Der Weekly World Equity Income UCITS ETF im Überblick
Alle Daten, sofern nicht anders angegeben: extraETF, Stand 28.09.2026. Risikokennzahlen von WINC, JGPI und MSCI World: extraETF, Stand 31.08.2026. Positionen und Optionen: Bestandslisten der Anbieter vom 28.09.2026 (WEEK, WINC) und 29.09.2026 (JGPI).
📈 Live-Blick auf den Kurs: Der interaktive Chart zeigt die tagesaktuelle Kursentwicklung (Live-Börsenpreise ohne reinvestierte Ausschüttungen).
Was ist das für ein ETF?
Der Weekly World Equity Income UCITS ETF (Ticker: WEEK, ISIN: IE000I50V6C7, WKN: A42H8G) ist ein aktiv gemanagter Aktien-ETF, der in Aktien entwickelter Märkte investiert und zusätzlich Call-Optionen verkauft, um jede Woche ausschütten zu können. Er ist am 15.09.2026 gestartet, kostet 0,50 % pro Jahr und wird von HANetf als erster ETF Europas mit wöchentlicher Ausschüttung beworben. Hinter dem Produkt stehen die Marke WeeklyETFs von Aura ETFs, die Emissionsplattform HANetf und der US-Vermögensverwalter Tidal Investments.
Die wichtigsten Begriffe vorab
Optionsstrategie-ETFs haben ihre eigene Sprache. Mit diesen neun Begriffen kommst du durch den ganzen Beitrag:
- Call-Option: Das Recht, einen Basiswert bis zu einem Stichtag zu einem festen Preis zu kaufen. Wer den Call verkauft, kassiert dafür sofort eine Prämie.
- Basispreis (Strike): Der vereinbarte Preis. Liegt der Kurs am Stichtag darüber, muss der Verkäufer die Differenz zahlen.
- Überschreiben: Der Verkauf von Calls auf Aktien oder einen Index. Der überschriebene Teil bringt Prämie, gibt aber Kursgewinne über dem Basispreis ab.
- Covered Call: Der Fonds verkauft Calls auf Aktien, die er selbst besitzt.
- Call-Spread: Der Fonds verkauft einen Call und kauft zusätzlich einen mit höherem Basispreis. Das begrenzt, wie viel Kursgewinn er abgeben kann.
- Rollen: Läuft eine Option aus, verkauft der Fonds eine neue mit späterer Fälligkeit.
- Overlay: Die Optionsschicht, die über dem eigentlichen Aktienportfolio liegt.
- Future: Ein börsengehandelter Terminkontrakt, mit dem ein Fonds an der Entwicklung eines Index teilnimmt, ohne die Aktien selbst zu kaufen.
- TER: Die laufenden Kosten eines Fonds pro Jahr, in Prozent des Vermögens.
Wer steckt hinter dem WEEK?
Der WEEK ist ein sogenannter White-Label-ETF. HANetf liefert die rechtliche Hülle, die Zulassung, den Vertrieb und die ganze Technik im Hintergrund. Idee und Marke kommen von Aura ETFs, die das Konzept unter dem Namen WeeklyETFs nach Europa bringen.
Die Anlageentscheidungen trifft Tidal Investments LLC aus Massapequa im Bundesstaat New York. Tidal hat freie Hand bei Aktien und Optionen, ein Index schreibt nichts vor. Das Fondsvermögen verwahrt die U.S. Bank Europe DAC.
Was bedeutet „Weekly“ im Namen?
„Weekly“ steht allein für den Ausschüttungsrhythmus. Mit Handel, Umschichtung oder Rebalancing hat das nichts zu tun. Die Fondsverwaltung will im Normalfall jede Woche eine Dividende erklären, bezahlt aus den laufenden Erträgen und wenn nötig aus dem Kapital des Fonds.
Wichtig ist das Kleingedruckte: Eine wöchentliche Zahlung ist ausdrücklich nicht zugesichert. Im Factsheet ist trotzdem von „verlässlichen Erträgen“ die Rede. Ich halte mich an die rechtlich bindenden Dokumente, und die versprechen nichts.
Wie aktiv ist „aktiv“ beim WEEK?
Einen Index oder eine offizielle Benchmark, also einen Vergleichsmaßstab, gibt es nicht. Tidal sucht Aktien nach Marktkapitalisierung, Bewertung, Profitabilität, Wachstum, Managementqualität und Schwankung aus. Dazu kommt eine ganz praktische Hürde: Für die Aktie muss es eine börsengehandelte Option geben.
Schaut man ins Portfolio, sieht es trotzdem sehr nach Markt aus. NVIDIA, Apple, Microsoft, Amazon, Alphabet, Broadcom und Meta führen die Liste an, jede Aktie etwas höher gewichtet als im MSCI World. Mein Eindruck: Das Aktienfundament des WEEK ist eher ein leicht zugespitzter Welt-ETF als eine Dividendenstrategie.
Wie groß ist der Fonds?
Winzig. extraETF zeigt am 28.09.2026 ein Fondsvolumen von 1,75 Mio. Euro, die Bestandsliste von HANetf vom selben Tag knapp 4,0 Mio. US-Dollar. Unter 30 Mio. US-Dollar darf die Verwaltung den Fonds schließen. Warum mich das am meisten stört, erkläre ich bei den Nachteilen.
Welche Regeln setzt der ETF um?
Der WEEK folgt keinem Index, sondern festen Anlagegrenzen aus seinem Verkaufsprospekt: mindestens 80 % in Aktien entwickelter Märkte, bis zu 20 % in liquiden Mitteln und Geldmarktpapieren und bis zu 10 % in anderen Fonds. Zusätzliche Erträge bringen verkaufte Call-Optionen, entweder als klassischer Covered Call oder als Covered Call Spread auf einzelne Wertpapiere oder Indizes. Ausgeschüttet werden soll jede Woche, notfalls auch aus dem Fondskapital.
| Regel | Vorgabe | Was das für dich bedeutet |
|---|---|---|
| Aktienquote | Mindestens 80 % in Aktien entwickelter Märkte, auch über ADRs und GDRs | Ein echter Aktienfonds mit vollem Aktienrisiko |
| Liquidität | Bis zu 20 % in Bankguthaben und Geldmarktinstrumenten | Puffer für wöchentliche Ausschüttungen und Optionsgeschäfte |
| Andere Fonds | Bis zu 10 % in EU-regulierten Fonds (OGAW) und ETFs | Erklärt den Nikkei-225-ETF mit 6,88 % im Portfolio |
| Region | Kein fester geografischer Schwerpunkt | Der Manager gewichtet Länder nach eigenem Ermessen |
| Optionen | Börsengehandelte Calls auf einzelne Wertpapiere, wo sinnvoll auch auf Indizes | Mehr Spielraum als bei WINC und JGPI |
| Optionsform | Covered Call oder Covered Call Spread | Der Spread begrenzt, wie viel Kursgewinn der Fonds abgibt |
| Hebel | Gesamtengagement höchstens 200 % des Fondsvermögens, Hebel über 100 % nicht erwartet | Derivate dürfen das Risiko erhöhen, geplant ist das aber nicht |
| Wertpapierleihe | Nicht vorgesehen | Kein Risiko, dass ein Entleiher verliehene Aktien nicht zurückgibt |
| Transparenz | Alle Positionen werden täglich veröffentlicht | Du kannst jede Option selbst nachprüfen |
| Ausschüttung | Wöchentlich geplant, aus Erträgen und bei Bedarf aus Kapital | Keine Garantie, Substanzausschüttungen möglich |
| Mindestgröße | 30 Mio. US-Dollar, darunter ist eine Zwangsrücknahme möglich | Echtes Schließungsrisiko |
| Steuer | Verwaltung als Aktienfonds nach deutschem Investmentsteuergesetz | 30 % Teilfreistellung für Privatanleger |
Anlageuniversum und Quoten
Mindestens 80 % des Geldes müssen in Aktien aus entwickelten Märkten stecken. Dazu zählen auch Hinterlegungsscheine: ADRs (American Depositary Receipts) sind in den USA gehandelte Zertifikate auf ausländische Aktien, GDRs das internationale Gegenstück.
Bis zu 20 % dürfen als Bankguthaben, Einlagenzertifikate, kurzlaufende Unternehmenspapiere oder variabel verzinste Anleihen gehalten werden. Bis zu 10 % dürfen in andere Fonds fließen. Genau diesen Spielraum nutzt Tidal gerade für die größte Einzelposition, den iShares Core Nikkei 225 ETF.
Nach welchen Kriterien Aktien ins Portfolio kommen
Tidal prüft Marktkapitalisierung, Bewertung, Profitabilität, Wachstumsaussichten, Qualität des Managements und Schwankung. Ziel sind Aktien mit Potenzial für Kapitalwachstum, eine feste Formel dafür gibt es nicht.
Der zweite Filter ist technisch. Nur Aktien, auf die es börsengehandelte Optionen gibt, passen zur Strategie. Das begünstigt große, liquide Standardwerte, und genau die findest du im Portfolio.
Welche Optionsstrategien erlaubt sind
Kurz zum Grundprinzip: Eine Call-Option gibt dem Käufer das Recht, einen Basiswert bis zu einem Stichtag (Fälligkeit) zu einem festen Preis (Basispreis oder Strike) zu kaufen. Dafür zahlt er vorab eine Prämie. Der WEEK sitzt auf der Verkäuferseite und kassiert diese Prämie.
Zwei Varianten sind erlaubt. Welche Tidal einsetzt, hängt von der Marktlage und den erzielbaren Prämien ab. Basispreise und Laufzeiten legt der Manager mit quantitativen Modellen fest, die Schwankung, Kurse und Zinsen einbeziehen.
Covered Call einfach erklärt
Beim Covered Call verkauft der Fonds einen Call auf etwas, das er selbst besitzt. Bleibt der Kurs unter dem Basispreis, verfällt die Option und die Prämie gehört dem Fonds. Steigt der Kurs darüber, muss er dem Käufer die Differenz zwischen Kurs und Basispreis zahlen.
Stell dir das wie eine Vermietung vor: Du kassierst regelmäßig Miete, gibst aber jeden Wertzuwachs über dem Basispreis an den Mieter ab. Fällt der Wert, trägst du den Verlust trotzdem selbst.
Covered Call Spread einfach erklärt
Beim Covered Call Spread verkauft der Fonds einen Call und kauft zugleich einen zweiten mit gleicher Laufzeit, aber höherem Basispreis. Der gekaufte Call kostet selbst Prämie, unterm Strich bleibt also weniger übrig.
Dafür endet der Verzicht an einer klaren Grenze. Steigt der Kurs über den oberen Basispreis, zahlt der gekaufte Call jeden weiteren Punkt zurück. Der Fonds gibt höchstens die Spanne zwischen den beiden Basispreisen ab und läuft darüber wieder voll mit.
Derivate, Hebel und Wertpapierleihe
Neben Optionen darf der WEEK Futures als Anlage einsetzen und Futures, Währungsswaps sowie Devisentermingeschäfte zur Absicherung nutzen. Auch außerbörsliche Derivate mit beaufsichtigten Gegenparteien sind zulässig.
Das Gesamtengagement inklusive Derivaten darf 200 % des Fondsvermögens nicht übersteigen. Gemessen wird das nach dem sogenannten Commitment-Ansatz, bei dem jedes Derivat in den Wert der Aktien umgerechnet wird, die es abbildet. Einen Hebel, also mehr Marktengagement als eigenes Geld, von über 100 % erwartet die Verwaltung nicht. Wertpapierleihe und ähnliche Finanzierungsgeschäfte sind nicht geplant.
Die Ausschüttungspolitik
Die ausschüttende ETF-Anteilsklasse in US-Dollar soll wöchentlich zahlen. Das Geld kommt aus den Nettoerträgen, also Dividenden und Optionsprämien nach Kosten, und bei Bedarf aus dem Fondskapital.
HANetf warnt selbst deutlich: Zahlt der Fonds aus Kapital aus, bekommst du möglicherweise nicht den vollen Einsatz zurück, und der Anteilswert kann sofort sinken. Das ist kein Detail. Es entscheidet darüber, ob eine hohe Wochenausschüttung echter Ertrag oder zurückgezahltes Geld ist.
Steuerlich ein Aktienfonds
Der WEEK wird so verwaltet, dass er nach deutschem Investmentsteuergesetz als Aktienfonds gilt. Als Privatanleger bleiben dir damit 30 % der Ausschüttungen und Veräußerungsgewinne steuerfrei (§ 20 InvStG).
Gerade bei einem Produkt, das vor allem über Ausschüttungen wirkt, zählt das. Jede der geplanten 52 Zahlungen im Jahr wird nur zu 70 % besteuert.
Wie unterscheidet sich die Optionsstrategie des WEEK von WINC und JGPI?
Der WEEK darf Calls auf einzelne Aktien, ETFs und Indizes verkaufen und dabei Call-Spreads einsetzen, die den Verzicht auf Kursgewinne nach oben begrenzen. Der iShares WINC verkauft Calls auf Indizes großer und mittelgroßer Unternehmen und kauft Index-Futures, der JPM JGPI legt ein Overlay aus Indexoptionen über ein defensives Aktienportfolio. Heute liegt der entscheidende Unterschied aber nicht bei Einzelaktie gegen Index, denn auch der WEEK hält aktuell nur Indexoptionen. Er liegt bei zwei anderen Dingen: Der WEEK überschreibt nominal fast sein ganzes Vermögen, begrenzt aber über den Spread, wie viel er pro Woche abgeben kann.
| Merkmal | WEEK | WINC | JGPI |
|---|---|---|---|
| Aktienauswahl | Aktiv, nach Bewertung, Wachstum, Qualität und Optionsverfügbarkeit | Aktiv, mit quantitativen Modellen und systematischem Ansatz | Aktiv, fundamentale Einzeltitelanalyse mit Fokus auf geringe Schwankung |
| Erlaubte Optionen | Einzelne Wertpapiere, wo sinnvoll auch Indizes | Indizes großer und mittelgroßer Unternehmen aus Industrieländern | Indexoptionen |
| Optionsform | Covered Call oder Covered Call Spread | Verkaufte Calls plus gekaufte Index-Futures | Verkaufte Calls als flexibles Overlay |
| Aktuell gehaltene Optionen | 2 Call-Spreads auf den S&P 500 | Verkaufte Calls auf S&P 500, Euro Stoxx 50, Nikkei 225 und FTSE 100 | Verkaufte Calls auf S&P 500 und MSCI EAFE |
| Verzicht nach oben | Begrenzt auf die Spanne zwischen den Basispreisen | Jeder Punkt über dem Basispreis auf dem überschriebenen Teil | Jeder Punkt über dem Basispreis auf dem überschriebenen Teil |
| Ausschüttung | Wöchentlich | Monatlich (seit 04.09.2026, vorher quartalsweise) | Monatlich |
| TER | 0,50 % | 0,35 % | 0,35 % |
| Wertpapierleihe | Nicht vorgesehen | Ja | Keine Angabe |
| Nachhaltigkeit | SFDR Artikel 6 | SFDR Artikel 8 | ESG-Integration |
Zur Zeile Nachhaltigkeit: SFDR ist die EU-Offenlegungsverordnung für nachhaltige Geldanlagen. Artikel 6 bedeutet, dass ein Fonds keine ökologischen oder sozialen Merkmale bewirbt, Artikel 8, dass er solche Merkmale berücksichtigt.
Einzelaktien-Optionen: erlaubt, aber ungenutzt
Tatsächlich hat nur der WEEK die Freiheit, gezielt Calls auf einzelne Aktien zu schreiben. Der WINC beschreibt in seinem Factsheet ausschließlich Calls auf Aktienindizes, der JGPI ausschließlich Indexoptionen.
Genau genommen sind WINC und JGPI damit keine klassischen Covered-Call-ETFs. Sie verkaufen Optionen auf einen Index statt auf die Aktien, die sie selbst halten. Fachleute nennen das Index-Overwrite. Weil das eigene Aktienportfolio vom Index abweicht, deckt die Option das Depot nie exakt ab: Läuft die Aktienauswahl besser als der Index, bleibt ein Teil dieses Vorsprungs trotz verkaufter Calls im Fonds.
Der WEEK darf dagegen auch den klassischen Weg gehen und Calls direkt auf die Aktien schreiben, die er hält. Mit seinen aktuellen S&P-500-Spreads betreibt er allerdings ebenfalls ein Index-Overwrite.
Der Reiz dahinter ist leicht zu verstehen. Einzelne Aktien schwanken stärker als ein breiter Index, weil sich im Index viele Bewegungen gegenseitig ausgleichen. Mehr Schwankung bedeutet höhere Optionsprämien. Außerdem könnte der Manager genau die Aktien überschreiben, denen er wenig Kurspotenzial zutraut.
Die Kehrseite: Läuft eine überschriebene Aktie davon, gibt der Fonds genau diesen Gewinner ab. Das vermeidet der WINC mit seinen Indexoptionen. Warum der WEEK seine Einzelaktien-Freiheit gerade gar nicht nutzt, zeige ich im nächsten Kapitel.
Der Spread ist der eigentliche Unterschied
WINC und JGPI verkaufen einfache Calls, ohne einen höheren Call zurückzukaufen. Auf dem überschriebenen Teil gehört jeder Indexpunkt über dem Basispreis dem Optionskäufer, egal wie weit der Markt läuft.
Der WEEK kauft zu jedem verkauften Call einen höheren dazu. Er verzichtet also nur auf ein schmales Band und ist ab dem oberen Basispreis wieder voll dabei. Den gekauften Call bezahlt er aus der Prämie des verkauften, pro überschriebenem Dollar bleibt also weniger übrig.
Futures beim WINC, defensive Aktien beim JGPI
Der WINC hat eine Besonderheit, die man leicht übersieht: Er kauft zusätzlich Index-Futures. Für die verkauften Optionen muss er Sicherheiten hinterlegen, und über die Futures bindet er dieses Geld wieder an den Aktienmarkt an. Fachleute nennen das Equitization of Cash.
Am 28.09.2026 hielt der WINC unter anderem 246 Future-Kontrakte auf den S&P 500 in der kleineren E-mini-Größe. Zusammen stehen sie für rund 95,3 Mio. US-Dollar an Indexwert, knapp 12 % des Fondsvermögens.
Der JGPI geht den umgekehrten Weg. JPMorgan sucht über- und unterbewertete Aktien mit attraktivem Chance-Risiko-Verhältnis und baut daraus ein Portfolio mit geringer Schwankung. Die Optionen liegen als Overlay oben drauf.
Welche Optionen halten WEEK, WINC und JGPI aktuell?
Der WEEK hält am 28.09.2026 keine einzige Option auf eine Einzelaktie, sondern zwei Call-Spreads auf den S&P 500 mit Fälligkeit am 02.10.2026 und 09.10.2026. Der WINC hat Calls auf S&P 500, Euro Stoxx 50, Nikkei 225 und FTSE 100 verkauft, der JGPI eine wöchentlich gestaffelte Leiter aus Calls auf S&P 500 und MSCI EAFE. Alle drei verkaufen ihre Calls nah am aktuellen Indexniveau. Nur der WEEK kauft zusätzlich höhere Calls, die seinen Verzicht nach oben deckeln.
Die Optionen des WEEK im Detail
| Position | Basiswert | Fälligkeit | Basispreis | Kontrakte | Marktwert | Anteil am Fonds |
|---|---|---|---|---|---|---|
| Verkaufter Call | S&P 500 | 02.10.2026 | 7.825 | 2 | -910 USD | -0,02 % |
| Gekaufter Call | S&P 500 | 02.10.2026 | 7.895 | 2 | +250 USD | +0,01 % |
| Verkaufter Call | S&P 500 | 09.10.2026 | 7.780 | 3 | -8.268 USD | -0,21 % |
| Gekaufter Call | S&P 500 | 09.10.2026 | 7.860 | 3 | +2.823 USD | +0,07 % |
| Summe | -6.105 USD | -0,15 % |
Die Mengen passen paarweise: drei verkaufte zu drei gekauften Calls mit Fälligkeit 09.10.2026, zwei zu zwei mit Fälligkeit 02.10.2026. Das sind zwei lupenreine Covered Call Spreads. Weil die beiden Fälligkeiten genau eine Woche auseinanderliegen, spricht vieles dafür, dass der Fonds wöchentlich neue Spreads eröffnet, passend zum Ausschüttungsrhythmus.
Ein S&P-500-Kontrakt steht für das 100-fache des Indexstands. Als Näherung für den Index nehme ich den Terminkontrakt auf den S&P 500 mit Fälligkeit im Dezember, der am 28.09.2026 bei 7.746,75 Punkten stand. Damit entspricht ein Kontrakt rund 775.000 US-Dollar. Die fünf verkauften Calls decken damit nominal rund 3,9 Mio. US-Dollar ab, also ungefähr das gesamte Fondsvermögen.
Viel abgeben kann der Fonds trotzdem nicht. Beim Spread 7.780/7.860 sind es höchstens 80 Punkte je Kontrakt, also 3 × 80 × 100 = 24.000 US-Dollar. Beim Spread 7.825/7.895 höchstens 2 × 70 × 100 = 14.000 US-Dollar. Zusammen sind das 38.000 US-Dollar oder rund 0,96 % des Fondsvermögens, von denen die eingenommene Prämie noch abgeht.
Die Optionen aller drei ETFs im Vergleich
| ETF | Basiswert | Position | Basispreise | Fälligkeit | Kontrakte | Marktwert in % des Fonds |
|---|---|---|---|---|---|---|
| WEEK | S&P 500 | 2 Call-Spreads | 7.780/7.860 und 7.825/7.895 | 02.10. und 09.10.2026 | je 5 verkauft und gekauft | -0,15 % |
| WINC | S&P 500 | Verkaufte Calls | 7.690, 7.750, 7.775, 7.790 | Oktober 2026 | 84, 92, 83, 79 | -0,22 % |
| WINC | Euro Stoxx 50 | Verkaufter Call | 6.325 | Oktober 2026 | 448 | -0,05 % |
| WINC | Nikkei 225 | Verkaufter Call | 64.375 | Oktober 2026 | 60 | -0,09 % |
| WINC | FTSE 100 | Verkaufter Call | 10.825 | Oktober 2026 | 48 | unter 0,01 % |
| JGPI | S&P 500 | Verkaufte Calls | 7.850, 7.800, 7.785, 7.890 | 02.10., 09.10., 16.10., 23.10.2026 | 274, 274, 270, 270 | -0,14 % |
| JGPI | MSCI EAFE | Verkaufte Calls | 3.300, 3.260, 3.200, 3.205 | 02.10., 09.10., 16.10., 23.10.2026 | je 239 | -0,07 % |
Wie viel ihres Vermögens die drei überschreiben
Der Marktwert der Optionen, also ihr aktueller Preis, sagt wenig darüber, wie viel ein Fonds überschreibt. Aussagekräftiger ist der Nominalwert der verkauften S&P-500-Calls. Er zeigt, auf wie viel Indexwert sich die Optionen beziehen. Ein Kontrakt steht für das 100-fache des Indexstands, beim Dezember-Future von 7.746,75 Punkten also für rund 775.000 US-Dollar.
| ETF | Verkaufte S&P-500-Calls | Nominalwert | Anteil am Fondsvermögen | Weitere verkaufte Calls |
|---|---|---|---|---|
| WEEK | 5 Kontrakte | rund 3,9 Mio. USD | rund 97 % | Keine |
| WINC | 338 Kontrakte | rund 262 Mio. USD | rund 33 % | Euro Stoxx 50, Nikkei 225, FTSE 100 |
| JGPI | 1.088 Kontrakte | rund 843 Mio. USD | rund 52 % | MSCI EAFE |
Hier liegt der wichtigste Unterschied zwischen den drei Fonds. Der WEEK überschreibt nominal fast sein gesamtes Vermögen und damit sogar mehr, als er an US-Aktien hält. Der WINC überschreibt beim S&P 500 nur rund ein Drittel, der JGPI gut die Hälfte, jeweils ergänzt um Calls auf andere Indizes. Dass der WEEK dabei trotzdem nicht beliebig viel Kursgewinn abgeben kann, liegt allein am Spread: Jeder verkaufte Call ist durch einen gekauften nach oben begrenzt.
Warum die WINC-Optionen bei extraETF mit mehreren Prozent auftauchen
In den Top 10 von extraETF stehen beim WINC Optionen auf den S&P 500 mit 4,52 %, 3,80 % und 2,09 % sowie eine Option auf den Nikkei 225 mit 1,84 %. Das ist kein Widerspruch zur Tabelle oben. extraETF zeigt dort das Marktengagement der Optionen, nicht ihren aktuellen Wert.
Die iShares-Bestandsliste weist beides aus. Beim Call mit Basispreis 7.690 steht in der Spalte Nominalwert ein Engagement von rund 33,4 Mio. US-Dollar, gut 4 % des Fonds. Das ist die Größenordnung, die extraETF zeigt. Der Marktwert dieses Calls liegt dagegen nur bei 0,09 %. Dass es verkaufte Positionen sind, verrät das negative Vorzeichen in der Bestandsliste.
Die Überraschung: keine einzige Einzelaktien-Option
Hier war ich ehrlich verblüfft. Ausgerechnet der einzige der drei Fonds, der Einzelaktien-Optionen schreiben dürfte, tut es nicht. Sein komplettes Optionsbuch besteht aus vier Positionen auf den S&P 500.
Meine Erklärung ist schlichte Mathematik. Eine US-Aktienoption bezieht sich in der Regel auf 100 Aktien. Von den 98 US-notierten Aktienpositionen im WEEK erreichen nur 52 überhaupt diese Stückzahl. Micron liegt bei 56 Aktien, Eli Lilly bei 48, Costco bei 36.
Mit knapp 4 Mio. US-Dollar Fondsvermögen lässt sich kein sauberes Einzelaktien-Overlay bauen. Fünf Indexkontrakte erledigen das dagegen in einem Schritt.
Heißt konkret: Der Einzelaktien-Unterschied zu WINC und JGPI ist heute rein theoretisch. Wächst der Fonds, kann sich das ändern und damit auch das Risikoprofil. Ein gelegentlicher Blick in die täglich veröffentlichte Bestandsliste lohnt sich also.
Wie nah die Basispreise am Markt liegen
Als Orientierung dient der Dezember-Future auf den S&P 500, der laut iShares-Bestandsliste am 28.09.2026 bei 7.746,75 Punkten stand. Der WINC hat zwischen 7.690 und 7.790 Punkten verkauft, der JGPI zwischen 7.785 und 7.890 Punkten. Beide verkaufen damit sehr nah am Markt und kassieren entsprechend viel Prämie.
Der WEEK verkauft ähnlich nah, bei 7.780 und 7.825 Punkten. Seine gekauften Calls bei 7.860 und 7.895 Punkten liegen aber nur rund 1,5 % und 1,9 % über dem Future-Stand. Oberhalb davon läuft der WEEK wieder voll mit, WINC und JGPI auf ihrem überschriebenen Teil nicht.
Wochenleiter beim JGPI, vier Regionen beim WINC
Der JGPI arbeitet mit einer Leiter: je vier Tranchen auf den S&P 500 und den MSCI EAFE, einen Index für Industrieländer außerhalb Nordamerikas, jede eine Woche später fällig als die vorherige. Jede Woche läuft eine Tranche aus und wird neu gesetzt. So verteilt sich der Einstieg über die Zeit, und die Basispreise wandern laufend mit dem Markt.
Der WINC verkauft Calls auf vier Indizes aus den USA, Europa, Japan und Großbritannien und hält dazu Futures auf dieselben Märkte. Der WEEK überschreibt dagegen nur den US-Markt. Seine Europa- und Japan-Anteile laufen ohne Optionsschicht.
Kurz gesagt: Alle drei verdienen ihre Prämie vor allem mit Calls auf den S&P 500. Der WEEK überschreibt dabei fast sein ganzes Vermögen, sichert aber jeden Call nach oben ab. WINC und JGPI überschreiben nur einen Teil, dafür ohne Absicherung.
Wie verhalten sich WEEK, WINC und JGPI in unterschiedlichen Marktphasen?
Bei plötzlichen, starken Kurssprüngen von mehreren Prozent dürfte der WEEK am wenigsten hinter dem Markt zurückbleiben, weil sein Call-Spread den Verzicht pro Woche begrenzt. Läuft eine Rally dagegen Woche für Woche in kleinen Schritten weiter, gibt er das schmale Band jedes Mal neu ab, und zwar auf fast seinem ganzen Vermögen. Dann kann er ähnlich stark bremsen wie WINC und JGPI. In Seitwärtsphasen holen WINC und JGPI pro überschriebenem Dollar mehr Prämie heraus, der WEEK überschreibt dafür deutlich mehr Dollar. Einen verlässlichen Crash-Schutz bietet keiner der drei, eine echte Krise hat noch keiner erlebt. Wie viel Unterschied die Konstruktion macht, zeigt der JGPI: Laut extraETF hat er über zwölf Monate nur rund die Hälfte der Marktanstiege mitgenommen, aber drei Viertel der Rückgänge.
| Marktphase | WEEK | WINC | JGPI |
|---|---|---|---|
| Plötzlicher starker Kurssprung | Gibt höchstens die schmale Spread-Spanne ab, darüber volle Teilnahme | Deckel auf dem überschriebenen Drittel beim S&P 500, der Rest läuft mit | Deckel auf gut der Hälfte beim S&P 500 plus defensive Aktien, stärkste Bremse |
| Stetige Rally in kleinen Schritten | Gibt das Band Woche für Woche auf fast dem ganzen Vermögen ab | Gibt Kursgewinne über dem Basispreis auf dem überschriebenen Teil ab | Gibt Kursgewinne über dem Basispreis ab, defensive Aktien laufen hinterher |
| Seitwärtsmarkt | Kleinste Prämie je überschriebenem Dollar, weil der gekaufte Call Geld kostet | Bestes Umfeld, die volle Prämie bleibt | Bestes Umfeld, die volle Prämie bleibt |
| Leichter Rückgang | Nettoprämie als kleiner Puffer, das hohe Tech-Gewicht dürfte Verluste eher verstärken | Prämie federt ab, Portfolio auf geringere Schwankung ausgelegt | Prämie und defensive Branchen federn ab |
| Crash | Hoher Verlust, dazu das Tech-Klumpenrisiko | Hoher Verlust, Prämie nur ein kleiner Puffer | Defensive Aktien und niedriges Beta könnten dämpfen, in einer echten Krise ungetestet |
| V-förmige Erholung | Läuft oberhalb des oberen Basispreises wieder mit | Neue, tiefere Basispreise nach dem Einbruch deckeln die Erholung | Die Wochenleiter passt sich schnell an, deckelt aber ebenfalls |
| Volatilitätsspitze | Höhere Prämien, aber auch der gekaufte Call wird teurer | Deutlich höhere Prämien, Chance auf höhere Ausschüttungen | Deutlich höhere Prämien, Chance auf höhere Ausschüttungen |
Wann der Call-Spread in Rallys hilft und wann nicht
Ich rechne das mit den echten Positionen durch. Steht der S&P 500 am 09.10.2026 über 7.860 Punkten, zahlt der WEEK für diesen Spread höchstens 24.000 US-Dollar an den Optionskäufer, rund 0,6 % des Fondsvermögens. Beim Spread mit Fälligkeit 02.10.2026 sind es höchstens 14.000 US-Dollar oder rund 0,35 %. Jeder weitere Indexpunkt bleibt im Fonds.
Hätte der Fonds dieselben drei Calls bei 7.780 Punkten ohne Gegenposition verkauft, würde er den gesamten Anstieg über 7.780 Punkte abgeben. Springt der Markt innerhalb einer Woche um mehrere Prozent, ist der Spread also klar im Vorteil.
Die Kehrseite zeigt sich in einer Rally, die gleichmäßig Woche für Woche um ein bis zwei Prozent zulegt. Dann endet ein Spread nach dem anderen innerhalb oder oberhalb des Bands, und der WEEK gibt jede Woche einen Teil oder das ganze Band ab, und zwar auf fast seinem ganzen Vermögen. Der WINC überschreibt beim S&P 500 nur rund ein Drittel und lässt den Rest ungedeckelt laufen. Welcher Fonds in einem starken Jahr vorne liegt, hängt also vom Tempo der Rally ab, nicht allein von der Konstruktion.
Was in Seitwärtsmärkten passiert
Tritt der Markt auf der Stelle, verfallen die verkauften Calls wertlos und der Fonds behält die komplette Prämie. Beim WEEK verfällt allerdings auch der gekaufte Call wertlos, und dessen Kosten sind weg.
In ruhigen Phasen holen WINC und JGPI pro überschriebenem Dollar deshalb mehr heraus. Ob das den WEEK unterm Strich zurückwirft, hängt davon ab, ob seine fast vollständige Überschreibung den kleineren Ertrag je Dollar ausgleicht. Für alle drei gilt: Seitwärtsmärkte sind das Umfeld, für das Covered-Call-ETFs gemacht sind.
Warum im Crash keiner der drei verlässlich schützt
Eine verkaufte Call-Option polstert nur mit ihrer Prämie. Fällt der Markt um 20 %, fallen die Aktien im Fonds um ungefähr dasselbe, und die Prämie gleicht davon nur einen kleinen Teil aus. Ein Call-Spread polstert je überschriebenem Dollar sogar noch weniger, weil unterm Strich weniger Prämie hängen bleibt.
Das Basisinformationsblatt des WEEK macht das greifbar: Im Stressszenario bleiben von 10.000 US-Dollar nach einem Jahr 5.290 US-Dollar übrig, ein Minus von 47,1 %.
Am ehesten könnte der JGPI dämpfen. Das Beta misst, wie stark ein Fonds auf Marktbewegungen reagiert, ein Wert von 1 bedeutet Gleichlauf mit dem Markt. extraETF weist für den JGPI ein Beta von nur 0,16 aus, rechnerisch reagiert er also kaum auf den Gesamtmarkt. Belegt ist der Schutz aber nicht: Die Down-Capture von 74,49 zeigt, dass er die Rückgänge der letzten zwölf Monate trotzdem zu drei Vierteln mitgemacht hat.
Was die Capture Ratios verraten
Die Capture Ratio zeigt, welchen Anteil der Marktbewegung ein Fonds mitgemacht hat. Eine Up-Capture von 100 heißt volle Teilnahme an Anstiegen, eine Down-Capture von 100 volle Teilnahme an Rückgängen. Ideal wäre viel nach oben und wenig nach unten.
| Kennzahl | WINC | JGPI | WEEK |
|---|---|---|---|
| Capture Ratio Up | 97,43 | 50,19 | Keine Daten |
| Capture Ratio Down | 87,69 | 74,49 | Keine Daten |
Der WINC hat fast jeden Anstieg mitgenommen und Rückgänge etwas abgemildert. Der JGPI hat die Hälfte der Anstiege liegen lassen, aber drei Viertel der Rückgänge voll abbekommen. Diese Schieflage zeigt, wie teuer eine zu defensive Konstruktion in einem starken Aktienmarkt werden kann. Für den WEEK wirst du solche Werte frühestens in einem Jahr sehen.
Kurz gesagt: Kein Covered-Call-ETF ist in jeder Marktphase besser. Der WEEK ist bei plötzlichen, starken Sprüngen im Vorteil, WINC und JGPI holen in ruhigen Seitwärtsmärkten mehr Prämie je überschriebenem Dollar heraus, und in einem Crash hilft keiner der drei verlässlich.
Wie ist die regionale Verteilung?
Der WEEK steckt 79,55 % seines Geldes in US-Aktien, deutlich mehr als ein klassischer Welt-ETF wie der iShares Core MSCI World mit 72,65 %. Dahinter folgen Japan mit 6,77 %, Großbritannien mit 3,32 % und die großen Euroländer mit jeweils unter 3 %. Kanada fehlt komplett, die Schweiz kommt nur auf 0,54 %, Schwellenländer spielen praktisch keine Rolle. Wer den WEEK neben einen Welt-ETF legt, verstärkt also das USA-Gewicht, das ohnehin schon im Depot liegt.
| Land | Anteil am ETF | Vergleich zum klassischen Welt-ETF |
|---|---|---|
| USA | 79,55 % | Deutlich übergewichtet (MSCI World 72,65 %) |
| Japan | 6,77 % | Leicht übergewichtet (5,76 %), komplett über einen Nikkei-225-ETF |
| Großbritannien | 3,32 % | Praktisch gleich (3,30 %) |
| Frankreich | 2,70 % | Leicht übergewichtet (2,02 %) |
| Deutschland | 2,52 % | Leicht übergewichtet (2,05 %) |
| Niederlande | 1,35 % | Leicht untergewichtet (1,44 %) |
| Spanien | 1,13 % | Leicht übergewichtet (0,93 %) |
| Italien | 0,70 % | Im MSCI World nicht unter den zehn größten Ländern |
| Schweiz | 0,54 % | Deutlich untergewichtet (2,45 %) |
| Brasilien | 0,35 % | Im MSCI World nicht enthalten, hier über MercadoLibre |
| Kanada | 0,00 % | Komplett ausgelassen (3,32 %) |
| Australien | Unter 0,35 % | Deutlich untergewichtet (1,51 %) |
Regionen im Vergleich mit WINC, JGPI und MSCI World
| Region | WEEK | WINC | JGPI | MSCI World |
|---|---|---|---|---|
| Nordamerika | 79,55 % | 71,58 % | 68,03 % | 75,98 % |
| Europa | 12,53 % | 13,15 % | 17,84 % | 14,96 % |
| Asien | 6,82 % | 11,52 % | 13,46 % | 7,00 % |
| Pazifik | Nicht ausgewiesen | 0,75 % | 0,10 % | 1,55 % |
| Lateinamerika | 0,35 % | 0,15 % | Nicht ausgewiesen | 0,15 % |
| Land | WEEK | WINC | JGPI | MSCI World |
|---|---|---|---|---|
| USA | 79,55 % | 69,49 % | 66,30 % | 72,65 % |
| Japan | 6,77 % | 7,00 % | 10,52 % | 5,76 % |
| Großbritannien | 3,32 % | 2,25 % | 0,91 % | 3,30 % |
| Frankreich | 2,70 % | 2,39 % | 4,49 % | 2,02 % |
| Deutschland | 2,52 % | Nicht in Top 10 | 3,86 % | 2,05 % |
| Niederlande | 1,35 % | 1,60 % | 2,04 % | 1,44 % |
| Spanien | 1,13 % | 1,04 % | 1,56 % | 0,93 % |
| Italien | 0,70 % | 2,22 % | Nicht in Top 10 | Nicht in Top 10 |
| Schweiz | 0,54 % | Nicht in Top 10 | 2,19 % | 2,45 % |
| Kanada | 0,00 % | 2,09 % | 1,73 % | 3,32 % |
| Singapur | Nicht in Top 10 | 1,88 % | 1,42 % | Nicht in Top 10 |
Japan steckt komplett in einem Nikkei-ETF
Die größte Position im WEEK ist gar keine Aktie. Es ist der iShares Core Nikkei 225 ETF mit 6,88 %, und über ihn läuft das gesamte Japan-Engagement. Einzelne japanische Aktien hält der Fonds nicht. Die kleine Differenz zu den 6,77 % Japan bei extraETF entsteht durch die unterschiedliche Berechnungsbasis von Bestandsliste und Länderauswertung.
Das hat zwei Haken. Auf diesen Teil zahlst du doppelt Kosten, weil der Nikkei-ETF eigene laufende Gebühren hat. Und der Nikkei 225 ist preisgewichtet: Aktien mit hohem Kurs bekommen viel Gewicht, egal wie groß das Unternehmen ist. Das ist eine ganz andere Japan-Logik als im MSCI World.
Europa: Blue Chips und ein britischer Mini-Schwanz
In Europa setzt der WEEK auf bekannte Standardwerte wie SAP, ASML, TotalEnergies, Allianz, Siemens, Iberdrola oder LVMH. Selbst die größte Europa-Position, ASML, kommt aber nur auf 0,88 %.
Dazu kommen 44 britische Werte mit jeweils unter 0,1 % Gewicht, von Games Workshop bis Marks & Spencer. Auf dein Ergebnis haben diese Mini-Positionen praktisch keinen Einfluss.
Was dem WEEK fehlt
Kanada fehlt ganz, obwohl es im MSCI World mit 3,32 % das drittgrößte Land ist. Die Schweiz ist mit 0,54 % stark untergewichtet, Nestlé, Novartis und Roche sucht man in der Bestandsliste vergeblich. Schwellenländer tauchen nur über Einzelfälle wie MercadoLibre auf.
Unterm Strich ist der WEEK kein vollständiger Weltbaustein. Er ist ein US-Portfolio mit europäischem und japanischem Beiwagen.
Welche Währungen stecken im ETF?
Der Fonds rechnet in US-Dollar und sichert Wechselkurse nicht ab. Für dich als Euro-Anleger zählt aber nicht die Fondswährung, sondern die Währung der Aktien im Fonds. Steigt der Euro gegenüber dem Dollar, verlierst du auf den Dollar-Teil. Fällt er, gewinnst du.
| Währung | WEEK | WINC | JGPI | MSCI World |
|---|---|---|---|---|
| US-Dollar | ca. 79,6 % | 73,06 % | 67,78 % | ca. 72,7 % |
| Euro | ca. 8,4 % | 9,25 % | 14,59 % | mindestens 6,4 % |
| Japanischer Yen | ca. 6,8 % | 7,15 % | 11,18 % | ca. 5,8 % |
| Britisches Pfund | ca. 3,3 % | 2,03 % | 0,50 % | ca. 3,3 % |
| Schweizer Franken | ca. 0,5 % | 0,90 % | 1,22 % | ca. 2,5 % |
| Kanadischer Dollar | 0,0 % | 2,16 % | 0,55 % | ca. 3,3 % |
| Sonstige | ca. 1,4 % | 5,42 % | 4,18 % | ca. 6,1 % |
Mit rund 80 % US-Dollar trägt der WEEK das höchste Dollar-Risiko der vier Fonds in der Tabelle. Euro und Yen kommen zusammen nur auf gut 15 %. Liegt in deinem Depot schon viel Dollar, spricht das eher gegen den WEEK als Ergänzung.
Dazu kommt: Die Ausschüttungen fließen in US-Dollar. Wie viel davon in Euro auf deinem Konto landet, hängt am Wechselkurs des Zahltags. Plane deinen Cashflow deshalb mit Puffer statt auf den Cent.
Wie ist die Branchenverteilung?
Technologie ist mit 35,13 % die größte Branche im WEEK, dahinter folgen Finanzen mit 12,82 % und Kommunikation mit 10,60 %. Technologie und Kommunikation zusammen kommen auf 45,73 %, im MSCI World sind es 40,43 %. Defensive Branchen wie Versorger (2,15 %) und Basiskonsum (5,89 %) liegen etwa auf Marktniveau und fallen neben dem Tech-Block kaum ins Gewicht. Von den vier Fonds im Vergleich hat der WEEK damit das wachstumslastigste Branchenprofil.
| Branche | Gewichtung | Vergleich zum klassischen Welt-ETF | Strategische Einordnung |
|---|---|---|---|
| Technologie | 35,13 % | Übergewichtet (31,94 %) | Motor für Kurswachstum, aber wenig Dividende und hohe Schwankung |
| Finanzen | 12,82 % | Untergewichtet (15,60 %) | Weniger Banken und Versicherer als im Markt |
| Kommunikation | 10,60 % | Übergewichtet (8,49 %) | Von Alphabet und Meta geprägt |
| Gesundheitswesen | 9,33 % | Marktneutral (9,19 %) | Eli Lilly, Johnson & Johnson und AbbVie als Stabilisatoren |
| Zyklische Konsumgüter | 8,89 % | Leicht übergewichtet (8,28 %) | Amazon und Tesla dominieren |
| Industrie | 7,46 % | Untergewichtet (10,45 %) | Deutlich weniger Industriewerte als im Markt |
| Basiskonsumgüter | 5,89 % | Übergewichtet (4,75 %) | Walmart, Costco und Coca-Cola als defensive Beimischung |
| Energie | 4,78 % | Leicht übergewichtet (4,09 %) | ExxonMobil und Chevron als Dividendenzahler |
| Versorger | 2,15 % | Marktneutral (2,21 %) | Kaum defensiver Anker |
| Grundmaterialien | 1,27 % | Deutlich untergewichtet (3,08 %) | Rohstoffe fast nicht vorhanden |
Branchen im Vergleich mit WINC, JGPI und MSCI World
| Branche | WEEK | WINC | JGPI | MSCI World |
|---|---|---|---|---|
| Technologie | 35,13 % | 28,65 % | 23,96 % | 31,94 % |
| Finanzen | 12,82 % | 13,51 % | 14,08 % | 15,60 % |
| Kommunikation | 10,60 % | 10,22 % | 9,59 % | 8,49 % |
| Gesundheitswesen | 9,33 % | 9,72 % | 14,70 % | 9,19 % |
| Zyklische Konsumgüter | 8,89 % | 6,26 % | 5,50 % | 8,28 % |
| Industrie | 7,46 % | 9,66 % | 7,52 % | 10,45 % |
| Basiskonsumgüter | 5,89 % | 6,46 % | 9,10 % | 4,75 % |
| Energie | 4,78 % | 5,80 % | Nicht in Top 10 | 4,09 % |
| Versorger | 2,15 % | 3,81 % | 6,66 % | 2,21 % |
| Grundmaterialien | 1,27 % | Nicht in Top 10 | 4,61 % | 3,08 % |
| Cash | Nicht in Top 10 | 28,09 % | Nicht in Top 10 | Nicht in Top 10 |
Viel Technologie für einen Einkommens-ETF
35,13 % Technologie sind gut drei Prozentpunkte mehr als im MSCI World. Für einen Einkommens-ETF ist das ungewöhnlich. Tech-Konzerne schütten wenig aus und schwanken stärker, die laufenden Erträge müssen also vor allem aus den Optionen kommen.
Das zeigt sich auch bei der Bewertung. Das Kurs-Gewinn-Verhältnis (KGV) des WEEK liegt bei 19,73, das Kurs-Buchwert-Verhältnis (KBV) bei 4,14. Der MSCI World kommt auf 18,84 und 3,61, auch WINC und JGPI liegen bei beiden Kennzahlen darunter. Mit dem WEEK kaufst du also das am höchsten bewertete Aktienportfolio der vier.
Was sind die derzeitigen Top 10 Holdings?
Die zehn größten Positionen machen im WEEK 36,53 % des Fondsvermögens aus. Ganz oben steht der iShares Core Nikkei 225 ETF mit 6,88 %, gefolgt von NVIDIA mit 6,24 %, Apple mit 5,72 % und Microsoft mit 4,56 %. Die neun Einzelaktien in den Top 10 sind allesamt US-Technologie- und Plattformkonzerne und jede ist höher gewichtet als im MSCI World. An der Spitze ist der WEEK damit konzentrierter als ein klassischer Welt-ETF, dessen Top 10 auf 27,65 % kommen.
| Name | Branche | Land | Gewicht |
|---|---|---|---|
| iShares Core Nikkei 225 ETF | Aktien-ETF Japan | Japan | 6,88 % |
| NVIDIA | Technologie | USA | 6,24 % |
| Apple | Technologie | USA | 5,72 % |
| Microsoft | Technologie | USA | 4,56 % |
| Amazon | Zyklische Konsumgüter | USA | 2,92 % |
| Alphabet (A) | Kommunikation | USA | 2,45 % |
| Alphabet (C) | Kommunikation | USA | 2,15 % |
| Broadcom | Technologie | USA | 2,11 % |
| Meta Platforms | Kommunikation | USA | 2,02 % |
| Micron Technology | Technologie | USA | 1,48 % |
| Summe Top 10 | 36,53 % |
Top 10 im Vergleich mit WINC, JGPI und MSCI World
| Rang | WEEK | WINC | JGPI | MSCI World |
|---|---|---|---|---|
| 1 | iShares Core Nikkei 225 ETF 6,88 % | NVIDIA 5,12 % | Johnson & Johnson 1,96 % | NVIDIA 5,66 % |
| 2 | NVIDIA 6,24 % | Apple 4,28 % | Microsoft 1,59 % | Apple 5,41 % |
| 3 | Apple 5,72 % | Microsoft 3,40 % | Southern Company 1,54 % | Microsoft 3,85 % |
| 4 | Microsoft 4,56 % | Alphabet (A) 1,60 % | Takeda Pharmaceutical 1,45 % | Amazon 2,65 % |
| 5 | Amazon 2,92 % | Alphabet (C) 1,53 % | Berkshire Hathaway (B) 1,33 % | Alphabet (A) 2,20 % |
| 6 | Alphabet (A) 2,45 % | Amazon 1,52 % | AT&T 1,31 % | Meta Platforms 1,87 % |
| 7 | Alphabet (C) 2,15 % | Meta Platforms 1,43 % | ASML 1,28 % | Alphabet (C) 1,74 % |
| 8 | Broadcom 2,11 % | Broadcom 1,37 % | Motorola Solutions 1,26 % | Broadcom 1,74 % |
| 9 | Meta Platforms 2,02 % | Coca-Cola 1,31 % | Coca-Cola 1,25 % | Micron Technology 1,34 % |
| 10 | Micron Technology 1,48 % | Costco 1,25 % | NVIDIA 1,16 % | Tesla 1,19 % |
| Summe | 36,53 % | 22,81 % | 14,14 % | 27,65 % |
Mit 36,53 % ist die Spitze des WEEK am stärksten konzentriert. Selbst ohne den Nikkei-ETF kämen seine neun größten Aktien noch auf 29,65 % und damit auf mehr als die Top 10 des MSCI World.
Jede Megacap-Aktie ist übergewichtet
NVIDIA wiegt im WEEK 6,24 % statt 5,66 % im MSCI World, Apple 5,72 % statt 5,41 %, Microsoft 4,56 % statt 3,85 %. Bei Amazon, Alphabet, Broadcom, Meta und Micron sieht es genauso aus. Die Megacaps, also die größten Börsenkonzerne der Welt, prägen den WEEK noch stärker als den Markt selbst.
Für die Optionsstrategie passt das ins Bild. Der Fonds überschreibt den S&P 500, und der hängt stark an genau diesen Titeln. Aktienportfolio und Optionen laufen dadurch eng im Gleichschritt.
Wie ist die Verteilung nach Marktkapitalisierung?
Der WEEK steckt 96,94 % seines Vermögens in sehr große und große Unternehmen, mittelgroße Werte kommen nur auf 3,03 %. Im MSCI World liegen 82,92 % in großen und sehr großen Unternehmen und 16,83 % in mittelgroßen. Kleine Unternehmen spielen mit 0,02 % keine Rolle. Der WEEK ist damit eine reine Large-Cap-Strategie.
| Größe | Gewicht | Einordnung |
|---|---|---|
| Sehr groß | 52,31 % | Mehr als im MSCI World (48,11 %), getrieben von den US-Megacaps |
| Groß | 44,63 % | Deutlich mehr als im MSCI World (34,81 %) |
| Mittelgroß | 3,03 % | Stark untergewichtet (16,83 %) |
| Klein | 0,02 % | Praktisch nicht vorhanden (0,25 %) |
| Micro | 0,00 % | Nicht vorhanden |
Marktkapitalisierung im Vergleich
| Größe | WEEK | WINC | JGPI | MSCI World |
|---|---|---|---|---|
| Sehr groß | 52,31 % | 42,29 % | 24,45 % | 48,11 % |
| Groß | 44,63 % | 40,16 % | 46,77 % | 34,81 % |
| Mittelgroß | 3,03 % | 14,91 % | 28,25 % | 16,83 % |
| Klein | 0,02 % | 2,64 % | 0,52 % | 0,25 % |
| Micro | 0,00 % | 0,00 % | 0,00 % | 0,00 % |
Warum kaum mittelgroße Werte im WEEK stecken
Ich sehe zwei Gründe. Erstens muss es auf jede Aktie eine börsengehandelte Option geben, und liquide Optionen gibt es vor allem auf große Werte. Zweitens lohnen sich bei knapp 4 Mio. US-Dollar Fondsvermögen viele kleine Einzelpositionen kaum.
Welcher Aktienstil steckt im WEEK?
| Stil | WEEK | WINC | JGPI | MSCI World |
|---|---|---|---|---|
| Value | 33,55 % | 36,13 % | 38,49 % | 28,75 % |
| Blend | 41,02 % | 43,00 % | 43,82 % | 44,56 % |
| Growth | 25,43 % | 20,87 % | 17,69 % | 26,69 % |
Kurz zu den Begriffen: Value steht für günstig bewertete Aktien, Growth für wachstumsstarke Aktien mit höherer Bewertung, Blend für die Mischung dazwischen.
Das hat mich überrascht: Trotz des hohen Tech-Anteils stuft extraETF 33,55 % des WEEK als Value ein, mehr als beim MSCI World mit 28,75 %. Das spricht für eine breite Schicht klassischer Standardwerte unterhalb der Megacaps. Beim Growth-Anteil liegt der WEEK mit 25,43 % trotzdem nah am MSCI World mit 26,69 %.
Wie ist die bisherige Performance?
Für den WEEK gibt es nach dem Start am 15.09.2026 genau einen Wert: +0,18 % in der Woche bis zum 28.09.2026. Das ist statistisch bedeutungslos. Viel aufschlussreicher ist der Blick auf die Konkurrenz: Der WINC lag im Jahr bis zum 28.09.2026 mit +21,22 % sogar vor dem iShares Core MSCI World mit +19,92 %, der JGPI kam nur auf +6,69 %. Bei Covered-Call-ETFs entscheidet die Konstruktion also mehr über die Rendite als das Etikett.
| Zeitraum | Rendite | Einordnung |
|---|---|---|
| 1 Woche | +0,18 % | MSCI World ETF -0,15 %, WINC +0,17 %, JGPI +0,14 %. Keine Aussagekraft |
| 1 Monat | Keine Daten | Start am 15.09.2026 |
| 3 Monate | Keine Daten | Start am 15.09.2026 |
| 1 Jahr | Keine Daten | Frühestens im September 2027 |
| 3 Jahre | Keine Daten | Frühestens im September 2029 |
Performance von WINC, JGPI und MSCI World im Vergleich
| Zeitraum | WINC | JGPI | iShares Core MSCI World |
|---|---|---|---|
| 1 Monat | +1,65 % | -1,16 % | +1,04 % |
| 3 Monate | +5,03 % | +3,15 % | +4,29 % |
| 6 Monate | +17,78 % | +3,94 % | +20,15 % |
| Laufendes Jahr | +16,95 % | +5,07 % | +15,92 % |
| 1 Jahr | +21,22 % | +6,69 % | +19,92 % |
Warum WINC und JGPI so weit auseinanderliegen
Beide verkaufen Indexcalls nah am Markt, beide zahlen monatlich, beide kosten 0,35 %. Trotzdem trennen sie über ein Jahr mehr als 14 Prozentpunkte. Der Unterschied steckt im Aktienportfolio: Der WINC hält ein marktnahes Portfolio plus Futures, der JGPI ein bewusst ruhiges Portfolio mit viel Gesundheit, Basiskonsum und Versorgern.
Für den WEEK heißt das: Sein Aktienportfolio liegt deutlich näher am Markt als das des JGPI. Wie viel von der Marktrendite am Ende bei dir ankommt, entscheidet dann vor allem seine Optionsschicht.
Welche Risikokennzahlen auffallen
Für den WEEK gibt es noch keine Risikokennzahlen. Bei WINC und JGPI stechen drei Werte heraus.
| Kennzahl | WINC | JGPI | iShares Core MSCI World |
|---|---|---|---|
| Volatilität 1 Jahr | 7,50 % | 9,13 % | 10,33 % |
| Maximaler Drawdown 1 Jahr | -5,32 % | -8,01 % | -6,35 % |
| Sharpe Ratio | 1,62 | 0,34 | 1,22 |
Kurz zu den Begriffen: Die Volatilität misst die Schwankungsbreite, der maximale Drawdown den größten Verlust vom Hoch bis zum Tief und die Sharpe Ratio die Rendite pro Einheit Risiko. Der WINC schwankte weniger als der Markt und lieferte trotzdem das bessere Verhältnis aus Rendite und Risiko.
Beim JGPI ist es umgekehrt. Trotz defensiver Ausrichtung hatte er den tiefsten Drawdown der drei und mit Abstand die schwächste Sharpe Ratio. Defensive Aktien plus Optionen sind also kein Garant für kleinere Verluste. Ob der WEEK eher dem WINC oder dem JGPI ähnelt, zeigen erst die Kennzahlen nach zwölf Monaten.
Was das Basisinformationsblatt verrät
Das Basisinformationsblatt rechnet Szenarien für 10.000 US-Dollar über die empfohlene Haltedauer von fünf Jahren. Weil es den Fonds erst seit September 2026 gibt, können diese Zahlen nicht aus seiner eigenen Kursreihe stammen. Sie beruhen auf der Wertentwicklung der vergangenen zehn Jahre und auf bestimmten Annahmen.
| Szenario | Nach 1 Jahr | Nach 5 Jahren (Rendite pro Jahr) |
|---|---|---|
| Stress | 5.290 USD (-47,1 %) | 3.850 USD (-17,4 %) |
| Pessimistisch | 8.010 USD (-19,9 %) | 10.170 USD (+0,3 %) |
| Mittel | 11.130 USD (+11,3 %) | 15.850 USD (+9,6 %) |
| Optimistisch | 15.380 USD (+53,8 %) | 20.590 USD (+15,5 %) |
Eine Prognose ist das nicht. Den Risikoindikator stuft das Basisinformationsblatt auf 4 von 7 ein, also eine mittlere Risikoklasse. Die Tabelle zeigt aber sehr deutlich, womit du rechnen musst: mit dem vollen Auf und Ab des Aktienmarkts. Ein Einkommens-ETF mit Optionen ersetzt weder Anleihen noch Tagesgeld.
Was sind die Vorteile?
Der größte Pluspunkt des WEEK ist die Kombination aus wöchentlicher Ausschüttung und einer Optionsstruktur, die pro Woche nur ein schmales Band des Kursanstiegs abgibt. Dazu kommen die Einstufung als Aktienfonds mit 30 % Teilfreistellung, der Verzicht auf Wertpapierleihe und die tägliche Offenlegung aller Positionen.
Die Vorteile im Überblick
Geld jede Woche
HANetf bewirbt den WEEK als ersten ETF Europas mit wöchentlicher Ausschüttung. Wenn du laufende Ausgaben aus dem Depot bezahlst, glättet das deinen Geldfluss spürbar. Statt einer Zahlung im Monat kommen vier oder fünf kleinere.
Unterschätze den psychologischen Effekt nicht. Viele Anleger in der Entnahmephase halten Kursschwankungen gelassener aus, wenn regelmäßig Geld auf dem Verrechnungskonto landet.
Der Call-Spread schützt vor dem großen Verzicht
Für mich ist das der spannendste Teil der Konstruktion. Über beide laufenden Spreads zusammen kann der WEEK höchstens rund 0,96 % des Fondsvermögens an die Optionskäufer abgeben, alles darüber bleibt im Fonds. WINC und JGPI geben auf dem überschriebenen Teil dagegen jeden Punkt über dem Basispreis ab.
Das hilft vor allem bei plötzlichen Kurssprüngen. In einer gleichmäßigen Rally gibt der WEEK das Band dagegen jede Woche neu ab, wie ich im Kapitel zu den Marktphasen durchrechne.
Aktienfonds mit 30 % Teilfreistellung
Der WEEK wird als Aktienfonds nach deutschem Investmentsteuergesetz verwaltet, genau wie der WINC. 30 % deiner Ausschüttungen und Kursgewinne bleiben damit steuerfrei. Statt 26,375 % Abgeltungsteuer inklusive Solidaritätszuschlag zahlst du effektiv rund 18,46 %. Bei einem Produkt, das vor allem über Ausschüttungen wirken soll, ist das ein echter Hebel für deine Nettorendite.
Keine Wertpapierleihe, volle Transparenz
Wertpapierleihe ist beim WEEK nicht vorgesehen. Das Risiko, dass ein Entleiher verliehene Aktien nicht zurückgibt, entfällt damit. Beim WINC weist extraETF dagegen Wertpapierleihe aus.
Dazu veröffentlicht HANetf jeden Handelstag die komplette Bestandsliste mit allen Optionen, Basispreisen und Fälligkeiten. Du kannst also jederzeit selbst prüfen, wie viel der Fonds gerade überschreibt.
Was sind die Nachteile?
Der schwerste Nachteil ist das winzige Fondsvolumen von 1,75 Mio. Euro laut extraETF, weit unter der Mindestgröße von 30 Mio. US-Dollar, ab der eine Schließung möglich ist. Dazu kommen fehlende Historie, die höchste TER im Vergleich, mögliche Ausschüttungen aus dem Kapital und eine starke Konzentration auf US-Technologie und US-Dollar. Auch der Spread hat eine Kehrseite: Er senkt die Prämie pro überschriebenem Dollar.
Die Nachteile im Überblick
Echtes Schließungsrisiko
Liegt der Fonds unter 30 Mio. US-Dollar, darf die Verwaltung alle Anteile zwangsweise zurücknehmen. Am 28.09.2026 waren es laut extraETF 1,75 Mio. Euro und laut HANetf-Bestandsliste knapp 4,0 Mio. US-Dollar. Bis zur Mindestgröße fehlt also ein Vielfaches.
Eine Schließung ist kein Totalverlust. Du bekommst den Anteilswert abzüglich etwaiger Kosten ausgezahlt. Aber du musst dir eine neue Anlage suchen, zahlst unter Umständen Steuern auf aufgelaufene Gewinne und hast Transaktionskosten. Für einen Baustein, den du jahrelang halten willst, ist das ein ernstes Risiko.
Keine Historie, keine Kennzahlen
Ohne Kursreihe gibt es keine Volatilität, keinen Drawdown, keine Sharpe Ratio und keine Ausschüttungsreihe. extraETF vergibt im eigenen Review entsprechend nur anderthalb von fünf Sternen. Du kaufst also eine Strategie auf dem Papier, keinen erprobten Fonds.
💡 Lesetipp
Fondsgröße, Historie und Kosten gehören zu den Punkten, die ich vor jedem ETF-Kauf prüfe. Die komplette Checkliste findest du in 9 eiserne Regeln, die du vor dem ETF-Kauf 2026 beachten musst.
Die höchsten Kosten im Vergleich
Die TER, also die laufenden Kosten, liegt bei 0,50 % pro Jahr. WINC und JGPI kosten je 0,35 %, der iShares Core MSCI World 0,20 %. Im Basisinformationsblatt kommen 0,07 % Transaktionskosten hinzu, insgesamt also 0,57 % pro Jahr.
Das ist kein Widerspruch: Die TER umfasst nur die laufenden Verwaltungskosten, das Basisinformationsblatt rechnet die geschätzten Kosten für Käufe und Verkäufe im Fonds dazu. Auf den Japan-Teil kommt über den Nikkei-225-ETF außerdem noch dessen eigene Gebühr.
Ausschüttungen aus dem Kapital möglich
Reichen Dividenden und Prämien nicht, darf der WEEK aus dem Fondskapital ausschütten. HANetf warnt selbst, dass das den Anteilswert unmittelbar senken kann. Eine hohe Wochenausschüttung ist also kein Beweis für hohe Erträge.
US- und Tech-Klumpen mit Dollar-Risiko
79,55 % USA, 35,13 % Technologie, keine Währungsabsicherung. Besitzt du schon einen Welt-ETF, erhöhst du mit dem WEEK genau die Positionen, die dort bereits am schwersten wiegen.
Kleinere Prämie durch den Spread
Der gekaufte Call kostet Geld. Pro überschriebenem Dollar bleibt beim WEEK deshalb weniger Prämie übrig als bei WINC und JGPI. Ob die hohe Überschreibungsquote das ausgleicht, ist offen.
Handel und Sparplan
Liquiditätsdaten wie XLM oder iXLM gibt es für den WEEK noch nicht. Bei einem so kleinen Fonds solltest du mit einer breiteren Geld-Brief-Spanne rechnen als bei WINC oder JGPI, also einem größeren Abstand zwischen Kauf- und Verkaufskurs.
Wie hoch ist die Dividendenrendite?
Für den WEEK lässt sich noch keine Dividendenrendite angeben. extraETF zeigt bis zum 28.09.2026 keine Ausschüttung, und den Fonds gibt es erst seit dem 15.09.2026. Zum Vergleich: Der WINC kam 2025 auf 9,57 % Ausschüttungsrendite, der JGPI auf 7,45 %. Wie hoch die Wochenzahlungen des WEEK ausfallen und ob sie aus Erträgen oder aus Kapital stammen, zeigen erst die kommenden Monate.
| Ex-Datum (oder Jahr) | Zahltag (Valuta) | Ausschüttung je Anteil (oder Rendite) |
|---|---|---|
| 15.09.2026 bis 28.09.2026 | Keine Angabe | Noch keine Ausschüttung ausgewiesen |
Ausschüttungen von WINC und JGPI im Vergleich
| Jahr | WEEK | WINC | JGPI |
|---|---|---|---|
| 2026 (Prognose extraETF) | 0,00 € | 0,57 € (11,06 %) | 1,82 € (8,08 %) |
| 2025 | Noch nicht aufgelegt | 0,48 € (9,57 %) | 1,86 € (7,45 %) |
| 2024 | Noch nicht aufgelegt | 0,23 € (Rumpfjahr) | 1,57 € (6,77 %) |
Die 11,06 % beim WINC für 2026 sind eine Hochrechnung kurz nach der Umstellung auf monatliche Zahlungen. Als Orientierung für das, was ein Welt-ETF mit Optionsprämien leisten kann, taugen die belegten Werte für 2025 besser.
Wie stark die Monatsbeträge beim JGPI schwanken
| Stichtag | Zahltag (Valuta) | Ausschüttung je Anteil |
|---|---|---|
| 22.05.2026 | 05.06.2026 | 0,3244 USD |
| 12.06.2026 | 08.07.2026 | 0,1866 USD |
| 10.07.2026 | 07.08.2026 | 0,1597 USD |
| 14.08.2026 | 04.09.2026 | 0,1909 USD |
| 11.09.2026 | 07.10.2026 | 0,1454 USD |
Die höchste Zahlung war mehr als doppelt so hoch wie die niedrigste. Das ist typisch für Ausschüttungen aus Optionsprämien, denn Prämien steigen und fallen mit der Nervosität am Markt. Beim WEEK rechne ich mit demselben Muster, nur in 52 statt zwölf Schritten.
Warum ich keine Rendite für den WEEK schätze
Eine Hochrechnung aus zwei Handelswochen wäre Kaffeesatzleserei. Die Wochenbeträge hängen von der Prämie beim Rollen ab, von den Dividendenterminen der Aktien und davon, ob die Verwaltung Kapital zuschießt. Nichts davon ist nach zwei Wochen stabil.
Eine belastbare Renditeangabe erwarte ich frühestens nach drei Monaten. Dann siehst du, ob die Wochenbeträge einigermaßen konstant bleiben und ob der Anteilswert trotz Ausschüttungen hält.
Was 52 Ausschüttungen im Jahr steuerlich bedeuten
Sobald dein Sparerpauschbetrag, also dein jährlicher Freibetrag für Kapitalerträge von 1.000 Euro (Alleinstehende), aufgebraucht ist, führt deine Bank bei jeder Ausschüttung Abgeltungsteuer ab. Wegen der Teilfreistellung sind davon jeweils nur 70 % steuerpflichtig. Von 100 Euro Ausschüttung versteuerst du also 70 Euro.
Einen Steuervorteil gegenüber monatlichen Zahlungen haben wöchentliche Ausschüttungen nicht. Du bekommst nur mehr Einzelbuchungen auf die Abrechnung.
Wie wirken sich die Optionsstrategien auf die Ausschüttungen aus?
Wie viel der WEEK aus eigenen Erträgen ausschütten kann, lässt sich aus der Konstruktion nicht sicher ableiten, weil zwei Kräfte gegeneinander wirken. Der Call-Spread liefert pro überschriebenem Dollar weniger Nettoprämie als die einfachen Indexcalls von WINC und JGPI. Dafür überschreibt der WEEK nominal fast sein ganzes Vermögen statt rund ein Drittel oder die Hälfte. Klar ist nur: Die Dividenden seiner Tech-lastigen Aktien tragen wenig bei. Was einfache Calls nah am Markt an Ertrag bringen können, zeigen WINC und JGPI mit 9,57 % und 7,45 % im Jahr 2025.
| Ertragsquelle | WEEK | WINC | JGPI |
|---|---|---|---|
| Dividenden der Aktien | Eher niedrig: 45,73 % Technologie und Kommunikation, höchstes KGV und KBV | Mittel: marktnahes Portfolio mit einzelnen Dividendenwerten | Vermutlich am höchsten: viel Gesundheit, Basiskonsum und Versorger |
| Optionsprämie | Pro Dollar klein, dafür fast das ganze Vermögen überschrieben | Pro Dollar hoch, S&P 500 zu rund einem Drittel überschrieben, dazu drei weitere Indizes | Pro Dollar hoch, S&P 500 zu gut der Hälfte überschrieben, dazu MSCI EAFE |
| Ausschüttung aus Kapital | Ausdrücklich möglich | Bisher keine Anzeichen, Gesamtrendite über ein Jahr +21,22 % | Keine Angabe im Informationsblatt |
| Frequenz | Wöchentlich | Monatlich (seit 04.09.2026) | Monatlich |
| Ausschüttungsrendite 2025 | Noch keine Historie | 9,57 % | 7,45 % |
| Stabilität der Beträge | Noch unbekannt | Schwankt mit dem Prämienniveau | Zuletzt zwischen 0,1454 und 0,3244 USD pro Monat |
Warum der Spread die Ausschüttung drückt
Beim Covered Call Spread bezahlt der Fonds den gekauften Call aus der Prämie des verkauften. Wie viel das ausmacht, zeigt die Bestandsliste vom 28.09.2026: Die verkauften Calls standen mit 9.178 US-Dollar im Minus, die gekauften mit 3.073 US-Dollar im Plus. Die Absicherung ist also rund ein Drittel so viel wert wie die verkauften Calls.
Anders gesagt: Einen spürbaren Teil seiner Prämie gibt der WEEK für den Schutz vor Kurssprüngen wieder aus. Ob er das über die hohe Überschreibungsquote ausgleicht, zeigen erst die tatsächlichen Wochenbeträge.
Dividenden als schwacher zweiter Motor
NVIDIA, Apple, Microsoft, Amazon, Alphabet, Broadcom und Meta an der Spitze machen den WEEK zu einem wachstumsorientierten Portfolio. Diese Konzerne schütten gemessen an ihrem Börsenwert wenig oder gar nichts aus. Der Dividendenbeitrag zur Wochenausschüttung wird deshalb klein bleiben.
Beim JGPI mit Johnson & Johnson, Southern Company, AT&T und Coca-Cola unter den größten Positionen sieht das ganz anders aus. Dort dürften die Dividenden deutlich mehr zur Ausschüttung beitragen.
So erkennst du Substanzausschüttungen
Reichen Prämien und Dividenden nicht, darf der WEEK aus dem Kapital zahlen. Dann bekommst du einen Teil deines eigenen Geldes zurück, und der Anteilswert sinkt entsprechend. Behalte deshalb zwei Zahlen gleichzeitig im Auge: die Summe der Ausschüttungen und den Anteilswert. Sinkt der Anteilswert über Monate, obwohl der Markt steigt, und bleiben die Ausschüttungen trotzdem hoch, zahlt der Fonds sehr wahrscheinlich Substanz aus.
Die ehrlichste Zahl ist die Gesamtrendite inklusive Ausschüttungen. Liegt sie deutlich unter der des MSCI World, ohne dass die Ausschüttung außergewöhnlich hoch ist, verliert die Strategie Substanz.
Meine Erwartung für den WEEK
Ich rechne beim WEEK eher mit einer Ausschüttungsrendite unter der von WINC und JGPI. Die schwache Dividendenbasis spricht dafür, die hohe Überschreibungsquote kann das aber teilweise ausgleichen. Kommen die Wochenbeträge auf das Niveau von WINC oder JGPI oder darüber, würde ich sehr genau hinschauen, ob der Anteilswert mithält oder ob Kapital ausgeschüttet wird.
Für welchen Anlegertyp eignet sich dieser ETF?
Der WEEK eignet sich für erfahrene Einkommensanleger in der Entnahmephase, die einen kleinen Satelliten mit wöchentlichem Cashflow suchen und einen Optionsansatz wollen, der bei plötzlichen Kurssprüngen wenig abgibt. Voraussetzung ist, dass du das Schließungsrisiko eines sehr jungen Fonds tragen kannst und Ausschüttungen und Bestandslisten selbst verfolgst. Als Kerninvestment passt er Stand heute zu niemandem.
Geeignet für diese Anlegertypen
Der Entnahme-Anleger mit Wochenbudget
Bestreitest du laufende Ausgaben aus dem Depot, passt eine Zahlung pro Woche gut zu deinem Alltag. Der WEEK kann einen Teil deiner Entnahmen automatisieren, ohne dass du Anteile verkaufen musst.
Der Covered-Call-Skeptiker
Stört dich an klassischen Covered-Call-ETFs vor allem die Bremse in Rallys, ist der WEEK konzeptionell spannend. Der Call-Spread gibt pro Woche nur ein schmales Band ab und lässt plötzliche Kurssprünge im Fonds. Der Preis dafür ist ein Teil der Prämie. Und in gleichmäßig laufenden Rallys bremst auch der WEEK, weil er das Band Woche für Woche abgibt.
Der neugierige Frühanleger
Begleitest du neue Produkte gern von Anfang an und würde dich eine Schließung finanziell nicht treffen, kannst du eine kleine Position aufbauen und die Entwicklung beobachten. Dann aber ganz bewusst als Experiment und nicht als tragende Säule.
Für welchen Anlegertyp eignet sich dieser ETF nicht?
Der WEEK passt nicht zu Anlegern in der Ansparphase und nicht zu allen, die mit einer festen, hohen Ausschüttung planen. Als Anleihenersatz taugt er ebenso wenig wie für Depots, die bereits stark auf US-Technologie und US-Dollar setzen. Wer ein erprobtes Produkt mit Historie will, sollte mindestens ein Jahr warten.
Nicht geeignet für diese Anlegertypen
Anleger in der Ansparphase
In der Ansparphase brauchst du ungebremstes Wachstum und möglichst späte Steuern. Ist dein Sparerpauschbetrag aufgebraucht, löst jede Ausschüttung sofort Steuern aus, die du bei einem thesaurierenden Welt-ETF größtenteils erst viel später zahlst. Dazu kappt der WEEK einen Teil der Aufwärtsbewegung. Daran ändert auch nichts, dass es inzwischen erste Sparpläne auf den WEEK gibt.
💡 Lesetipp
Welcher Welt-ETF für die Ansparphase taugt und ob ein einziger ETF wirklich reicht, habe ich mit fünf Strategien durchgerechnet: 1-ETF-Portfolio 2026: 5 Strategien und konkrete ETFs im Test
Anleger, die fest mit der Ausschüttung rechnen
Es gibt weder eine Ausschüttungshistorie noch eine Garantie für die wöchentliche Zahlung. Wer eine bestimmte Summe fest einplant, sollte das mit einem Produkt tun, dessen Ausschüttungen er kennt.
Sicherheitsorientierte Anleger
Der WEEK ist ein Aktienfonds mit Risikoklasse 4 von 7 und einem Stressszenario von -47,1 % in einem Jahr. Als Ersatz für Anleihen, Festgeld oder Tagesgeld ist er ungeeignet.
Depots mit viel USA und Tech
79,55 % USA und 35,13 % Technologie verstärken die Klumpen, die ein Welt-ETF ohnehin mitbringt. Hältst du schon einen MSCI World, einen Nasdaq-ETF oder US-Tech-Einzelaktien, wird dein Depot dadurch noch einseitiger.
Mit welchen Strategien lässt sich dieser ETF kombinieren?
Am besten passt der WEEK zu Bausteinen, die seine Lücken füllen: physische Dividenden-ETFs mit wachsender Ausschüttung, europäische Aktien, Schwellenländer und breit gestreute Qualitätsaktien ohne Optionsdeckel. Andere Optionsstrategie-ETFs auf US-Aktien bringen wenig: WINC und JGPI streuen höchstens das Managerrisiko, JPM Nasdaq Equity Premium Income und REX FEGI verstärken den Tech-Klumpen sogar. Alle diese Produkte überschreiben den US-Markt und bremsen in Rallys gemeinsam.
| Partner-ETF | Bewertung | Der strategische Effekt |
|---|---|---|
| Vanguard FTSE All-World High Dividend Yield (IE00B8GKDB10) | ✅ Ideal | Physische Dividendenstreuung mit deutlich weniger USA und Technologie, dazu eine Ausschüttung, die mit den Unternehmensgewinnen wächst |
| L&G Global Quality Dividends (IE0005AJA0P1) | ✅ Ideal | Annähernd gleichgewichtete Qualitäts-Dividendenaktien ohne Optionsdeckel, wenig Megacap-Überschneidung, monatliche Ausschüttung |
| JPM Europe Equity Premium Income Active (IE00064TWYK9) | ⚠️ Bedingt | Streut Region und Währung, stapelt aber eine zweite Optionsstrategie mit derselben Rally-Bremse ins Depot. Dazu sehr jung und klein |
| Fidelity Emerging Markets Quality Income (IE00BYSX4739) | ✅ Ideal | Schließt die Schwellenländer-Lücke des WEEK mit Ausschüttungsfokus |
| Amundi S&P All World High Dividend Yield (IE000LEIJUY9) | ✅ Ideal | Value- und Dividendenwerte als Gegengewicht zum Tech-Schwerpunkt |
| iShares Core MSCI World (IE00B4L5Y983) | ⚠️ Bedingt | Große Überschneidung bei den Megacaps, der WEEK bringt vor allem die Ausschüttungsfrequenz mit |
| IncomeShares Gold+ Yield ETP (XS2852999775) | ⚠️ Bedingt | Andere Anlageklasse, aber dieselbe Rally-Bremse durch verkaufte Calls. Als börsengehandeltes Wertpapier ohne Aktienfonds-Status gibt es keine Teilfreistellung |
| iShares WINC (IE000KJPDY61) oder JPM JGPI (IE0003UVYC20) | ⚠️ Bedingt | Streut das Managerrisiko, aber alle überschreiben den S&P 500 und bremsen in Rallys gemeinsam. Eher statt des WEEK als zusätzlich |
| JPM Nasdaq Equity Premium Income (IE000U9J8HX9) oder REX FEGI (IE000OBK3UE0) | ❌ Stopp | Verstärkt den US-Tech-Klumpen des WEEK zusätzlich |
Der WEEK als kleiner Einkommens-Satellit
Am sinnvollsten ist der WEEK als kleiner Satellit neben einem breit gestreuten Kern aus Welt- oder Dividenden-ETF. Er liefert Wochen-Cashflow, ohne dass dein Depot viel Wachstum verliert.
Am besten ergänzt ihn ein physischer Dividenden-ETF. Die Prämien des WEEK schwanken mit der Nervosität am Markt, die Ausschüttung eines Dividenden-ETFs wächst mit den Unternehmensgewinnen. So streust du nicht nur das Portfolio, sondern auch die Quelle deines Einkommens.
Weil der WEEK schon so US-lastig ist, sollte der Kern eher Europa, Schwellenländer oder gleichgewichtete Qualitätsaktien betonen. So gleichst du den Tech-Schwerpunkt aus, statt ihn zu verdoppeln.
Drei Kandidaten aus der Tabelle habe ich bereits ausführlich analysiert. Der L&G Global Quality Dividends streut annähernd gleichgewichtet über Qualitäts-Dividendenwerte und überschneidet sich kaum mit den Megacaps des WEEK. Der Fidelity Emerging Markets Quality Income schließt die Schwellenländer-Lücke, der Amundi S&P All World High Dividend Yield setzt Value- und Dividendenwerte gegen den Tech-Schwerpunkt.
Regionaler Ausgleich über Europa
Der JPM Europe Equity Premium Income Active setzt dieselbe Grundidee mit europäischen Aktien um. Zusammen mit dem WEEK hast du zwei Einkommensquellen aus unterschiedlichen Regionen und Währungen, statt zweimal denselben US-Markt zu überschreiben.
Trotzdem bewerte ich die Kombination nur mit ⚠️. Beide Fonds verkaufen Calls, beide bremsen in starken Märkten und keiner liefert eine Ausschüttung, die mit den Unternehmensgewinnen wächst. Dazu ist der JPM Europe erst seit Februar 2026 am Markt. Wenn du Europa beimischen willst, ist ein physischer Dividenden-ETF für mich der sauberere Weg, der JPM Europe eher die Wahl für alle, die bewusst noch mehr laufenden Ertrag wollen.
Warum ich Covered-Call-ETFs nicht stapeln würde
WEEK, WINC und JGPI verkaufen alle Calls auf den S&P 500. In einer US-Rally bremsen sie gemeinsam. Ein zweiter Manager streut zwar das Risiko, dass ein einzelnes Modell danebenliegt, am Grundmechanismus ändert das aber nichts. Mehrere Optionsstrategie-ETFs nebeneinander bringen dir vor allem mehr Komplexität und mehr Kosten.
💡 Lesetipp
Statt Optionsstrategien zu stapeln, lohnt ein Blick auf fertige Kombinationen aus Dividenden-ETFs für unterschiedliche Ziele: 8 Dividenden-ETF-Portfolios im Vergleich: Welches ist das Beste für dein Ziel?
Lässt sich dieser ETF in ein Einzelaktien-Depot integrieren?
Ja, als kleiner Einkommensbaustein, aber erst nach einem Überschneidungs-Check. Die Top 10 des WEEK bestehen fast nur aus US-Megacaps wie NVIDIA, Apple, Microsoft und Amazon, die in vielen Einzelaktien-Depots längst stecken. Gut passt der WEEK zu einem Depot aus klassischen Dividendenaktien, dem Tech-Wachstum fehlt. In einem Tech-lastigen Depot verdoppelt er dagegen nur die Risiken, die du schon hast.
Überschneidungen prüfen
Leg deine Positionen neben die Top 10 des WEEK. Hältst du schon viel NVIDIA, Apple und Microsoft, wächst dein Klumpenrisiko mit jedem Euro im WEEK. Allein diese drei Titel machen 16,52 % des Fonds aus.
Wochen-Cashflow neben unregelmäßigen Dividenden
Einzelaktien zahlen meist quartalsweise oder jährlich, deutsche Werte oft gebündelt im Frühjahr. Der WEEK kann diese Lücken füllen und für einen gleichmäßigeren Zahlungsstrom sorgen. Gerade wenn du dein Depot in der Entnahmephase selbst verwaltest, ist das praktisch.
💡 Lesetipp
Wie ein Depot mit Fokus auf Dividenden funktioniert und worauf es bei der Auswahl der Aktien ankommt, erkläre ich in meinem Leitfaden zur Dividendenstrategie.
Covered Calls selbst schreiben oder den ETF nutzen?
Du kannst Covered Calls natürlich auch selbst auf deine Aktien verkaufen. Dafür brauchst du pro Option in der Regel 100 Aktien, einen Broker mit Optionshandel und Zeit für das regelmäßige Rollen. Der WEEK nimmt dir das ab, kostet dafür 0,50 % im Jahr und entscheidet selbst über Basispreise und Laufzeiten.
Meine Faustregel für die Gewichtung
Solange der Fonds so klein ist und keine Historie hat, würde ich den WEEK in einem Einzelaktien-Depot auf einen niedrigen einstelligen Prozentanteil begrenzen. Wächst er und zeigt ein Jahr lang stabile Ausschüttungen ohne Substanzverlust, kannst du neu entscheiden.
Welche Alternativen gibt es?
Die naheliegenden Alternativen sind der iShares World Equity High Income Active (WINC) für eine marktnahe Welt-Strategie mit hoher Ausschüttung und der JPM Global Equity Premium Income Active (JGPI) für einen defensiven Ansatz. Für regionale oder thematische Schwerpunkte kommen der JPM Nasdaq Equity Premium Income, der REX Tech Innovation Income & Growth (FEGI) und der JPM Europe Equity Premium Income infrage. Klassische Dividenden-ETFs wie der L&G Global Quality Dividends verfolgen eine andere Logik und sind deshalb keine Alternative, sondern der bessere Partner.
| ETF-Name | Dividenden-Logik | Größter Vorteil | Größter Nachteil |
|---|---|---|---|
| iShares World Equity High Income Active (WINC, IE000KJPDY61) | Quantitativ ausgewählte Weltaktien plus verkaufte Calls auf vier Indizes und Index-Futures, seit 04.09.2026 monatliche Ausschüttung | 9,57 % Ausschüttungsrendite 2025 bei marktnaher Wertentwicklung (1 Jahr +21,22 %) | Aufwendige Konstruktion mit Futures, Barsicherheiten und Wertpapierleihe, Calls nah am Markt |
| JPM Global Equity Premium Income Active (JGPI, IE0003UVYC20) | Defensives Aktienportfolio mit geringer Schwankung plus Wochenleiter verkaufter Calls auf S&P 500 und MSCI EAFE, monatliche Ausschüttung | Deutlich größer als WEEK und WINC (1,32 Mrd. Euro), breit gestreut, 7,45 % Ausschüttungsrendite 2025 | Nur rund die Hälfte der Marktanstiege mitgenommen (Up-Capture 50,19), 1 Jahr nur +6,69 % |
| JPM Nasdaq Equity Premium Income Active (IE000U9J8HX9) | Nasdaq-100-Aktien plus Optionsprämien auf den Nasdaq-100, monatliche Ausschüttung | Wachstumsstarke Tech-Basis mit hohem Prämienpotenzial | Noch stärkerer US-Tech-Klumpen als beim WEEK |
| REX Tech Innovation Income & Growth (FEGI, IE000OBK3UE0) | 20 US-Tech-Aktien, Covered Calls oder Call-Spreads auf einzelne Aktien für über die Hälfte der Titel, monatliche Ausschüttung | Setzt Einzelaktien-Optionen und Call-Spreads tatsächlich ein, ein Teil der Titel bleibt ohne Deckel | Nur 20 Aktien, fast vollständig USA, TER 0,65 % |
| JPM Europe Equity Premium Income Active (IE00064TWYK9) | Europäische Aktien plus Optionsprämien, monatliche Ausschüttung, angestrebt 8 bis 10 % | Europa und europäische Währungen statt USA und Dollar | Sehr junger Fonds (Start 12.02.2026), keine Weltabdeckung |
WINC: die marktnahe Welt-Alternative
Für mich ist der WINC Stand heute die überzeugendste Alternative. Er hat im letzten Jahr mehr als der MSCI World erwirtschaftet, dabei weniger geschwankt und 2025 fast 10 % ausgeschüttet. Der Haken ist die aufwendige Konstruktion mit Futures, Barsicherheiten und Wertpapierleihe.
Gegenüber dem WEEK kostet er 0,15 Prozentpunkte weniger, verwaltet 687,66 Mio. Euro und hat eine Historie seit März 2024. Wer heute einen Welt-ETF mit Optionsprämien kaufen will, bekommt beim WINC deutlich mehr Belege dafür, dass die Strategie funktioniert. Aufbau, Optionen und Ausschüttungen im Detail findest du in meiner Analyse des iShares World Equity High Income Active ETF.
JGPI: die defensive Alternative
Der JGPI ist das defensivere, aber renditeschwächere Konzept. Mit 1,32 Mrd. Euro ist er der größte der drei, die Aktienauswahl ist breit und defensiv. extraETF weist ihm ein Beta von nur 0,16 aus, ob das in einer echten Krise trägt, ist ungetestet. Im letzten Jahr hat ihn die Vorsicht jedenfalls viel Rendite gekostet, wie die Up-Capture von 50,19 zeigt.
JPM Nasdaq und REX FEGI: die Tech-Varianten
Beide setzen noch konsequenter auf US-Technologie. Der REX Tech Innovation Income & Growth (FEGI), übrigens ebenfalls ein HANetf-Produkt, schreibt tatsächlich Optionen auf einzelne Aktien, als Covered Call oder Call-Spread auf über die Hälfte seiner 20 Werte. Er zeigt damit, wie der WEEK aussehen könnte, wenn er seine Einzelaktien-Freiheit nutzt. Als Ersatz für den WEEK taugen beide nur, wenn du den Tech-Schwerpunkt bewusst noch verstärken willst. Neben dem WEEK würde ich sie nicht halten, wie die Tabelle bei den Kombinationen zeigt.
JPM Europe Equity Premium Income: der regionale Gegenentwurf
Stört dich am WEEK vor allem das USA-Gewicht, ist der JPM Europe Equity Premium Income die logische Antwort. Er setzt dieselbe Einkommensidee mit europäischen Aktien um und notiert in Euro. Allerdings ist auch er noch jung und deckt nur eine Region ab.
Und was ist mit klassischen Dividenden-ETFs?
Ein L&G Global Quality Dividends oder ein Vanguard FTSE All-World High Dividend Yield kaufen Dividendenaktien und verkaufen keine Optionen. Mit hochgerechnet rund 3,7 und 2,42 % Ausschüttung (extraETF, Stand 06.09.2026) ersetzen sie einen Optionsstrategie-ETF auch rechnerisch nicht.
Sie sind deshalb keine Alternative, sondern der bessere Partner. Beim L&G kommen eine annähernd gleiche Gewichtung und monatliche Zahlungen dazu, die ihn für Einkommensanleger interessant machen. Warum diese Kombination funktioniert, steht im Kapitel zu den Kombinationen.
Zu welchen Uhrzeiten ist der ETF am günstigsten?
Für den WEEK gibt es noch keine Messwerte zu den Handelskosten im Tagesverlauf (iXLM der Deutschen Börse). Meine Einschätzung orientiert sich deshalb am WINC, dem vergleichbarsten Fonds mit Daten: Dort war der Handel an Xetra zwischen 12:30 und 13:00 Uhr am günstigsten und in der halben Stunde nach der US-Eröffnung ab 15:30 Uhr am teuersten. Genau so würde ich den WEEK kaufen. Wegen des kleinen Fondsvolumens immer mit Limit-Order, also mit festem Höchstpreis knapp über dem aktuellen Verkaufskurs, und nie mit einer unlimitierten Market-Order.
| Zeitfenster (deutsche Zeit) | Einschätzung | Grund |
|---|---|---|
| 12:30 bis 13:00 Uhr | ✅ Empfohlen | Beim WINC das günstigste Fenster mit 20,6 Basispunkten |
| 9:30 bis 12:30 Uhr, 13:00 bis 15:30 Uhr und 16:00 bis 17:15 Uhr | ⚠️ Möglich | Normaler Handel, beim WINC etwas teurer als mittags |
| 15:30 bis 16:00 Uhr | ❌ Meiden | US-Eröffnung, beim WINC das teuerste Fenster mit 33,8 Basispunkten |
| 9:00 bis 9:30 Uhr und ab 17:15 Uhr | ❌ Meiden | Eröffnung und Handelsschluss, danach außerbörslich meist größere Spannen |
Warum ich mich am WINC orientiere
Der WINC ist wie der WEEK ein aktiv gemanagter Welt-ETF mit Optionsschicht. Der Market Maker, der an der Börse laufend Kauf- und Verkaufskurse stellt, muss bei beiden den fairen Wert schätzen. Am schwersten fällt ihm das in der hektischen halben Stunde nach der US-Eröffnung, am leichtesten mittags.
Ein Gegenargument gibt es: Beim WEEK werden rund 80 % der Aktien und alle Optionen in den USA gehandelt. Das spricht dafür, dass auch der späte Nachmittag ab 16:00 Uhr gut funktioniert. Bis echte Messwerte vorliegen, bleibe ich trotzdem bei der Mittagszeit.
Achtung bei der Zeitumstellung
Europa und die USA stellen nicht am selben Tag auf Winterzeit um. Zwischen dem 25.10.2026 und dem 01.11.2026 öffnen die US-Börsen deshalb schon um 14:30 Uhr deutscher Zeit. In dieser Woche rutscht das teure Fenster auf 14:30 bis 15:00 Uhr.
Mein Fazit zum WEEK ETF
Die Idee hinter dem WEEK ist klug. Calls als Spread zu verkaufen und pro Woche nur ein schmales Band des Kursanstiegs abzugeben, entschärft das größte Ärgernis klassischer Covered-Call-ETFs, zumindest bei plötzlichen Kurssprüngen. Dazu kommen Aktienfonds-Status, keine Wertpapierleihe und volle Transparenz. Das sind echte Pluspunkte.
Überrascht hat mich der Blick in die Bestandsliste. Die Freiheit, Einzelaktien-Optionen zu schreiben, nutzt der WEEK aktuell gar nicht. Er hält zwei Call-Spreads auf den S&P 500, die nominal fast das ganze Vermögen überschreiben, und ist im Kern ein US-lastiges Megacap-Portfolio.
Das macht ihn berechenbarer als gedacht. Ob seine Ausschüttung mit WINC und JGPI mithalten kann, ist dagegen offen. Ich rechne eher mit weniger, weil der Spread Prämie kostet und seine Tech-Aktien kaum Dividende zahlen.
Stand heute überwiegen für mich die Nachteile. Das Fondsvolumen liegt weit unter der Mindestgröße, es gibt keine Historie und keine Ausschüttungsreihe, und die Kosten sind im Vergleich am höchsten. Wer jetzt einen Welt-ETF mit Optionsprämien sucht, bekommt beim WINC eine belegte Mischung aus hoher Ausschüttung und marktnaher Rendite.
Mein Urteil: Den WEEK setze ich auf die Watchlist, nicht ins Depot. Wer trotzdem jetzt einsteigen will, sollte ihn höchstens als kleine Beimischung im niedrigen einstelligen Prozentbereich halten. Nach sechs bis zwölf Monaten zeigen Ausschüttungen, Fondsvolumen und erste Risikokennzahlen, ob aus der cleveren Idee ein gutes Produkt geworden ist.
Worauf ich in den nächsten Monaten achten würde:
- Fondsvolumen: Wächst der WEEK Richtung 30 Mio. US-Dollar, sinkt das Schließungsrisiko deutlich. Den aktuellen Stand siehst du bei extraETF oder auf der Produktseite von HANetf.
- Ausschüttungen gegen Anteilswert: Rechne die Wochenausschüttungen zusammen und vergleiche sie mit der Entwicklung des Anteilswerts. Hohe Zahlungen bei fallendem Anteilswert trotz steigender Märkte sind ein Warnsignal.
- Optionsbuch: Die tägliche Bestandsliste zeigt, ob der Fonds bei Spreads auf den S&P 500 bleibt oder auf Einzelaktien-Optionen umsteigt. Das würde das Risikoprofil spürbar verändern.
- Erste Risikokennzahlen: Nach etwa zwölf Monaten gibt es Volatilität, Drawdown und Capture Ratios. Erst dann lässt sich der WEEK fair mit WINC und JGPI vergleichen.
Häufig gestellte Fragen zum Weekly World Equity Income
Quellen (abgerufen am 30.09.2026)
Fondsdaten, Länder, Regionen, Branchen, Marktkapitalisierung, Aktienstil, Bewertungskennzahlen, Performance, Risikokennzahlen und Ausschüttungen stammen von extraETF. Positionen und Optionen stammen aus den Bestandslisten der Anbieter, Fondsregeln aus dem HANetf-Supplement, Kosten und Szenarien aus dem Basisinformationsblatt.
- extraETF, ETF-Profil HANetf Weekly World Equity Income UCITS ETF vom 28.09.2026: extraetf.com/de/etf-profile/IE000I50V6C7
- extraETF, ETF-Profil iShares World Equity High Income Active UCITS ETF vom 28.09.2026 (Risikokennzahlen vom 31.08.2026, iXLM vom 06.09.2026): extraetf.com/de/etf-profile/IE000KJPDY61
- extraETF, ETF-Profil JPM Global Equity Premium Income Active UCITS ETF vom 28.09.2026 (Risikokennzahlen vom 31.08.2026): extraetf.com/de/etf-profile/IE0003UVYC20
- extraETF, ETF-Profil iShares Core MSCI World UCITS ETF vom 28.09.2026 (Risikokennzahlen vom 31.08.2026): extraetf.com/de/etf-profile/IE00B4L5Y983
- HANetf, Bestandsliste WEEK vom 28.09.2026, Supplement und Basisinformationsblatt vom 07.07.2026, Factsheet vom 15.09.2026: hanetf.com/fund/week-weekly-world-income-etf/
- iShares, Factsheet WINC vom 31.08.2026: ishares.com/de/privatanleger/de/literature/fact-sheet/winc-ishares-world-equity-high-income-active-ucits-etf-fund-fact-sheet-de-de.pdf
- iShares, Bestandsliste WINC vom 28.09.2026: ishares.com/de/privatanleger/de/produkte/335083/
- J.P. Morgan Asset Management, Informationsblatt JGPI vom 31.08.2026 und Bestandsliste vom 29.09.2026: am.jpmorgan.com/de/de/asset-management/per/products/jpm-global-equity-premium-income-active-ucits-etf-usd-dist-ie0003uvyc20
Risikohinweis / Disclaimer
Dieser Beitrag ist keine Anlageberatung und keine Kaufempfehlung. Der Weekly World Equity Income UCITS ETF ist ein aktiv gemanagter Aktienfonds mit Derivaten. Verkaufte Call-Optionen begrenzen die Teilnahme an Kursanstiegen, schützen aber nicht vor Kursverlusten. Ausschüttungen sind nicht garantiert und können aus dem Fondskapital stammen, was den Anteilswert senkt. Das Fondsvolumen liegt unter der Mindestgröße, ab der eine Schließung möglich ist. Wechselkursschwankungen zwischen Euro und US-Dollar wirken sich zusätzlich auf deine Rendite aus. Vergangene Wertentwicklungen vergleichbarer Fonds sind kein verlässlicher Indikator für die Zukunft. Du kannst dein eingesetztes Kapital ganz oder teilweise verlieren.


