IncomeShares Gold+ Yield und Silver+ Yield ETP: 13 % Ausschüttung mit Gold oder Silber? Wo ist der Haken?

Aktualisiert am: 22. September 2026​

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Gold+ Yield und Silver+ Yield ETP im Überblick

Basisdaten Gold+ Yield: IncomeShares Gold+ Yield ETP, ISIN: XS2852999775, WKN: A4AH1M, Xetra-Kürzel: YGLD. Emittent ist die Leverage Shares plc (Irland), TER 0,35 %, Volumen 46,36 Mio. €, Auflage 18.07.2024.
Basisdaten Silver+ Yield: IncomeShares Silver+ Yield ETP, ISIN: XS3068774614, WKN: A4AN02, Xetra-Kürzel: YSLV. Gleicher Emittent, TER 0,35 %, Volumen 12,09 Mio. €, Auflage 25.06.2025.
Vergleichsmaßstab: WisdomTree Core Physical Gold (JE00BN2CJ301, TER 0,15 %, 1,87 Mrd. €) und WisdomTree Core Physical Silver (JE00BQRFDY49, TER 0,19 %, 896,82 Mio. €), beide thesaurierend.
Produktart: Beide ETPs sind Schuldverschreibungen (ETN) mit Sicherheiten und Treuhänder, keine Fonds. Es gibt kein Sondervermögen, du trägst das Emittentenrisiko.
Kern-Strategie: Die ETPs halten den SPDR Gold Trust (GLD) bzw. den iShares Silver Trust (SLV) und verkaufen darauf Call-Optionen. Prämien und Erträge auf die Sicherheiten werden monatlich ausgeschüttet, dafür ist der Kursgewinn nach oben gedeckelt.
Dividende und Ertrag: Monatliche Ausschüttung von zuletzt rund 1 % des Anlagewerts. Laut Anbieter annualisiert Ø 12,2 % (Gold+) und 12,7 % (Silver+) in den zwölf Monaten bis August 2026, laut extraETF-Prognose 2026 13,26 % bzw. 13,62 %.
Performance: Über ein Jahr +14,79 % (Gold+) gegenüber +22,28 % beim physischen Gold und +49,28 % (Silver+) gegenüber +60,02 % beim physischen Silber, jeweils inklusive Ausschüttungen. In den schwachen letzten sechs Monaten verlor Silver+ 5,63 Punkte weniger als physisches Silber, Gold+ nur 0,31 Punkte weniger als physisches Gold.
Branchen und Region: Keine Aktien, keine Länderstreuung. Rund 98 % bzw. 97 % liegen im jeweiligen US-Trust, der Rest ist Liquidität abzüglich der verkauften Calls.
Währung: Basiswährung USD, Handel auf Xetra in EUR. Das Wechselkursrisiko USD/EUR trägst du selbst.
Risiko und Kennzahlen: Risikoklasse 5 von 7 (Gold+) und 6 von 7 (Silver+). Volatilität 20,66 % gegenüber 26,96 % beim physischen Gold, 43,52 % gegenüber 66,23 % beim physischen Silber.
Kosten: TER 0,35 % statt 0,15 % bzw. 0,19 %, laut KID zusätzlich geschätzte Transaktionskosten von 0,05 % (Gold+) bzw. 0,24 % (Silver+). Handelskosten laut XLM rund 1 % für Kauf und Verkauf zusammen, beim physischen Gold-ETC rund 0,05 %.
Steuer: Ausschüttungen und Kursgewinne unterliegen immer der Abgeltungsteuer, ohne Teilfreistellung. Die physischen WisdomTree-ETCs sind nach einem Jahr Haltedauer steuerfrei.
Günstigstes Handelsfenster: Meine Einschätzung aus der Produktstruktur: auf Xetra zwischen 15:30 und 17:30 Uhr, wenn die US-Börsen für GLD, SLV und deren Optionen geöffnet sind. Immer mit Limit-Order.
Passt zu diesen Strategien: Als zweite Ertragsquelle in einem Dividenden-Depot oder als kleine Beimischung neben einem Welt-Aktien-ETF oder Einzelaktien. Kein Ersatz für eine steuerfreie Gold-Kernposition.
Alternativen: Für Gold- und Silber-Anleger die physischen ETCs mit Lieferanspruch. Für Einkommen aus Optionsprämien Aktien-Prämien-ETFs wie WINC oder den JPMorgan Nasdaq Equity Premium Income, die größer und günstiger zu handeln sind.
Vorteile: Monatlicher Cashflow aus Edelmetallen, die sonst nichts abwerfen, geringere Schwankung, beim Silber deutlich bessere Ergebnisse in Seitwärts- und Abwärtsphasen und Sparpläne ab 1 €.
Nachteile: Keine Steuerfreiheit und keine Teilfreistellung, gedeckelte Kursgewinne mit 7,49 bzw. 10,74 Punkten Rückstand über ein Jahr, höhere Kosten, hohe Handelskosten, kleine Produkte mit fünf Tagen Kündigungsfrist des Emittenten.
Für wen geeignet: Erfahrene Einkommens- und Dividendenanleger, die bewusst Kursgewinne gegen monatliches Einkommen tauschen und ihre Ertragsquellen über Aktien hinaus streuen wollen.
Für wen nicht geeignet: Buy-and-Hold-Anleger, die Gold oder Silber langfristig und steuerfrei halten wollen, Einsteiger ohne Optionswissen, Anleger auf der Suche nach einem Zinsersatz und aktive Trader.
Mein Urteil: Als Ersatz für physisches Gold oder Silber lohnt sich der Tausch für die meisten Anleger nicht. Als kleine Ertragsbeimischung im Dividenden-Depot haben die ETPs ihre Berechtigung, Silver+ überzeugt dabei mehr als Gold+.

Datenquelle: extraETF ETF-Vergleich (Stand 21.09.2026), Basisinformationsblätter Leverage Shares (gültig ab 01.09.2026), Investmentthesen IncomeShares (September 2026, Daten bis 28.08.2026), Basisprospekt Leverage Shares vom 13.03.2026.

📈 Live-Blick auf den Kurs: Der interaktive Chart zeigt die tagesaktuelle Kursentwicklung (Live-Börsenpreise ohne reinvestierte Ausschüttungen). Gerade bei ETFs mit rund 13 % Ausschüttungsrendite ist das nur die halbe Wahrheit. Die Gesamtrenditen inklusive aller Ausschüttungen schauen wir uns weiter unten im Detail an.

Video Zusammenfassung

Was ist der Gold+ Yield und Silver+ Yield ETP?

Das IncomeShares Gold+ Yield ETP und das Silver+ Yield ETP sind börsengehandelte Schuldverschreibungen der irischen Leverage Shares plc, die Anteile an den US-Trusts GLD (Gold) bzw. SLV (Silber) halten und darauf Call-Optionen verkaufen. Die eingenommenen Optionsprämien werden monatlich an dich ausgeschüttet, zuletzt rund 1 % pro Monat. Rechtlich sind beide Produkte keine ETFs, sondern ETNs ohne Fondsstatus. Als Referenz dienen hier die physisch besicherten WisdomTree Core Physical Gold und Silver ETCs, die das Metall ohne Optionsstrategie abbilden.

Kein ETF, sondern ein ETP mit Schuldverschreibungs-Charakter

extraETF führt beide Produkte unter „ETF“. Das ist technisch nicht korrekt. Der Basisprospekt von Leverage Shares (Stand 13.03.2026) stellt klar: Die ETPs sind als ETNs strukturiert, also als Schuldverschreibungen, und damit ausdrücklich keine Fonds im Sinne der OGAW-Regulierung (UCITS).

Für dich hat das zwei Folgen. Erstens gibt es kein Sondervermögen, das im Insolvenzfall des Emittenten geschützt wäre. Stattdessen sind die ETPs durch Sicherheiten besichert, die ein Treuhänder im Ernstfall verwerten kann. Zweitens greifen die Regeln für Investmentfonds im deutschen Steuerrecht nicht. Dazu mehr im Steuerkapitel.

ETP (Exchange Traded Product) ist der Oberbegriff für börsengehandelte Produkte. ETC (Exchange Traded Commodity) steht für Rohstoff-Wertpapiere, ETN (Exchange Traded Note) für Schuldverschreibungen auf eine Strategie oder einen Index.

So funktioniert ein Covered Call in einfachen Worten

Ein Covered Call („gedeckter Call“) bedeutet: Du besitzt einen Basiswert und verkaufst einem anderen Marktteilnehmer das Recht, ihn dir zu einem festen Preis abzukaufen. Dieser feste Preis heißt Strike (Ausübungspreis). Für das Recht zahlt der Käufer dir eine Optionsprämie.

Steigt der Kurs über den Strike, musst du den Gewinn oberhalb des Strikes abgeben. Bleibt der Kurs darunter, behältst du Basiswert und Prämie. Die Prämie ist also dein Einkommen, der gedeckelte Kursgewinn ist der Preis dafür.

Szenario (1 Monat)Gold physischGold+ Yield (vereinfacht)Was passiert
Gold steigt um 10 %+10 %ca. +4 %3 % Kursplus bis zum Strike plus 1 % Prämie, der Rest geht an den Optionskäufer
Gold bleibt gleich0 %ca. +1 %Option verfällt wertlos, die Prämie bleibt als Ertrag
Gold fällt um 5 %−5 %ca. −4 %Die Prämie federt den Verlust nur um rund 1 Prozentpunkt ab
Datenquelle: eigene vereinfachte Beispielrechnung mit angenommenem Strike 3 % über dem Kurs und 1 % Monatsprämie, vor Kosten und Steuern. Keine Marktdaten.

Die Tabelle zeigt das Grundproblem jeder Covered-Call-Strategie: Nach unten federt nur die Prämie ab, nach oben bist du nur begrenzt dabei. Dieses Ungleichgewicht zieht sich durch den gesamten Artikel.

Wer steckt hinter IncomeShares?

Hinter der Marke IncomeShares stehen laut Anbieter-Disclaimer die Leverage Shares Public Limited Company und die Leverage Shares Management Company als Arranger. Emittent ist die Leverage Shares Public Limited Company mit Sitz in Dublin. Für die Beaufsichtigung in Bezug auf das Basisinformationsblatt nennt das KID die Central Bank of Ireland und die britische Financial Conduct Authority. Die Optionsstrategie steuert laut Prospekt die Flexinvest Limited bzw. FlexAdvisor Limited als Portfolio Administrator.

Die Wertpapiere liegen auf Marginkonten bei Interactive Brokers, Morgan Stanley oder Pershing. Treuhänder für die Sicherheiten ist Apex Corporate Trustees (UK) Limited. Als Authorised Participants, also Handelspartner, die neue Anteile beim Emittenten zeichnen und zurückgeben können, nennt der Prospekt unter anderem BNP Paribas, Jane Street, Flow Traders, Optiver und Virtu. Zum Market Making verpflichtet ist laut Prospekt keiner von ihnen.

Die Referenz: WisdomTree Core Physical Gold und Silver

Als Maßstab dienen zwei physisch besicherte ETCs von WisdomTree. Als Benchmark nennt extraETF den LBMA Gold Price PM bzw. den LBMA Silver Price in US-Dollar, also die Referenzpreise des Londoner Edelmetallmarkts. Beide ETCs thesaurieren, schütten also nichts aus.

Der entscheidende Unterschied für deutsche Anleger ist steuerlicher Natur. Die WisdomTree-ETCs verbriefen laut Fachpresse einen Anspruch auf Auslieferung des Metalls. Dadurch gelten Gewinne nach einem Jahr Haltedauer als steuerfrei (Quellen im Steuerkapitel). Bei den IncomeShares-ETPs ist das nicht möglich.

Warum Gold und Silber überhaupt keine Rendite abwerfen

Gold und Silber zahlen weder Zinsen noch Dividenden. Deine Rendite entsteht ausschließlich durch Preissteigerung. Genau hier setzt das Marketing von IncomeShares an: Die Investmentthese nennt „Zero Yield“ und hohe Opportunitätskosten bei positiven Realzinsen als die zwei Hauptschwächen klassischer Gold- und Silber-ETCs.

Meine Einordnung: Das Argument stimmt, verschweigt aber die Kehrseite. Die Ausschüttung entsteht nicht aus dem Nichts, sondern aus verkauftem Aufwärtspotenzial. Wer sich einen Einkommensstrom aus Gold wünscht, kauft ihn mit einem Teil der künftigen Kursgewinne.

💡 Lesetipp: Wie Covered-Call-Strategien bei Aktien funktionieren und wo ihre Grenzen liegen, habe ich im Artikel iShares World Equity High Income (WINC) im Check ausführlich erklärt.

Welche Regeln setzen die ETPs um?

Gold+ Yield und Silver+ Yield verkaufen laut Basisprospekt Call-Optionen mit einem Strike zwischen „am Geld“ und 10 % über dem aktuellen Kurs oder alternativ Put-Optionen zwischen „am Geld“ und 10 % im Geld, mit täglicher, wöchentlicher oder monatlicher Laufzeit. Der Portfolio Administrator soll innerhalb dieser Bandbreite handeln, darf laut Prospekt aber auch abweichende Strikes wählen. Aktuell halten beide ETPs verkaufte Calls auf GLD bzw. SLV mit Verfall am 25.09.2026. Ausgeschüttet werden die eingenommenen Prämien und Erträge auf die Sicherheiten abzüglich Kosten und möglicher Rücklagen, laut Prospekt mindestens einmal pro Quartal, laut Anbieter monatlich.

Die Optionsregeln laut Prospekt

RegelGold+ YieldSilver+ Yield
Offizielle StrategieLS Gold Yield Options-Based Income StrategyLS Silver Yield Options-Based Income Strategy
Options-BasiswertSPDR Gold Trust (GLD)iShares Silver Trust (SLV)
OptionsartPut oder CallPut oder Call
Laufzeit der Optionentäglich, wöchentlich oder monatlichtäglich, wöchentlich oder monatlich
Strike-Bandbreite Callsam Geld bis 10 % aus dem Geldam Geld bis 10 % aus dem Geld
Strike-Bandbreite Putsam Geld bis 10 % im Geldam Geld bis 10 % im Geld
AbsicherungsgeschäfteKauf von Optionen erlaubtKauf von Optionen erlaubt
Aktuelle UmsetzungShort Calls auf GLD, Verfall 25.09.2026Short Calls auf SLV, Verfall 25.09.2026
Datenquelle: Leverage Shares Base Prospectus vom 13.03.2026 (Abschnitt „The Income Strategies“), aktuelle Positionen laut extraETF ETF-Vergleich, Stand 21.09.2026.

Kurz zu den Fachbegriffen: Am Geld (ATM) heißt, der Strike entspricht dem aktuellen Kurs. Aus dem Geld (OTM) heißt bei einem Call, der Strike liegt über dem Kurs. Je näher der Strike am Kurs liegt, desto höher die Prämie und desto geringer der verbleibende Kursspielraum.

Laut Produktbeschreibung bei extraETF soll bei beiden ETPs bis zum Strike ein Kurspotenzial von mindestens 3 % erhalten bleiben, damit du an steigenden Gold- und Silberpreisen teilnimmst. Das ist eine Zielgröße, keine vertragliche Zusage. Der Prospekt selbst erlaubt Strikes von „am Geld“, also ohne jeden Kursspielraum, bis 10 % aus dem Geld.

Der Prospekt gibt dem Portfolio Administrator ausdrücklich Ermessen, Strikes abweichend zu wählen, um Liquidität und Ertrag zu optimieren.

Wie die monatliche Ausschüttung berechnet wird

Rechtlich zahlen die ETPs keine Dividenden, sondern sogenannte Interest Amounts (Zinsbeträge). Das steht nicht im Widerspruch zum KID, das die Wertpapiere als „unverzinslich“ bezeichnet: Laut Prospekt gibt es keinen festen Zinssatz, sondern nur variable Beträge aus den tatsächlich vereinnahmten Erträgen. Grundlage sind die „Available Receipts“. Das sind alle seit Auflage vereinnahmten Prämien und Erträge, abzüglich bereits gezahlter Ausschüttungen, Gebühren, Steuern und Rücklagen.

Wichtig ist Punkt fünf der Prospektregel: Der Portfolio Administrator darf Beträge zurückhalten, um künftige Ausschüttungen zu glätten, sie in den Basiswert zu reinvestieren oder Absicherungen zu finanzieren. Das würde erklären, warum die annualisierte Ausschüttungsrendite seit Dezember 2025 exakt bei 12,0 % liegt. Meine Lesart: Das ist eine gesteuerte Zielausschüttung von rund 1 % pro Monat, keine ungefilterte Weitergabe schwankender Prämien.

Der Ablauf ist fest geregelt. Mindestens fünf Geschäftstage vor dem Zahltag veröffentlicht der Emittent Betrag, Ex-Tag und Stichtag. Am Ex-Tag sinkt der Wert des ETPs um den Ausschüttungsbetrag.

Sicherheiten und Emittentenrisiko

Die Zahlungsverpflichtungen werden laut Basisinformationsblatt über Sicherheiten gedeckt. Dazu zählen die Referenz-Assets (GLD bzw. SLV und die Optionen), Barguthaben sowie kurzlaufende Staatsanleihen in der Währung der ETPs mit einer Laufzeit von bis zu einem Monat.

Zahlt der Emittent nicht, kann der Treuhänder die Sicherheiten verwerten. Das Basisinformationsblatt warnt aber klar: Der Erlös reicht möglicherweise nicht aus, um alle Ansprüche zu decken. Eine Einlagensicherung oder ein Entschädigungssystem gibt es nicht.

Laufzeit und vorzeitige Kündigung

Beide ETPs haben ein geplantes Fälligkeitsdatum: den 16.07.2074 (Gold+) und den 26.06.2075 (Silver+). Praktisch relevanter ist die Kündigungsklausel. Der Emittent kann alle Wertpapiere einer Serie mit nur fünf Kalendertagen schriftlicher Mitteilung zurückzahlen.

Bei Produkten mit 46 bzw. 12 Mio. € Volumen solltest du dieses Risiko aus meiner Sicht ernst nehmen. Eine Zwangsrückzahlung würde bei dir einen steuerpflichtigen Verkauf auslösen, zu einem Zeitpunkt, den du nicht gewählt hast.

Die Regeln der physischen WisdomTree-ETCs

Die Referenzprodukte folgen einer deutlich einfacheren Logik. Sie bilden den LBMA Gold Price PM bzw. den LBMA Silver Price in US-Dollar ab, abzüglich der Verwaltungsgebühr. Es gibt keine Optionen, keine Ausschüttung und keinen aktiven Manager.

Die durchschnittliche Tracking Difference liegt laut extraETF bei +0,63 % (Gold) und +0,47 % (Silber). Die Tracking Difference misst die Abweichung zwischen Produkt und Referenzpreis über ein Jahr. Beim Gold-ETC schwankte sie stark: +0,98 % (2022), +0,93 % (2023), −0,91 % (2024), +2,60 % (2025) und −1,37 % im laufenden Jahr (Stand 31.08.2026). Die Standardabweichung der Tracking Difference liegt laut extraETF bei 1,38 %. Die Jahreswerte schwanken also deutlich um den Durchschnitt.

Wie ist die regionale Verteilung?

Gold+ Yield und Silver+ Yield haben keine regionale Verteilung im Sinne eines Aktien-ETFs, weil sie keine Unternehmen halten. Formal liegen rund 98 % bzw. 97 % in den US-gelisteten Trusts GLD und SLV, das eigentliche Risiko ist aber der weltweit gehandelte Gold- bzw. Silberpreis. Bei den physischen WisdomTree-ETCs fehlt eine Länderzuordnung komplett. extraETF weist für alle vier Produkte keine Länderdaten aus.

LandAnteil am ETFVergleich zum klassischen Welt-ETF
USA (Sitz der Trusts GLD bzw. SLV)98,06 % Gold+ / 97,28 % Silver+Kein Vergleich möglich: Ein Welt-ETF streut über Aktien vieler Länder, hier steckt kein einziges Unternehmen dahinter
Liquidität (USD)2,35 % Gold+ / 3,02 % Silver+Welt-ETFs halten meist nur minimale Kassenbestände
Keine Länderzuordnung (physisches Metall)100 % bei beiden WisdomTree-ETCsEdelmetall ist ein globaler Rohstoff ohne Heimatmarkt
Datenquelle: extraETF ETF-Vergleich, Stand 21.09.2026 (Top 10 Holdings und Branchen). Die Länderangabe USA bezieht sich auf den Sitz der Referenz-Trusts, nicht auf eine wirtschaftliche Länderallokation.

Warum die Länderfrage bei Edelmetallen anders funktioniert

Bei Aktien-ETFs entscheidet die Länderverteilung über Konjunktur-, Währungs- und Politikrisiken. Bei Gold und Silber zählt nur der Weltmarktpreis in US-Dollar. Ob das Metall in London oder New York lagert, ändert am Kurs nichts.

Für dich als Anleger in Gold+ Yield ist das eine Ebene weiter weg: Du hältst eine Schuldverschreibung, die einen US-Trust hält, der Metall hält.

Das eigentliche Länderrisiko: der US-Dollar

Relevanter als der Lagerort ist die Währung. Alle vier Produkte haben die Basiswährung USD. Steigt der Euro gegenüber dem Dollar, verlierst du Rendite, auch wenn der Goldpreis in Dollar stabil bleibt. Das Basisinformationsblatt weist ausdrücklich darauf hin, dass dieses Währungsrisiko im Risikoindikator nicht enthalten ist.

Wie ist die Branchenverteilung?

Gold+ Yield und Silver+ Yield enthalten 0 % Aktien und damit keine Branchen im klassischen Sinn. Sie bestehen zu 98,06 % bzw. 97,28 % aus einem Edelmetall-Trust, zu 2,35 % bzw. 3,02 % aus Liquidität und aus verkauften Call-Optionen mit einem Gewicht von −0,41 % bzw. −0,31 %. Die physischen ETCs sind zu 100 % Gold bzw. Silber.

BrancheGewichtungVergleich zum klassischen Welt-ETFStrategische Einordnung
Gold (über SPDR Gold Trust)98,06 % (Gold+)Welt-ETFs enthalten kein direktes Gold, nur indirekt Minenaktien im RohstoffsektorKern der Position, bestimmt nahezu die gesamte Wertentwicklung
Silber (über iShares Silver Trust)97,28 % (Silver+)Kein direktes Silber in Welt-ETFsDeutlich schwankungsstärker als Gold, zusätzlich Industriemetall
Liquidität2,35 % (Gold+) / 3,02 % (Silver+)Nur minimale KassenbeständePuffer für Ausschüttungen und Sicherheiten
Verkaufte Call-Optionen−0,41 % (Gold+) / −0,31 % (Silver+)Nicht vorhandenQuelle der Prämie und zugleich der Deckel für Kursgewinne
Gold bzw. Silber physisch100 % (WisdomTree-ETCs)Kein PendantReines Preisrisiko ohne Optionsschicht
Datenquelle: extraETF ETF-Vergleich, Stand 21.09.2026 (Top 10 Holdings, Branchen, Diversifikation). Die Optionsgewichte führt extraETF als positive Werte, rechnerisch sind es Short-Positionen (siehe Holdings-Kapitel).

Einordnung: ein Einzelwert mit Optionsschicht

Die Branchenfrage ist bei diesen Produkten schnell beantwortet. Du investierst in genau einen Rohstoff. Eine Streuung über Sektoren findet nicht statt.

Das ist kein Kritikpunkt, sondern der Sinn der Sache. Gold und Silber sollen im Depot gerade das tun, was Aktien nicht tun. Wichtig ist nur, dass du sie als Beimischung einordnest und nicht als eigenständige Einkommensbasis.

Gold und Silber sind nicht dasselbe Risiko

Laut Investmentthesen nutzen Anleger Gold-ETCs als Inflationsschutz, zur Diversifikation und als Absicherung gegen Aktienverluste. Silber hat laut Investmentthese von IncomeShares eine starke industrielle Komponente, etwa in Solarmodulen, Elektronik und Elektroauto-Bauteilen. Das macht Silber konjunkturabhängiger und volatiler. Die 1-Jahres-Volatilität des physischen Silber-ETCs liegt mit 66,23 % bei fast dem Zweieinhalbfachen des Gold-ETCs mit 26,96 % (extraETF, Stand 31.08.2026).

Was sind die derzeitigen Top 10 Holdings?

Gold+ Yield hält laut extraETF aktuell den SPDR Gold Trust mit 98,06 %, zwei verkaufte Call-Optionen auf GLD mit Strike 409 und 410 US-Dollar, beide mit Verfall am 25.09.2026, sowie 2,35 % Liquidität. Silver+ Yield hält den iShares Silver Trust mit 97,28 %, 3,02 % Liquidität und zwei verkaufte Calls auf SLV mit Strike 63,50 und 64 US-Dollar, ebenfalls mit Verfall am 25.09.2026. Die physischen WisdomTree-ETCs bestehen zu 100 % aus dem jeweiligen Metall.

NameBrancheLandGewicht
Gold+ Yield ETP
SPDR Gold Shares (GLD)Edelmetall-Trust (Gold)USA98,06 %
GLD Call, Strike 409, Verfall 25.09.2026 (verkauft)OptionUSA−0,22 %
GLD Call, Strike 410, Verfall 25.09.2026 (verkauft)OptionUSA−0,19 %
LiquiditätCashn/a2,35 %
Silver+ Yield ETP
iShares Silver Trust (SLV)Edelmetall-Trust (Silber)USA97,28 %
SLV Call, Strike 63,50, Verfall 25.09.2026 (verkauft)OptionUSA−0,17 %
SLV Call, Strike 64, Verfall 25.09.2026 (verkauft)OptionUSA−0,14 %
LiquiditätCashn/a3,02 %
WisdomTree Core Physical GoldGold physischn/a100,00 %
WisdomTree Core Physical SilverSilber physischn/a100,00 %
Datenquelle: extraETF ETF-Vergleich, Stand 21.09.2026. extraETF weist die Optionen mit positivem Vorzeichen aus. Rechnerisch sind es Short-Positionen mit negativem Gewicht, nur so ergeben sich 100 % (98,06 + 2,35 − 0,22 − 0,19 = 100,00).

Warum die Optionen ein negatives Gewicht haben

Wer eine Option verkauft, hat eine Verpflichtung. Diese Verpflichtung hat einen Marktwert, der vom Vermögen abgezogen wird. Deshalb zählen die Calls rechnerisch negativ. Die Summe aus Trust, Liquidität und Short Calls ergibt bei Gold+ genau 100,00 % und bei Silver+ 99,99 %.

Die geringe Gewichtung der Optionen täuscht über ihre Bedeutung hinweg. Sie machen zwar nur 0,41 % bzw. 0,31 % des Vermögens aus, entscheiden aber über den strategischen Unterschied zur reinen Metallanlage: über die Ausschüttung und über den gekappten Kursgewinn.

Zwei Strikes mit gleichem Verfall

Beide ETPs halten aktuell je zwei Calls mit nah beieinanderliegenden Strikes (409 und 410 bzw. 63,50 und 64) und identischem Verfall am 25.09.2026. Der Prospekt gibt dem Portfolio Administrator Ermessen bei der Strike-Wahl, um Liquidität und Ertrag zu optimieren. Wie weit die Strikes über dem Kurs von GLD bzw. SLV liegen, hängt vom jeweiligen Tageskurs der beiden Trusts ab und ändert sich laufend.

Wie ist die Verteilung nach Marktkapitalisierung?

Eine Verteilung nach Marktkapitalisierung gibt es bei Gold+ Yield und Silver+ Yield nicht, weil beide Produkte 0 % Aktien enthalten. Die Einteilung in Large, Mid und Small Caps misst die Unternehmensgröße und ist nur bei Aktienprodukten sinnvoll. Hier bestimmt ausschließlich der Edelmetallpreis die Wertentwicklung.

GrößeGewichtEinordnung
Large Caps (über 10 Mrd. USD)0 %Keine Aktien im Portfolio
Mid Caps (2 bis 10 Mrd. USD)0 %Keine Aktien im Portfolio
Small Caps (unter 2 Mrd. USD)0 %Keine Aktien im Portfolio
Edelmetall über Trust bzw. physisch97,28 % bis 100 %Einziger Werttreiber aller vier Produkte
Datenquelle: extraETF ETF-Vergleich, Stand 21.09.2026 (Diversifikation: 0 Aktien, 0 Anleihen bei allen vier Produkten).

Was stattdessen zählt: die Größe des Produkts

Statt der Unternehmensgröße lohnt sich bei ETPs ein Blick auf die Größe des Produkts selbst. Hier liegen Welten zwischen den Kandidaten. Der physische Gold-ETC verwaltet 1,87 Mrd. €, Gold+ Yield nur 46,36 Mio. €. Beim Silber stehen 896,82 Mio. € gegen 12,09 Mio. €.

Die Zuflüsse sind bei den Covered-Call-ETPs prozentual stark: +96,05 % bei Gold+ und +70,92 % bei Silver+ seit Jahresbeginn. In absoluten Beträgen flossen aber 22,71 Mio. € bzw. 5,02 Mio. € zu, gegenüber 196,02 Mio. € und 149,04 Mio. € bei den physischen ETCs (extraETF, Stand 21.09.2026). Kleine Produkte haben ein höheres Risiko, eingestellt zu werden.

Wie ist die bisherige Performance?

Über ein Jahr liegen die physischen ETCs klar vorn: Gold physisch schaffte +22,28 % gegenüber +14,79 % bei Gold+ Yield, Silber physisch +60,02 % gegenüber +49,28 % bei Silver+ Yield (extraETF, Stand 17.09.2026, in EUR). In den schwachen letzten sechs Monaten hielten sich die Covered-Call-ETPs dagegen besser, vor allem beim Silber mit einem Vorsprung von 5,63 Prozentpunkten. Das ist genau das Muster, das die Strategie erwarten lässt: weniger Verlust in schwachen Phasen, deutlich weniger Gewinn in Rallys. Für die ETPs gibt es noch keine 3- oder 5-Jahres-Historie.

Gold+ Yield gegen physisches Gold

ZeitraumRendite Gold+ YieldRendite Gold physischEinordnung
1 Woche+1,79 %+1,30 %Leichter Vorsprung, statistisch ohne Aussagekraft
1 Monat−1,38 %+0,01 %Gold+ hinkt hinterher
3 Monate+2,32 %+1,48 %Seitwärtsphase, Prämie wirkt
6 Monate−12,38 %−12,69 %Fast gleichauf, die Prämie dämpft den Verlust kaum
Laufendes Jahr−1,42 %+3,59 %Rally im Jahresverlauf gedeckelt, 5,01 Punkte Rückstand
1 Jahr+14,79 %+22,28 %7,49 Punkte Rückstand
3 Jahrekeine Daten+27,99 % p.a. (+109,67 % kumuliert)Gold+ existiert erst seit Juli 2024
5 Jahrekeine Daten+20,37 % p.a. (+152,67 % kumuliert)Nur physisches Gold hat eine lange Historie
Datenquelle: extraETF ETF-Vergleich, Stand 21.09.2026. Die Renditen der ausschüttenden ETPs enthalten die Ausschüttungen. Auch die Anbieterzahlen weiter unten mit reinvestierten Ausschüttungen zeigen den Rückstand der ETPs.

Silver+ Yield gegen physisches Silber

ZeitraumRendite Silver+ YieldRendite Silber physischEinordnung
1 Woche+3,82 %−1,21 %Deutlicher Vorsprung für den Covered Call
1 Monat+0,53 %−1,42 %Prämie gleicht Kursverlust aus
3 Monate−0,22 %−7,35 %7,13 Punkte Vorsprung in der Korrektur
6 Monate−14,24 %−19,87 %5,63 Punkte weniger Verlust
Laufendes Jahr−3,35 %−9,04 %5,69 Punkte Vorsprung
1 Jahr+49,28 %+60,02 %10,74 Punkte Rückstand, vor allem wegen der gekappten Rally um den Jahreswechsel 2025/2026
3 Jahrekeine Datenkeine DatenBeide Silber-Produkte sind jünger als drei Jahre
Datenquelle: extraETF ETF-Vergleich, Stand 21.09.2026, Renditen Stand 17.09.2026, in EUR.

Was die Zahlen im Kern zeigen

Beim Silber funktioniert die Strategie in Seitwärts- und Abwärtsphasen sichtbar. In allen fünf Zeiträumen bis einschließlich laufendes Jahr liegt Silver+ vorn. Trotzdem verliert es über ein Jahr mehr als 10 Prozentpunkte. Der Grund liegt in wenigen starken Monaten: Laut Monatsvergleich von extraETF zog physisches Silber im Dezember 2025 und Januar 2026 massiv davon, während Silver+ nur einen Teil davon mitnahm.

Beim Gold ist das Bild ernüchternder. In der Abwärtsphase der letzten sechs Monate brachte die Optionsschicht nur 0,31 Prozentpunkte Vorteil. Über ein Jahr kostete sie 7,49 Punkte. Das Verhältnis aus Schutz nach unten und Verzicht nach oben fällt beim Gold schlechter aus als beim Silber.

Die Risikokennzahlen im direkten Vergleich

KennzahlGold+ YieldGold physischSilver+ YieldSilber physisch
Volatilität (1 Jahr)20,66 %26,96 %43,52 %66,23 %
Maximaler Drawdown−21,58 %−22,94 %−35,20 %−44,11 %
Sharpe Ratio0,680,981,071,11
Risikoklasse laut KID (SRI)5 von 7keine Angabe6 von 7keine Angabe
Datenquelle: extraETF ETF-Vergleich, Stand 21.09.2026. Risikokennzahlen der physischen ETCs Stand 31.08.2026, für die ETPs weist extraETF keinen Stand aus. Die Volatilität bezieht sich laut Rendite-Risiko-Grafik von extraETF auf ein Jahr. SRI laut Basisinformationsblättern Leverage Shares, gültig ab 01.09.2026.

Die Volatilität misst, wie stark ein Kurs schwankt. Der maximale Drawdown zeigt den größten Verlust vom Hoch zum Tief. Die Sharpe Ratio setzt die Rendite über dem risikolosen Zins ins Verhältnis zur Schwankung. Je höher, desto mehr Rendite pro Risikoeinheit.

Die Covered-Call-ETPs schwanken deutlich weniger. Beim maximalen Verlust fällt der Vorteil beim Gold mit 1,36 Punkten aber mager aus. Und bei der Sharpe Ratio liegen beide ETPs hinter den physischen ETCs. Das Versprechen einer besseren risikobereinigten Rendite lässt sich mit den extraETF-Daten in Euro nicht bestätigen.

Was der Anbieter selbst ausweist

IncomeShares vergleicht in seinen Investmentthesen nicht mit physischen ETCs, sondern mit den US-Trusts GLD und SLV, in US-Dollar und seit Auflage.

Kennzahl (seit Auflage bis 28.08.2026, USD)GLDGold+ Yield (GLDI)SLVSilver+ Yield (SLVY)
Kumulierte Rendite83,70 %72,10 %84,00 %75,77 %
Tägliche Volatilität1,49 %1,20 %3,65 %3,20 %
Sharpe Ratio (annualisiert)1,191,251,141,13
Maximaler Drawdown−26,40 %−22,65 %−52,28 %−47,58 %
Korrelation zum Trust10,9110,90
Datenquelle: IncomeShares Investmentthesen „Gold+ Yield“ und „Silver+ Yield“, September 2026, basierend auf Bloomberg und FRED, Daten bis 28.08.2026. Werbematerial des Anbieters, laut eigener Angabe nur für professionelle Anleger.

Auch in der eigenen Darstellung des Anbieters liegt die Rendite 11,60 bzw. 8,23 Punkte unter dem Basiswert. Die leicht bessere Sharpe Ratio beim Gold (1,25 vs. 1,19) bezieht sich auf den GLD in US-Dollar. Laut extraETF liegt die Sharpe Ratio von Gold+ in Euro mit 0,68 unter der des physischen Gold-ETCs mit 0,98. Die Zahlen sind wegen Zeitraum und Währung nicht direkt mit den extraETF-Werten vergleichbar.

Warum Schwankung beim Covered Call Geld kostet

Ein oft übersehener Effekt: Covered Calls verlieren in schwankenden Märkten selbst dann, wenn der Preis am Ende gleich bleibt. Ein vereinfachtes Beispiel mit 1 % Prämie und 3 % Kursspielraum zeigt das.

MonatGoldpreisGold physischGold+ Yield (vereinfacht)
Start100100,00100,00
Monat 1: Gold +10 %110110,00104,00 (+3 % bis Strike, +1 % Prämie)
Monat 2: Gold −9,09 %100100,0095,58 (−9,09 %, +1 % Prämie)
Ergebnisunverändert0,00 %−4,42 %
Datenquelle: eigene vereinfachte Beispielrechnung vor Kosten und Steuern, Ausschüttungen als Ertrag enthalten. Keine Marktdaten.

Gold steht nach zwei Monaten dort, wo es angefangen hat. Der Covered Call liegt trotz zwei Prämien im Minus, weil er den Anstieg nur teilweise mitgenommen, den Rückgang aber fast voll getragen hat. Dieses Muster passt zum 1-Jahres-Rückstand nach der volatilen Phase um den Jahreswechsel 2025/2026.

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Was sind die Vorteile?

Der größte Vorteil von Gold+ Yield und Silver+ Yield ist ein monatlicher Cashflow von zuletzt rund 1 % des Anlagewerts aus Edelmetallen, die sonst keinen Ertrag abwerfen. Dazu kommen spürbar geringere Schwankungen und bessere Ergebnisse in Seitwärts- und Korrekturphasen, beim Silber zuletzt um 5 bis 7 Prozentpunkte. Beide Produkte sind ab 1 € sparplanfähig und auf Xetra in Euro handelbar.

Die Vorteile im Überblick

Laufendes Einkommen aus Gold und Silber: Gold+ Yield hat in den zwölf Monaten bis August 2026 laut Anbieter annualisiert 12,2 % ausgeschüttet, Silver+ Yield 12,7 %.
Geringere Schwankung: Die Volatilität liegt bei Gold+ mit 20,66 % rund 6,3 Punkte unter dem physischen Gold-ETC, bei Silver+ mit 43,52 % sogar 22,7 Punkte unter dem physischen Silber.
Stärke in Seitwärts- und Abwärtsphasen: In den letzten drei Monaten verlor physisches Silber 7,35 %, Silver+ nur 0,22 %.
Einfacher Zugang zu einer Optionsstrategie: Das ETP übernimmt das regelmäßige Rollen der Optionen für 0,35 % laufende Kosten.
Sparplanfähig und in Euro handelbar: Laut extraETF sind beide ETPs ab 1 € Mindestsparrate sparplanfähig, auf Xetra wird in Euro gehandelt.

Laufendes Einkommen aus Gold und Silber

Wer Gold hält, bekommt nichts ausgezahlt. Gold+ Yield hat in den zwölf Monaten bis August 2026 laut Anbieter annualisiert 12,2 % ausgeschüttet, Silver+ Yield 12,7 %. Auf 10.000 € entspricht das rund 100 € im Monat vor Steuern. Für Anleger in der Entnahmephase kann ein planbarer Zahlungsstrom psychologisch leichter sein als regelmäßige Verkäufe.

Geringere Schwankung

Die Volatilität liegt bei Gold+ mit 20,66 % rund 6,3 Punkte unter dem physischen Gold-ETC. Bei Silver+ sind es mit 43,52 % sogar 22,7 Punkte weniger als beim physischen Silber (extraETF, Stand 21.09.2026). Wer beim Silber nachts schlechter schläft, bekommt hier eine ruhigere Variante.

Stärke in Seitwärts- und Abwärtsphasen

In den letzten drei Monaten verlor physisches Silber 7,35 %, Silver+ nur 0,22 %. Seit Jahresbeginn steht Silver+ bei −3,35 % gegenüber −9,04 %. Wenn du erwartest, dass Silber nach der Rally eine Weile seitwärts läuft, passt die Strategie zu dieser Erwartung.

Einfacher Zugang zu einer Optionsstrategie

Eine Covered-Call-Strategie auf GLD oder SLV selbst umzusetzen, erfordert ein Optionskonto, US-Handelszugang und Zeit für das regelmäßige Rollen der Optionen. Das ETP übernimmt das für 0,35 % laufende Kosten. Für Anleger ohne Terminmarktzugang ist das ein echter Service.

Sparplanfähig und in Euro handelbar

Laut extraETF sind beide ETPs ab 1 € Mindestsparrate sparplanfähig, unter anderem bei Trading 212, tradegate.direct, Scalable Capital, Freedom24 und Smartbroker+ (Stand 21.09.2026). Auf Xetra wird in Euro gehandelt, die Kürzel lauten YGLD und YSLV.

Was sind die Nachteile?

Der gewichtigste Nachteil für deutsche Anleger ist die Steuer: Anders als die physischen WisdomTree-ETCs werden Gold+ Yield und Silver+ Yield nie steuerfrei, jede Ausschüttung und jeder Kursgewinn unterliegt der Abgeltungsteuer. Dazu kommen der gedeckelte Kursgewinn, eine deutlich höhere TER von 0,35 % gegenüber 0,15 % bzw. 0,19 % plus Transaktionskosten laut KID, rund 1 % Handelskosten für Kauf und Verkauf zusammen und das Risiko einer Zwangsrückzahlung bei sehr kleinen Produkten. In Summe überwiegen die Nachteile für langfristige Anleger deutlich.

Die Nachteile im Überblick

Die Steuerfreiheit nach einem Jahr geht verloren: Bei den IncomeShares-ETPs hast du keinen Anspruch auf Metall, damit fällt auf Ausschüttungen und Kursgewinne immer Abgeltungsteuer an.
Der Deckel auf Kursgewinnen: 7,49 Punkte Rückstand beim Gold und 10,74 Punkte beim Silber über ein Jahr.
Die Kosten liegen über denen der physischen ETCs: TER 0,35 % statt 0,15 % bzw. 0,19 %, dazu geschätzte Transaktionskosten laut KID.
Ausschüttung ist nicht gleich Gewinn: Entscheidend ist ausschließlich die Gesamtrendite, und die liegt über ein Jahr klar unter der des physischen Metalls.
Kleine Produkte mit Kündigungsrecht des Emittenten: 46,36 Mio. € (Gold+) und 12,09 Mio. € (Silver+), Rückzahlung mit fünf Kalendertagen Vorlauf möglich.
Emittenten- und Strukturrisiko: Du hältst kein Metall, sondern eine Forderung gegen die Leverage Shares plc, gedeckt durch Sicherheiten.
Kein Produkt für Einsteiger: Das Basisinformationsblatt warnt vor einem Produkt, das nicht einfach ist und schwer zu verstehen sein kann, extraETF vergibt 1,5 von 5 Sternen.

Die Steuerfreiheit nach einem Jahr geht verloren

Physisches Gold und Silber sowie ETCs mit Lieferanspruch sind in Deutschland nach zwölf Monaten Haltedauer steuerfrei. Bei den IncomeShares-ETPs hast du keinen Anspruch auf Metall, sondern eine Schuldverschreibung. Damit fällt auf Ausschüttungen und Kursgewinne immer Abgeltungsteuer an. Das Steuerkapitel rechnet die Folgen konkret durch.

Der Deckel auf Kursgewinnen

Wie stark einzelne Monate ausfallen können, zeigt der Monatsvergleich von extraETF beim Silber im Dezember 2025 und Januar 2026. Genau solche Sprünge verkauft die Strategie. Der 1-Jahres-Rückstand von 7,49 Punkten beim Gold und 10,74 Punkten beim Silber ist vor allem die Folge davon. Wer Gold als Krisenversicherung hält, verkauft mit dem Covered Call ausgerechnet den Teil der Versicherung, der im Ernstfall auszahlt.

Die Kosten liegen über denen der physischen ETCs

KostenbestandteilGold+ YieldGold physischSilver+ YieldSilber physisch
Laufende Kosten (TER)0,35 %0,15 %0,35 %0,19 %
Geschätzte Transaktionskosten laut KID0,05 %keine Angabe0,24 %keine Angabe
Jährliche Auswirkung der Kosten laut KID (TER plus Transaktionskosten)0,40 %keine Angabe0,59 %keine Angabe
Handelskosten Roundtrip (XLM)102,50 Basispunkte5,02 Basispunkte101,50 Basispunkte12,51 Basispunkte
Datenquelle: extraETF ETF-Vergleich, Stand 21.09.2026 (TER, XLM), Basisinformationsblätter Leverage Shares gültig ab 01.09.2026 (Transaktionskosten und jährliche Auswirkung der Kosten: 40,16 USD bzw. 59,08 USD bei 10.000 USD Anlage, einem Jahr Haltedauer und angenommener Rendite von 0 %). Für die physischen WisdomTree-ETCs sind hier nur die TER-Werte ausgewiesen.

Wichtig für die Einordnung: Die TER von 0,35 % bei extraETF und der KID-Posten „Verwaltungsgebühren und andere Verwaltungs- oder Betriebskosten“ sind derselbe Wert. Das KID weist zusätzlich geschätzte Transaktionskosten aus. Das sind laut KID Kosten, die beim Kauf und Verkauf der zugrunde liegenden Anlagen entstehen. Bei diesen Produkten gehört dazu auch der laufende Handel mit Optionen. Sie sind nicht Teil der TER, schmälern aber trotzdem deine Rendite.

Die „jährliche Auswirkung der Kosten“ von 0,40 % bzw. 0,59 % ist die Summe aus beidem und damit keine TER. Für einen fairen Vergleich stelle ich deshalb nur TER gegen TER: 0,35 % gegenüber 0,15 % bzw. 0,19 %. Transaktionskosten der physischen ETCs sind in diesem Vergleich nicht ausgewiesen.

Der XLM (Xetra Liquidity Measure) misst die impliziten Handelskosten für einen Kauf und sofortigen Wiederverkauf in Basispunkten. 100 Basispunkte entsprechen 1 %. Bei 10.000 € kostet dich der Roundtrip bei Gold+ rechnerisch rund 102,50 €, beim physischen Gold-ETC rund 5 €. Eine komplette Monatsausschüttung geht also allein für Kauf und Verkauf drauf.

Ausschüttung ist nicht gleich Gewinn

Rund 12 % Ausschüttung klingen nach 12 % Ertrag. Das ist falsch. Die Ausschüttung wird aus Prämien bezahlt, während Verluste aus ausgeübten Calls den Wert des ETPs mindern. In Rallyphasen fließt Geld an dich, während dein Anteil gleichzeitig hinter dem Metall zurückbleibt. Entscheidend ist ausschließlich die Gesamtrendite, und die liegt über ein Jahr klar unter der des physischen Metalls.

Kleine Produkte mit Kündigungsrecht des Emittenten

Mit 46,36 Mio. € (Gold+) und 12,09 Mio. € (Silver+) sind beide ETPs klein. Der Emittent kann laut Basisinformationsblatt alle Wertpapiere einer Serie mit fünf Kalendertagen Vorlauf zurückzahlen. Dann hättest du einen steuerpflichtigen Verkauf zu einem ungünstigen Zeitpunkt.

Emittenten- und Strukturrisiko

Du hältst kein Metall, sondern eine Forderung gegen die Leverage Shares plc, gedeckt durch Sicherheiten. Das Stressszenario im Basisinformationsblatt weist bei 10.000 USD Anlage nach einem Jahr 2.316 USD (−76,84 %) für Gold+ und 79 USD (−99,21 %) für Silver+ aus. Diese Extremwerte stehen nicht für einen erwarteten Verlauf. Sie zeigen aber, dass das KID unter extremen Marktbedingungen ein deutlich höheres Verlustpotenzial ausweist, als ein ruhiges Gold-Image vermuten lässt.

Kein Produkt für Einsteiger

Das Basisinformationsblatt warnt wörtlich vor einem Produkt, „das nicht einfach ist und schwer zu verstehen sein kann“. Die Investmentthesen sind laut Anbieter nur für professionelle Anleger bestimmt. extraETF vergibt in seinem Review 1,5 von 5 Sternen für beide ETPs, gegenüber 4 Sternen (Silber) und 4,5 Sternen (Gold) für die physischen WisdomTree-ETCs (Stand 21.09.2026).

Wie hoch ist die Dividendenrendite?

Gold+ Yield und Silver+ Yield schütten monatlich aus und kamen in den zwölf Monaten bis August 2026 laut Anbieter auf eine annualisierte Ausschüttungsrendite von 12,2 % bzw. 12,7 %. extraETF prognostiziert für 2026 Ausschüttungen von 1,52 € (13,26 %) bei Gold+ und 6,85 € (13,62 %) bei Silver+ je Anteil. Die physischen WisdomTree-ETCs zahlen keine Ausschüttung und thesaurieren. Rechtlich handelt es sich bei den ETPs nicht um Dividenden, sondern um Zinsbeträge auf eine Schuldverschreibung.

Ausschüttungen je Anteil

JahrZahltag (Valuta)Ausschüttung je Anteil (Rendite)
Gold+ Yield
2024monatlich0,24 € (Rumpfjahr nach Auflage im Juli 2024)
2025monatlich1,02 € (10,23 %)
2026 (Prognose)monatlich1,52 € (13,26 %)
Silver+ Yield
2025monatlich2,33 € (Rumpfjahr nach Auflage im Juni 2025, daher keine Jahresrendite)
2026 (Prognose)monatlich6,85 € (13,62 %)
WisdomTree Core Physical Gold und SilverentfälltKeine Ausschüttung, thesaurierend
Datenquelle: extraETF ETF-Vergleich, Stand 21.09.2026 (Ausschüttungsbeträge und Prognose 2026). Ausschüttungsintervall laut IncomeShares Investmentthesen, September 2026: monatlich bei beiden ETPs.

Da sich die Ausschüttung jeden Monat neu bemisst, zeigt die Tabelle Jahressummen statt einzelner Ex-Tage und Zahltage. Sie sind aussagekräftiger als ein einzelner Termin.

Die monatlichen Ausschüttungsrenditen laut Anbieter

MonatGold+ Yield (annualisiert)Silver+ Yield (annualisiert)Monatsrendite
September 20258,7 %7,9 %0,7 %
Oktober 202516,7 %24,6 %1,4 % bzw. 2,1 %
November 202512,6 %12,0 %1,1 % bzw. 1,0 %
Dezember 2025 bis August 2026jeweils 12,0 %jeweils 12,0 %jeweils 1,0 %
Durchschnitt12,2 %12,7 %
Datenquelle: IncomeShares Investmentthesen „Gold+ Yield“ und „Silver+ Yield“, September 2026, Daten bis 28.08.2026.

Auffällig sind zwei Dinge. Im Oktober 2025 lagen die Ausschüttungen bei 16,7 % bzw. 24,6 %, einen Grund dafür nennt der Anbieter nicht. Seit Dezember 2025 liegt die Rendite dagegen konstant bei exakt 12,0 %, bei Silver+ bereits seit November 2025. Für mich ist das ein klares Zeichen für eine gesteuerte Zielausschüttung von 1 % pro Monat, wie sie der Prospekt über Rücklagen ermöglicht.

Warum 12 % Ausschüttung keine 12 % Rendite sind

Die Ausschüttungsrendite beschreibt nur, wie viel Geld fließt, nicht, wie viel du verdienst. Am Ex-Tag sinkt der Kurs um den ausgeschütteten Betrag. Gleichzeitig hat der Optionskäufer dir in Rallymonaten einen Teil des Kursgewinns abgenommen.

Das Ergebnis siehst du im Performance-Kapitel: Trotz rund 12 % Ausschüttung, die in der extraETF-Rendite enthalten ist, liegt Gold+ über ein Jahr bei 14,79 %, physisches Gold ohne jede Ausschüttung bei 22,28 %. Die Zahlen des Anbieters bestätigen das: Inklusive reinvestierter Ausschüttungen kam Gold+ Yield seit Auflage bis 28.08.2026 auf 72,10 %, der GLD ohne jede Ausschüttung auf 83,70 % (in USD). Bei Silver+ stehen 75,77 % gegen 84,00 % beim SLV. Die Ausschüttung ist also kein Zusatzertrag, sondern eine Umwandlung von Kurspotenzial in Cashflow.

Rechenbeispiel: 10.000 € in Gold+ Yield

Bei 1 % Monatsausschüttung erhältst du auf 10.000 € rund 100 € pro Monat, also etwa 1.200 € im Jahr. Ist dein Sparerpauschbetrag bereits durch andere Kapitalerträge ausgeschöpft, bleiben nach 26,375 % Abgeltungsteuer inklusive Solidaritätszuschlag rund 883,50 € netto. Die Kirchensteuer ist hier nicht berücksichtigt.

💡 Lesetipp: Warum ich bei Einkommens-ETFs immer auf die Gesamtrendite schaue und nicht auf die Ausschüttungsrendite, zeige ich am Beispiel des REX Tech Innovation Income & Growth ETF (FEGI).

Wie werden die Covered-Call-ETPs im Vergleich zu physischem Gold und Silber besteuert?

Gewinne mit den WisdomTree Core Physical Gold und Silver ETCs sind nach mehr als zwölf Monaten Haltedauer in Deutschland steuerfrei, weil beide Produkte laut Fachpresse einen Anspruch auf Auslieferung des Metalls verbriefen. Bei Gold+ Yield und Silver+ Yield gilt das nie: Ausschüttungen und Kursgewinne unterliegen immer der Abgeltungsteuer von 25 % plus Solidaritätszuschlag und gegebenenfalls Kirchensteuer. Eine Teilfreistellung gibt es nicht, weil die ETPs keine Investmentfonds sind. Für langfristige Anleger ist dieser Unterschied der wichtigste Punkt des gesamten Vergleichs.

Physische ETCs: steuerfrei nach einem Jahr

Der Bundesfinanzhof hat 2015 am Beispiel von Xetra-Gold entschieden, dass Gewinne aus Gold-Wertpapieren mit Lieferanspruch wie physisches Gold behandelt werden (Urteil vom 12.05.2015, Az. VIII R 35/14). Das Bundesfinanzministerium hat die Finanzämter angewiesen, Gewinne aus solchen ETCs nach einem Jahr Haltedauer steuerfrei zu stellen (BMF, Gz. IV C 1, S 2252/08/10004:017, laut Börse Online vom 10.08.2025).

Für die WisdomTree Core Physical ETCs berichten Börse Online (10.08.2025) und stock3 (22.08.2025) von einem Auslieferungsanspruch. Beim Silber-ETC ist die Auslieferung ab einem Kilogramm möglich. Ein Praxistest von finanzgeschichten.com (23.01.2026) bestätigt, dass Broker wie tradegate.direct den WisdomTree Core Physical Gold und Silver als privates Veräußerungsgeschäft behandeln und keine Kapitalertragsteuer einbehalten.

Innerhalb der ersten zwölf Monate sind Gewinne dagegen mit deinem persönlichen Einkommensteuersatz zu versteuern. Es gilt eine Freigrenze von 1.000 € pro Jahr für private Veräußerungsgeschäfte. Verluste innerhalb der Jahresfrist lassen sich nur mit Gewinnen aus anderen privaten Veräußerungsgeschäften verrechnen, Verluste nach der Jahresfrist sind steuerlich wertlos.

Covered-Call-ETPs: Abgeltungsteuer ohne Ausnahme

Die IncomeShares-ETPs verbriefen keinen Anspruch auf Gold oder Silber. Laut Prospekt sind sie Schuldverschreibungen, die Ausschüttungen heißen rechtlich Zinsbeträge. Nach meinem Verständnis sind Ausschüttungen und Veräußerungsgewinne deshalb Kapitalerträge nach § 20 EStG. Die Haltedauer spielt keine Rolle.

extraETF führt den deutschen Steuerstatus bei allen vier Produkten als „unbekannt“ (Stand 21.09.2026). Kläre die Einordnung im Zweifel mit deinem Steuerberater. Ich bin kein Steuerberater, und dieser Abschnitt ersetzt keine individuelle Beratung.

Keine Teilfreistellung für Gold+ und Silver+

Die Teilfreistellung ist ein Steuervorteil aus dem Investmentsteuergesetz: Bei Aktienfonds bleiben 30 % der Erträge steuerfrei, bei Mischfonds 15 %. Sie gilt aber nur für Investmentfonds. Laut Basisprospekt sind die IncomeShares-ETPs keine Fonds, sondern Schuldverschreibungen, die ausdrücklich außerhalb der Regulierung für Investmentfonds wie OGAW oder AIF liegen. Eine Teilfreistellung gibt es für Gold+ und Silver+ deshalb nicht.

Das macht einen spürbaren Unterschied. Auf 1.200 € Ausschüttung zahlst du bei Gold+ und ausgeschöpftem Sparerpauschbetrag 316,50 € Steuer. Bei einem Aktienfonds mit 30 % Teilfreistellung wären es auf denselben Betrag 221,55 €. Ob die Aktien-Prämien-ETFs aus dem Alternativen-Kapitel als Aktienfonds gelten, weist extraETF nicht aus. Das solltest du vor dem Kauf prüfen.

Rechenbeispiel: Was die Steuer bei 10.000 € ausmacht

SituationGold+ YieldGold physisch (WisdomTree)
Laufende Ausschüttung pro Jahr (ca. 12 %)1.200 €0 €
Steuer darauf (Sparerpauschbetrag ausgeschöpft, 26,375 %)316,50 € pro Jahr0 €
Kursgewinn beim Verkauf nach drei Jahren (angenommen 3.000 €)3.000 € steuerpflichtig3.000 € steuerfrei
Steuer auf den Kursgewinn791,25 €0 €
Steuerlast über drei Jahre (vereinfacht)ca. 1.740,75 €0 €
Datenquelle: eigene Beispielrechnung mit angenommenen Werten, ohne Kirchensteuer, ohne Kursverluste durch Ausschüttungen und ohne Zinseszins. Abgeltungsteuer 25 % plus 5,5 % Solidaritätszuschlag.

Die Zahlen sind bewusst einfach gehalten. Sie zeigen aber die Größenordnung: Selbst wenn beide Produkte die gleiche Bruttorendite erzielten, was sie bisher nicht taten, würde der physische ETC nach Steuern klar gewinnen. Zudem fehlt dem Covered-Call-Anleger jedes Jahr die gezahlte Steuer als Kapital für den Zinseszins.

Wann die Abgeltungsteuer sogar günstiger sein kann

Es gibt einen Sonderfall. Wer Gold oder Silber nur wenige Monate hält und einen hohen persönlichen Steuersatz hat, zahlt auf Gewinne mit dem physischen ETC innerhalb der Jahresfrist bis zu 42 % oder 45 % plus Solidaritätszuschlag. Die 25 % Abgeltungsteuer der ETPs wären dann niedriger. Für kurzfristige Trader ist das ein Argument, für langfristige Anleger nicht.

Ein zweiter Fall: Hast du deinen Sparerpauschbetrag von 1.000 € (Ledige) bzw. 2.000 € (Verheiratete) noch nicht ausgeschöpft, bleiben die Ausschüttungen bis zu dieser Grenze steuerfrei. Bei 12 % Ausschüttung reicht der Pauschbetrag eines Ledigen für rund 8.300 € Anlagesumme, wenn du keine anderen Kapitalerträge hast.

Die steuerfreie Alternative: dein eigener Entnahmeplan

Wenn du aus Gold einen monatlichen Cashflow willst, gibt es einen steuerlich eleganteren Weg. Du hältst den physischen ETC und verkaufst nach Ablauf der Jahresfrist jeden Monat einen kleinen Teil, zum Beispiel 1 %. In Deutschland gilt im Depot das FIFO-Prinzip (first in, first out): Zuerst werden die ältesten Anteile verkauft. Liegen diese über zwölf Monate im Depot, ist dein „Gold-Einkommen“ steuerfrei.

Der Unterschied zur Covered-Call-Ausschüttung: Du behältst die volle Teilnahme an Kursanstiegen und entscheidest selbst über Höhe und Zeitpunkt der Entnahme.

Für welchen Anlegertyp eignen sich die ETPs?

Gold+ Yield und Silver+ Yield eignen sich für erfahrene Einkommens- und Dividendenanleger, die bewusst auf einen Teil der Edelmetall-Kursgewinne verzichten, um monatlich Cashflow aus einer zusätzlichen Ertragsquelle neben Aktien-Dividenden zu erhalten. Sie passen zu einer Markterwartung, in der Gold oder Silber nach der Rally seitwärts läuft oder leicht korrigiert. Silver+ ist zudem eine Option für Anleger, die Silber wollen, aber die Schwankung von über 60 % pro Jahr nicht aushalten.

Geeignet für diese Anlegertypen

Dividendenanleger, die ihre Ertragsquellen streuen wollen: Holen sich eine Ertragsquelle, die nicht an Unternehmensgewinnen hängt.
Einkommensanleger mit freiem Sparerpauschbetrag: Die Ausschüttungen fließen bis 1.000 € bzw. 2.000 € pro Jahr steuerfrei.
Anleger mit Seitwärts-Erwartung: Die Strategie verdient in Seitwärtsmärkten am meisten, beim Silber zuletzt 7,13 Punkte Vorsprung über drei Monate.
Silber-Anleger, denen das Metall zu wild ist: Silver+ Yield kommt auf 43,52 % Volatilität statt 66,23 % und −35,20 % statt −44,11 % Drawdown.
Anleger mit Optionswissen: Das Basisinformationsblatt richtet sich ausdrücklich an fachkundige Anleger mit Erfahrung in vergleichbaren Produkten.

Dividendenanleger, die ihre Ertragsquellen streuen wollen

Wenn dein Depot bereits aus Dividenden-ETFs besteht, holst du dir mit Gold+ oder Silver+ eine Ertragsquelle, die nicht an Unternehmensgewinnen hängt. Der Steuernachteil fällt gegenüber deinen Dividenden-ETFs nicht ins Gewicht, weil deren Ausschüttungen ebenfalls der Abgeltungsteuer unterliegen.

Einkommensanleger mit freiem Sparerpauschbetrag

Wenn du noch keine oder kaum Kapitalerträge hast, fließen die Ausschüttungen bis 1.000 € bzw. 2.000 € pro Jahr steuerfrei. Dann schrumpft der steuerliche Nachteil gegenüber dem physischen ETC auf den späteren Kursgewinn.

Anleger mit Seitwärts-Erwartung

Die Strategie verdient in Seitwärtsmärkten am meisten. Die Daten zum Silber zeigen das deutlich: In den letzten drei Monaten lag Silver+ 7,13 Punkte vor dem physischen Silber. Wenn du nach den starken Jahren 2024 und 2025 eine Konsolidierung erwartest, passt das Produkt zu dieser Sicht.

Silber-Anleger, denen das Metall zu wild ist

Physisches Silber schwankte zuletzt mit 66,23 % Volatilität und verlor im Hoch-Tief-Vergleich bis zu 44,11 %. Silver+ Yield kommt auf 43,52 % und −35,20 % (extraETF, Stand 21.09.2026). Wer Silber im Depot haben möchte, aber bei solchen Ausschlägen die Nerven verliert, bekommt hier einen ruhigeren Zugang.

Anleger mit Optionswissen

Das Basisinformationsblatt richtet sich ausdrücklich an fachkundige Anleger mit Erfahrung in vergleichbaren Produkten. Du solltest verstehen, warum ein Covered Call bei steigenden Kursen zurückbleibt und bei fallenden Kursen nur begrenzt schützt.

Für welchen Anlegertyp eignen sich die ETPs nicht?

Gold+ Yield und Silver+ Yield eignen sich nicht für Buy-and-Hold-Anleger, die Gold oder Silber langfristig als Krisenschutz halten wollen, weil sie die Steuerfreiheit nach einem Jahr und den vollen Aufwärtsspielraum in Krisen aufgeben. Ebenso ungeeignet sind sie für Einsteiger ohne Optionswissen, für Anleger, die einen Anleihe- oder Zinsersatz suchen, und für alle, die häufig handeln wollen. Für Gold- und Silber-Anleger mit langem Horizont sind die physischen ETCs klar die bessere Wahl.

Nicht geeignet für diese Anlegertypen

Langfristige Gold-Halter: Geben den Kurssprung oberhalb des Strikes ab und verlieren die Steuerfreiheit nach zwölf Monaten.
Anleger auf der Suche nach einem Zinsersatz: Gold+ schwankt mit über 20 % Volatilität, Silver+ mit über 43 %.
Einsteiger: Die Kombination aus ETN-Struktur, Optionsstrategie, Emittentenrisiko und steuerlicher Sonderstellung ist zu komplex.
Aktive Trader: Mit einem XLM von über 100 Basispunkten kostet jeder Kauf mit anschließendem Verkauf rund 1 % des Anlagebetrags.

Langfristige Gold-Halter

Viele Anleger halten Gold als Krisenschutz. Steigt der Goldpreis in einer solchen Phase sprunghaft, geht genau dieser Sprung oberhalb des Strikes an den Optionskäufer. Dazu verlierst du die Steuerfreiheit nach zwölf Monaten. Aus meiner Sicht ist das die schlechteste Kombination für einen Anleger mit langem Horizont.

Anleger auf der Suche nach einem Zinsersatz

Rund 12 % Ausschüttung wirken wie eine Hochzins-Anleihe. Das ist ein Trugschluss. Gold+ schwankt mit über 20 % Volatilität, Silver+ mit über 43 %. Ein Geldmarkt- oder Anleihe-ETF hat ein völlig anderes Risikoprofil.

Einsteiger

Die Kombination aus ETN-Struktur, Optionsstrategie, Emittentenrisiko und steuerlicher Sonderstellung ist für Einsteiger zu komplex. Das KID warnt selbst, dass es „schwer zu verstehen sein kann“.

Aktive Trader

Mit einem XLM von über 100 Basispunkten kostet jeder Kauf mit anschließendem Verkauf rund 1 % des Anlagebetrags. Wer häufiger umschichtet, verliert einen großen Teil der Ausschüttung an den Spread.

Mit welchen Strategien lassen sich die ETPs kombinieren?

Gold+ Yield und Silver+ Yield passen am besten in ein Dividenden-Depot als zweite Ertragsquelle neben Aktien-Dividenden oder als kleine Beimischung neben einem breiten Welt-Aktien-ETF, weil sie 0 % Aktien enthalten und damit keine Überschneidung erzeugen. Innerhalb der Edelmetallquote ist eine physische, steuerfreie Kernposition mit einem kleinen Covered-Call-Anteil für Cashflow sinnvoll. Mit Aktien-Prämienstrategien wie WINC lassen sie sich nur bedingt kombinieren, weil beide in Rallys zurückbleiben. Goldminen-ETFs erhöhen das Klumpenrisiko Gold.

Partner-ETFBewertungDer strategische Effekt
Welt-Aktien-ETF (z. B. Vanguard FTSE All-World)✅ IdealAktien als Renditemotor, Edelmetall als Beimischung ohne Überschneidung, da Gold+ und Silver+ keine Aktien halten
WisdomTree Core Physical Gold als Kern, Gold+ Yield als Satellit⚠️ BedingtSteuerfreier Kern mit voller Partizipation, kleiner Einkommensanteil. Sinnvoll nur, wenn du den Cashflow wirklich brauchst
Gold+ Yield und Silver+ Yield zusammen⚠️ BedingtBeide stark an ihr Metall gekoppelt (Korrelation 0,91 bzw. 0,90 laut Anbieter) und beide gedeckelt. Silber erhöht die Schwankung deutlich
Dividenden-ETF (z. B. Vanguard FTSE All-World High Dividend Yield)✅ IdealZweite Ertragsquelle aus Optionsprämien auf Edelmetall neben Dividenden aus Unternehmensgewinnen, ohne Aktien-Überschneidung. Der Vanguard-ETF zahlt vierteljährlich, Gold+ und Silver+ monatlich. Steuerpflichtig sind die Ausschüttungen beider Produkte
Aktien-Prämien-ETF (z. B. iShares WINC, JPMorgan Nasdaq Equity Premium Income)⚠️ BedingtStreut die Prämienquelle über Aktien und Edelmetall. Steigen Aktien und Edelmetall gleichzeitig stark, bleibst du aber doppelt zurück
Goldminen-ETF❌ StoppMinenaktien hängen ebenfalls am Goldpreis. Du erhöhst das Klumpenrisiko Gold, statt es zu streuen
Geldmarkt- oder Anleihe-ETF als Ersatz❌ StoppGold+ ist kein Zinsersatz. Wer Anleihen durch Gold+ ersetzt, tauscht geringe Schwankung gegen über 20 % Volatilität
Datenquelle: extraETF ETF-Vergleich, Stand 21.09.2026, IncomeShares Investmentthesen September 2026 (Korrelation zu GLD bzw. SLV), Ausschüttungsintervall des Vanguard-ETFs laut extraETF, Stand 04.09.2026. Bewertungen sind meine eigene Einschätzung.

Kern-Satellit innerhalb der Edelmetallquote

Wenn du den monatlichen Cashflow aus Gold wirklich willst, würde ich die Edelmetallquote teilen. Der größere Teil liegt im physischen ETC und bleibt nach einem Jahr steuerfrei. Ein kleiner Teil in Gold+ Yield liefert laufende Ausschüttungen, die idealerweise im Sparerpauschbetrag bleiben. So verlierst du in einer Gold-Rally nur auf dem Satelliten Rendite.

Gold+ und Silver+ im Dividenden-Depot

Für Dividendenanleger sieht die Rechnung anders aus als für reine Gold-Halter. Wer ohnehin ausschüttende ETFs hält, zahlt auf deren Erträge ebenfalls Abgeltungsteuer. Der Steuernachteil gegenüber einem Dividenden-ETF entfällt also. Er besteht nur gegenüber physischem Gold, das du alternativ steuerfrei halten könntest.

Der Mehrwert liegt in der zweiten Ertragsquelle. Dividenden hängen an Unternehmensgewinnen. Die Prämien von Gold+ und Silver+ hängen laut Prospekt vor allem an der Schwankung von Gold und Silber. Beide Ertragsquellen haben damit unterschiedliche Treiber, und Gold+ sowie Silver+ enthalten keine einzige Aktie, die du nicht schon im Dividenden-ETF hättest.

Covered Calls auf Aktien und Edelmetall nur bewusst stapeln

Covered-Call-Produkte auf Aktien und auf Edelmetall teilen dieselbe Schwäche: Sie bleiben in Rallys zurück. Die Streuung der Prämienquelle ist ein echter Vorteil, ändert aber nichts an der Grundmechanik. Wenn Aktien und Edelmetall gleichzeitig stark steigen, bremst du dein gesamtes Depot. Ich würde den Anteil gedeckelter Strategien im Depot deshalb bewusst begrenzen.

💡 Weiterlesen auf dividendenknecht.de:

Lassen sich die ETPs sinnvoll mit Einzelaktien-Portfolios kombinieren?

Ja, als kleine Beimischung passen Gold+ Yield und Silver+ Yield gut zu einem Einzelaktien-Portfolio, weil sie 0 % Aktien enthalten und damit keine Überschneidung mit deinen Einzelwerten erzeugen. Sie bringen einen Werttreiber ins Depot, den keine Aktie abdeckt: den Gold- bzw. Silberpreis. Für Dividendenjäger kommt eine monatliche Ertragsquelle hinzu, die an der Schwankung der Edelmetalle hängt statt an Unternehmensgewinnen. Wichtig sind eine begrenzte Positionsgröße und ein Blick auf Minenaktien im eigenen Depot.

Was die ETPs einem Einzelaktien-Depot hinzufügen

Einzelaktien-Portfolios sind oft auf wenige Branchen oder Länder konzentriert. Gold+ und Silver+ ergänzen sie um eine Anlageklasse, die in keinem Unternehmen steckt. Bei einem Depot aus Dividendenaktien mit vierteljährlichen oder jährlichen Zahlungen glätten die monatlichen Ausschüttungen zudem den Zahlungsstrom.

Worauf du achten solltest

  • Minenaktien: Hältst du Gold- oder Silberminen als Einzelwerte, doppelst du das Edelmetallrisiko. In diesem Fall würde ich auf Gold+ und Silver+ verzichten oder die Minenposition entsprechend kleiner halten.
  • Positionsgröße: Behandle Gold+ und Silver+ wie eine einzelne Position und nicht wie einen breit gestreuten Fonds. Auch das Emittentenrisiko der Leverage Shares plc spricht für eine begrenzte Gewichtung.
  • Steuer: Die Ausschüttungen teilen sich den Sparerpauschbetrag mit deinen Aktien-Dividenden. Bei einem großen Dividenden-Depot ist er schnell aufgebraucht.
  • Ziel klären: Willst du Edelmetall als langfristigen Stabilisator neben deinen Aktien, ist der physische, nach einem Jahr steuerfreie ETC die bessere Wahl. Gold+ und Silver+ lohnen sich nur, wenn dir der monatliche Cashflow wichtiger ist als der volle Kursanstieg.

Welche Alternativen gibt es?

Welche Alternative passt, hängt davon ab, was du suchst. Für Gold oder Silber im Depot sind die physischen WisdomTree Core Physical ETCs die bessere Wahl: TER 0,15 % bzw. 0,19 %, steuerfrei nach einem Jahr und volle Teilnahme an Kursanstiegen. Für Einkommen aus Optionsprämien findest du dieselbe Strategie-Logik auf Aktien, etwa bei WINC, beim JPMorgan Nasdaq Equity Premium Income oder beim JPM Europe Equity Premium Income, die alle größer sind als Gold+ und Silver+. WINC und der Nasdaq-Fonds sind zudem deutlich günstiger zu handeln, ihre Ausschüttungsprognose 2026 liegt mit 9,48 % bzw. 10,38 % aber rund 3 bis 4 Punkte unter der der IncomeShares-ETPs. Covered-Call-Produkte auf Gold oder Silber habe ich außer den beiden IncomeShares-ETPs für deutsche Privatanleger nicht gefunden (Stand 21.09.2026), weitere Edelmetall-Alternativen sind Xetra-Gold, EUWAX Gold II und ein eigener, steuerfreier Entnahmeplan.

ETF-NameDividenden-LogikGrößter VorteilGrößter Nachteil
WisdomTree Core Physical Gold (JE00BN2CJ301)Keine Ausschüttung, reiner WertzuwachsTER 0,15 %, steuerfrei nach einem Jahr, XLM 5,02 BasispunkteKein laufender Cashflow
WisdomTree Core Physical Silver (JE00BQRFDY49)Keine Ausschüttung, reiner WertzuwachsTER 0,19 %, steuerfrei nach einem Jahr, volle Rally-TeilnahmeVolatilität von 66,23 %
Xetra-Gold (WKN A0S9GB)Keine Ausschüttung, 1 Gramm Gold je AnteilSteuerfreiheit vom BFH bestätigt, Auslieferung möglichDepotbanken verlangen teils Verwahrgebühren, laut extraETF oft 0,36 % p.a.
EUWAX Gold II (WKN EWG2LD)Keine Ausschüttung, 1 Gramm Gold je AnteilLieferanspruch ohne laufende ZusatzkostenLaut extraETF höherer Spread beim Kauf
Eigener Entnahmeplan aus physischem ETCMonatlicher Teilverkauf nach Ablauf der JahresfristSteuerfreier Cashflow bei voller KursteilnahmeErfordert Disziplin, die Metallmenge sinkt mit jeder Entnahme
iShares World Equity High Income Active (IE000KJPDY61)Optionsprämien und Dividenden aus weltweiten Aktien, monatliche Ausschüttung seit September 2026, 2026 (Prognose) 9,48 %Breite Streuung über 399 Aktien, TER 0,35 %, XLM 27,43 BasispunkteAktienrisiko statt Edelmetallrisiko, Kursanstiege ebenfalls gedeckelt
JPMorgan Nasdaq Equity Premium Income Active (IE000U9J8HX9)Optionsprämien und Dividenden aus Nasdaq-100-Aktien, monatliche Ausschüttung, 2026 (Prognose) 10,38 %Größter Fonds der Gruppe mit 3,59 Mrd. €, TER 0,35 %, XLM 25,06 Basispunkte94,49 % USA und 55,94 % Technologie, starkes Klumpenrisiko
JPM Europe Equity Premium Income Active (IE00064TWYK9)Optionsprämien und Dividenden aus europäischen Aktien, monatliche AusschüttungEuropäische Aktien (90,86 % Europa), Fondswährung EUR, TER 0,35 %Erst im Februar 2026 aufgelegt, noch keine Jahresrendite und keine volle Ausschüttungshistorie
Datenquelle: extraETF ETF-Vergleich, Stand 21.09.2026 (WisdomTree-Daten), extraETF Wissensartikel „Besteuerung von Gold-ETCs“ vom 17.02.2026 (Xetra-Gold, EUWAX Gold II). Daten der Aktien-Prämien-ETFs: extraETF ETF-Vergleich, Stand 04.09.2026. WINC schüttet seit September 2026 monatlich statt vierteljährlich aus.

Sind die physischen ETCs die bessere Alternative?

Für alle, die Gold oder Silber als Anlage halten wollen: ja. Die physischen ETCs sind nicht nur Vergleichsmaßstab, sondern die direkte Alternative für jeden, dem es in erster Linie um das Metall geht. Sie gewinnen bei TER, Handelskosten, Steuer und bei der 1-Jahres-Rendite. Die Covered-Call-ETPs gewinnen nur bei zwei Punkten: laufender Cashflow und geringere Schwankung.

Ob diese zwei Punkte die Nachteile aufwiegen, hängt fast nur an deiner Steuersituation und deinem Zeithorizont. Für einen langfristigen Anleger mit ausgeschöpftem Sparerpauschbetrag sehe ich keinen Grund für einen Wechsel. Die Überschrift der Investmentthese „The case for switching from gold ETCs“ trifft auf deutsche Privatanleger aus meiner Sicht nicht zu.

Aktien-Prämien-ETFs: gleiche Logik, anderes Risiko

Wer vor allem Einkommen aus Optionsprämien sucht, findet dieselbe Mechanik auch auf Aktien. WINC, der JPMorgan Nasdaq Equity Premium Income und der JPM Europe Equity Premium Income verkaufen ebenfalls Kurspotenzial gegen laufende Erträge. Der Unterschied liegt im Basisrisiko: Dort trägst du Aktienrisiko, bei Gold+ und Silver+ Edelmetallrisiko.

KennzahlGold+ YieldSilver+ YieldWINCJPMorgan Nasdaq Equity Premium IncomeJPM Europe Equity Premium Income
StrukturETN (Schuldverschreibung)ETN (Schuldverschreibung)UCITS-ETF, aktivUCITS-ETF, aktivUCITS-ETF, aktiv
TER0,35 %0,35 %0,35 %0,35 %0,35 %
Fondsvolumen46,36 Mio. €12,09 Mio. €613,92 Mio. €3,59 Mrd. €94,73 Mio. €
Ausschüttungmonatlichmonatlichmonatlich (seit September 2026)monatlichmonatlich
Ausschüttungsrendite 2026 (Prognose)13,26 %13,62 %9,48 %10,38 %Rumpfjahr
Rendite 1 Jahr+14,79 %+49,28 %+21,35 %+21,08 %noch keine
XLM (Basispunkte)102,50101,5027,4325,06keine Angabe
Datenquelle: extraETF ETF-Vergleich, Gold+ und Silver+ Stand 21.09.2026 (Renditen Stand 17.09.2026), Aktien-Prämien-ETFs Stand 04.09.2026. Renditen inklusive Ausschüttungen. Wegen der unterschiedlichen Stichtage sind die Renditen nur grob vergleichbar.

Drei Unterschiede fallen auf. Erstens die Struktur: Die Aktien-Prämien-ETFs sind laut Produktname UCITS-Fonds mit Sondervermögen, Gold+ und Silver+ dagegen Schuldverschreibungen mit Emittentenrisiko. Zweitens die Handelskosten: Der XLM liegt bei WINC und dem Nasdaq-Fonds bei rund einem Viertel der beiden IncomeShares-ETPs. Drittens die Größe: Der JPMorgan Nasdaq Equity Premium Income verwaltet mit 3,59 Mrd. € rund das 77-Fache von Gold+ Yield.

Die höhere Ausschüttungsrendite spricht dagegen für Gold+ und Silver+. Steuerlich weist extraETF den Status für Deutschland bei allen drei Aktien-Prämien-ETFs als „unbekannt“ aus. Ob eine Teilfreistellung greift, solltest du deshalb im Einzelfall prüfen. Ersetzen solltest du Gold aber nicht durch Aktien mit Optionsschicht, weil du damit ein völlig anderes Risiko eingehst. Wer beides will, findet die Einordnung im Kombinationskapitel.

Worauf du bei Gold-ETCs generell achten solltest

Nicht jeder physisch besicherte ETC ist steuerfrei. Laut Börse Online bietet etwa der iShares Physical Gold keinen Auslieferungsanspruch und bleibt deshalb auch nach einem Jahr steuerpflichtig. Prüfe vor dem Kauf, ob das Produkt einen Lieferanspruch verbrieft. Manche Broker behalten trotz Steuerfreiheit zunächst Abgeltungsteuer ein, die du dann über die Steuererklärung zurückholen musst.

Zu welchen Uhrzeiten sind die ETPs am günstigsten?

Eine Auswertung der Handelskosten im Tagesverlauf gibt es für Gold+ Yield und Silver+ Yield nicht, das folgende Zeitfenster ist deshalb eine Einschätzung aus der Produktstruktur. Am günstigsten dürfte der Handel auf Xetra zwischen 15:30 und 17:30 Uhr sein, weil dann die US-Börsen geöffnet sind, an denen GLD, SLV und deren Optionen gehandelt werden. Meide die erste halbe Stunde nach Xetra-Eröffnung, den Handel nach 17:30 Uhr und US-Feiertage. Nutze immer eine Limit-Order.

Warum die US-Handelszeit entscheidend ist

Market Maker sichern ihre Positionen in den ETPs über die Referenz-Trusts und deren Optionen ab. GLD und SLV werden an der NYSE Arca gehandelt, die Optionen an US-Terminbörsen. Die US-Börsen öffnen in der Regel um 15:30 Uhr deutscher Zeit. Erst dann können Market Maker beide Bestandteile, Metall und Option, direkt absichern.

Vor 15:30 Uhr müssen sie auf Ersatzinstrumente wie Gold-Futures ausweichen und den Optionsteil schätzen. Das erhöht ihr Risiko, und dieses Risiko preisen sie in den Spread ein. Diese Logik ist eine Ableitung aus der Struktur, keine gemessene Auswertung.

Was der aktuelle XLM zeigt

Der Xetra Liquidity Measure liegt bei 102,50 Basispunkten für Gold+ und 101,50 für Silver+ (extraETF, Stand 21.09.2026). Das entspricht rund 1 % Handelskosten pro Roundtrip. Beim physischen Gold-ETC sind es 5,02, beim Silber-ETC 12,51 Basispunkte. Egal zu welcher Uhrzeit: Die ETPs sind strukturell deutlich teurer im Handel.

Die physischen ETCs: deutlich günstiger im Handel

Mit einem XLM von 5,02 (Gold) und 12,51 Basispunkten (Silber) sind die physischen ETCs deutlich günstiger zu handeln. Wie sich der Spread im Tagesverlauf entwickelt, ist nicht ausgewertet. Die ersten Minuten nach 9:00 Uhr und die Zeit nach 17:30 Uhr würde ich trotzdem meiden.

Praxistipps für deine Order

Handle über Xetra oder einen Handelsplatz mit aktivem Market Maker und nutze eine Limit-Order.
Kaufe die ETPs möglichst zwischen 15:30 und 17:30 Uhr.
Meide US-Feiertage, an denen GLD, SLV und die Optionen nicht gehandelt werden.
Beim Sparplan hast du keinen Einfluss auf den Ausführungszeitpunkt. Da der XLM Kauf und Verkauf zusammen misst, entfällt auf den Kauf rechnerisch etwa die Hälfte, also rund 0,5 % je Rate.

Fazit

Gold+ Yield und Silver+ Yield machen genau das, was der Anbieter beschreibt: Sie wandeln einen Teil des Kurspotenzials von Gold und Silber in eine monatliche Ausschüttung von rund 12 % p.a. um und schwanken dabei weniger. Als Ersatz für physisches Gold oder Silber ist der Tausch für deutsche Privatanleger aber in den meisten Fällen schlecht. Über ein Jahr lagen die physischen WisdomTree-ETCs 7,49 Punkte (Gold) und 10,74 Punkte (Silber) vorn, sie haben weniger als die halbe TER und sind nach zwölf Monaten steuerfrei.

Meine Meinung ist klar: Wenn du Gold oder Silber langfristig halten willst, bleib beim physischen ETC mit Lieferanspruch. Die Steuerfreiheit nach einem Jahr ist ein Vorteil, den ein Covered Call aus meiner Sicht kaum aufholen kann. Wer aus Gold ein Einkommen machen will, erreicht das steuerlich eleganter mit einem eigenen Entnahmeplan aus dem physischen ETC.

Anders sieht es in einem Dividenden-Depot aus. Dort zahlst du auf deine Ausschüttungen ohnehin Abgeltungsteuer, und Gold+ und Silver+ liefern eine zweite Ertragsquelle ohne Aktien-Überschneidung. Als kleine Beimischung kommen beide in Frage. Silver+ Yield ist für mich das interessantere Produkt: In Seitwärts- und Abwärtsphasen hat es sich deutlich besser gehalten als physisches Silber, und die Volatilität sinkt spürbar. Gold+ Yield überzeugt mich weniger, weil der Schutz nach unten zuletzt kaum messbar war, der Verzicht nach oben aber deutlich.

Bevor du kaufst, solltest du drei Dinge wissen: Es sind Schuldverschreibungen, keine Fonds, und damit gibt es auch keine Teilfreistellung. Die Produkte sind mit 46 bzw. 12 Mio. € klein und können kurzfristig gekündigt werden. Und die Handelskosten liegen bei rund 1 % für Kauf und Verkauf zusammen.

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FAQ

Quellen (Datenstand: 21.09.2026)

Sämtliche Angaben zu Kosten, Wertentwicklung, Tracking Difference, Zusammensetzung, Marktkapitalisierung, Portfolio- und Risikokennzahlen, Ausschüttungen etc. stammen aus meiner eigenen extraETF-Vergleichserhebung so wie aus den folgenden Quellen.

Quellen:

Hi, ich bin Patrick – der Kopf (oder Fuchs) hinter Dividendenknecht.

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