Emerging Markets Dividenden ETFs im Überblick
Alle Daten, sofern nicht anders angegeben: extraETF, Stand 02.10.2026. Risikokennzahlen: extraETF, Stand 30.09.2026. Indexregeln: offizielle Regelwerke von S&P Dow Jones Indices, FTSE Russell und WisdomTree.
📈 Live-Blick auf die Kurse: Der interaktive Chart zeigt die tagesaktuelle Kursentwicklung (Live-Börsenpreise ohne reinvestierte Ausschüttungen) aller in diesem Beitrag verglichenen Emerging Markets Dividenden ETFs.
Welche Emerging Markets Dividenden ETFs gibt es und wie läuft der Vergleich ab?
Dieser Vergleich umfasst acht ausschüttende Emerging Markets Dividenden ETFs, vom iShares EM Dividend mit 1,36 Mrd. € Fondsvolumen bis zum WisdomTree SmallCap Dividend mit 38,32 Mio. €. Ich vergleiche sie in zwei Stufen: Zuerst entscheidet die Gesamtrendite über drei Jahre, wer in die Finalrunde kommt. Danach treten die fünf Finalisten in sechs Runden gegeneinander an und sammeln Punkte.
Das Testfeld: acht ETFs, sieben Anbieter
Emerging Markets sind Schwellenländer wie China, Taiwan, Brasilien, Indien oder Südafrika. Ein Dividenden ETF wählt aus diesen Märkten gezielt Unternehmen mit hoher oder verlässlicher Dividende aus. Welche Unternehmen das sind, legt der jeweilige Index fest, und genau dort liegen die großen Unterschiede.
Im Testfeld stehen bewusst nur ausschüttende ETFs. Thesaurierende Varianten, die Dividenden automatisch wieder im Fonds anlegen statt sie auszuzahlen, habe ich bei der Auswahl außen vor gelassen. Wer in einen Dividenden ETF investiert, will die Ausschüttung auf dem Konto sehen, und genau diese Ausschüttung steht in Runde 2 und 3 auf dem Prüfstand.
| ETF | ISIN | TER | Fondsvolumen | Auflage | Ausschüttung |
|---|---|---|---|---|---|
| iShares EM Dividend UCITS ETF USD (Dist) | IE00B652H904 | 0,65 % | 1,36 Mrd. € | 25.11.2011 | vierteljährlich |
| Invesco FTSE Emerging Markets High Dividend Low Volatility UCITS ETF | IE00BYYXBF44 | 0,49 % | 258 Mio. € | 27.05.2016 | vierteljährlich |
| State Street SPDR S&P Emerging Markets Dividend Aristocrats UCITS ETF | IE00B6YX5B26 | 0,55 % | 189,36 Mio. € | 14.10.2011 | halbjährlich |
| WisdomTree Emerging Markets High Dividend UCITS ETF (Dist) | IE00BQQ3Q067 | 0,46 % | 183,35 Mio. € | 19.11.2014 | vierteljährlich |
| Fidelity Emerging Markets Quality Income UCITS ETF (Dist) | IE00BYSX4739 | 0,50 % | 163,65 Mio. € | 09.09.2019 | vierteljährlich |
| HSBC PLUS Emerging Markets Equity Income Quant Active UCITS ETF | IE000893FCN6 | 0,30 % | 94,98 Mio. € | 19.08.2025 | vierteljährlich |
| L&G Emerging Markets Quality Dividends UCITS ETF | IE00BMYDMC42 | 0,45 % | 62,23 Mio. € | 13.07.2021 | vierteljährlich |
| WisdomTree Emerging Markets SmallCap Dividend UCITS ETF | IE00BQZJBM26 | 0,54 % | 38,32 Mio. € | 19.11.2014 | vierteljährlich |
Die TER (Total Expense Ratio) ist die jährliche Gesamtkostenquote eines ETFs. Sie wird laufend aus dem Fondsvermögen entnommen und ist in allen Renditen dieses Artikels bereits abgezogen.
So vergebe ich die Punkte
In jeder der sechs Runden bekommt der beste ETF 5 Punkte, der zweitbeste 4 und so weiter bis 1 Punkt für den schwächsten. Bei Gleichstand teilen sich die betroffenen ETFs die Punkte. Wer alle Runden gewinnt, käme auf 30 Punkte.
Besteht eine Runde aus mehreren Kennzahlen, vergebe ich je Kennzahl Ränge von 5 bis 1 und addiere sie. Die Rangsumme entscheidet dann über die Punkte der Runde. So kann kein einzelner Ausreißer eine Runde allein entscheiden.
Die Gesamtrendite ist die Eintrittskarte und bringt selbst keine Punkte. Nur in Runde 5 nutze ich die Rendite einer schwachen Marktphase als Risikomaß. Im Endergebnis mache ich außerdem die Gegenprobe und rechne die Gesamtrendite als siebte Runde dazu. So siehst du, ob das Ergebnis kippt.
Vorrunde: Wie haben sich die acht ETFs entwickelt und wer scheidet aus?
Bei der Gesamtrendite über drei Jahre liegt der Fidelity Emerging Markets Quality Income ETF mit +91,76 % klar vorn, dahinter folgen iShares (+65,62 %), WisdomTree High Dividend (+58,65 %), L&G (+58,25 %) und Invesco (+45,49 %). Diese fünf ziehen in die Finalrunde ein. Ausgeschieden sind der SPDR Dividend Aristocrats (+41,28 %), der WisdomTree SmallCap Dividend (+36,44 %) und der HSBC PLUS, der erst seit dem 19.08.2025 existiert.
Die Gesamtrendite aller acht ETFs
Alle Werte sind Gesamtrenditen (Total Return) in Euro. Das heißt: Kursentwicklung und Ausschüttungen zusammen, als wären die Ausschüttungen wieder angelegt worden. Die Angabe p.a. steht für pro Jahr.
| ETF | 1 Jahr | 3 Jahre | 5 Jahre | 10 Jahre |
|---|---|---|---|---|
| Fidelity Emerging Markets Quality Income | +45,41 % | +91,76 % (+24,24 % p.a.) | +70,24 % (+11,23 % p.a.) | noch keine 10 Jahre alt |
| iShares EM Dividend | +26,61 % | +65,62 % (+18,32 % p.a.) | +31,60 % (+5,65 % p.a.) | +84,78 % (+6,33 % p.a.) |
| WisdomTree Emerging Markets High Dividend | +32,24 % | +58,65 % (+16,63 % p.a.) | +70,49 % (+11,26 % p.a.) | +142,12 % (+9,25 % p.a.) |
| L&G Emerging Markets Quality Dividends | +24,08 % | +58,25 % (+16,53 % p.a.) | +71,42 % (+11,38 % p.a.) | noch keine 10 Jahre alt |
| Invesco FTSE EM High Dividend Low Volatility | +23,32 % | +45,49 % (+13,31 % p.a.) | +38,35 % (+6,71 % p.a.) | +88,74 % (+6,56 % p.a.) |
| State Street SPDR S&P EM Dividend Aristocrats | +10,97 % | +41,28 % (+12,21 % p.a.) | +46,32 % (+7,91 % p.a.) | +77,96 % (+5,93 % p.a.) |
| WisdomTree Emerging Markets SmallCap Dividend | +18,34 % | +36,44 % (+10,91 % p.a.) | +47,56 % (+8,09 % p.a.) | +120,15 % (+8,21 % p.a.) |
| HSBC PLUS EM Equity Income Quant Active | +36,55 % | noch keine 3 Jahre alt | noch keine 5 Jahre alt | noch keine 10 Jahre alt |
Warum drei Jahre der Maßstab sind
Drei Jahre sind der längste Zeitraum, für den bei sieben der acht ETFs alle Kennzahlen dieses Vergleichs vorliegen, also Gesamtrendite und Ausschüttungswachstum. Eine Fünfjahresrendite gibt es zwar ebenfalls für alle sieben. Beim L&G, aufgelegt am 13.07.2021, fehlt für diesen Zeitraum aber noch das Ausschüttungswachstum.
Ein Zehnjahresvergleich würde L&G und Fidelity (aufgelegt am 09.09.2019) ganz ausschließen, obwohl sie zu den interessantesten Kandidaten gehören. Die Fünfjahresrendite zeige ich deshalb weiter unten als Gegenprobe.
Der HSBC PLUS Emerging Markets Equity Income Quant Active ist mit Auflage am 19.08.2025 schlicht zu jung. Ein gutes erstes Jahr (+36,55 %) sagt nichts darüber, wie sich der Fonds in einer schwachen Marktphase verhält. Dazu kommt: Für 2026 liegt die Prognose für seine Ausschüttungsrendite bei 1,32 %. Mit der günstigsten TER im Feld (0,30 %) bleibt er ein Kandidat für einen späteren Vergleich.
Wer ausscheidet und warum das vertretbar ist
Der SPDR und der WisdomTree SmallCap belegen über drei Jahre die letzten beiden Plätze. Beim SPDR passt das Gesamtbild dazu: Mit +10,97 % hat er auch auf Jahressicht die schwächste Rendite aller acht ETFs, er hält nur 50 Aktien und bündelt 36,39 % des Vermögens in den zehn größten Positionen.
Der WisdomTree SmallCap ist der kleinste Fonds im Feld (38,32 Mio. €) und setzt gezielt auf kleinere Unternehmen, sogenannte Small Caps. Über zehn Jahre steht er mit +120,15 % auf Platz zwei aller ETFs mit so langer Historie. In den letzten drei Jahren konnte er das Tempo der großen Dividendenzahler aber nicht mitgehen.
Dazu kommt ein grundsätzlicher Punkt: Für mich ist er kein ETF, um die Emerging Markets abzudecken. Große und sehr große Unternehmen machen zusammen nur 3,45 % des Portfolios aus, die Schwergewichte der Schwellenländer fehlen also fast komplett. Spannend finde ich den ETF trotzdem, als Ergänzung und nicht als Basis. Vielleicht widme ich ihm noch eine eigene Analyse.
Was die Vorrunde nicht zeigt: der Blick auf fünf Jahre
Das Dreijahresfenster beginnt im Oktober 2023 und damit nach zwei Jahren, die für mehrere ETFs im Feld verlustreich waren. Wer dort besonders tief gefallen war, hatte danach am meisten aufzuholen. Über fünf Jahre sieht die Reihenfolge deshalb anders aus: L&G (+71,42 %), WisdomTree High Dividend (+70,49 %) und Fidelity (+70,24 %) liegen fast gleichauf vorn.
iShares fällt über fünf Jahre mit +31,60 % auf den letzten Platz aller sieben ETFs zurück, Invesco mit +38,35 % auf den vorletzten. Beide liegen auf dieser Strecke hinter den zwei ausgeschiedenen Fonds. Das ist die Schwäche jeder Stichtagsregel, und du solltest sie kennen.
An der Spitze ändert der Zeitraum nichts: Die drei besten ETFs über fünf Jahre stehen alle im Finale. Die Fünfjahreszahlen fließen außerdem in Runde 5 und in die Gegenprobe im Endergebnis ein.
Runde 1: Nach welchen Regeln wählen die Emerging Markets Dividenden ETFs ihre Aktien aus?
Die fünf ETFs folgen fünf verschiedenen Bauplänen. Fidelity und L&G prüfen Gewinne, Bilanzqualität und die Entwicklung der Dividende, bevor eine Aktie in den Index darf. WisdomTree kombiniert hohe Rendite mit einem Risikofilter, iShares verlangt nur Gewinn und drei Jahre Dividendenzahlung, und Invesco schaut ausschließlich auf Rendite und Kursschwankung. Die Runde gewinnt Fidelity vor L&G.
Die Indexregeln im direkten Vergleich
Entscheidend ist die Frage, wie gut ein Regelwerk Dividendenfallen aussortiert. Eine Dividendenfalle ist eine Aktie, deren Rendite nur deshalb hoch aussieht, weil der Kurs eingebrochen ist und die Kürzung der Dividende schon absehbar ist.
| Merkmal | L&G | WisdomTree | Invesco | iShares | Fidelity |
|---|---|---|---|---|---|
| Index | FTSE Emerging All Cap ex CW ex TC ex REITS Dividend Growth with Quality | WisdomTree Emerging Markets High Dividend UCITS | FTSE Emerging High Dividend Low Volatility | Dow Jones Emerging Markets Select Dividend | Fidelity Emerging Markets Quality Income |
| Auswahl nach Dividende | Erwartete Rendite im obersten Viertel und positiver Dividendentrend über 10 Jahre | Oberste 30 % nach Dividendenrendite | 225 Aktien mit der höchsten Rendite der letzten 12 Monate | 100 Aktien mit der höchsten Dividendenrendite, höchstens 30 je Land | Höchste Rendite je Land und Branche, bereinigt um die Unternehmensgröße |
| Gewinn- und Qualitätsfilter | Eigenkapitalrendite über null und Qualitätsnote je Branche | Risiko-Score, zur Hälfte aus Qualität | Keiner | Gewinn je Aktie nicht negativ | Qualitäts-Score aus Cashflow und Kapitalrendite, eigene Kennzahlen für Banken |
| Filter über den Kurs | Keiner | Risiko-Score, zur Hälfte aus Momentum | Aus den 225 Aktien die 150 mit der geringsten Schwankung | Keiner | Schwächste 5 % nach Momentum fallen heraus |
| Anforderung an die Dividendenhistorie | Positiver Trend über 10 Jahre | Dividende im Vorjahr gezahlt | Rendite der letzten 12 Monate | 3 Jahre in Folge gezahlt | Kein Rückgang der Dividende über 5 Jahre |
| Gewichtung | Alle Aktien gleich, höchstens 5 % je Unternehmen | Nach gezahlter Dividendensumme, Aufschlag für die besten 20 % im Risiko-Score | Nach Dividendenrendite, höchstens 4,5 % je Unternehmen und 25 % je Branche | Dividendenrendite mal Wurzel aus der Unternehmensgröße, höchstens 10 % je Aktie, 25 % je Land, 30 % je Branche | Marktgewicht mit gleichem Aufschlag, Länder und Branchen nah am Auswahluniversum |
| Nachhaltigkeitsausschlüsse | Ja | Ja | Nein | Nein | Ja |
| Überprüfung | Halbjährlich im März und September | Jährlich | Jährlich im März | Jährlich im März | Jährlich im Februar, dazu monatliche Dividendenkontrolle |
Momentum beschreibt die Kursentwicklung der letzten Monate. Aktien mit sehr schwachem Momentum sind oft genau die Kandidaten, bei denen der Markt eine Dividendenkürzung erwartet. Die Eigenkapitalrendite zeigt, wie viel Gewinn ein Unternehmen auf das Geld seiner Eigentümer erwirtschaftet.
L&G: Dividendenwachstum, Qualität und gleiches Gewicht für alle
Der L&G ETF verlangt drei Dinge gleichzeitig. Ein Unternehmen muss Gewinn machen, seine Dividende muss über zehn Jahre einen positiven Trend zeigen, und die für die nächsten zwölf Monate erwartete Dividendenrendite muss im obersten Viertel des Marktes liegen. Neue Aktien müssen diese Hürden bei zwei Überprüfungen in Folge nehmen.
Dazu kommt ein Qualitätsfilter je Branche, der die schwächsten Unternehmen aussortiert. Alle verbleibenden Aktien starten mit dem gleichen Gewicht. Das ist der Grund, warum im L&G keine Einzelposition dominiert.
WisdomTree: hohe Rendite mit Risikofilter
Der WisdomTree ETF nimmt die 30 % der dividendenzahlenden Schwellenländeraktien mit der höchsten Dividendenrendite und prüft sie mit einem Risiko-Score. Dieser besteht je zur Hälfte aus Qualität und Momentum. Aktien, die diesen Test nicht bestehen, fliegen heraus.
Gewichtet wird nach der Summe der gezahlten Dividenden. Wer viel Geld an seine Aktionäre überweist, bekommt viel Gewicht, und die besten 20 % im Risiko-Score erhalten einen Aufschlag. Große Dividendenzahler wie MediaTek oder China Construction Bank stehen deshalb weit oben.
Invesco: hohe Rendite, geringe Schwankung, sonst nichts
Der Invesco ETF arbeitet in zwei Schritten. Zuerst wählt der Index die 225 Aktien mit der höchsten Dividendenrendite der letzten zwölf Monate. Daraus nimmt er die 150 Aktien, deren Kurs in den vergangenen 252 Handelstagen am wenigsten geschwankt hat.
Eine Übergangsregel dämpft den Austausch von Aktien, deshalb kann der Index auf bis zu 200 Titel anwachsen. Gewinne, Bilanzen oder die Entwicklung der Dividende prüft das Regelwerk nicht. Der einzige Schutz vor Dividendenfallen ist der Schwankungsfilter.
iShares: die 100 renditestärksten Aktien mit zwei Mindestanforderungen
Der iShares ETF verlangt, dass ein Unternehmen in den letzten zwölf Monaten keinen Verlust je Aktie ausgewiesen und drei Jahre in Folge eine Dividende gezahlt hat. Dann kommen die 100 Aktien mit der höchsten Dividendenrendite in den Index, höchstens 30 je Land. Immobiliengesellschaften (REITs) sind ausgeschlossen, chinesische Aktien nur über Börsen in Hongkong oder den USA zugelassen.
Ob die Dividende gewachsen ist oder ob der Gewinn sie dauerhaft trägt, spielt für die Aufnahme keine Rolle. Die Obergrenzen von 25 % je Land und 30 % je Branche verhindern die schlimmsten Klumpen. Ein Qualitätsfilter ist das nicht.
Fidelity: erst Qualität, dann Rendite
Der Fidelity ETF dreht die Reihenfolge um. Zuerst fallen alle Unternehmen heraus, deren Dividende über fünf Jahre gesunken ist oder deren Qualitäts-Score negativ ausfällt. Dieser Score misst bei normalen Unternehmen die Cashflow-Marge, die Rendite auf das eingesetzte Kapital und die Stabilität des freien Cashflows. Für Banken gelten eigene Kennzahlen: Eigenkapitalrendite und Verschuldung.
Erst danach zählt die Dividendenrendite, und zwar innerhalb jeder Gruppe aus Land und Branche. Bei Ländern und Branchen bleibt der Index nah an den Gewichten seines Auswahluniversums aus den rund 1.000 größten Schwellenländeraktien. Die Zielgröße liegt bei rund 125 Aktien.
Streicht ein Unternehmen seine Dividende, wird es bei der monatlichen Kontrolle ersetzt. Mehr dazu steht in meiner Einzelanalyse zum Fidelity Emerging Markets Quality Income ETF.
Punkte in Runde 1
| ETF | Bewertung des Regelwerks | Punkte |
|---|---|---|
| Fidelity | Qualität, Dividendenentwicklung, Momentum und monatliche Kontrolle | 5 |
| L&G | Gewinn, Qualität und Dividendentrend über 10 Jahre, halbjährliche Überprüfung | 4 |
| WisdomTree | Risiko-Score aus Qualität und Momentum, aber keine Anforderung an das Dividendenwachstum | 3 |
| iShares | Nur Gewinn und drei Jahre Dividendenzahlung | 2 |
| Invesco | Kein Gewinn- oder Qualitätsfilter, nur Schwankung | 1 |
Fidelity hat das dichteste Netz. L&G liegt knapp dahinter und bekommt den Vorzug vor WisdomTree, weil eine Anforderung an die Entwicklung der Dividende für mich der direkteste Schutz vor Kürzungen ist. Wie viel dieses Kriterium ausmacht, zeigt Runde 3.
💡 Lesetipp
Qualität, Momentum, niedrige Schwankung: Solche Filter sind Faktor-Investing in der Praxis. Wie sich dieser Ansatz von der Dividenden-ETF-Strategie, dem 70/30-Portfolio und Core-Satellite unterscheidet und welcher zu dir passt, zeige ich in ETF-Strategien im direkten Vergleich.
Runde 2: Welcher Emerging Markets Dividenden ETF hat die höchste Dividendenrendite?
Die höchste Ausschüttungsrendite der fünf Finalisten hat der iShares EM Dividend mit 6,15 % im Jahr 2025. Dahinter folgen Invesco (5,55 %), WisdomTree (4,60 %), L&G (3,88 %) und Fidelity (3,84 %). Für 2026 liegen die Prognosen bei allen fünf niedriger, weil die Kurse stärker gestiegen sind als die Ausschüttungen.
Die Ausschüttungsrenditen seit 2022
Die Ausschüttungsrendite setzt die Ausschüttungen eines Jahres ins Verhältnis zum Kurs des ETFs. Maßstab für die Punkte ist 2025 als letztes vollständiges Jahr.
| ETF | 2022 | 2023 | 2024 | 2025 | 2026 (Prognose) | Punkte |
|---|---|---|---|---|---|---|
| iShares | 6,55 % | 8,59 % | 8,00 % | 6,15 % | 4,91 % | 5 |
| Invesco | 7,57 % | 6,17 % | 5,68 % | 5,55 % | 4,82 % | 4 |
| WisdomTree | 6,41 % | 7,49 % | 7,78 % | 4,60 % | 3,77 % | 3 |
| L&G | 4,75 % | 4,17 % | 4,13 % | 3,88 % | 3,34 % | 2 |
| Fidelity | 3,25 % | 4,02 % | 3,90 % | 3,84 % | 2,56 % | 1 |
Rechnerisch bringen 10.000 € im iShares bei 6,15 % rund 615 € brutto im Jahr. Bei Fidelity sind es mit 3,84 % rund 384 €. Der Abstand zwischen Platz eins und Platz fünf beträgt also 231 € pro Jahr.
Warum die Rendite 2026 bei allen fünf sinkt
Die Prognose für 2026 liegt bei jedem der fünf ETFs unter dem Wert von 2025. Bei Fidelity fällt sie von 3,84 % auf 2,56 %, obwohl die Ausschüttung mit 0,19 € je Anteil gleich bleibt. Der Grund ist der Kurs: Der ETF hat im laufenden Jahr +42,15 % zugelegt.
Eine sinkende Ausschüttungsrendite ist also kein Alarmsignal, solange der Betrag in Euro hält. Kritisch wird es erst, wenn Rendite und Betrag gleichzeitig fallen. Das war 2025 bei iShares und WisdomTree der Fall, wie die nächste Runde zeigt.
Wann fließt das Geld?
Alle fünf Finalisten schütten viermal im Jahr aus, aber in unterschiedlichen Monaten. Das kannst du nutzen, wenn du mehrere ETFs kombinierst.
| ETF | Ausschüttungsmonate |
|---|---|
| WisdomTree | Januar, April, Juli, Oktober |
| Fidelity | Februar, Mai, August, November |
| iShares, Invesco, L&G | März, Juni, September, Dezember |
Mit je einem ETF aus jeder Zeile bekommst du in jedem Monat des Jahres eine Zahlung. Einen einzelnen Emerging Markets Dividenden ETF mit monatlicher Ausschüttung gibt es in diesem Feld nicht.
Runde 3: Welcher ETF hat das höchste Dividendenwachstum?
Ein positives Dividendenwachstum über drei Jahre hat nur der Fidelity ETF, im Schnitt +1,82 % pro Jahr. L&G liegt bei -3,36 % pro Jahr, hat die Zahlung aber seit 2023 jedes Jahr erhöht. Bei iShares (-10,66 %), WisdomTree (-10,93 %) und Invesco (-14,53 %) ist die Ausschüttung je Anteil seit 2022 deutlich geschrumpft.
Ausschüttung je Anteil und Wachstum im Vergleich
Die Tabelle zeigt, wie viel Euro ein Anteil pro Jahr ausgeschüttet hat. Das Wachstum über ein Jahr vergleicht 2025 mit 2024, das Wachstum über drei Jahre 2025 mit 2022. Maßstab für die Punkte ist der Dreijahreswert, weil er für alle fünf ETFs vorliegt.
| ETF | 2022 | 2023 | 2024 | 2025 | 2026 (Prognose) | Wachstum 1 Jahr | Wachstum 3 Jahre p.a. | Wachstum 5 Jahre p.a. | Punkte |
|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|
| Fidelity | 0,18 € | 0,17 € | 0,18 € | 0,19 € | 0,19 € | +5,56 % | +1,82 % | +6,30 % | 5 |
| L&G | 0,41 € | 0,32 € | 0,35 € | 0,37 € | 0,39 € | +5,71 % | -3,36 % | keine Angabe | 4 |
| iShares | 1,22 € | 1,08 € | 1,08 € | 0,87 € | 0,83 € | -19,44 % | -10,66 % | +0,47 % | 3 |
| WisdomTree | 0,92 € | 0,92 € | 1,05 € | 0,65 € | 0,65 € | -38,10 % | -10,93 % | +1,61 % | 2 |
| Invesco | 1,97 € | 1,30 € | 1,21 € | 1,23 € | 1,25 € | +1,65 % | -14,53 % | +4,65 % | 1 |
Alle fünf ETFs führen ihre Bücher in US-Dollar und halten Aktien in vielen lokalen Währungen. Die Beträge in Euro schwanken deshalb auch mit den Wechselkursen. Ein Teil der Bewegung hat also nichts mit den Unternehmen zu tun.
2022 war ein Ausnahmejahr und verzerrt das Bild
Der Dreijahreswert misst von 2022 aus, und 2022 war vor allem für Invesco ein Ausnahmejahr. Der ETF schüttete damals 1,97 € je Anteil aus, ein Jahr später nur noch 1,30 €. Seit 2024 ist die Zahlung stabil und steigt leicht: 1,21 € (2024), 1,23 € (2025) und voraussichtlich 1,25 € (2026).
Invesco landet nach der Regel auf dem letzten Platz dieser Runde, steht heute aber besser da als iShares und WisdomTree. Bei beiden ist der Rückgang jüngeren Datums. Bei iShares lag die Ausschüttung 2025 um 19,44 % unter dem Vorjahr, bei WisdomTree um 38,10 %.
Die Regeln aus Runde 1 passen zum Ergebnis
Die Spitze dieser Runde passt zu den Indexregeln. Fidelity sortiert Unternehmen mit sinkender Dividende aus, L&G verlangt einen positiven Dividendentrend über zehn Jahre. Genau diese beiden ETFs liegen beim Wachstum über drei Jahre vorn und haben ihre Ausschüttung 2025 jeweils um mehr als 5 % erhöht.
iShares, Invesco und WisdomTree wählen nach der Rendite, die in der Vergangenheit gezahlt wurde, und stellen keine Anforderung an das Wachstum der Dividende. Kürzt ein Schwergewicht seine Dividende, schlägt das direkt auf die Ausschüttung des ETFs durch. Wer von der Ausschüttung leben will, sollte diese Runde deshalb höher gewichten als Runde 2.
Runde 4: Wie gut sind die ETFs diversifiziert und wo lauern Klumpenrisiken?
Am besten diversifiziert ist unter den fünf Finalisten der L&G ETF mit 574 Aktien und nur 3,72 % Gewicht in den zehn größten Positionen. Das größte Klumpenrisiko trägt Fidelity: 44,78 % stecken in Technologie, 33,19 % in Taiwan und 9,03 % in einer einzigen Aktie. iShares und Invesco hängen dafür jeweils zu mehr als 45 % an China und Brasilien.
Vier Kennzahlen entscheiden die Runde
Ich bewerte die Zahl der Aktien, das Gewicht der zehn größten Positionen, das größte Land und die größte Branche. Je Kennzahl gibt es Ränge von 5 bis 1, die Rangsumme entscheidet.
| ETF | Aktien | Top 10 | Größtes Land | Größte Branche | Rangsumme | Punkte |
|---|---|---|---|---|---|---|
| L&G | 574 | 3,72 % | China 28,93 % | Finanzen 25,55 % | 18 | 5 |
| WisdomTree | 506 | 28,16 % | Taiwan 32,29 % | Finanzen 25,45 % | 14 | 4 |
| Invesco | 190 | 16,57 % | China 33,80 % | Finanzen 26,06 % | 11 | 3 |
| iShares | 113 | 29,01 % | China 23,28 % | Finanzen 29,37 % | 9 | 2 |
| Fidelity | 145 | 27,02 % | Taiwan 33,19 % | Technologie 44,78 % | 8 | 1 |
Die Spalte Aktien zeigt die Aktienpositionen im ETF. Sie können von der Zielgröße des Index abweichen: Bei iShares sind es 113 Positionen bei 100 Indexwerten, bei Fidelity 145 bei einer Zielgröße von rund 125.
Länder: zwei Lager mit unterschiedlichem Risiko
| ETF | Größtes Land | Zweitgrößtes Land | Drittgrößtes Land | Anteil Asien | Anteil Lateinamerika |
|---|---|---|---|---|---|
| L&G | China 28,93 % | Taiwan 22,37 % | Brasilien 8,61 % | 77,91 % | 15,32 % |
| WisdomTree | Taiwan 32,29 % | China 20,24 % | Brasilien 7,18 % | 73,93 % | 13,88 % |
| Invesco | China 33,80 % | Brasilien 23,40 % | Taiwan 8,55 % | 62,53 % | 30,45 % |
| iShares | China 23,28 % | Brasilien 22,54 % | Taiwan 15,45 % | 58,41 % | 29,99 % |
| Fidelity | Taiwan 33,19 % | Südkorea 21,51 % | China 12,92 % | 85,61 % | 3,07 % |
iShares und Invesco sind die Lateinamerika-ETFs im Feld. Rund 30 % des Vermögens liegen dort, vor allem in Brasilien. Das bringt hohe Dividenden, macht die Ausschüttung aber abhängig von Konzernen wie Petrobras und Vale und vom brasilianischen Real.
Fidelity ist das Gegenmodell: 85,61 % Asien, davon mehr als die Hälfte in Taiwan und Südkorea. WisdomTree und L&G liegen dazwischen. Bei L&G folgen hinter den drei größten Ländern Indien (5,70 %), Malaysia (4,86 %) und Thailand (4,48 %).
Branchen: Finanzwerte überall, Technologie nur bei drei ETFs
| ETF | Größte Branche | Zweitgrößte Branche | Drittgrößte Branche |
|---|---|---|---|
| L&G | Finanzen 25,55 % | Technologie 16,73 % | Industrie 13,10 % |
| WisdomTree | Finanzen 25,45 % | Technologie 23,21 % | Industrie 10,74 % |
| Invesco | Finanzen 26,06 % | Energie 19,55 % | Industrie 10,41 % |
| iShares | Finanzen 29,37 % | Industrie 18,89 % | Energie 18,33 % |
| Fidelity | Technologie 44,78 % | Finanzen 17,57 % | Zyklische Konsumgüter 10,00 % |
Bei vier der fünf ETFs sind Finanzwerte mit 25 % bis 29 % die größte Branche. Der Unterschied liegt dahinter: iShares und Invesco setzen zusätzlich auf Energie, L&G und WisdomTree auf Technologie. Fidelity ist mit 44,78 % Technologie eher ein Qualitäts-ETF mit Dividende als ein klassischer Hochdividendenkorb. Der hohe Anteil folgt aus den Regeln in Runde 1: Der Index bleibt bei den Branchen nah an seinem Auswahluniversum, und Technologie hat dort großes Gewicht.
Einzelpositionen: von 0,61 % bis 9,03 %
Die größte Position im L&G ist Welspun mit 0,61 %. Bei Fidelity kommt Samsung Electro-Mechanics auf 9,03 %, bei WisdomTree MediaTek auf 7,61 % und bei iShares die Vorzugsaktie von Petrobras auf 4,54 %. Bei Fidelity dürfte die Gewichtung der Grund sein: Wählt der Index in einer schweren Gruppe aus Land und Branche nur wenige Aktien aus, tragen diese das gesamte Gewicht der Gruppe.
Invesco sieht mit 2,14 % für die größte Position, Novatek Microelectronics, sehr ausgewogen aus. Ein Detail lohnt den zweiten Blick: Petrobras steckt mit zwei Aktiengattungen im Portfolio, zusammen sind das 3,95 %. Das ist immer noch moderat, aber fast doppelt so viel, wie die Liste auf den ersten Blick zeigt. Zusammengerechnet ist Petrobras damit die größte Position im ETF, noch vor Novatek.
Runde 5: Welcher ETF hat das geringste Risiko und schont die Nerven?
Das geringste Risiko der fünf Finalisten hat der der Invesco FTSE Emerging Markets High Dividend Low Volatility mit der niedrigsten Volatilität (10,20 %) und einem moderaten Rückgang in der schwachen Phase 2021 bis 2023. iShares, L&G und WisdomTree liegen gleichauf dahinter. Fidelity schwankt mit 30,02 % fast dreimal so stark wie Invesco und landet klar auf dem letzten Platz.
Volatilität, Drawdown und Stressphase
Die Volatilität misst, wie stark der Kurs um seinen Durchschnitt schwankt. Der maximale Drawdown ist der größte zwischenzeitliche Verlust vom Hoch zum Tief. Beide Kennzahlen stammen aus den aktuellen Risikokennzahlen, die Volatilität bezieht sich auf ein Jahr.
Ein Jahr ist für eine Aussage über Nerven zu kurz. Deshalb nehme ich als dritte Kennzahl die Rendite in den ersten zwei Jahren des Fünfjahresfensters dazu, also von Oktober 2021 bis Oktober 2023. Sie ergibt sich rechnerisch aus den Renditen über drei und fünf Jahre. Ich nenne diese zwei Jahre Stressphase, weil drei der fünf Finalisten in dieser Zeit im Minus lagen.
| ETF | Volatilität 1 Jahr | Max. Drawdown | Rendite 10/2021 bis 10/2023 | Rangsumme | Punkte |
|---|---|---|---|---|---|
| Invesco | 10,20 % | -6,59 % | -4,91 % | 11 | 5 |
| iShares | 10,49 % | -6,46 % | -20,54 % | 10 | 3 |
| L&G | 10,65 % | -7,23 % | +8,32 % | 10 | 3 |
| WisdomTree | 11,24 % | -6,49 % | +7,46 % | 10 | 3 |
| Fidelity | 30,02 % | -12,39 % | -11,22 % | 4 | 1 |
Vier ETFs fast gleichauf, einer weit weg
Bei Volatilität und Drawdown trennen die ersten vier ETFs nur Nachkommastellen. Zwischen 10,20 % und 11,24 % Volatilität liegt kein Unterschied, den du im Depot spürst. Der Low-Volatility-Filter von Invesco liefert den niedrigsten Wert, der Vorsprung ist aber klein.
Fidelity spielt in einer anderen Liga. Bei einer Volatilität von 30,02 % und einem Drawdown von -12,39 % brauchst du deutlich stärkere Nerven als bei den anderen vier. Das passt zu einem Portfolio mit 44,78 % Technologie.
Die Stressphase trennt die Spreu vom Weizen
Erst der Blick auf 2021 bis 2023 bringt echte Unterschiede. L&G (+8,32 %) und WisdomTree (+7,46 %) kamen mit einem Plus durch diese zwei Jahre. Invesco kam auf -4,91 %, Fidelity auf -11,22 % und iShares auf -20,54 %.
iShares zeigt damit zwei Gesichter: in den aktuellen Risikokennzahlen der geringste Drawdown, in der Stressphase die mit Abstand schwächste Rendite. Wer nur auf die aktuellen Risikokennzahlen schaut, unterschätzt dieses Risiko. Invesco gewinnt die Runde, weil der ETF in keiner der drei Kennzahlen schlechter als Rang drei liegt.
Lohnt sich das höhere Risiko bei Fidelity?
Die Sharpe Ratio setzt die Rendite ins Verhältnis zum eingegangenen Risiko. Ein höherer Wert bedeutet mehr Rendite je Einheit Schwankung. WisdomTree kommt auf 1,45, iShares auf 1,28, Invesco und L&G auf je 1,10 und Fidelity auf 1,08.
Fidelity hat seine Anleger für die hohen Schwankungen also fast genauso gut bezahlt wie Invesco und L&G für die niedrigen. Schlecht ist der ETF deshalb nicht. Er verlangt nur deutlich mehr Gelassenheit.
Runde 6: Welcher Emerging Markets Dividenden ETF ist am günstigsten?
Am günstigsten unter den fünf Finalisten ist der L&G ETF mit einer TER von 0,45 %, knapp vor WisdomTree (0,46 %), Invesco (0,49 %) und Fidelity (0,50 %). iShares ist mit 0,65 % der teuerste Finalist. Eine Tracking Difference liegt nur für Fidelity vor: Der ETF blieb im Schnitt 0,81 Prozentpunkte pro Jahr hinter seinem Index zurück, also 0,31 Prozentpunkte mehr, als die TER erwarten lässt.
TER, Tracking Difference und Handelskosten
Die Tracking Difference (TD) ist der Abstand zwischen der Rendite des Index und der Rendite des ETFs. Ein positiver Wert bedeutet hier: Der ETF lag hinter seinem Index. Die TD zeigt die tatsächlichen Kosten, weil sie neben der TER auch alle weiteren Kosten im Fonds erfasst, etwa für den Handel der Aktien.
| ETF | TER | Ø TD | Fondsvolumen | XLM | Punkte |
|---|---|---|---|---|---|
| L&G | 0,45 % | keine Angabe | 62,23 Mio. € | 73,48 | 5 |
| WisdomTree | 0,46 % | keine Angabe | 183,35 Mio. € | 34,70 | 4 |
| Invesco | 0,49 % | keine Angabe | 258 Mio. € | 57,47 | 3 |
| Fidelity | 0,50 % | +0,81 % | 163,65 Mio. € | 40,93 | 2 |
| iShares | 0,65 % | keine Angabe | 1,36 Mrd. € | 22,25 | 1 |
Die Punkte vergebe ich nach der TER, weil nur sie für alle fünf ETFs vorliegt. Eine TD für einen von fünf ETFs zu werten, wäre nicht fair.
Was die Tracking Difference von Fidelity verrät
Bei Fidelity ist die TD von Jahr zu Jahr gestiegen: +0,54 % (2022), +0,74 % (2023), +0,77 % (2024) und +1,01 % (2025). Der ETF kostet in der Praxis also spürbar mehr als die ausgewiesenen 0,50 %.
Ein Sonderfall ist das vermutlich nicht. Für die beiden in der Vorrunde ausgeschiedenen ETFs liegen ebenfalls Werte vor: +1,10 % beim SPDR (TER 0,55 %) und +0,94 % beim WisdomTree SmallCap (TER 0,54 %). Alle drei ETFs mit Daten liegen deutlich über ihrer TER. Für die vier Finalisten ohne Angabe ist das kein Beleg, aber ein Hinweis: Rechne bei Emerging Markets Dividenden ETFs mit tatsächlichen Kosten oberhalb der TER.
Handelskosten: der Sieger ist am teuersten zu handeln
Das XLM (Xetra-Liquiditätsmaß) misst die versteckten Handelskosten beim Kauf und Verkauf an der Börse Xetra. Je niedriger der Wert, desto enger liegen Kauf- und Verkaufskurs beieinander. iShares ist mit 22,25 am günstigsten zu handeln, L&G mit 73,48 unter den Finalisten am teuersten.
Für dich heißt das: Beim L&G solltest du größere Käufe immer mit Limit aufgeben und nicht ständig hin und her handeln. Wer monatlich per Sparplan kauft und lange hält, spürt den Unterschied kaum. Wer einmalig einen größeren Betrag anlegt, zahlt bei iShares den geringsten Aufschlag.
Endergebnis: Welcher Emerging Markets Dividenden ETF ist der beste?
Der beste Emerging Markets Dividenden ETF in diesem Vergleich ist der L&G Emerging Markets Quality Dividends UCITS ETF mit 23 von 30 Punkten. Er gewinnt die Runden Diversifikation und Kosten und liegt bei Regelwerk und Dividendenwachstum auf Platz zwei. Dahinter folgen WisdomTree (19 Punkte), Invesco (17), iShares (16) und Fidelity (15).
Die Punktetabelle
| Platz | ETF | Regeln | Rendite | Wachstum | Streuung | Nerven | Kosten | Gesamt |
|---|---|---|---|---|---|---|---|---|
| 1 | L&G Emerging Markets Quality Dividends | 4 | 2 | 4 | 5 | 3 | 5 | 23 |
| 2 | WisdomTree Emerging Markets High Dividend | 3 | 3 | 2 | 4 | 3 | 4 | 19 |
| 3 | Invesco FTSE EM High Dividend Low Volatility | 1 | 4 | 1 | 3 | 5 | 3 | 17 |
| 4 | iShares EM Dividend | 2 | 5 | 3 | 2 | 3 | 1 | 16 |
| 5 | Fidelity Emerging Markets Quality Income | 5 | 1 | 5 | 1 | 1 | 2 | 15 |
Die Gegenprobe: Kippt das Ergebnis, wenn die Rendite mitzählt?
Die Gesamtrendite war die Eintrittskarte und brachte keine Punkte. Rechne ich sie als siebte Runde dazu, bleibt die Spitze unverändert, egal welchen Zeitraum ich nehme.
| ETF | Punkte aus 6 Runden | Mit Rendite über 3 Jahre | Mit Rendite über 5 Jahre |
|---|---|---|---|
| L&G | 23 | 25 | 28 |
| WisdomTree | 19 | 22 | 23 |
| Invesco | 17 | 18 | 19 |
| iShares | 16 | 20 | 17 |
| Fidelity | 15 | 20 | 18 |
L&G und WisdomTree belegen in allen drei Varianten die Plätze eins und zwei. Dahinter wechselt die Reihenfolge je nach Zeitraum. Fidelity und iShares profitieren vom Dreijahresfenster, Invesco vom Fünfjahresfenster.
Platz 1: L&G, der Ausgewogene
Der L&G gewinnt, weil er in vier von sechs Runden auf Platz eins oder zwei liegt und in keiner Runde Letzter wird. Er ist der günstigste und am breitesten gestreute der fünf Finalisten, kam mit einem Plus durch die Stressphase und steigert seine Ausschüttung seit 2023 jedes Jahr. Über fünf Jahre hat er mit +71,42 % die beste Rendite aller Finalisten.
Zwei Punkte musst du kennen. Die Ausschüttungsrendite ist mit 3,88 % die zweitniedrigste der Finalisten. Und der Fonds ist mit 62,23 Mio. € der kleinste Finalist mit den höchsten Handelskosten. Immerhin wächst er schnell: Das Fondsvolumen hat seit Jahresbeginn um +89,06 % zugelegt.
Platz 2: WisdomTree, der Kompromiss
Der WisdomTree landet in fünf von sechs Runden im Mittelfeld oder besser. Er verbindet 506 Aktien und niedrige Kosten mit einer ordentlichen Rendite. Mit +142,12 % über zehn Jahre hat er die beste Bilanz aller ETFs mit so langer Historie. Auch die Sharpe Ratio von 1,45 ist die höchste der Finalisten.
Die Schwäche ist die Ausschüttung. Sie lag 2025 mit 0,65 € je Anteil um 38,10 % unter dem Vorjahr und bleibt nach der Prognose auch 2026 auf diesem Niveau. Wer den ETF wegen der früheren Rendite von mehr als 7 % im Kopf hat, muss umdenken: Für 2025 sind es 4,60 %.
Platz 3: Invesco, der Ruhige mit hoher Ausschüttung
Der Invesco hat das schwächste Regelwerk und trotzdem ein klares Profil: 5,55 % Ausschüttungsrendite bei der niedrigsten Volatilität im Feld. Die Ausschüttung ist seit 2024 stabil, der letzte Platz in der Wachstumsrunde geht auf das Ausnahmejahr 2022 zurück.
Der Preis dafür ist die Rendite. Mit +45,49 % über drei Jahre und +38,35 % über fünf Jahre liegt der ETF bei der Wertentwicklung jeweils am Ende oder kurz davor. Du bekommst viel laufenden Ertrag und wenig Kurszuwachs.
Platz 4: iShares, der Renditekönig mit Risiken
Der iShares ist der größte und liquideste ETF und zahlt mit 6,15 % die höchste Ausschüttungsrendite. Über drei Jahre hat er mit +65,62 % die zweitbeste Wertentwicklung der Finalisten.
Dagegen stehen die höchsten Kosten, nur 113 Aktien, eine seit 2022 von 1,22 € auf 0,87 € gesunkene Ausschüttung und eine Rendite von -20,54 % in der Stressphase. Der ETF ist ein Schönwetterprodukt: stark, wenn Rohstoffe und Banken laufen, und anfällig, wenn sie es nicht tun.
Platz 5: Fidelity, der Sonderfall
Fidelity gewinnt zwei Runden (Regelwerk und Dividendenwachstum) und hatte in der Vorrunde die beste Dreijahresrendite. Trotzdem steht der ETF am Ende der Tabelle, weil er in den drei Runden Rendite, Streuung und Nerven jeweils Letzter wird.
Das Ergebnis ist kein Urteil über die Qualität des ETFs. Es zeigt, dass er an den Maßstäben eines Dividendenanlegers gemessen ein anderes Produkt ist: 44,78 % Technologie, 3,84 % Ausschüttungsrendite, 30,02 % Volatilität. Wer das weiß und will, bekommt den ETF mit dem höchsten Anteil an Wachstumswerten im Feld (32,56 %).
Für welchen Anlegertyp eignet sich welcher ETF?
Den einen besten ETF für alle gibt es nicht. Der L&G passt zu Anlegern, die einen ausgewogenen Schwellenländerbaustein mit steigender Ausschüttung suchen. Invesco und iShares richten sich an alle, die heute möglichst viel laufenden Ertrag wollen. Fidelity ist die Wahl für Anleger, denen die Gesamtrendite wichtiger ist als die Höhe der Ausschüttung.
Der Charakter der fünf ETFs auf einen Blick
Das Kurs-Gewinn-Verhältnis (KGV) zeigt, mit dem Wievielfachen des Jahresgewinns die Unternehmen im ETF bewertet sind. Der Value-Anteil gibt an, wie viel des Portfolios in günstig bewerteten Substanzwerten steckt.
| ETF | Value-Anteil | KGV | Passt zu dir, wenn du … |
|---|---|---|---|
| L&G | 56,01 % | 9,76 | einen breit gestreuten Baustein mit wachsender Ausschüttung suchst |
| WisdomTree | 57,86 % | 10,41 | Rendite und Ausschüttung ausbalancieren willst |
| Invesco | 76,09 % | 8,85 | hohen laufenden Ertrag bei wenig Schwankung willst |
| iShares | 82,36 % | 8,01 | die höchste Ausschüttungsrendite und einen großen, liquiden Fonds willst |
| Fidelity | 30,42 % | 13,84 | Wachstum und Qualität vor Ausschüttung stellst |
Wenn du von der Ausschüttung leben willst
Für die Entnahmephase zählt, dass der Betrag in Euro hält. Unter den ETFs mit hoher Rendite liefert Invesco aktuell die beste Kombination aus Höhe (5,55 %) und Stabilität seit 2024. iShares zahlt mehr, hat die Ausschüttung aber 2025 gesenkt und liegt nach der Prognose auch 2026 darunter. Wer mit weniger Rendite auskommt und auf eine wachsende Zahlung setzt, ist mit L&G oder Fidelity besser bedient.
Eine Mischung senkt das Risiko. Mit WisdomTree, Fidelity und einem der drei ETFs mit Zahlung im März, Juni, September und Dezember deckst du alle zwölf Monate ab. Dein Geld verteilt sich dann auf drei unterschiedliche Baupläne. Gleich hoch sind die Zahlungen dabei nicht, und bei WisdomTree hat die Ausschüttung zuletzt am stärksten geschwankt.
Nur für den Monatsrhythmus würde ich mir allerdings keine drei Schwellenländer-ETFs ins Depot legen. Der Zahltag sollte nicht bestimmen, was du kaufst.
💡 Lesetipp
Maximale Ausschüttung, monatlicher Cashflow oder wachsende Dividende: Für acht Ziele habe ich je ein fertiges Depot gebaut, nachzulesen in 8 Dividenden-ETF-Portfolios im Vergleich: Welches ist das Beste für dein Ziel? Zwei Finalisten aus diesem Vergleich sind dort als Schwellenländer-Baustein dabei: Invesco für hohe Ausschüttung und geringes Verlustrisiko, Fidelity für wachsende Dividenden.
Wenn du noch Vermögen aufbaust
In der Ansparphase ist die Gesamtrendite wichtiger als die Ausschüttung von heute. Hier haben L&G, WisdomTree und Fidelity über fünf Jahre mit jeweils rund +70 % die Nase vorn. Der L&G ist dabei der ruhigste der drei, Fidelity der schwankungsreichste.
Für wen keiner der fünf ETFs passt
Ein Emerging Markets Dividenden ETF ist ein Baustein und kein Fundament. Alle fünf hängen an wenigen Ländern, bei allen schwankt die Ausschüttung in Euro mit den Wechselkursen, und vier von fünf zahlen heute weniger je Anteil als 2022.
Wenn du eine jedes Jahr steigende Zahlung brauchst oder Kursverluste von 20 % in zwei Jahren nicht aushältst, bist du mit einem dieser ETFs als großer Depotposition falsch aufgestellt. Als Beimischung zu einem breiten Welt-Portfolio sind sie sinnvoll. Ob dafür ein einziger Welt-ETF reicht, habe ich im Beitrag 1-ETF-Portfolio 2026: 5 Strategien und konkrete ETFs im Test durchgerechnet.
Mein Fazit zum Vergleich
Der L&G Emerging Markets Quality Dividends UCITS ETF gewinnt den Vergleich mit 23 von 30 Punkten, weil er günstig ist, sehr breit streut und seine Ausschüttung wieder steigert. Das Ergebnis hält auch, wenn die Rendite als zusätzliche Runde mitzählt. Platz zwei geht an den WisdomTree Emerging Markets High Dividend, der die beste Zehnjahresbilanz mitbringt.
Die wichtigste Erkenntnis steckt für mich in den Runden 1 und 3. Entscheidend ist, ob ein Index die Entwicklung der Dividende prüft. Die beiden ETFs, die Qualität und Dividendenentwicklung prüfen, führen beim Ausschüttungswachstum. Die drei, die vor allem nach hoher Rendite auswählen, zahlen heute deutlich weniger als 2022.
Lass dich deshalb von 6 % Ausschüttungsrendite nicht blenden. Entscheide zuerst, ob du Ertrag heute oder Ertrag in zehn Jahren brauchst, und wähle danach. Für die meisten Dividendenanleger ist der L&G der vernünftigste Startpunkt, mit Limit gekauft und lange gehalten.
Häufig gestellte Fragen zu den besten Emerging Markets Dividenden ETFs
Quellenverzeichnis
Renditen, Ausschüttungen und Zusammensetzung 02.10.2026, Risikokennzahlen 30.09.2026, Indexregeln abgerufen am 06.10.2026
- extraETF, iShares EM Dividend UCITS ETF USD (Dist) vom 02.10.2026: https://extraetf.com/de/etf-profile/IE00B652H904
- extraETF, Invesco FTSE Emerging Markets High Dividend Low Volatility UCITS ETF vom 02.10.2026: https://extraetf.com/de/etf-profile/IE00BYYXBF44
- extraETF, State Street SPDR S&P Emerging Markets Dividend Aristocrats UCITS ETF vom 02.10.2026: https://extraetf.com/de/etf-profile/IE00B6YX5B26
- extraETF, WisdomTree Emerging Markets High Dividend UCITS ETF (Dist) vom 02.10.2026: https://extraetf.com/de/etf-profile/IE00BQQ3Q067
- extraETF, Fidelity Emerging Markets Quality Income UCITS ETF (Dist) vom 02.10.2026: https://extraetf.com/de/etf-profile/IE00BYSX4739
- extraETF, HSBC PLUS Emerging Markets Equity Income Quant Active UCITS ETF vom 02.10.2026: https://extraetf.com/de/etf-profile/IE000893FCN6
- extraETF, L&G Emerging Markets Quality Dividends UCITS ETF vom 02.10.2026: https://extraetf.com/de/etf-profile/IE00BMYDMC42
- extraETF, WisdomTree Emerging Markets SmallCap Dividend UCITS ETF vom 02.10.2026: https://extraetf.com/de/etf-profile/IE00BQZJBM26
- S&P Dow Jones Indices, Dow Jones Dividend Indices Methodology vom September 2026: https://www.spglobal.com/spdji/en/documents/methodologies/methodology-dj-dividend-indices.pdf
- S&P Dow Jones Indices, Fidelity Emerging Markets Quality Income Index Methodology vom Januar 2026: https://www.spglobal.com/spdji/en/documents/methodologies/methodology-fidelity-emerging-markets-quality-income-index.pdf
- FTSE Russell, Ground Rules FTSE Dividend Growth with Quality Index Series v2.4 vom April 2026: https://www.lseg.com/content/dam/ftse-russell/en_us/documents/ground-rules/ftse-dividend-growth-with-quality-index-series-ground-rules.pdf
- FTSE Russell, Ground Rules FTSE High Dividend Low Volatility Index Series v2.7 vom Mai 2026: https://www.lseg.com/content/dam/ftse-russell/en_us/documents/ground-rules/ftse-high-dividend-low-volatility-index-ground-rules.pdf
- WisdomTree, Indexbeschreibung WisdomTree Emerging Markets High Dividend UCITS ETF vom 02.10.2026: https://www.wisdomtree.com/gb/products/equities/wisdomtree-emerging-markets-high-dividend-ucits-etf
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