und JPM sind die einzigen zwei Fonds in diesem Vergleich, die tatsächlich jeden Monat auszahlen. Deshalb entscheidet hier nicht die Rendite über die Gewichtung, sondern die Streuung. L&G bringt knapp 1.000 Positionen mit, die zehn größten machen zusammen nur rund 3 % aus, kaum Technologie im Portfolio. JPM bleibt bei 10 %, das reicht für einen spürbaren Renditeschub, aber zu wenig, um das Portfolio in Richtung Technologie zu kippen. Invesco bringt mit seiner Finanzen- und Energie-Gewichtung einen weiteren Gegenpol zu JPMs Technologie-Schwerpunkt, ohne L&Gs breite Streuung zu konzentrieren. Was die Ausschüttungshistorie zusätzlich bestätigt: L&G hat von Februar bis Juli 2026 sechsmal in Folge exakt 0,03 € pro Anteil ausgeschüttet, ein durchgehend gleichmäßiger Monatsrhythmus, genau die Verlässlichkeit, auf die dieses Portfolio setzt.

Wichtiger Hinweis: Der L&G Global Quality Dividends hat noch keinen langen Track Record. Prüfe die Kennzahlen vor einer Anlageentscheidung nochmal am aktuellen Factsheet.

Portfolio Kennzahlen anhand dieser Gewichtung

  • Gesamtrendite: 10,3 % (6-Monats-Basis)
  • Dividendenrendite: 4,8 % (2026er Prognose)
  • Dividendenwachstum: 4,7 % (deckt 30 % des Portfolios ab)
  • Laufende Kosten: 0,36 %

Hinweis: L&G hat noch keinen 1-Jahres-Wert. Die Gesamtrendite basiert deshalb einheitlich auf 6-Monats-Werten (L&G +12,3 %, JPM +6,8 %, Invesco +7,6 %) statt der 5-Jahres-Basis der übrigen Lösungen und ist damit nicht direkt vergleichbar. Beim Dividendenwachstum fehlen für L&G und JPM entsprechend die Daten, der Wert gilt nur für Invesco.

Branchenverteilung

Finanzen: 26,6 %
Industrie: 14,3 %
Technologie: 10,4 %
Energie: 8,8 %
Versorger: 7,8 %

Mit 26,6 % ist das die drittniedrigste Finanzen-Konzentration aller acht Lösungen, nur Lösung 4 und Lösung 1 liegen noch darunter. Der defensive Anteil (Gesundheitswesen, Basiskonsum, Versorger) liegt bei rund 17 %, dem zweitniedrigsten Wert im ganzen Vergleich, nur Lösung 1 liegt noch darunter. Zum Vergleich: Ein passives 70/30-Weltportfolio kommt auf rund 17 % Finanzen, diese Lösung liegt knapp 10 Prozentpunkte darüber, ein struktureller Effekt fast aller Dividenden-Screens. Auch bei Industrie liegt sie mit 14,3 % rund 4 Prozentpunkte über dem Marktdurchschnitt (10,0 %), L&Gs breite Streuung schließt zyklische Industriewerte offenbar stärker ein als der passive Markt.

Länderverteilung

USA: 27,1 %
China: 9,5 %
Japan: 9,5 %
Brasilien: 6,8 %
UK: 3,9 %

Mit 27,1 % ist das die zweitniedrigste USA-Konzentration aller acht Lösungen, nur der Wachstums-Compounder liegt noch darunter. Auffällig ist außerdem, dass China und Japan mit 9,55 % und 9,47 % nahezu gleichauf liegen, eine seltene Doppelvertretung beider asiatischer Großmächte auf ähnlichem Niveau. Zum Vergleich: Ein passives 70/30-Weltportfolio kommt auf knapp 11 % Europa, hier sind es 13,1 %, der zweitnächste Wert am Marktdurchschnitt unter allen acht Lösungen.

Vorteile dieser Strategie

Echter, struktureller Zwölf-Monats-Rhythmus ohne Kalendertrick
Kein einzelner Sektor dominiert extrem: Finanzen (26,6 %) ist größter Posten, aber kein anderer Sektor kommt über 15 % hinaus
Zweitniedrigste USA-Konzentration im ganzen Vergleich (27,1 %), nur Lösung 3 liegt darunter
Drei unterschiedliche Strategiefamilien (Quality-Dividend-Growth, Options-Overlay, Low-Volatility), keine Doppelung

Nachteile dieser Strategie

L&G trägt bis zu 86 % des Portfolios, die höchste Abhängigkeit von einem einzelnen, noch jungen Fonds unter allen Mehrfonds-Lösungen in diesem Vergleich (Lösung 5 ist zwar zu 100 % ein einzelner Fonds, aber ein seit 13 Jahren etablierter, das ist ein anderes Risikoprofil)
L&G hat erst rund sechs Monate Historie, eine verlässliche Fünf-Jahres-Einordnung fehlt
Niedrigere Dividendenrendite als Lösung 1

Die Developed-Markets-Variante

(L&G 86 % / JPM 14 %) ist hier tatsächlich die bessere Wahl, nicht nur eine Alternative: Dividendenrendite steigt leicht auf 4,9 %, sogar die Kosten sinken auf 0,30 %, weil der teurere Invesco-Baustein wegfällt. Gesamtrendite basiert wie in der 70/30-Version auf 6-Monats-Werten (L&G +12,3 %, JPM +6,8 %), das ergibt 11,5 %. Beim Dividendenwachstum gibt es hier keine Zahl, weder für L&G noch für JPM liegen Wachstumsdaten vor. Der einzige Preis der Variante ist der Verzicht auf den expliziten Schwellenländer-Anteil. Ich würde sie trotzdem gleichwertig neben der 70/30-Version stellen, gerade weil sie bei Dividendenrendite und Kosten klar besser abschneidet.

Für welchen Anlegertypen interessant?

Passt zu dir, wenn: du im Ruhestand bist oder regelmäßige laufende Ausgaben hast und dir planbarer monatlicher Cashflow wichtiger ist als die letzten Renditepunkte.

Lösung 3: Der Wachstums-Compounder (Maximales Dividendenwachstum)

Willst du, dass deine Dividende in ein paar Jahren spürbar höher ausfällt als heute, ist das dieses Portfolio: mit knapp 10 % jährlichem Dividendenwachstum der stärkste Wert in diesem Vergleich.

BausteinISINGewichtRolle
SPDR S&P Euro Dividend AristocratsIE00B5M1WJ8745 %Kern: höchstes Dividendenwachstum im gesamten Vergleich
VanEck Morningstar DM Dividend LeadersNL001168359425 %Exposure außerhalb der Eurozone
Fidelity Emerging Markets Quality IncomeIE00BYSX473930 %Schwellenländer-Segment, Technologie-Gegenpol

SPDR Euro Aristocrats steigert seine Dividende im Schnitt der letzten fünf Jahre um knapp 12 % pro Jahr, der mit Abstand beste Wert im gesamten Vergleich. VanEck ergänzt bewusst mit weniger Gewicht, als rein proportional zustünde, weil SPDR Euro gleichzeitig eine niedrigere Finanzsektor-Konzentration mitbringt und diese Verschiebung Wachstum und Sektorbalance zugleich verbessert. Die Grenze bei 25 % bleibt trotzdem stehen, weil VanEck seine eigentliche Aufgabe behalten muss: Exposure außerhalb der Eurozone (Großbritannien, USA, Japan, Australien), das SPDR Euro allein nicht liefern kann. Fidelity Emerging Markets Quality Income rundet das Schwellenländer-Segment ab und bringt als Nebeneffekt einen Technologie-Gegenpol zu den beiden finanzlastigen Europa-Bausteinen mit.

Portfolio Kennzahlen anhand dieser Gewichtung

  • Gesamtrendite: 10,9 % p. a. (5-Jahres-Basis)
  • Dividendenrendite: 3,2 % (2026er Prognose)
  • Dividendenwachstum: 9,9 % p. a. (5-Jahres-Basis)
  • Laufende Kosten: 0,38 %

Branchenverteilung

Finanzen: 27,6 %
Industrie: 13,0 %
Technologie: 12,6 %
Versorger: 9,0 %
Energie: 6,7 %

Auch der vierte und fünfte Sektor (Versorger 9,0 %, Energie 6,7 %) bleiben nah an Industrie und Technologie dran, das Portfolio verteilt sich auf mehr ähnlich große Sektoren als die meisten anderen Lösungen. Der defensive Anteil (Gesundheitswesen, Basiskonsum, Versorger) liegt bei rund 21 %, im Mittelfeld des Vergleichs. Zum Vergleich: Ein passives 70/30-Weltportfolio kommt auf fast 33 % Technologie, hier sind es nur 12,6 %, ein direkter Effekt des Dividendenwachstums-Fokus statt Marktkapitalisierung. Bei Industrie liegt die Lösung mit 13,0 % rund 3 Prozentpunkte über dem Marktdurchschnitt (10,0 %), die europäischen Aristokraten-Titel sind offenbar industrielastiger als der globale Markt.

Länderverteilung

Italien: 11,3 %
Deutschland: 11,2 %
Taiwan: 9,8 %
Frankreich: 8,1 %
Finnland: 7,5 %

Selbst das fünftgrößte Land (Finnland) liegt noch über 7 %, das zeigt, wie gleichmäßig sich diese Lösung über mehrere europäische Kernmärkte und Taiwan verteilt. Insgesamt macht Europa fast 59 % des Portfolios aus, mit Abstand der höchste Europa-Anteil im ganzen Vergleich. Zum Vergleich: Ein passives 70/30-Weltportfolio kommt auf rund 50 % Nordamerika und rund 11 % Europa, bei beiden Regionen liegt diese Lösung weiter vom Marktdurchschnitt entfernt als jede andere Lösung im Vergleich.

Vorteile dieser Strategie

Höchstes Dividendenwachstum aller acht Lösungen (9,9 % p. a.)
Beste Sektorbalance im gesamten Vergleich: Finanzen (27,6 %) bleibt größter Sektor, aber Industrie (13,0 %) und Technologie (12,6 %) liegen fast gleichauf als Gegenpol
Kein einzelnes Land dominiert stark, größtes Einzelland ist Italien mit nur 11,3 %
USA-Anteil von nur rund 3,9 %, mit weitem Abstand am niedrigsten im ganzen Vergleich, USA taucht nicht mal unter den Top-5-Ländern auf
Drei unterschiedliche Strategiefamilien (Aristokraten, Yield-Rang, Quality-Income), keine Doppelung

Nachteile dieser Strategie

Niedrigere Dividendenrendite als die meisten anderen Lösungen (3,2 %), nur Lösung 4, 5, 6 und 8 liegen noch darunter
Höheres Verlustrisiko als bei anderen Lösungen: Fidelity Emerging Markets Quality Income hat mit -11,5 % den höchsten historischen Maximalverlust unter allen Schwellenländer-Fonds in diesem Vergleich
Wachstum zahlt sich erst über mehrere Jahre spürbar aus

Die Developed-Markets-Variante

(SPDR Euro 64 % / VanEck 36 %) ist der stärkste Fall in diesem ganzen Vergleich. Das Dividendenwachstum steigt auf 11,4 % pro Jahr, die Gesamtrendite liegt bei 12,5 % p. a., die Dividendenrendite bei 3,3 %, die laufenden Kosten bei 0,33 %. Der Grund: Fidelity Emerging Markets Quality Income, der Baustein mit dem höchsten historischen Maximalverlust unter allen Schwellenländer-Fonds in diesem Vergleich (-11,5 %), fällt komplett raus. Mehr Wachstum bei geringerem historischen Verlustrisiko: Das ist selten, und wenn du kein zwingendes Interesse an direktem Schwellenländer-Exposure hast, ist das hier klar die bessere Wahl.

Für welchen Anlegertypen interessant?

Passt zu dir, wenn: du noch viele Jahre Anlagehorizont vor dir hast und dir die künftige Ausschüttungshöhe wichtiger ist als der heutige Cashflow.

Lösung 4: Der reine Aristokrat (Historie statt Performance)

Willst du ausschließlich in Unternehmen mit langjähriger Dividendenkontinuität investieren, ist das die einzige Lösung hier, die konsequent nur diese eine Kategorie abbildet.

BausteinISINGewichtRolle
SPDR S&P US Dividend AristocratsIE00B6YX5D4035 %USA-Position, Schwerpunkt Industrie und Basiskonsum
SPDR S&P Euro Dividend AristocratsIE00B5M1WJ8735 %Eurozone-Position, Schwerpunkt Finanzen
SPDR S&P Emerging Markets Dividend AristocratsIE00B6YX5B2630 %Schwellenländer-Position, ebenfalls finanzenlastig

Nur Unternehmen mit langjähriger Dividendenkontinuität (sogenannte Dividendenaristokraten) kommen ins Portfolio. Die bekannte Definition eines Dividendenaristokraten lautet: ein Unternehmen, das seine reguläre Dividende in mindestens 25 aufeinanderfolgenden Jahren jedes Jahr kontinuierlich erhöht hat.

Keiner der drei hier verwendeten ETFs setzt genau diese Definition um, das ist ein echter Nachteil dieser Lösung, kein Detail am Rand. Der US-Baustein kommt der bekannten Definition noch am nächsten, verlangt laut Indexmethodik aber nur mindestens 20 Jahre tatsächlich steigender Dividenden, bereits 5 Jahre weniger als die bekannten 25. Der Euro-Baustein senkt die Hürde auf 10 Jahre und akzeptiert dabei schon eine stabil gehaltene statt einer tatsächlich steigenden Dividende.

Der Schwellenländer-Baustein braucht sogar nur 5 Jahre unter denselben gelockerten Bedingungen. Bei der Gewichtung folge ich derselben 70/30-Logik wie bei den meisten anderen Lösungen: 35 % USA und 35 % Eurozone ergeben zusammen die 70 % Industrieländer-Basis, gleichmäßig auf die beiden einzigen verfügbaren Industrieländer-Aristokraten aufgeteilt, die übrigen 30 % gehen an den Schwellenländer-Baustein.

Die drei Bausteine ergänzen sich vor allem regional, weniger sektoral: Finanzen bleibt trotz der Streuung über drei Kontinente der größte Sektor im Gesamtportfolio, weil er in zwei der drei Bausteine dominiert. Ich hätte hier auch auf Wachstum optimieren können (mehr Gewicht auf den Euro-Aristokraten würde sowohl Wachstum als auch Dividendenrendite verbessern), hab es aber bewusst gelassen. Der Sinn dieser Lösung liegt in der regionalen Balance innerhalb der Aristokraten-Idee, nicht in der Renditejagd. Würde ich hier optimieren, bekämst du am Ende nur eine schwächere Kopie von Lösung 3.

Portfolio Kennzahlen anhand dieser Gewichtung

  • Gesamtrendite: 8,0 % p. a. (5-Jahres-Basis)
  • Dividendenrendite: 3,0 % (2026er Prognose)
  • Dividendenwachstum: 7,3 % p. a. (5-Jahres-Basis)
  • Laufende Kosten: 0,39 %

Branchenverteilung

Finanzen: 23,2 %
Industrie: 16,9 %
Versorger: 10,6 %
Basiskonsum: 7,9 %
Zykl. Konsum: 7,0 %

Der Durchschnitt der übrigen sieben Lösungen liegt bei rund 27,5 %, das zeigt, wie deutlich die 35/35/30-Aufteilung hier den sonst üblichen Finanzen-Schwerpunkt abschwächt. Mit rund 24 % defensiven Sektoren (Gesundheitswesen, Basiskonsum, Versorger) liegt das im oberen Drittel des Vergleichs, ein Nebeneffekt der Aristokraten-Auswahl, die stabile Geschäftsmodelle bevorzugt. Zum Vergleich: Ein passives 70/30-Weltportfolio kommt auf rund 17 % Finanzen, damit liegt diese Lösung beim Finanzen-Anteil näher am Marktdurchschnitt als jede andere Lösung im Vergleich, bei Technologie bleibt der Abstand mit nur 6,5 % gegenüber knapp 33 % im Markt trotzdem groß. Bei Industrie zeigt sich das Gegenteil: Mit 16,9 % liegt die Lösung fast 7 Prozentpunkte über dem Marktdurchschnitt, der größte Abstand bei diesem Sektor unter allen acht Lösungen, Aristokraten-Unternehmen stammen überdurchschnittlich oft aus dem Industriesektor.

Länderverteilung

USA: 34,5 %
China: 10,7 %
Deutschland: 7,3 %
Italien: 7,0 %
Finnland: 5,8 %

Der USA-Anteil von 34,5 % ist trotzdem deutlich, ein direktes Ergebnis der regionalen 35/35/30-Aufteilung. Europa kommt mit rund 35 % auf einen fast ebenso hohen Anteil, die beiden größten Regionen halten sich hier fast die Waage. Zum Vergleich: Ein passives 70/30-Weltportfolio kommt auf rund 50 % Nordamerika, spürbar mehr als die 34,5 % dieser Lösung.

Vorteile dieser Strategie

Klarste, am leichtesten erklärbare Story im ganzen Vergleich
Bewährte Fondsfamilie, zwei der drei Fonds seit 2011 am Markt
Keine Abhängigkeit von unbestätigten Daten
Niedrigste Finanzen-Konzentration aller acht Lösungen (23,2 %), trotz Aristokraten-typischer Finanzlastigkeit innerhalb des eigenen Portfolios

Nachteile dieser Strategie

Entwickelter Pazifikraum (Japan, Australien) fehlt komplett, weil es dafür keinen Aristokraten-ETF gibt
Finanzen dominiert mit 23,2 % deutlich vor Industrie (16,9 %), eine typische Folge der Aristokraten-Strategie
Weder höchste Dividendenrendite noch höchstes Wachstum im Vergleich
Geringe Technologie-Exposition (rund 6,5 %), unterdurchschnittlicher Wachstumsimpuls aus diesem Sektor im Vergleich zu den technologielastigeren Lösungen
Keiner der drei ETFs setzt die bekannte 25-Jahre-Definition eines Dividendenaristokraten tatsächlich um: Der US-Baustein kommt mit 20 Jahren noch am nächsten, Europa (10 Jahre) und Schwellenländer (5 Jahre) akzeptieren zudem schon eine stabil gehaltene statt einer tatsächlich steigenden Dividende

Die Developed-Markets-Variante

(SPDR US 50 % / Euro 50 %) hebt das Dividendenwachstum auf 8,1 % pro Jahr an, senkt aber die Dividendenrendite auf 2,7 % und treibt den USA-Anteil auf fast 50 %. Gesamtrendite 8,5 % p. a., laufende Kosten 0,33 %. Kein klarer Gewinn. Nimm sie nur, wenn du bewusst mehr Wachstumsfokus willst.

Für welchen Anlegertypen interessant?

Passt zu dir, wenn: dir die Aristokraten-Story selbst wichtig ist (nachgewiesene Dividendenkontinuität als Qualitätssignal, auch wenn die genauen Kriterien je nach Region unterschiedlich streng sind) oder du als Einsteiger ein grundsätzlich einfaches Auswahlprinzip suchst.

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Lösung 5: Die Einfachheit (Ein Fonds, maximale Streuung)

Willst du nur einen einzigen ETF besparen und trotzdem die ganze Welt abdecken, ist das die Antwort: ein Fonds, über 2.300 Positionen, fertig.

Vanguard FTSE All-World High Dividend Yield (ISIN IE00B8GKDB10, 100 %). Ein einziger ETF deckt automatisch die ganze Welt ab, die zehn größten Positionen machen zusammen nur rund 11 % aus, der Schwellenländer-Anteil ist organisch eingebaut, ganz ohne separaten Baustein. Genau deshalb bleibt es bei diesem einen Fonds: Ein zusätzlicher EM-Baustein würde dem eigentlichen Sinn von „Einfachheit“ widersprechen.

Vanguard hab ich hier bewusst L&G Global Quality Dividends vorgezogen, obwohl L&G auf dem Papier bessere aktuelle Kennzahlen zeigt. Der Grund: Vanguard bringt einen 13 Jahre langen, geprüften Track Record mit (am Markt seit 2013), während L&G erst seit Januar 2026 existiert. Bei einer Lösung, deren Kernversprechen Verlässlichkeit ist, würde ich hier kein unnötiges Datenrisiko eingehen.

Portfolio Kennzahlen anhand dieser Gewichtung

  • Gesamtrendite: 12,2 % p. a. (5-Jahres-Basis)
  • Dividendenrendite: 2,5 % (2026er Prognose)
  • Dividendenwachstum: 7,0 % p. a. (5-Jahres-Basis)
  • Laufende Kosten: 0,29 %

Branchenverteilung

Finanzen: 29,1 %
Industrie: 12,1 %
Gesundheitswesen: 11,6 %
Technologie: 9,2 %
Basiskonsum: 8,5 %

Anders als bei den meisten anderen Lösungen taucht hier mit 11,6 % auch Gesundheitswesen unter den Top 3 auf, nicht nur Finanzen und Industrie dominieren. Insgesamt liegt der defensive Anteil (Gesundheitswesen, Basiskonsum, Versorger) bei rund 26 %, dem zweithöchsten Wert im ganzen Vergleich, nur der explizit auf Sicherheit gebaute Ruhestands-Anker liegt noch höher. Zum Vergleich: Ein passives 70/30-Weltportfolio kommt auf rund 17 % Finanzen und fast 33 % Technologie, hier ist das Verhältnis nahezu umgekehrt, mehr Finanzen, deutlich weniger Technologie.

Länderverteilung

USA: 39,6 %
Japan: 9,4 %
UK: 6,6 %
Schweiz: 4,8 %
Kanada: 4,6 %

Der USA-Anteil von 39,6 % ist der zweithöchste im ganzen Vergleich, niedriger nur als bei Lösung 1, wo JPMs fast vollständige US-Fokussierung den Anteil auf über 41 % treibt. Auffälliger ist der Schwellenländer-Anteil von nur rund 6,5 %, mit Abstand der niedrigste im ganzen Vergleich, eine direkte Folge der Marktkapitalisierungsgewichtung eines globalen Index. Zum Vergleich: Ein passives 70/30-Weltportfolio kommt auf rund 50 % Nordamerika, mit 39,6 % liegt diese Lösung näher daran als sechs der anderen sieben Lösungen, nur Lösung 1 kommt noch näher heran.

Vorteile dieser Strategie

Eine einzige Kaufentscheidung, kein Rebalancing nötig
Günstigste laufende Kosten im ganzen Vergleich (0,29 %)
13 Jahre nachweisbarer Track Record

Nachteile dieser Strategie

Niedrigste Dividendenrendite im gesamten Vergleich (2,5 %)
Finanzen macht mit 29,1 % einen der höchsten Sektoranteile im gesamten Vergleich aus, ohne Gegenpol durch einen zweiten Baustein, ein Hinweis darauf, dass sich „maximale Streuung“ hier auf Titelanzahl und Länder bezieht, nicht auf die Sektorbalance
Keine manuelle Kontrolle über die Regionalgewichtung, USA-Anteil liegt mit 39,6 % auf dem zweithöchsten Wert im ganzen Vergleich

Die Alternative

Ein einzelner Weltfonds lässt sich nicht sauber in Industrieländer und Schwellenländer aufteilen, ohne das Einfachheits-Konzept zu verlassen. Eine Developed-Markets-Variante gibt es hier deshalb bewusst nicht. Willst du trotzdem mehr Kontrolle über den EM-Anteil, kannst du stattdessen auf eine 70/30-Variante mit Invesco als zweitem Baustein ausweichen: Gesamtrendite 10,7 % p. a. (5-Jahres-Basis), Dividendenrendite 3,2 % (2026er Prognose), Dividendenwachstum 6,3 % p. a. (5-Jahres-Basis), laufende Kosten 0,35 %. Invesco übernimmt dabei die Aufgabe, den marktkapitalgewichtet niedrigen Schwellenländer-Anteil von Vanguard gezielt zu verstärken, ohne Vanguards breite Streuung zu konzentrieren. Dafür hast du einen zweiten Fonds im Depot.

Für welchen Anlegertypen interessant?

Passt zu dir, wenn: du als Einsteiger möglichst wenig Verwaltungsaufwand willst.

Lösung 6: Der Total-Return-Fokus (Reine Performance)

Willst du innerhalb einer dividendenfokussierten Strategie bleiben, dir aber das Gesamtvermögen am Ende wichtiger ist als der heutige Cashflow, ist das hier unter den sechs Lösungen mit vergleichbarer 5-Jahres-Basis die mit der höchsten Gesamtrendite: über 13 % pro Jahr, Kurs plus Dividende zusammengerechnet.

BausteinISINGewichtRolle
VanEck Morningstar DM Dividend LeadersNL001168359442 %Performance-Treiber: beste 5/7/10-Jahres-Gesamtrendite im Vergleich
Fidelity US Quality IncomeIE00BYXVGX2428 %Sektor-Gegenpol: Technologie gegen VanEcks Finanzlastigkeit
Invesco FTSE EM High Dividend Low VolatilityIE00BYYXBF4430 %Schwellenländer-Segment

VanEck liefert auf 5-Jahres-Basis knapp 18,5 % Gesamtrendite pro Jahr, den besten Wert im gesamten Fondsuniversum, bestätigt über 5, 7 und 10 Jahre, kein Ausreißer eines einzelnen Zeitraums. Fidelity US Quality Income mische ich exakt proportional zu seiner eigenen Performance bei, das gleicht gleichzeitig sektoral aus: VanEcks starke Finanzlastigkeit trifft auf Fidelitys Technologie-Schwerpunkt, beide neutralisieren sich im Portfolio teilweise. Invesco liefert die Schwellenländer-Komponente. Ein Wort zur Robustheit der Gewichtung: Sie hängt etwas vom Zeitraum ab, auf 7-Jahres-Basis würden VanEck und Fidelity US Quality Income näher beieinanderliegen.

Portfolio Kennzahlen anhand dieser Gewichtung

  • Gesamtrendite: 13,4 % p. a. (5-Jahres-Basis)
  • Dividendenrendite: 3,1 % (2026er Prognose)
  • Dividendenwachstum: 6,2 % p. a. (5-Jahres-Basis)
  • Laufende Kosten: 0,39 %

Branchenverteilung

Finanzen: 28,6 %
Technologie: 11,4 %
Energie: 11,0 %
Basiskonsum: 8,1 %
Kommunikation: 7,9 %

Finanzen und Technologie liegen bei 28,6 % und 11,4 %, die bewusste Fondskombination hat VanEcks Finanzlastigkeit spürbar abgemildert. Der defensive Anteil liegt bei rund 22 %, mehr Sicherheitspuffer, als man bei einer explizit auf Performance getrimmten Lösung erwarten würde. Zum Vergleich: Ein passives 70/30-Weltportfolio kommt auf rund 17 % Finanzen und fast 33 % Technologie, diese Lösung liegt bei beiden Werten deutlich auf der jeweils anderen Seite.

Länderverteilung

USA: 34,1 %
China: 9,6 %
UK: 7,0 %
Brasilien: 6,7 %
Frankreich: 5,5 %

Das reiht sich im oberen Mittelfeld der acht Lösungen ein, deutlich niedriger als bei Lösung 1 oder Lösung 5, aber höher als bei den stärker gestreuten Lösungen 2 und 3. Europa und Schwellenländer liegen mit rund 24 % beziehungsweise 14,5 % beide im Mittelfeld, keine Region dominiert klar. Zum Vergleich: Ein passives 70/30-Weltportfolio kommt auf rund 50 % Nordamerika, spürbar mehr als die 34,1 % dieser Lösung. Bei Asien zeigt sich der gegenteilige Abstand: Das Referenzportfolio kommt auf 33,8 %, mehr als doppelt so hoch wie der Schwellenländer-Anteil dieser Lösung von 14,5 %.

Vorteile dieser Strategie

Höchste Gesamtrendite unter den sechs Lösungen mit vergleichbarer 5-Jahres-Basis (13,4 % p. a.)
VanEcks Spitzenposition ist über drei Zeithorizonte bestätigt, kein Zufallstreffer eines einzelnen Jahres
Sektoral ausgeglichen zwischen Finanzen (28,6 %) und Technologie (11,4 %) durch die bewusste Fondskombination
Drei unterschiedliche Strategiefamilien (Yield-Rang, Quality-Income, Low-Volatility), keine Doppelung

Nachteile dieser Strategie

Niedrige laufende Ausschüttung (3,1 %), kein Ersatz für regelmäßigen Cashflow
Historische Performance ist kein Versprechen für die Zukunft
USA-Anteil bei 34,1 %, im Developed-Markets-Upgrade sogar knapp 49 %

Die Developed-Markets-Variante

(VanEck 60 % / Fidelity US Quality Income 40 %) treibt die Gesamtrendite auf 16,1 % pro Jahr, aber die Dividendenrendite sinkt auf 2,4 %, das Dividendenwachstum liegt bei 6,9 % p. a., die laufenden Kosten bei 0,35 %, und der USA-Anteil nähert sich 50 %. Schaust du ohnehin nicht auf die Ausschüttung, ist das eine gute Wahl. Sonst ist es ein klarer Tausch.

Für welchen Anlegertypen interessant?

Passt zu dir, wenn: du im Vermögensaufbau bist und dir Gesamtrendite wichtiger ist als laufender Cashflow.

Lösung 7: Der Ruhestands-Anker (Niedrigste Verlustrisiken)

Willst du vor allem im Crashfall möglichst wenig verlieren, ist das die defensivste Lösung in diesem Vergleich: gebaut nach dem geringsten historischen Maximalverlust, nicht nach der alltäglichen Schwankung.

BausteinISINGewichtRolle
VanEck Morningstar DM Dividend LeadersNL001168359445 %Kern: geringster historischer Maximalverlust im Vergleich (rund 3 %)
SPDR S&P US Dividend AristocratsIE00B6YX5D4025 %Unter den drei hier verwendeten Bausteinen zweitniedrigster Maximalverlust, defensive Sektormischung
Invesco FTSE EM High Dividend Low VolatilityIE00BYYXBF4430 %Schwellenländer-Segment, geringster Maximalverlust unter EM-Fonds

Diese Lösung optimiert nicht auf die alltägliche Kursschwankung, sondern auf den maximalen historischen Verlust vom Hoch zum Tief, die Zahl, die im echten Crash tatsächlich zählt. SPDR US Dividend Aristocrats bringt zusätzlich eine defensive Sektormischung aus Industrie und Basiskonsum statt der Finanzlastigkeit, die VanEck und Invesco beide mitbringen. Invesco hat unter allen verglichenen EM-Fonds selbst den geringsten historischen Maximalverlust, deutlich besser als etwa Fidelity Emerging Markets Quality Income, das ich deshalb bewusst nicht verwende. Die Gewichtung zwischen VanEck und SPDR US ist exakt proportional zum inversen historischen Drawdown berechnet: Wer historisch weniger verloren hat, bekommt mehr Gewicht.

Portfolio Kennzahlen anhand dieser Gewichtung

  • Gesamtrendite: 12,5 % p. a. (5-Jahres-Basis)
  • Dividendenrendite: 3,3 % (2026er Prognose)
  • Dividendenwachstum: 7,3 % p. a. (5-Jahres-Basis)
  • Laufende Kosten: 0,41 %
  • Gewichteter historischer Maximalverlust: rund 5 % (bisherige Fondshistorie)

Branchenverteilung

Finanzen: 29,4 %
Basiskonsum: 11,3 %
Energie: 11,1 %
Versorger: 9,6 %
Industrie: 9,0 %

Mit 29,4 % ist das die höchste Finanzen-Konzentration aller acht Lösungen, vor allem weil VanEck und Invesco selbst schon deutlich finanzenlastig sind. Gleichzeitig liegt der Anteil klassisch defensiver Sektoren (Gesundheitswesen, Basiskonsum, Versorger) bei rund 28 %, dem höchsten Wert im ganzen Vergleich, das passt konsequent zum Sicherheits-Fokus dieser Lösung. Zum Vergleich: Ein passives 70/30-Weltportfolio kommt auf rund 17 % Finanzen und fast 33 % Technologie, bei beiden Werten liegt diese Lösung weiter vom Marktdurchschnitt entfernt als jede andere Lösung im Vergleich, ein Nebeneffekt der konsequenten Sicherheits-Ausrichtung.

Länderverteilung

USA: 31,6 %
China: 9,5 %
UK: 7,8 %
Brasilien: 6,7 %
Frankreich: 5,8 %

Der USA-Anteil von 31,6 % liegt im Mittelfeld, weder besonders konzentriert noch besonders gestreut. Auch geografisch bleibt die Lösung ausgewogen, Europa und Schwellenländer liegen bei rund 26 % beziehungsweise 14 %, keine Region sticht heraus. Zum Vergleich: Ein passives 70/30-Weltportfolio kommt auf rund 50 % Nordamerika, spürbar mehr als die 31,6 % dieser Lösung. Bei Asien zeigt sich der gegenteilige Abstand: Das Referenzportfolio kommt auf 33,8 %, mehr als doppelt so hoch wie der Schwellenländer-Anteil dieser Lösung von 14,4 %.

Vorteile dieser Strategie

Geringstes Verlustrisiko im Crashfall unter allen acht Lösungen
Drei unterschiedliche Strategien ohne Doppelung
Solide Rendite (3,3 %) trotz defensiver Ausrichtung

Nachteile dieser Strategie

Geringe Technologie-Exposition (rund 4 %), deutlich unterdurchschnittlicher Wachstumsimpuls aus diesem Sektor im Vergleich zu den technologielastigeren Lösungen
Dritthöchste laufende Kosten im Vergleich (0,41 %), nur Lösung 8 (0,42 %) und Lösung 1 (0,43 %) liegen höher
Finanzen macht mit 29,4 % den höchsten Sektoranteil im gesamten Vergleich aus

Die Developed-Markets-Variante

Eine Developed-Markets-Variante gibt es hier bewusst nicht: Würde ich auf den Schwellenländer-Baustein verzichten, würde das den USA-Anteil aus SPDR US Dividend Aristocrats unnötig verstärken. Bei einer Lösung, deren Kernversprechen Sicherheit ist, wäre das der falsche Tausch.

Für welchen Anlegertypen interessant?

Passt zu dir, wenn: du in oder nahe der Entnahmephase bist und dir Schutz vor großen Verlusten wichtiger ist als maximale Gesamtrendite.

Lösung 8: Das Quality-High-Yield-Weltportfolio (50 % Wachstum, 50 % Ertrag)

Willst du dieselbe bewährte 70/30-Struktur wie bei den meisten anderen Lösungen, aber innerhalb des Portfolios exakt zur Hälfte auf Dividendenwachstum und zur Hälfte auf hohe laufende Ausschüttung setzen, ist das dieses Portfolio: zwei wachstumsorientierte und zwei ertragsorientierte Bausteine, jeweils zusammen genau 50 % des Depots.

BausteinISINGewichtRolle
VanEck Morningstar DM Dividend LeadersNL001168359435 %Ertrags-Baustein, Industrieländer
Invesco FTSE EM High Dividend Low VolatilityIE00BYYXBF4415 %Ertrags-Baustein, Schwellenländer
Fidelity Global Quality IncomeIE00BYXVGZ4835 %Wachstums-Baustein, Industrieländer
Fidelity Emerging Markets Quality IncomeIE00BYSX473915 %Wachstums-Baustein, Schwellenländer

Der Sinn dieser Lösung: Die vier Bausteine bilden zwei gleich große Pole, gruppiert nach Fondsphilosophie statt nach Region. VanEck (35 %) und Invesco (15 %) zusammen ergeben die Ertrags-Hälfte (50 %), beide klassisch nach Dividendenhöhe beziehungsweise Ausschüttungsstabilität gescreent. Fidelity Global Quality Income (35 %) und Fidelity Emerging Markets Quality Income (15 %) zusammen ergeben die Wachstums-Hälfte (50 %), beide nach Profitabilität und Qualität statt nach reiner Ausschüttungshöhe gescreent, trotz des Namens „Quality Income“. Region und Stil laufen dabei bewusst über Kreuz: Jede Hälfte enthält sowohl einen Industrieländer- als auch einen Schwellenländer-Baustein (VanEck und Fidelity Global Quality Income für Industrieländer, Invesco und Fidelity Emerging Markets Quality Income für Schwellenländer), wodurch am Ende trotzdem 70 % Industrieländer und 30 % Schwellenländer herauskommen, dieselbe Grundstruktur wie bei den meisten anderen Lösungen.

Der eigentliche Sektor-Ausgleich entsteht dabei nicht innerhalb der beiden Hälften, sondern zwischen ihnen. Die Ertrags-Hälfte bringt mit VanEck (0 % Technologie) und Invesco (4,6 % Technologie) die für klassische Dividendenscreens typische Finanzen- und Energie-Lastigkeit mit, praktisch ohne Technologie. Die Wachstums-Hälfte bringt mit Fidelity Global Quality Income (29 % Technologie) und Fidelity Emerging Markets Quality Income (42 % Technologie) genau den Gegenpol dazu, beide Quality-Income-Fonds screenen nach Profitabilität statt nach Ausschüttungshöhe und landen dadurch automatisch bei margenstarken Tech-Konzernen. Erst die Kombination aus beiden Hälften ergibt die ausgewogene Sektorstruktur des Gesamtportfolios, isoliert betrachtet wäre die Ertrags-Hälfte stark finanzenlastig und die Wachstums-Hälfte stark technologielastig.

Portfolio Kennzahlen anhand dieser Gewichtung

  • Gesamtrendite: 12,7 % p. a. (5-Jahres-Basis)
  • Dividendenrendite: 2,8 % (2026er Prognose)
  • Dividendenwachstum: 6,2 % p. a. (5-Jahres-Basis)
  • Laufende Kosten: 0,42 %
  • Gewichteter historischer Maximalverlust: rund 6,1 % (bisherige Fondshistorie)

Branchenverteilung

Finanzen: 27,2 %
Technologie: 17,2 %
Energie: 8,5 %
Industrie: 8,0 %
Gesundheitswesen: 7,7 %

Mit 10 Prozentpunkten Abstand zwischen Finanzen und Technologie ist das der dritt-kleinste Abstand zwischen den beiden größten Sektoren im ganzen Vergleich, nur Lösung 1 und Lösung 4 liegen noch enger beieinander. Der defensive Anteil liegt bei rund 20 %, im unteren Mittelfeld, was zur wachstumsorientierten Ausrichtung von zwei der vier Bausteine passt. Zum Vergleich: Ein passives 70/30-Weltportfolio kommt auf fast 33 % Technologie, mit 17,2 % liegt diese Lösung näher daran als sechs der anderen sieben Lösungen, nur Lösung 1 kommt noch näher heran.

Länderverteilung

USA: 30,2 %
UK: 6,9 %
China: 6,9 %
Taiwan: 6,1 %
Frankreich: 5,6 %

Damit liegt der USA-Anteil im unteren Drittel aller acht Lösungen, niedriger als bei sechs der anderen sieben, nur Lösung 2 und Lösung 3 liegen noch darunter. Europa und Schwellenländer liegen mit rund 25 % beziehungsweise fast 20 % beide im Mittelfeld, eine der ausgewogeneren Länderverteilungen im Vergleich. Zum Vergleich: Ein passives 70/30-Weltportfolio kommt auf rund 50 % Nordamerika, spürbar mehr als die 30,2 % dieser Lösung. Bei Asien zeigt sich der gegenteilige Abstand: Das Referenzportfolio kommt auf 33,8 %, knapp 1,7-mal so hoch wie der Schwellenländer-Anteil dieser Lösung von 19,5 %.

Vorteile dieser Strategie

Exakt hälftige Balance zwischen Dividendenwachstum und laufendem Ertrag, statt sich für eine Seite zu entscheiden
Ausgeglichene Sektorstruktur durch die Kombination der beiden Hälften: Finanzen (27,2 %) und Technologie (17,2 %) liegen näher beieinander als in den meisten anderen Lösungen
Folgt trotz der Wachstum/Ertrag-Aufteilung derselben bewährten 70/30-Struktur wie sechs der anderen sieben Lösungen, dadurch gut direkt vergleichbar
Vier unterschiedliche Strategiefamilien in einer einzigen Lösung vereint (Yield-Rang, Quality-Income global, Low-Volatility, Quality-Income Schwellenländer)

Nachteile dieser Strategie

Niedrigste Dividendenrendite unter den 70/30-strukturierten Lösungen (2,8 %), nur die Einzelfonds-Lösung 5 liegt im Gesamtvergleich noch darunter (2,5 %)
Vier Fonds statt zwei oder drei bedeuten mehr Verwaltungsaufwand als bei den meisten anderen Lösungen
USA-Anteil mit 30,2 % moderat hoch, weil Fidelity Global Quality Income selbst schon zu rund 71 % in den USA investiert

Die Developed-Markets-Variante

(VanEck 50 % / Fidelity Global Quality Income 50 %) verzichtet auf den Schwellenländer-Anteil und behält dabei die 50/50-Balance zwischen Wachstum und Ertrag exakt bei, jetzt nur noch innerhalb der Industrieländer. Gesamtrendite steigt auf 15,1 % p. a., Dividendenwachstum auf 6,6 % p. a., der gewichtete historische Maximalverlust sinkt auf rund 4,8 %, auch die laufenden Kosten sinken leicht auf 0,39 %. Der Preis: Dividendenrendite sinkt auf 2,4 %, und der USA-Anteil springt auf 43,1 %, weil Fidelity Global Quality Income allein schon so USA-lastig ist. Da hier sowohl Rendite als auch Risiko besser aussehen, ist das eine ernsthafte Alternative zur 70/30-Version, nicht nur eine Fußnote.

Für welchen Anlegertypen interessant?

Passt zu dir, wenn: du eine bewährte 70/30-Struktur willst, aber innerhalb des Portfolios bewusst zur Hälfte auf Dividendenwachstum und zur Hälfte auf laufenden Ertrag setzen möchtest, mit einem gezielten sektoralen Ausgleich zwischen den beiden Hälften.

Alle acht Dividenden-ETF-Portfolios im Vergleich

LösungGesamtrendite p. a.DividendenrenditeDividendenwachstum p. a.Laufende Kosten
1. High-Yield-Portfolio *25,9 % (1 Jahr)6,2 %6,7 % (67 % Abdeckung)0,43 %
2. Monats-Maschine *10,3 % (6 Monate)4,8 %4,7 % (30 % Abdeckung)0,36 %
3. Wachstums-Compounder10,9 %3,2 %9,9 %0,38 %
4. Reiner Aristokrat8,0 %3,0 %7,3 %0,39 %
5. Einfachheit12,2 %2,5 %7,0 %0,29 %
6. Total-Return-Fokus13,4 %3,1 %6,2 %0,39 %
7. Ruhestands-Anker12,5 %3,3 %7,3 %0,41 %
8. Quality-High-Yield-Weltportfolio12,7 %2,8 %6,2 %0,42 %

* Die Zeitraum-Tags bei Lösung 1 und 2 bedeuten: Diese Werte basieren auf kürzeren Zeiträumen als die 5-Jahres-Basis der übrigen sechs Lösungen, weil JPM und L&G noch nicht lange genug am Markt sind, und sind deshalb nicht direkt vergleichbar. „Abdeckung“ beim Dividendenwachstum gibt an, für wie viel Prozent des Portfolios überhaupt Wachstumsdaten vorliegen. Details dazu stehen bei den jeweiligen Lösungen.

Insgesamt bleiben die Kostenunterschiede zwischen allen acht Lösungen mit 0,14 Prozentpunkten klein. Bei der Dividendenrendite reicht die Spanne dagegen von 2,5 % (Einfachheit) bis 6,2 % (High-Yield-Portfolio), macht 3,7 Prozentpunkte. Beim Dividendenwachstum liegt die Spanne unter den sechs vergleichbaren Lösungen bei ebenfalls 3,7 Prozentpunkten, von 6,2 % (Total-Return-Fokus und Quality-High-Yield-Weltportfolio) bis 9,9 % (Wachstums-Compounder). Zum Vergleich: Das passive 70/30-Vergleichsportfolio kostet nur 0,14 % p. a., selbst die günstigste unserer acht Lösungen (Einfachheit, 0,29 %) kostet damit mehr als das Doppelte.

Steuerliche Einordnung (kurz und allgemein)

Alle 13 hier verglichenen ETFs schütten aus, statt zu thesaurieren. Das heißt für dich konkret: Auf jede Ausschüttung fällt sofort bei Zufluss Kapitalertragsteuer an (26,375 % inklusive Solidaritätszuschlag, dazu gegebenenfalls Kirchensteuer), sobald dein Sparerpauschbetrag ausgeschöpft ist. Bei Aktienfonds mit mindestens 51 % Aktienquote, und das trifft auf alle hier besprochenen ETFs zu, greift zusätzlich die Teilfreistellung von 30 %. Effektiv wird also nur 70 % der Ausschüttung besteuert.

Ein Punkt, den viele bei ausschüttenden Dividenden-ETFs übersehen: Die meisten hier verglichenen Fonds sind in Irland aufgelegt, erkennbar an der ISIN, die mit „IE“ beginnt. Zwei Ausnahmen sind deutsch beziehungsweise niederländisch domiziliert. Über das jeweilige Doppelbesteuerungsabkommen mit den USA wird die US-Quellensteuer auf Dividenden innerhalb des Fonds meist auf 15 % begrenzt statt der sonst üblichen 30 %. Das gilt für irische UCITS-Fonds ebenso wie im Grundsatz für deutsche und niederländische Fondsdomizile, auch wenn sich die technische Abwicklung im Detail unterscheiden kann.

Noch ein Punkt: Ein Großteil der hier verglichenen Fonds notiert in US-Dollar, einige in Euro. Zusätzlich zur reinen Aktienperformance trägst du damit ein Währungsrisiko beziehungsweise eine Währungschance gegenüber dem Euro. Bei einem international gestreuten Dividendenportfolio lässt sich das nicht vollständig vermeiden, aber du solltest es kennen.

Dieser Abschnitt ersetzt keine individuelle Steuerberatung. Für deine konkrete Situation wende dich an einen Steuerberater.

Fazit: Welche Lösung passt zu dir?

Du lebst von deinem Depot und willst maximalen Cashflow? → 1. High-Yield-Portfolio
Dir ist ein planbarer, monatlicher Rhythmus wichtiger als die letzte Renditespitze? → 2. Monats-Maschine
Du hast noch 10+ Jahre Zeit und willst, dass deine künftige Ausschüttung deutlich wächst? → 3. Wachstums-Compounder
Dir ist die Story hinter dem Investment wichtig, nicht nur die Zahl? → 4. Reiner Aristokrat
Du willst so wenig Verwaltungsaufwand wie möglich? → 5. Einfachheit
Dir ist Gesamtvermögen wichtiger als laufender Cashflow? → 6. Total-Return-Fokus
Du bist in oder nahe der Rente und willst vor allem keine großen Verluste? → 7. Ruhestands-Anker
Du willst eine bewährte 70/30-Struktur, aber innerhalb des Portfolios bewusst zur Hälfte auf Wachstum und zur Hälfte auf Ertrag setzen?
8. Quality-High-Yield-Weltportfolio

Keine dieser acht Lösungen ist „die beste“. Jede ist für ein anderes Ziel gebaut, und bei jeder zahlst du bewusst einen Preis dafür. Wichtiger als die perfekte Lösung zu finden, ist zu verstehen, welchen Kompromiss du eingehst, wenn du dich entscheidest.

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Häufige Fragen zu Dividenden-ETF-Portfolios

Hi, ich bin Patrick – der Kopf (oder Fuchs) hinter Dividendenknecht.

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