HSBC PLUS Emerging Markets Equity Income Quant Active ETF: Dividenden-ETF oder MSCI Emerging Markets mit Feinschliff?

Aktualisiert am: 19. Oktober 2026​

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Ein Emerging-Markets-Dividenden-ETF mit 43 % Technologie, fast genauso viel Taiwan wie der MSCI Emerging Markets und einer Ausschüttung, die näher am Index liegt als an klassischen Dividenden-ETFs? Genau das ist der HSBC PLUS Emerging Markets Equity Income ETF. Hinter dem sperrigen Namen steckt ein Quant-Modell mit engen Leitplanken. Ich habe alle 292 Positionen der Bestandsliste ausgewertet, das Regelwerk zerlegt und zeige dir, wo der Fonds vom Index abweicht, was das für Rendite und Ausschüttung bedeutet und für wen er sich lohnen könnte.

HSBC PLUS Emerging Markets Equity Income Quant Active ETF im Überblick

Basisdaten: Aktiv verwalteter ETF von HSBC, ISIN IE000893FCN6, WKN A418NM, Xetra-Ticker H417, aufgelegt am 19.08.2025, laufende Kosten 0,35 %, Fondsvolumen 89,47 Mio. €.
Kern-Strategie: Ein Quant-Modell gewichtet Schwellenländer-Aktien mit hohem Ertrag und hoher Qualität stärker, hält Länder und Branchen aber nah am MSCI Emerging Markets (angepeilter Tracking Error rund 2 %).
Dividende und Ertrag: Vierteljährlich in US-Dollar, hochgerechnet rund 2,5 % für 2026 (1,79 % in den letzten zwölf Monaten), davon rund 70 % in der zweiten Jahreshälfte.
Branchen: Technologie 43,31 % und damit auf Indexniveau, größte Abweichung sind Finanzen mit +2,37 Prozentpunkten.
Region: Asien 86,61 %, angeführt von Taiwan (28,94 %), China (20,51 %), Südkorea (19,48 %) und Indien (10,74 %), alle nah am Index.
Währung: Fondswährung US-Dollar, das Währungsrisiko liegt vor allem bei Taiwan-Dollar (28,62 %), Won (19,25 %), Hongkong-Dollar (14,61 %) und Rupie (10,62 %).
Risiko und Kennzahlen: Volatilität 22,72 %, Beta 0,97, Korrelation zur Benchmark 97,57 %, Risikoklasse 4 von 7. Anteil günstig bewerteter Aktien (Value) 43,13 % statt 28,78 % beim HSBC MSCI EM ETF.
Günstigstes Handelsfenster: 16:30 bis 17:00 Uhr (iXLM 41,8 Basispunkte), immer mit Limit.
Passt zu diesen Strategien: Schwellenländer-Baustein neben einem MSCI World, Value-Beimischung, Ergänzung für Einzelaktien-Depots.
Vorteile: Index-nahes Risiko mit Value-Neigung, weniger TSMC-Klumpen (9,7 % statt 15,8 %), günstigster Schwellenländer-Dividenden-ETF aus meinem Vergleich, in den letzten zwölf Monaten +27,99 % gegenüber +24,85 % beim HSBC MSCI EM ETF.
Nachteile: 0,20 Prozentpunkte teurer und rund fünfmal so teuer zu handeln wie der HSBC MSCI EM ETF, wenig Ausschüttung für einen Income-Fonds, viel Tech und Taiwan, erst gut ein Jahr Historie.
Für wen geeignet: MSCI-EM-Anleger, die eine Value- und Ertragsneigung wollen und die kurze Historie akzeptieren.
Für wen nicht geeignet: Einkommensanleger mit 4 % Ausschüttungsziel, techlastarme Depots und alle, die den günstigsten Weg in die Schwellenländer suchen.

Datenstand: Renditen und Zusammensetzung 15.10.2026, Risikokennzahlen 30.09.2026, Ausschüttungen und Handelszeiten 18.10.2026

📈 Live-Blick auf den Kurs: Der interaktive Chart zeigt die tagesaktuelle Kursentwicklung (Live-Börsenpreise ohne reinvestierte Ausschüttungen).

Video Zusammenfassung

Was ist das für ein ETF?

Der HSBC PLUS Emerging Markets Equity Income ETF ist ein aktiv verwalteter Aktien-ETF auf Schwellenländer, der seit dem 19.08.2025 existiert. Statt einen Index nachzubilden, wählt ein Quant-Modell aus dem Schwellenländer-Universum Aktien mit attraktivem Ertrag und hoher Qualität aus und gewichtet sie stärker. Enge Leitplanken halten ihn dabei nah am MSCI Emerging Markets. Im Ergebnis ist er weniger ein klassischer Dividenden-ETF als ein Schwellenländer-ETF mit Value- und Ertragsneigung.

Was „PLUS“, „Equity Income“ und „Quant Active“ bedeuten

„PLUS“ ist die HSBC-Marke für aktiv verwaltete ETFs. „Equity Income“ beschreibt das Ziel: Dividendenrendite plus langfristiges Kapitalwachstum. Der Fonds will also nicht die höchste Ausschüttung, sondern eine bessere Gesamtrendite als der Markt bei ähnlichem Risiko. Das unterscheidet ihn von ETFs wie dem iShares Emerging Markets Dividend, die stur nach Dividendenrendite sortieren.

„Quant Active“ heißt: Kein Fondsmanager kauft nach Bauchgefühl, sondern ein Regelwerk aus Kennzahlen, Rankings und einem Optimierer entscheidet über die Gewichte. Menschen überwachen und verbessern das Modell. HSBC ordnet die Methode im Factsheet als „Smart-Beta“ ein, also als Gewichtung nach Faktoren wie Dividende oder Qualität statt nach Börsenwert. Anders als bei einem Smart-Beta-Index kennst du aber nur die Grundlogik, nicht die genauen Formeln.

Die wichtigsten Eckdaten

MerkmalWert
Vollständiger NameHSBC PLUS Emerging Markets Equity Income Quant Active UCITS ETF (USD Dist)
ISIN / WKNIE000893FCN6 / A418NM
Xetra-TickerH417 (Handel in Euro)
AnbieterHSBC Asset Management
Auflage19.08.2025 (Xetra-Notierung seit 22.08.2025)
FondsdomizilIrland
FondswährungUS-Dollar
Verwaltungaktiv, quantitativer Prozess
ReferenzwertMSCI Emerging Markets Index
Laufende Kosten0,35 % pro Jahr (Schätzung, da noch kein volles Geschäftsjahr)
Ertragsverwendungausschüttend, vierteljährlich
Fondsvolumen89,47 Mio. €
Aktienpositionen292 (von 274 Unternehmen)
Risikoklasse4 von 7
NachhaltigkeitArtikel-6-Fonds (keine nachhaltigen Anlageziele)
SparplanTrading 212, Scalable Capital
Datenquelle: HSBC Factsheet (Stand 30.09.2026), HSBC Basisinformationsblatt, HSBC Bestandsliste (Stand 13.10.2026), extraETF (Fondsvolumen und Sparpläne, Stand 15.10.2026)

Ein Hinweis zu den Kosten: In ETF-Datenbanken taucht für diesen Fonds teils eine TER (Gesamtkostenquote) von 0,30 % auf. Factsheet, Basisinformationsblatt und Fondsprospekt nennen übereinstimmend 0,35 %. Ich rechne im gesamten Beitrag mit 0,35 %.

Warum der Fonds in meinem Vergleich in der Vorrunde ausschied

Im Emerging Markets Dividenden ETF Vergleich habe ich acht Schwellenländer-Dividenden-ETFs gegeneinander antreten lassen. Eintrittskarte war die Gesamtrendite über drei Jahre. Der HSBC PLUS konnte die schlicht nicht vorweisen, weil er erst im August 2025 gestartet ist.

Viele von euch wollten trotzdem wissen, was ich von ihm halte. Deshalb bekommt er hier seine eigene Analyse.

Die Messlatte ist dabei nicht ein anderer Dividenden-ETF, sondern der HSBC MSCI Emerging Markets UCITS ETF (ISIN IE00B5SSQT16). Der bildet genau den Index ab, an dem sich der HSBC PLUS orientiert, und kommt vom selben Anbieter. So siehst du sauber, was das Quant-Modell anders macht.

💡 Lesetipp: Aktiv, passiv oder Smart Beta?

Welche ETF-Strategien es gibt und wie sie sich in der Praxis unterscheiden, erkläre ich ausführlich in meinem Guide zu den ETF-Strategien.

Welche Regeln setzt der ETF um?

Der Fonds arbeitet in drei Schritten: Er definiert ein Universum aus Schwellenländer-Aktien, rankt sie nach Ertrags- und Qualitätsmerkmalen und baut daraus mit einem Optimierer ein Portfolio, das Sektoren, Länder und Einzeltitel nah am MSCI Emerging Markets hält. Der angepeilte Tracking Error liegt bei etwa 2 % pro Jahr. Dazu kommt eine Leitplanke, die in der Strategiebeschreibung gar nicht auftaucht: Als aktiver Fonds darf er höchstens 10 % in ein einzelnes Unternehmen stecken.

Schritt 1: Das Anlageuniversum

Der Fonds investiert in der Regel mindestens 90 % seines Vermögens in Aktien von Unternehmen, die in Schwellenländern ansässig sind oder dort den Großteil ihrer Umsätze erzielen. Ausgangspunkt ist der MSCI Emerging Markets Index, der rund 85 % des frei handelbaren Börsenwerts der Schwellenländer abdeckt und 1.155 Aktien enthält (Stand 30.09.2026).

Der Fonds darf auch Aktien kaufen, die nicht im Index stehen, wenn sie bessere Ertrags- und Qualitätsmerkmale haben. HSBC stellt aber klar, dass ein erheblicher Teil des Portfolios aus Indexwerten bestehen soll. Erlaubt sind neben normalen Aktien auch Hinterlegungsscheine wie ADRs und GDRs sowie chinesische A-Aktien über Stock Connect.

Schritt 2: Das Ranking nach Ertrag und Qualität

Jede Aktie im Universum bekommt einen Rang. Je attraktiver ihre Ertrags- und Qualitätsmerkmale, desto höher landet sie. HSBC nennt beispielhaft drei Kennzahlen und beschreibt, was „Qualität“ bedeutet.

KriteriumWas es misstWarum es zählt
DividendenrenditeDividende im Verhältnis zum AktienkursDirekter Ertrag für den Anleger
Cashflow-RenditeCashflow im Verhältnis zum BörsenwertZeigt, ob die Dividende aus echtem Geld bezahlt wird
Rendite auf das eingesetzte KapitalGewinn im Verhältnis zum investierten KapitalMisst, wie effizient ein Unternehmen wirtschaftet
Regelmäßige DividendeVerlässliche AusschüttungshistorieFiltert einmalige Sonderzahlungen heraus
Profitabilität und stabile GewinneHöhe und Schwankung der GewinneSchützt vor Dividendenfallen
Geringe VerschuldungSchulden im Verhältnis zu Eigenkapital oder GewinnSenkt das Risiko von Dividendenkürzungen
Datenquelle: HSBC Fondsprospekt, Supplement zum HSBC PLUS Emerging Markets Equity Income Quant Active UCITS ETF (Stand 24.04.2025)

Die Liste ist ausdrücklich nicht abschließend. HSBC schreibt „zum Beispiel“ und behält sich vor, das Modell laufend weiterzuentwickeln. Du weißt also, in welche Richtung das Modell zieht, aber nicht, wie stark jede Kennzahl gewichtet ist.

Schritt 3: Der Optimierer mit Leitplanken

Aus dem Ranking baut ein Optimierer das Portfolio. Er soll das Gewicht der bestplatzierten Aktien maximieren und gleichzeitig das Risiko klein halten. Dafür setzt er Grenzen für Sektor-, Länder- und Einzeltitelgewichte relativ zum MSCI Emerging Markets.

Der entscheidende Wert ist der Tracking Error. Er misst, wie stark die Rendite eines Fonds von seiner Benchmark (dem Vergleichsindex) abweicht. HSBC peilt bei der Portfoliokonstruktion etwa 2 % pro Jahr an und erwartet unter normalen Marktbedingungen nicht mehr als 3 %. Das ist kein hartes Limit, zeigt aber die Haltung: Der Fonds soll sich wie der Index anfühlen und nur durch die Aktienauswahl innerhalb der Länder und Sektoren besser abschneiden.

Genau hier liegt der Schlüssel zum ganzen Fonds. Ein klassischer Dividenden-ETF wie der iShares Emerging Markets Dividend darf ganze Länder und Branchen über- oder untergewichten. Der HSBC PLUS darf das kaum.

Er tauscht innerhalb von Taiwan, Korea oder Indien Aktien mit wenig Ertrag gegen Aktien mit mehr Ertrag. Das erklärt, warum er so wenig nach Dividenden-ETF aussieht.

Die unsichtbare Leitplanke: maximal 10 % pro Unternehmen

Eine Regel steht nicht in der Strategiebeschreibung, prägt das Portfolio aber massiv. Die EU-Richtlinie für Publikumsfonds (OGAW-Richtlinie, auf Englisch UCITS) erlaubt einem Fonds höchstens 10 % seines Vermögens in Wertpapieren desselben Unternehmens. Alle Positionen über 5 % dürfen zusammen nicht mehr als 40 % ausmachen.

Indexfonds dürfen davon abweichen. Wer einen Index nachbildet, darf bis zu 20 % in ein Unternehmen stecken, in Ausnahmefällen bis zu 35 %. Ein aktiver Fonds wie der HSBC PLUS hat diese Ausnahme nicht.

Die Spuren siehst du in der Bestandsliste: TSMC steht beim HSBC PLUS bei 9,71 %, knapp unter der Grenze. Im HSBC MSCI EM ETF hat TSMC 15,84 %. Die drei Positionen über 5 % (TSMC, Samsung Electronics inklusive Vorzugsaktie und SK hynix) kommen zusammen auf rund 23 % und liegen damit klar unter der 40-%-Grenze. Was diese TSMC-Lücke für Portfolio und Rendite bedeutet, zeige ich in den Kapiteln zu den Holdings und zur Prognose.

Was sonst noch erlaubt ist und was fehlt

Neben Aktien darf der Fonds Derivate wie Futures einsetzen. Aktuell hält er MSCI-EM-Futures über 0,81 % des Vermögens, damit auch die Kasse am Markt teilnimmt, einen Hebel soll es nicht geben. Wertpapierleihe ist bis 30 % des Vermögens erlaubt (erwartet werden höchstens 25 %). Das bringt Zusatzerträge, aber auch ein Kontrahentenrisiko.

Was fehlt: ein öffentlicher Index, veröffentlichte Rebalancing-Termine und feste Obergrenzen für Branchen oder Länder. HSBC sagt nur, dass häufige Umschichtungen nicht beabsichtigt sind, der Umschlag aber höher liegt als bei börsenwertgewichteten Fonds. Als Artikel-6-Fonds verfolgt er keine Nachhaltigkeitsziele, ausgeschlossen werden nur Verstöße gegen die Waffen-Richtlinie von HSBC.

Wie ist die regionale Verteilung?

Der HSBC PLUS steckt 86,61 % seines Vermögens in Asien, angeführt von Taiwan (28,94 %), China (20,51 %), Südkorea (19,48 %) und Indien (10,74 %). Kein großes Land weicht mehr als 1,61 Prozentpunkte vom HSBC MSCI EM ETF ab. Die regionale Verteilung ist damit fast eine Kopie des Index. Unterschiede entstehen erst darunter, bei der Auswahl der Aktien innerhalb der Länder.

LandAnteil am ETFVergleich zum HSBC MSCI EM ETF
Taiwan28,94 %29,35 % (-0,41 Pp.)
China20,51 %18,90 % (+1,61 Pp.)
Südkorea19,48 %20,22 % (-0,74 Pp.)
Indien10,74 %10,54 % (+0,20 Pp.)
Brasilien4,15 %4,74 % (-0,59 Pp.)
Südafrika2,57 %2,44 % (+0,13 Pp.)
Polen1,75 %nicht in den Top 10 (unter 1,19 %)
Thailand1,49 %nicht in den Top 10 (unter 1,19 %)
Saudi-Arabien1,47 %2,27 % (-0,80 Pp.)
Vereinigte Arabische Emirate1,35 %1,19 % (+0,16 Pp.)
Mexikonicht in den Top 10 (unter 1,35 %)1,60 %
Datenquelle: extraETF (Stand 15.10.2026). Pp. = Prozentpunkte.

Fast deckungsgleich mit dem Index

Die Tabelle zeigt, wie eng die Leitplanken sind. Taiwan, Korea, Indien und Brasilien liegen alle weniger als einen Prozentpunkt neben dem Index. Das ist kein Zufall, sondern Konstruktionsprinzip: Länderwetten würden den Tracking Error schnell über die angepeilten 2 % treiben.

Für dich heißt das: Wer den HSBC PLUS kauft, kauft das Länderrisiko der Schwellenländer fast eins zu eins. Wer gezielt weniger Taiwan oder mehr Lateinamerika möchte, ist hier falsch. Klassische Dividenden-ETFs wie der iShares Emerging Markets Dividend kamen in meinem Vergleich auf fast 30 % Lateinamerika (Stand 02.10.2026), der HSBC PLUS nur auf 6,11 %.

Die kleinen Abweichungen und was sie verraten

Die größte Abweichung ist China mit +1,61 Prozentpunkten. Gleichzeitig hält der Fonds weniger Tencent (2,01 % gegenüber 2,70 %) und weniger Alibaba (1,47 % gegenüber 1,88 %) als der Index.

Rechnet man die beiden Tech-Riesen heraus, steckt der Fonds 17,03 % in den Rest Chinas, der Index nur 14,32 %. Wo genau das zusätzliche Gewicht landet, lässt sich ohne vollständige Indexdaten nicht für jede Aktie sagen. Unter den größten China-Positionen des Fonds stehen nach Tencent und Alibaba aber durchweg Banken und Versicherer wie Bank of China, ICBC, China Construction Bank, China Life und Ping An.

Untergewichtet sind dagegen Saudi-Arabien (-0,80 Pp.) und Mexiko, das im Index 1,60 % wiegt und laut Bestandsliste im HSBC PLUS nur 0,69 %. Polen und Thailand schaffen es beim HSBC PLUS in die Top 10, beim Index nicht. Dahinter stecken vor allem Banken: In Polen PKO Bank Polski (0,79 %) und Pekao (0,59 %), in Thailand Krung Thai Bank (0,36 %), SCB X (0,31 %) und Kasikornbank (0,28 %).

Regionen im Überblick

RegionHSBC PLUSHSBC MSCI EM ETF
Asien86,61 %86,84 %
Lateinamerika6,11 %7,10 %
Osteuropa2,92 %1,61 %
Afrika2,73 %2,51 %
Nordamerika1,12 %1,21 %
Europa0,65 %0,60 %
Datenquelle: extraETF (Stand 15.10.2026)

Die 1,12 % „Nordamerika“ sind übrigens kein echtes US-Engagement. Dahinter stecken der Goldproduzent AngloGold Ashanti (0,94 %), der an der Börse Johannesburg in Rand gehandelt wird, und das Biotech-Unternehmen BeOne Medicines (0,20 %), das in Hongkong notiert. Beide werden in der Bestandsliste den USA zugeordnet, gehandelt werden die Positionen aber an Schwellenländer-Börsen.

Währungen: Der US-Dollar ist nur die Verpackung

Die Fondswährung ist der US-Dollar, in Deutschland handelst du den ETF in Euro. Dein tatsächliches Währungsrisiko hängt aber an den Währungen, in denen die Aktien notieren. Laut Bestandsliste sind das 23 verschiedene, die zehn größten zeigt die Tabelle.

WährungHSBC PLUSHSBC MSCI EM ETFEinordnung
Neuer Taiwan-Dollar28,62 %29,39 % (-0,77 Pp.)Größtes Einzelrisiko, frei schwankend
Südkoreanischer Won19,25 %20,02 % (-0,77 Pp.)Zweitgrößtes Risiko, frei schwankend
Hongkong-Dollar14,61 %15,40 % (-0,79 Pp.)Fest an den US-Dollar gekoppelt
Indische Rupie10,62 %10,44 % (+0,18 Pp.)Frei schwankend
Chinesischer Renminbi5,89 %3,38 % (+2,51 Pp.)Mehr chinesische A-Aktien, Kurs von der Notenbank in einer Bandbreite gesteuert
Brasilianischer Real4,10 %1,62 % (+2,48 Pp.)Der Fonds hält Brasilien über die Börse São Paulo, siehe unten
Südafrikanischer Rand2,94 %2,46 % (+0,48 Pp.)Frei schwankend, historisch besonders volatil
US-Dollar1,86 %5,62 % (-3,76 Pp.)Vor allem in New York gehandelte Hinterlegungsscheine, siehe unten
Polnischer Zloty1,74 %nicht in den Top 10 (unter 1,59 %)EU-Währung außerhalb des Euro
Thailändischer Baht1,48 %nicht in den Top 10 (unter 1,59 %)Frei schwankend
Saudi-Riyalnicht in den Top 10 (unter 1,48 %)2,25 %Fest an den US-Dollar gekoppelt
Mexikanischer Pesonicht in den Top 10 (unter 1,48 %)1,59 %Frei schwankend
Datenquelle: extraETF (Stand 18.10.2026), Anzahl der Währungen aus der HSBC Bestandsliste (Stand 13.10.2026)

Handelswährung ist nicht gleich Währungsrisiko

Auffällig ist der HSBC MSCI EM ETF: 4,74 % Brasilien, aber nur 1,62 % Real und dafür 5,62 % US-Dollar. Die naheliegende Erklärung sind Hinterlegungsscheine (ADRs), die in New York in US-Dollar gehandelt werden, während der HSBC PLUS stärker an den Heimatbörsen kauft. Am Währungsrisiko ändert das wenig, denn ein ADR auf eine brasilianische Bank schwankt trotzdem mit dem Real.

Wichtiger für dich: Hongkong-Dollar und Saudi-Riyal sowie kleinere Positionen in VAE-Dirham und Katar-Riyal sind fest an den US-Dollar gekoppelt. Gut ein Sechstel des Fonds verhält sich für dich als Euro-Anleger also wie eine Dollar-Anlage, der Rest schwankt frei. Eine Währungsabsicherung gibt es für diese Anteilsklasse nicht.

Wie ist die Branchenverteilung?

Technologie macht 43,31 % des HSBC PLUS aus und liegt damit fast exakt auf dem Niveau des HSBC MSCI EM ETF (43,69 %). Die einzigen nennenswerten Branchenwetten sind Finanzwerte mit 21,68 % (+2,37 Pp.) und Basiskonsumgüter mit 3,97 % (+1,49 Pp.). Energie, Industrie und Kommunikation sind leicht untergewichtet. Wer einen Dividenden-ETF mit wenig Tech sucht, findet hier also das Gegenteil.

BrancheGewichtungVergleich zum HSBC MSCI EM ETFStrategische Einordnung
Technologie43,31 %43,69 % (-0,38 Pp.)Bewusst neutral. Innerhalb der Branche weniger TSMC, dafür mehr Taiwans zweite Reihe
Finanzen21,68 %19,31 % (+2,37 Pp.)Größte aktive Wette. Banken und Versicherer liefern hohe Dividenden bei niedriger Bewertung
Zyklische Konsumgüter7,46 %7,49 % (-0,03 Pp.)Neutral, obwohl Alibaba untergewichtet ist
Grundmaterialien5,58 %5,77 % (-0,19 Pp.)Neutral. Auffällig sind Goldproduzenten wie AngloGold Ashanti und Gold Fields
Industrie5,18 %5,96 % (-0,78 Pp.)Leicht untergewichtet
Kommunikation5,17 %5,84 % (-0,67 Pp.)Untergewichtet, vor allem durch weniger Tencent
Basiskonsumgüter3,97 %2,48 % (+1,49 Pp.)Defensive Dividendenzahler wie ITC, Nestlé India oder Nongfu Spring
Cash3,04 %6,95 %Kein echter Barbestand, siehe unten
Energie2,88 %3,67 % (-0,79 Pp.)Überraschend untergewichtet für einen Ertragsfonds
Versorger2,27 %nicht in den Top 10 (unter 2,48 %)Klassische Dividendenbranche, beim Index nicht unter den zehn größten Branchen
Datenquelle: extraETF (Stand 15.10.2026). Gesundheitswesen liegt beim HSBC MSCI EM ETF bei 2,80 % und taucht beim HSBC PLUS nicht in den Top 10 auf, laut HSBC Factsheet (Stand 30.09.2026, andere Branchensystematik) kommt der Fonds auf 1,41 %.

Warum Technologie nicht untergewichtet ist

Viele erwarten von einem „Equity Income“-Fonds wenig Tech, weil Technologiewerte oft kaum Dividende zahlen. In den Schwellenländern stimmt das so nicht. TSMC, Samsung, MediaTek oder Infosys zahlen solide Dividenden und haben hohe Kapitalrenditen. Sie bestehen also den Qualitäts- und Ertragsfilter.

Dazu kommt der Optimierer. Er hält die Branchengewichte nah am Index. Eine Untergewichtung von Technologie um zehn Prozentpunkte würde den Tracking Error sprengen. Deshalb verschiebt der Fonds Gewicht innerhalb der Branche, statt die Branche zu verlassen.

Finanzwerte: die größte Branchenwette

Das Plus von 2,37 Prozentpunkten bei Finanzen ist die deutlichste Abweichung auf Branchenebene. In der Bestandsliste tauchen chinesische Staatsbanken, koreanische Bankengruppen wie Hana (0,92 %), Woori (0,69 %) und KB Financial (0,33 %), polnische Banken wie PKO Bank Polski (0,79 %) und Pekao (0,59 %) sowie südafrikanische Banken wie FirstRand (0,69 %), Absa (0,62 %) und Nedbank (0,59 %) auf.

Banken in Schwellenländern sind oft günstig bewertet und schütten einen großen Teil ihrer Gewinne aus. Danach sucht das Modell. Das Risiko: Finanzwerte reagieren empfindlich auf Konjunktureinbrüche, Kreditausfälle und politische Eingriffe in Zinsen oder Dividenden.

Die Überraschung bei Energie

Ein Ertragsfonds mit weniger Energie als der Index wirkt erst einmal widersprüchlich. Ölkonzerne gelten als klassische Dividendenzahler. Ein Blick in die Bestandsliste zeigt das Muster: Reliance Industries steht nur mit 0,01 % im Fonds, Petrobras mit 0,07 % und Saudi Aramco mit 0,14 %. Coal India ist mit 0,82 % die größte Energieposition.

Meine Einordnung: Das Modell gewichtet Qualität und Kapitalrendite mit, nicht nur die Dividendenhöhe. Energiewerte mit hoher Verschuldung oder schwankenden Gewinnen fallen dadurch durch. Für dich bedeutet das weniger Rohstoffzyklus im Depot als bei klassischen Schwellenländer-Dividenden-ETFs, aber auch weniger Puffer, wenn der Ölpreis steigt.

Was hinter der Cash-Position steckt

Die 3,04 % „Cash“ in der Branchenübersicht klingen nach viel ungenutztem Geld. Die Bestandsliste vom 13.10.2026 zeigt ein anderes Bild: 99,20 % stecken in Aktien, dazu kommen MSCI-EM-Futures über 0,81 % des Vermögens. Der Rest sind Kontostände, offene Dividendenforderungen und Abgrenzungen.

Der Fonds ist also praktisch voll investiert. Die Futures sorgen dafür, dass auch das Geld, das gerade auf dem Konto liegt, am Markt teilnimmt.

Was sind die derzeitigen Top 10 Holdings?

Die zehn größten Positionen machen 32,06 % des HSBC PLUS aus, angeführt von TSMC (9,71 %), Samsung Electronics (6,70 % Stammaktie und 1,10 % Vorzugsaktie) und SK hynix (5,53 %). Sieben der zehn Positionen stammen aus der Technologie. Der größte Unterschied zum Index ist TSMC: Der HSBC MSCI EM ETF hält 15,84 %, der HSBC PLUS darf als aktiver Fonds höchstens 10 % halten. Diese Lücke füllt er mit Taiwans zweiter Reihe.

NameBrancheLandGewicht
Taiwan Semiconductor Manufacturing (TSMC)TechnologieTaiwan9,71 %
Samsung Electronics (Stammaktie)TechnologieSüdkorea6,70 %
SK hynixTechnologieSüdkorea5,53 %
MediaTekTechnologieTaiwan2,03 %
TencentKommunikationChina2,02 %
Global UnichipTechnologieTaiwan1,49 %
AlibabaZyklische KonsumgüterChina1,43 %
Samsung Electronics (Vorzugsaktie)TechnologieSüdkorea1,10 %
InfosysTechnologieIndien1,09 %
Bank Bradesco (Vorzugsaktie)FinanzenBrasilien0,97 %
Datenquelle: HSBC Bestandsliste (Stand 13.10.2026)

Die Top 10 im Vergleich zum Index

Auf den ersten Blick sehen die Top 10 aus wie beim Index. Der Teufel steckt in den Gewichten. Die folgende Tabelle vergleicht die Titel, die in beiden Top-10-Listen stehen.

UnternehmenHSBC PLUSHSBC MSCI EM ETFAbweichung
TSMC9,74 %15,84 %-6,10 Pp.
Samsung Electronics (Stammaktie)6,73 %7,11 %-0,38 Pp.
Samsung Electronics (Vorzugsaktie)1,10 %0,91 %+0,19 Pp.
SK hynix5,46 %5,38 %+0,08 Pp.
Tencent2,01 %2,70 %-0,69 Pp.
MediaTek2,02 %1,69 %+0,33 Pp.
Alibaba1,47 %1,88 %-0,41 Pp.
Top 10 gesamt32,11 %38,25 %-6,14 Pp.
Datenquelle: extraETF (Stand 15.10.2026). Die Gewichte des HSBC PLUS weichen wegen des anderen Stichtags minimal von der Bestandsliste ab.

Fast die gesamte Konzentrationsdifferenz geht auf TSMC zurück. Samsung und SK hynix, die beiden Speicherchip-Riesen aus Korea, hält der Fonds fast exakt mit Indexgewicht. Tencent und Alibaba sind leicht untergewichtet, MediaTek leicht übergewichtet.

Die TSMC-Lücke: Warum der größte Titel bei 9,7 % klebt

TSMC lag im Factsheet (30.09.2026) bei 9,69 %, in der Bestandsliste (13.10.2026) bei 9,71 % und bei extraETF bei 9,74 %, also an allen drei Stichtagen knapp unter 10 %. Das ist genau die Grenze, die für aktive OGAW-Fonds gilt (siehe Regelwerk). Mehr darf der HSBC PLUS nicht halten, ganz egal, wie gut das Modell TSMC findet.

Solange TSMC im Index mehr als 10 % wiegt, bleibt die Lücke von gut 6 Prozentpunkten bestehen. Läuft TSMC besser als der Rest der Schwellenländer, hinkt der Fonds hinterher, läuft TSMC schlechter, liegt er vorn. Für dich ist das die wichtigste einzelne Stellschraube des Fonds, wie stark sie wirkt, rechne ich im Prognose-Kapitel vor.

Wie der Fonds die Lücke füllt: Taiwans zweite Reihe

Spannend wird es, wenn du das Länder- und das TSMC-Gewicht zusammen anschaust. Taiwan liegt im HSBC PLUS bei 28,94 %, im Index bei 29,35 %. TSMC liegt bei 9,74 % gegenüber 15,84 %. Taiwan ohne TSMC kommt im HSBC PLUS also auf 19,20 %, im Index nur auf 13,51 %.

Das sind 5,69 Prozentpunkte mehr in den übrigen taiwanischen Aktien. Der Optimierer hält das Länderrisiko neutral und schichtet das TSMC-Gewicht auf andere Taiwaner um. In der Bestandsliste sind das vor allem:

MediaTek (2,03 %), Chipdesigner für Smartphones und Netzwerke
Global Unichip (1,49 %), Dienstleister für Chipdesign
Yuanta Financial (0,90 %), Finanzkonzern
Hon Hai Precision (0,88 %), Auftragsfertiger, bekannt als Foxconn
Quanta Computer (0,85 %), Server- und Notebook-Hersteller
ASE Technology (0,83 %), Chip-Verpackung und Tests
Delta Electronics (0,79 %) und Novatek (0,79 %)

Insgesamt hält der Fonds 43 taiwanische Aktien. Für dich heißt das: Der HSBC PLUS ist keine Wette gegen Taiwan, sondern eine Wette auf Taiwans zweite Reihe aus Chipdesignern, Zulieferern und Finanzwerten statt auf den einen Branchenprimus.

Vorzugsaktien: ein kleiner Ertragstrick

Bei Samsung hält der Fonds weniger Stammaktien als der Index (6,73 % statt 7,11 %), dafür mehr Vorzugsaktien (1,10 % statt 0,91 %). Der Anteil der Vorzugsaktien am gesamten Samsung-Gewicht steigt damit von 11,3 % auf 14,0 %. Vorzugsaktien haben kein Stimmrecht, notieren in Korea aber traditionell mit Abschlag zur Stammaktie. Bei ähnlicher Dividende ergibt das eine höhere Dividendenrendite.

Das Muster taucht auch an anderen Stellen auf. Bei Hyundai Motor hält der Fonds zwei Vorzugsaktien-Gattungen mit zusammen 0,49 %, die Stammaktie nur mit 0,19 %. Bei Bank Bradesco steckt fast das gesamte Gewicht in der Vorzugsaktie (0,97 % gegenüber 0,04 % in der Stammaktie).

Für Hyundai und Bradesco liegen mir keine Indexgewichte vor, bei Samsung ist die Verschiebung aber belegt. Das spricht dafür, dass das Modell nicht nur die Unternehmen auswählt, sondern auch die Aktiengattung.

Indiens Schwergewichte stehen fast nur auf dem Papier

Indien liegt mit 10,74 % fast exakt auf Indexniveau (10,54 %). Die Zusammensetzung sieht aber völlig anders aus als bei einem normalen Schwellenländer-ETF.

HDFC Bank und Reliance Industries, zwei der größten Unternehmen Indiens, stehen mit jeweils rund 0,01 % im Fonds. Tata Consultancy Services kommt auf 0,14 %, ICICI Bank fehlt ganz.

Stattdessen dominieren Infosys (1,09 %), Coal India (0,82 %), ITC (0,69 %), HCL Technologies (0,67 %) und Nestlé India (0,64 %). Das sind Unternehmen mit hohen Ausschüttungen oder hohen Kapitalrenditen. Hier siehst du die Mechanik in Reinform: Das Land bleibt neutral, die Aktien darin tauscht das Modell konsequent nach Ertrag und Qualität aus.

292 Positionen, aber nicht alle zählen gleich

Der Fonds hält 292 Aktienpositionen von 274 Unternehmen (einige Unternehmen sind mit mehreren Aktiengattungen vertreten). Der Index hat 1.155 Titel. Die Gewichte sind dabei sehr ungleich verteilt.

PositionsgrößeAnzahl PositionenAnteil am Fonds
0,5 % und mehr5159,84 %
0,1 % bis unter 0,5 %14134,95 %
unter 0,1 %1004,40 %
Datenquelle: HSBC Bestandsliste (Stand 13.10.2026), eigene Auswertung. Summe 99,20 %, Rest: Kasse und Forderungen.

Ein Drittel der Positionen wiegt zusammen nur 4,40 %. Warum der Fonds solche Mini-Positionen überhaupt hält, legt HSBC nicht offen. Für deine Rendite spielen sie kaum eine Rolle. Wirtschaftlich relevant sind vor allem die rund 190 Positionen ab 0,1 %.

Was die Bestandsliste über versteckte Kosten verrät

Die Bestandsliste enthält neben Aktien auch Buchungsposten, die du in keinem Factsheet findest. Zwei davon sind für dich interessant.

Erstens eine Rückstellung für brasilianische Kapitalertragsteuer über -0,15 % des Fondsvermögens. Brasilien stuft Irland als Niedrigsteuerland ein und besteuert seit Oktober 2016 Kursgewinne irischer Fonds auf brasilianische Aktien. Diese Steuer zahlen am Ende die Anleger des Fonds.

Zweitens Posten für nicht erstattungsfähige Quellensteuern auf Dividenden. Sie zeigen, dass ein Teil der Dividenden in den Herkunftsländern hängen bleibt, bevor er im Fonds ankommt.

Beides ist bei Schwellenländer-ETFs mit Sitz in Irland normal und kein Sonderproblem dieses Fonds. Es erklärt aber, warum die Ausschüttung eines ETF immer etwas niedriger ausfällt als die rechnerische Dividendenrendite seiner Aktien.

Wie ist die Verteilung nach Marktkapitalisierung?

Der HSBC PLUS ist ein klarer Large-Cap-Fonds, also ein Fonds mit Schwerpunkt auf großen Unternehmen: 91,55 % stecken in sehr großen und großen Unternehmen, Nebenwerte spielen praktisch keine Rolle. Gegenüber dem HSBC MSCI EM ETF verschiebt er aber spürbar Gewicht von den sehr großen (-11,62 Pp.) zu den großen Unternehmen (+9,89 Pp.). Gut die Hälfte davon geht auf TSMC zurück. Noch deutlicher ist die Verschiebung beim Aktienstil: 43,13 % Value statt 28,78 % im Index.

GrößeGewichtEinordnung
Sehr groß50,74 % (HSBC MSCI EM ETF: 62,36 %)-11,62 Pp., gut die Hälfte davon ist die TSMC-Lücke
Groß40,81 % (HSBC MSCI EM ETF: 30,92 %)+9,89 Pp., hierhin fließt das umgeschichtete Gewicht
Mittelgroß8,28 % (HSBC MSCI EM ETF: 6,34 %)+1,94 Pp., leicht mehr mittelgroße Unternehmen (Mid Caps)
Klein0,17 % (HSBC MSCI EM ETF: 0,38 %)Praktisch bedeutungslos
Micro0,00 % (HSBC MSCI EM ETF: 0,00 %)Nicht vertreten
Datenquelle: extraETF (Stand 15.10.2026)

Die Megakonzerne: weniger Klumpen, aber kein Nebenwerte-Fonds

Die drei größten Schwellenländer-Konzerne TSMC, Samsung Electronics (inklusive Vorzugsaktie) und SK hynix machen im HSBC PLUS 23,03 % aus, im HSBC MSCI EM ETF 29,24 %. Von den 6,21 Prozentpunkten Unterschied gehen 6,10 allein auf TSMC zurück.

Auch die durchschnittliche Marktkapitalisierung (der Börsenwert) zeigt das: 395 Mrd. USD im Fonds gegenüber 518 Mrd. USD im MSCI Emerging Markets.

Ein Nebenwerte-Fonds wird der HSBC PLUS dadurch nicht. Das umgeschichtete Gewicht landet bei Unternehmen, die selbst zu den Großen ihrer Länder gehören, etwa MediaTek, Global Unichip oder Quanta Computer in Taiwan. Für dich bedeutet das ein etwas geringeres Einzeltitelrisiko: Fällt TSMC um 20 %, verliert der HSBC PLUS daraus rund 1,9 %, der Index rund 3,2 %. Umgekehrt profitierst du von einem TSMC-Höhenflug entsprechend weniger.

Aktienstil: Hier liegt die eigentliche Wette

Bei Ländern und Branchen weicht der HSBC PLUS kaum mehr als zwei Prozentpunkte vom Index ab. Beim Aktienstil sind es fast 15. Value-Aktien sind Unternehmen, die im Verhältnis zu Gewinn, Buchwert oder Cashflow günstig bewertet sind. Growth-Aktien sind teurer, weil Anleger von ihnen überdurchschnittliches Wachstum erwarten.

AktienstilHSBC PLUSHSBC MSCI EM ETFAbweichung
Value43,13 %28,78 %+14,35 Pp.
Blend (Mischform)31,11 %35,99 %-4,88 Pp.
Growth25,76 %35,23 %-9,47 Pp.
Datenquelle: extraETF (Stand 15.10.2026)

Das ist die klarste Handschrift des Quant-Modells. Weil Länder und Branchen festgezurrt sind, zeigt sich die Abweichung vor allem beim Stil. Der Fonds tauscht innerhalb von Taiwan, Korea, China und Indien konsequent teurere Wachstumswerte gegen günstigere Ertragswerte. Für dich heißt das: Wer den HSBC PLUS kauft, kauft vor allem eine Value-Neigung in den Schwellenländern.

Günstiger bewertet, aber mit weniger erwartetem Wachstum

Die Value-Neigung zeigt sich in allen vier Bewertungskennzahlen. Gleichzeitig wird sichtbar, was du dafür aufgibst.

KennzahlHSBC PLUSHSBC MSCI EM ETFEinordnung
Kurs-Gewinn-Verhältnis (KGV)8,689,54Rund 9 % günstiger
Kurs-Buchwert-Verhältnis (KBV)1,802,05Rund 12 % günstiger
Kurs-Cashflow-Verhältnis (KCV)6,156,58Rund 7 % günstiger
Kurs-Umsatz-Verhältnis (KUV)1,621,90Rund 15 % günstiger
Langfristig geschätztes Gewinnwachstum+11,68 %+15,77 %4,09 Pp. weniger erwartetes Wachstum
Historisches Gewinnwachstum+9,33 %+10,22 %Leicht niedriger
Cashflow-Wachstum+13,79 %+11,02 %Höher
Umsatzwachstum+6,37 %+5,65 %Leicht höher
Buchwertwachstum+7,70 %+8,80 %Leicht niedriger
Datenquelle: extraETF (Stand 15.10.2026). Die Portfoliokennzahlen weist extraETF als Prognosewerte aus.

Kurz erklärt: KGV, KBV, KCV und KUV setzen den Börsenwert ins Verhältnis zu Gewinn, Buchwert (Eigenkapital laut Bilanz), Cashflow und Umsatz. Je niedriger der Wert, desto weniger zahlst du für einen Euro dieser Größe. Auch HSBC selbst weist für den Fonds ein niedrigeres KGV aus als für die Benchmark (15,48 gegenüber 18,93, Stand 30.09.2026), allerdings mit einer anderen Berechnungsmethode.

Die spannendste Zeile ist das geschätzte Gewinnwachstum. Analysten erwarten von den Unternehmen im HSBC PLUS langfristig rund 11,7 % Gewinnwachstum pro Jahr, vom Index rund 15,8 %. Das ist der klassische Value-Tausch: Du zahlst weniger, bekommst dafür aber weniger erwartetes Wachstum.

Interessant ist, dass Cashflow und Umsatz bei den Fonds-Unternehmen zuletzt sogar schneller gewachsen sind. Die Unternehmen sind also nicht schwach, nur weniger stark mit Zukunftsfantasie aufgeladen.

Ob sich dieser Tausch lohnt, entscheidet der Markt. Value zahlt sich aus, wenn die hohen Wachstumserwartungen bei den teuren Aktien enttäuscht werden. Er kostet Rendite, wenn die Wachstumswerte ihre Versprechen einlösen und weiter davonziehen.

Wie ist die bisherige Performance?

In den vergangenen zwölf Monaten hat der HSBC PLUS +27,99 % erzielt, der HSBC MSCI EM ETF +24,85 %. Das ist ein Vorsprung von 3,14 Prozentpunkten, und zwar nach Kosten und inklusive Ausschüttungen. Auch seit Jahresbeginn (+23,86 % gegenüber +22,33 %) und über sechs Monate liegt der Fonds vorn. Mehr als ein Jahr Historie gibt es nicht, für eine belastbare Bewertung ist das zu kurz.

ZeitraumRenditeEinordnung
1 Woche-5,14 %HSBC MSCI EM ETF: -5,27 %. Im Abverkauf etwa gleich stark gefallen (+0,13 Pp.)
1 Monat-1,42 %HSBC MSCI EM ETF: -1,16 %. Leicht schwächer (-0,26 Pp.)
3 Monate-1,12 %HSBC MSCI EM ETF: -2,08 %. Weniger verloren (+0,96 Pp.)
6 Monate+10,03 %HSBC MSCI EM ETF: +8,43 %. Vorsprung von 1,60 Pp.
Laufendes Jahr+23,86 %HSBC MSCI EM ETF: +22,33 %. Vorsprung von 1,53 Pp.
1 Jahr+27,99 %HSBC MSCI EM ETF: +24,85 %. Vorsprung von 3,14 Pp.
3, 5 und 10 Jahrekeine DatenFonds existiert erst seit dem 19.08.2025
Datenquelle: extraETF (Stand 15.10.2026). Gesamtrendite in Euro inklusive Ausschüttungen.

Wie solide ist der Vorsprung?

3,14 Prozentpunkte in einem Jahr liegen über dem angepeilten Tracking Error von 2 %. Das heißt: Der Fonds hatte ein überdurchschnittlich gutes Jahr, auch gemessen an seinen eigenen Zielen. Die Risikokennzahlen helfen, das einzuordnen.

KennzahlHSBC PLUSHSBC MSCI EM ETFEinordnung
Volatilität22,72 %22,26 %Gleiches Schwankungsniveau
Maximaler Rückgang-12,99 %-12,76 %Kein besserer Schutz im Abschwung
Beta0,970,97Bewegt sich wie der Markt
Korrelation zur Benchmark97,57 %98,09 %Läuft fast im Gleichschritt mit dem Index
R²95,20 %96,22 %95 % der Schwankungen erklärt der Index
Alpha2,96 %0,50 %Deutliche Mehrrendite gegenüber der Benchmark
Capture Ratio Up104,64100,13Holt in Aufwärtsphasen mehr heraus als der Markt
Capture Ratio Down99,80101,35Fällt in Abwärtsphasen etwa wie der Markt
Batting Average50,00 %33,33 %Schlägt die Benchmark nur in jeder zweiten Periode
Datenquelle: extraETF (Stand 30.09.2026). Die Kennzahlen beruhen zwangsläufig auf dem kurzen Zeitraum seit Auflage.

Ein paar Begriffe kurz erklärt: Alpha ist die Rendite über dem, was das Marktrisiko erwarten lässt. Die Capture Ratio zeigt, wie viel Prozent der Markt-Auf- oder Abwärtsbewegung ein Fonds mitmacht. Die Batting Average misst, in wie vielen Perioden der Fonds die Benchmark geschlagen hat.

Das Bild ist eindeutig: Der HSBC PLUS hat fast die gleichen Schwankungen und Verluste wie der Markt, aber in Aufwärtsphasen etwas mehr mitgenommen. Den Vorsprung hat er nicht gleichmäßig erarbeitet, sondern in einzelnen starken Phasen. In der Hälfte der Perioden lag er nicht vor der Benchmark.

Kein Schutz im Crash

Wer von einem „Equity Income“-Fonds Stabilität in schwachen Phasen erwartet, wird enttäuscht. Der maximale Rückgang lag mit -12,99 % sogar minimal tiefer als beim Index (-12,76 %). Die Capture Ratio Down von 99,80 zeigt: In Abwärtsphasen fällt der Fonds praktisch wie der Markt.

Das ist keine Schwäche, sondern Folge der Konstruktion. Ein Fonds, der Länder und Sektoren neutral hält und einen Tracking Error von 2 % anpeilt, kann gar nicht deutlich defensiver sein als der Index. Wer Schutz sucht, braucht einen Fonds mit Volatilitätsfilter wie den Invesco FTSE Emerging Markets High Dividend Low Volatility.

Warum ein Jahr wenig aussagt

Wie schnell sich solche Zahlen drehen, zeigt ein Blick in meinen Emerging Markets Dividenden ETF Vergleich. Dort stand der HSBC PLUS mit Stand 02.10.2026 auf Jahressicht noch bei +36,55 %. Zwei Wochen und einen Marktrücksetzer später sind es +27,99 %. Bei Schwellenländern sind Ausschläge von mehreren Prozentpunkten in wenigen Tagen normal.

Wichtiger noch: Das erste Lebensjahr des Fonds fiel in eine außergewöhnlich starke Phase für Schwellenländer. Der HSBC MSCI EM ETF legte in einem Jahr +24,85 % zu, über zehn Jahre waren es im Schnitt +8,03 % pro Jahr (Stand 15.10.2026).

Wie sich das Modell in einem echten Bärenmarkt schlägt, ist offen. Das Basisinformationsblatt rechnet in seinem Stressszenario mit einem Verlust von 53,9 % innerhalb eines Jahres. Davon war der bisherige Rückgang von knapp 13 % weit entfernt.

Wie könnte sich der ETF in Zukunft entwickeln?

Niemand kann die Rendite des HSBC PLUS vorhersagen, aber seine Konstruktion engt die möglichen Ergebnisse stark ein. Bei einem Tracking Error von etwa 2 % landet der Fonds rechnerisch in rund zwei von drei Jahren höchstens 2 Prozentpunkte über oder unter dem MSCI Emerging Markets. Ob er im Schnitt vorne liegt, entscheiden drei Hebel: die TSMC-Lücke, die Value- und Ertragsneigung und die höheren Kosten. Meine Erwartung: langfristig Indexrendite plus minus etwa einen Prozentpunkt pro Jahr.

Die Rendite hängt am Index, nicht am Modell

Über 95 % der Schwankungen des HSBC PLUS erklärt der MSCI Emerging Markets. Fallen die Schwellenländer, fällt der Fonds, das Quant-Modell entscheidet nur über die Feinheiten.

Unter der vereinfachten Annahme, dass die Abweichungen normalverteilt sind und das Modell im Schnitt weder besser noch schlechter ist als der Markt, ergibt sich aus dem Tracking Error diese Faustregel:

MSCI Emerging Markets im JahrHSBC PLUS in etwa 2 von 3 JahrenHSBC PLUS in etwa 19 von 20 Jahren
-20 %-22 % bis -18 %-24 % bis -16 %
+5 %+3 % bis +7 %+1 % bis +9 %
+20 %+18 % bis +22 %+16 % bis +24 %
Eigene Modellrechnung auf Basis des von HSBC angepeilten Tracking Errors von etwa 2 % pro Jahr. Keine Prognose, sondern eine Veranschaulichung der Bandbreite.

Der Fonds rettet dich also nicht im Crash und macht dich in der Rally nicht reich. Über viele Jahre kann er aber einen kleinen Vorsprung oder Rückstand gegenüber dem Index aufbauen.

Die drei Hebel für Vorsprung oder Rückstand

TSMC-Lücke: Der Fonds hält 6,10 Prozentpunkte weniger TSMC als der Index. Steigt TSMC um 10 Prozentpunkte stärker als der Rest der Schwellenländer, verliert der HSBC PLUS dadurch rund 0,6 Prozentpunkte gegenüber dem Index, bei 30 Prozentpunkten rund 1,8. Schwächelt TSMC, liegt der Fonds automatisch vorn.
Value-Neigung: 43,13 % Value statt 28,78 % und ein Plus bei Finanzwerten zahlen sich aus, wenn günstige Ertragsaktien aufholen, und kosten Rendite, wenn wenige teure Wachstumswerte den Markt tragen. Dass die TSMC-Lücke einen Vorsprung nicht verhindert, zeigen die letzten zwölf Monate: Der Fonds schlug einen Index, der zu fast 30 % aus drei Chipkonzernen besteht.
Kostenhürde: Die laufenden Kosten liegen 0,20 Prozentpunkte über denen des HSBC MSCI EM ETF, dazu kommen geschätzte Transaktionskosten von 0,26 % im Fonds. Diese Hürde muss das Modell jedes Jahr nehmen, nicht nur in einem guten.

Szenarien: Wann der Fonds vorne liegt und wann nicht

MarktphaseErwartung für den HSBC PLUSWarum
TSMC zieht dem Markt allein davonHinter dem Index6,10 Pp. weniger TSMC, gesetzlich nicht schließbar
Breite Rally in Taiwans Technologie-ZulieferernVor dem Index5,69 Pp. mehr Taiwan ohne TSMC
Rotation in günstige Aktien, Banken und VersichererVor dem IndexValue +14,35 Pp., Finanzen +2,37 Pp.
Erholung bei chinesischen Banken und VersicherernLeicht vor dem IndexChina ohne Tencent und Alibaba +2,71 Pp.
Rally von Indiens Schwergewichten wie HDFC Bank und RelianceHinter dem IndexBeide nur mit rund 0,01 % im Fonds
Rohstoff- und Ölpreis-BoomLeicht hinter dem IndexEnergie -0,79 Pp., kaum Petrobras oder Saudi Aramco
Breiter CrashEtwa wie der IndexBeta 0,97, Capture Ratio Down 99,80
Eigene Einordnung auf Basis der Daten aus extraETF (Stand 15.10.2026 und 30.09.2026), HSBC Factsheet (30.09.2026) und HSBC Bestandsliste (13.10.2026).

Was das Basisinformationsblatt rechnet

Einen nüchternen Gegenpol zum starken Start liefert das Basisinformationsblatt. Weil der Fonds noch keine lange Historie hat, nutzt HSBC dafür die Wertentwicklung einer geeigneten Benchmark der vergangenen zehn Jahre. Für eine Anlage von 10.000 USD über fünf Jahre ergeben sich nach Kosten diese Szenarien:

SzenarioErgebnis nach 5 JahrenRendite pro Jahr
Stress3.830 USD-17,47 %
Pessimistisch8.550 USD-3,09 %
Mittel11.830 USD+3,41 %
Optimistisch20.320 USD+15,24 %
Datenquelle: HSBC Basisinformationsblatt. Pessimistisch: Anlage Oktober 2017 bis Oktober 2022, mittel: Juli 2019 bis Juli 2024, optimistisch: Februar 2016 bis Februar 2021.

Das mittlere Szenario von +3,41 % pro Jahr ist kein Versprechen, zeigt aber, wie zäh Schwellenländer über längere Zeit laufen können. Die +27,99 % der vergangenen zwölf Monate sind die Ausnahme, nicht die Regel.

Meine Prognose

Ich erwarte vom HSBC PLUS langfristig eine Rendite, die nah am MSCI Emerging Markets liegt, mit Abweichungen von etwa einem Prozentpunkt pro Jahr in beide Richtungen. Ob am Ende ein Plus steht, hängt vor allem daran, ob sich TSMC weiter vom Rest der Schwellenländer absetzt und ob günstige, ertragsstarke Aktien ihren Bewertungsabschlag aufholen.

Den Vorsprung der letzten zwölf Monate würde ich nicht fortschreiben. Nach Abzug der höheren Kosten bleibt im besten Fall ein kleiner Vorteil gegenüber dem Index, seriös beurteilen lässt sich das frühestens nach drei Jahren.

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Was sind die Vorteile?

Der größte Vorteil des HSBC PLUS ist das Verhältnis aus Risiko und Ausrichtung: Du bekommst fast das Risiko des MSCI Emerging Markets, aber mit einer deutlichen Neigung zu günstiger bewerteten, ertragsstärkeren Unternehmen. Dazu kommen die niedrigsten laufenden Kosten unter den Schwellenländer-Dividenden-ETFs aus meinem Vergleich, ein geringeres Klumpenrisiko bei TSMC und starke letzte zwölf Monate.

Die Vorteile im Überblick

Index-nahes Risiko mit Ertragsfilter
Günstigere Bewertung
Günstigster Schwellenländer-Dividenden-ETF im Vergleichsfeld
Weniger Abhängigkeit von TSMC
Starker Start

Index-nahes Risiko mit Ertragsfilter

Viele Schwellenländer-Dividenden-ETFs stecken rund 30 % in Lateinamerika oder rund 20 % in Energie und laufen dadurch über Jahre anders als der Index. Der HSBC PLUS verfolgt den Gegenentwurf: Korrelation zur Benchmark 97,57 %, Länderabweichungen von höchstens 1,61 Prozentpunkten. Wer den Index mag, aber mehr Substanz will, bekommt einen sauberen Kompromiss.

Günstigere Bewertung

Bei allen vier gängigen Bewertungskennzahlen ist das Portfolio günstiger als der HSBC MSCI EM ETF, beim KGV zum Beispiel 8,68 statt 9,54. Das garantiert keine höhere Rendite, gibt dir aber einen Puffer, falls Gewinne enttäuschen.

Günstigster Schwellenländer-Dividenden-ETF im Vergleichsfeld

Mit 0,35 % laufenden Kosten liegt der HSBC PLUS unter allen Schwellenländer-Dividenden-ETFs aus meinem Vergleich: L&G 0,45 %, WisdomTree 0,46 %, Fidelity 0,50 %, iShares 0,65 %. Wer bewusst eine Ertragsstrategie will, bekommt sie hier am günstigsten.

Weniger Abhängigkeit von TSMC

Im HSBC MSCI EM ETF steckt fast jeder sechste Euro in TSMC, im HSBC PLUS knapp jeder zehnte. Fällt TSMC um 20 %, kostet das den HSBC PLUS rund 1,9 %, den Index rund 3,2 %.

Starker Start

In den letzten zwölf Monaten erzielte der Fonds +27,99 % gegenüber +24,85 % beim HSBC MSCI EM ETF, bei einem Alpha von 2,96 % und einer Capture Ratio Up von 104,64. Das beweist nichts für die Zukunft, zeigt aber, dass das Modell gut gestartet ist.

Was sind die Nachteile?

Der größte Nachteil: Für einen kleinen Unterschied zum Index zahlst du einen spürbaren Aufpreis. Der HSBC PLUS kostet 0,20 Prozentpunkte mehr als der HSBC MSCI EM ETF und ist an der Börse rund fünfmal so teuer zu handeln. Die Ausschüttung liegt weit unter klassischen Dividenden-ETFs, die Historie ist kurz und das Fondsvolumen klein. Und wer weniger Tech oder Taiwan sucht, bekommt genau das nicht.

Die Nachteile im Überblick

Teurer als der Index, den er kaum verlässt
Viel weniger Ausschüttung als bei klassischen Dividenden-ETFs
Keine Diversifikation gegenüber Tech und Taiwan
Erst gut ein Jahr Historie
Kleines Fondsvolumen
Wenig Transparenz über das Modell

Teurer als der Index, den er kaum verlässt

KostenartHSBC PLUSHSBC MSCI EM ETFEinordnung
Laufende Kosten (TER)0,35 %0,15 %0,20 Pp. Aufpreis pro Jahr
Geschätzte Transaktionskosten im Fonds0,26 %nicht ausgewiesenSchätzung auf unvollständiger Datenbasis
Xetra-Liquiditätsmaß (XLM)48,98 Basispunkte9,79 BasispunkteRund fünfmal höhere Handelskosten an der Börse
Datenquelle: HSBC Factsheets beider Fonds (Stand 30.09.2026), HSBC Basisinformationsblatt, extraETF (XLM, Stand 15.10.2026)

Das XLM (Xetra-Liquiditätsmaß) zeigt die versteckten Kosten für Kauf und sofortigen Wiederverkauf in Basispunkten (1 Basispunkt = 0,01 %). Bei 10.000 € sind das rund 49 € gegenüber rund 10 € beim HSBC MSCI EM ETF. Wer lange hält, kann das verkraften, aber zusammen mit der höheren TER muss das Modell jedes Jahr eine Mehrrendite über diesen Kosten liefern.

In ETF-Datenbanken stehen teils abweichende Kostenquoten (0,30 % beim HSBC PLUS, 0,40 % beim HSBC MSCI EM ETF). Maßgeblich sind die HSBC-Fondsdokumente mit 0,35 % und 0,15 %.

Viel weniger Ausschüttung als bei klassischen Dividenden-ETFs

Hochgerechnet rund 2,5 % für 2026 sind für einen Fonds mit „Income“ im Namen wenig. Klassische Schwellenländer-Dividenden-ETFs lagen in meinem Vergleich bei 3,34 bis 4,91 % (Prognose 2026), der HSBC MSCI EM ETF bei 1,68 %. Der HSBC PLUS liegt also näher am Index als an echten Dividenden-ETFs.

Keine Diversifikation gegenüber Tech und Taiwan

43,31 % Technologie und 28,94 % Taiwan sind ein dickes Klumpenrisiko. Wer bereits einen MSCI World mit viel US-Tech hält, baut mit dem HSBC PLUS noch mehr Technologie auf. Viele Dividendenanleger suchen in den Schwellenländern bewusst einen Gegenpol zu Tech. Den liefert dieser Fonds nicht.

Erst gut ein Jahr Historie

Der Fonds existiert seit dem 19.08.2025. Er hat noch keinen echten Bärenmarkt erlebt, keine längere Phase, in der Value-Aktien hinterherhinken, und noch kein volles Geschäftsjahr abgeschlossen. Die laufenden Kosten und die Transaktionskosten sind offiziell noch Schätzungen. Alles, was du heute über den Fonds weißt, beruht auf einer sehr kurzen und sehr guten Phase.

Kleines Fondsvolumen

89,47 Mio. € sind für einen ETF überschaubar. Der Index-ETF von HSBC verwaltet in dieser Anteilsklasse 3,57 Mrd. €. Kleine Fonds haben breitere Spreads (der Abstand zwischen Kauf- und Verkaufskurs) und ein höheres Risiko, irgendwann geschlossen oder zusammengelegt zu werden. Positiv: Das Volumen ist seit Jahresbeginn um 30,21 Mio. € gewachsen (+50,97 %), der Trend stimmt also.

Wenig Transparenz über das Modell

Du kennst die Grundzüge, aber nicht die Gewichtung der Kennzahlen, die Grenzen des Optimierers oder die Termine der Umschichtungen. HSBC kann das Modell jederzeit weiterentwickeln. Bei einem klassischen Index weißt du genau, was passiert. Hier musst du dem Anbieter vertrauen.

Wie hoch ist die Dividendenrendite?

Die Ausschüttungsrendite des HSBC PLUS liegt auf Basis der letzten zwölf Monate bei 1,79 % (0,20 € je Anteil). Weil die erste Ausschüttung nach der Auflage sehr klein ausfiel, unterschätzt dieser Wert die echte Rendite. Hochgerechnet auf das volle Jahr 2026 komme ich auf rund 2,5 % zum aktuellen Kurs von 12,86 USD. Ausgeschüttet wird vierteljährlich mit Ex-Tagen (wer den ETF am Vortag hält, bekommt die Ausschüttung) Ende Januar, April und Juli sowie Ende Oktober oder Anfang November (2025: 03.11.), wobei rund 70 % der Jahressumme in der zweiten Jahreshälfte fließen.

Ex-DatumZahltag (Valuta)Ausschüttung je Anteil
03.11.202524.11.20250,0297 USD (rund 0,03 €)
29.01.202624.02.20260,0402 USD (rund 0,03 €)
23.04.202615.05.20260,0508 USD (rund 0,04 €)
30.07.202621.08.20260,1170 USD (rund 0,10 €)
Letzte 12 Monate0,2377 USD (rund 0,20 €)
Datenquelle: justETF (Ausschüttungen in Euro, abgerufen am 18.10.2026), HSBC Börsenmitteilungen vom 09.04.2026 und 16.07.2026 (US-Dollar-Beträge), DivvyDiary (Termine November 2025 und Januar 2026)

So hoch ist die Rendite wirklich

Die Zwölf-Monats-Rendite von 1,79 % unterschätzt die normale Jahresausschüttung. Der Fonds startete am 19.08.2025 und verpasste damit den Großteil der sommerlichen Dividendensaison, die erste Ausschüttung im November 2025 lag deshalb bei nur 0,0297 USD. Beim HSBC MSCI EM ETF war die Herbstausschüttung 2025 mit 0,07 € fast so hoch wie die im Juli (0,09 €).

Für die Hochrechnung addiere ich deshalb die drei Ausschüttungen aus 2026 und setze für das Oktober-Quartal den Juli-Wert an. Das ist gut begründet: Beim HSBC MSCI EM ETF ergaben die Oktober- bzw. November-Ausschüttungen von 2021 bis 2025 zusammen exakt dieselben 0,43 € je Anteil wie die Juli-Ausschüttungen.

BetrachtungAusschüttung je AnteilRenditeEinordnung
Letzte 12 Monate0,20 €1,79 %Bereits gezahlt, aber mit sehr kleiner Startausschüttung
Hochrechnung 2026 (Januar bis Juli gezahlt, Oktober geschätzt)rund 0,325 USDrund 2,5 %Erstes volles Ausschüttungsjahr, realistischer Richtwert
Datenquelle: justETF (letzte 12 Monate, Stand 18.10.2026), Kurs 12,86 USD laut extraETF (Stand 16.10.2026). Hochrechnung: 0,0402 + 0,0508 + 0,1170 + 0,1170 USD = 0,3250 USD, geteilt durch 12,86 USD = 2,53 %.

In manchen ETF-Datenbanken steht eine deutlich niedrigere Prognose von 1,41 % für 2026, weil dort die volle Jahressumme des jungen Fonds fehlt. Teils sind dort auch die Ausschüttungsmonate falsch hinterlegt (März, Juni, September, Dezember), tatsächlich zahlt der Fonds im Februar, Mai, August und November.

Im Vergleich: näher am Index als an Dividenden-ETFs

ETFAusschüttungsrenditeBasis
HSBC MSCI EM ETF1,68 %letzte 12 Monate (2025: 2,31 %)
HSBC PLUS1,79 %letzte 12 Monate, mit sehr kleiner Startausschüttung
HSBC PLUSrund 2,5 %Hochrechnung 2026
Fidelity Emerging Markets Quality Income2,56 %Prognose 2026
L&G Emerging Markets Quality Dividends3,34 %Prognose 2026
WisdomTree Emerging Markets Equity Income3,77 %Prognose 2026
Invesco FTSE Emerging Markets High Dividend Low Volatility4,82 %Prognose 2026
iShares Emerging Markets Dividend4,91 %Prognose 2026
Datenquelle: justETF (HSBC MSCI EM ETF und HSBC PLUS, abgerufen am 18.10.2026), extraETF (übrige Dividenden-ETFs, Stand 02.10.2026), eigene Hochrechnung für den HSBC PLUS

Bei 10.000 € Anlage bringt der HSBC PLUS auf Basis der Hochrechnung rund 253 € brutto im Jahr. Der HSBC MSCI EM ETF käme auf rund 168 €, der L&G auf rund 334 € und der iShares auf rund 491 €. Der HSBC PLUS liefert also gut 0,8 Prozentpunkte mehr als der Index, aber nur rund halb so viel wie die ertragsstärksten Schwellenländer-ETFs.

Was die Aktien im Fonds eigentlich abwerfen

Die Unternehmen im HSBC PLUS kommen auf eine prognostizierte Dividendenrendite von 3,65 %. Ausgeschüttet werden hochgerechnet rund 2,5 %. Zwischen dem, was die Aktien zahlen, und dem, was bei dir ankommt, liegt also gut ein Prozentpunkt.

Dafür gibt es drei Gründe. Erstens behalten viele Herkunftsländer Quellensteuern auf Dividenden ein, die der Fonds nicht zurückholen kann. Die Bestandsliste weist dafür eigene Posten aus. Zweitens werden die laufenden Kosten von 0,35 % in der Regel aus den Erträgen bezahlt.

Drittens sind die 3,65 % eine Prognose für künftige Dividenden, während die Ausschüttung auf bereits gezahlten Dividenden beruht. Steigende Dividenden kommen erst zeitversetzt im Fonds an.

Wie viel jeder dieser Punkte ausmacht, schlüsselt HSBC nicht auf. Für dich zählt die Erkenntnis: Das Modell wählt tatsächlich ertragsstarke Aktien aus. Auf dem Weg zu dir geht aber ein spürbarer Teil verloren.

Warum die Ausschüttung trotzdem unter klassischen Dividenden-ETFs bleibt

Der Hauptgrund ist die Konstruktion. Ein Fonds, der Länder und Sektoren am Index ausrichtet, muss 43 % Technologie halten. Technologiewerte zahlen zwar Dividenden, aber auf ihren hohen Börsenwert gerechnet fallen die Renditen niedrig aus.

Hohe Ausschüttungen erreichen Dividenden-ETFs nur, wenn sie sich vom Index lösen und auf Banken, Energie oder Lateinamerika setzen. Genau das darf der HSBC PLUS nicht.

Warum die Zahlungen so ungleich verteilt sind

Februar und Mai brachten jeweils nur 0,03 bis 0,04 €, der August rund 0,10 €. Das ist kein Sonderfall des HSBC PLUS, sondern typisch für Schwellenländer, wie der HSBC MSCI EM ETF seit Jahren zeigt.

JahrJanuar/FebruarApril/MaiJuliOktober/NovemberSumme
20260,04 €0,04 €0,09 €noch offen0,17 € bisher
20250,03 €0,05 €0,09 €0,07 €0,24 €
20240,03 €0,04 €0,08 €0,09 €0,25 €
20230,04 €0,03 €0,09 €0,08 €0,24 €
20220,04 €0,04 €0,10 €0,10 €0,28 €
Datenquelle: justETF, Ausschüttungen des HSBC MSCI Emerging Markets UCITS ETF (Dist) je Anteil in Euro, abgerufen am 18.10.2026. Abweichungen in der Summe durch Rundung.

Von 2022 bis 2025 entfielen beim Index-ETF rund 70 % der Jahresausschüttung auf Juli und Oktober/November, weil viele asiatische Unternehmen ihre Jahresdividende im Sommer zahlen. Für deine Planung heißt das: Teile die Jahressumme durch zwölf und nutze die starken Quartale als Puffer.

Für welchen Anlegertyp eignet sich dieser ETF?

Der HSBC PLUS passt zu Anlegern, die ohnehin einen Schwellenländer-ETF halten würden und dabei eine deutliche Neigung zu günstig bewerteten, ertragsstarken Unternehmen wollen. Er eignet sich als Schwellenländer-Baustein neben einem Industrieländer-ETF, für Dividendenanleger, denen die Gesamtrendite wichtiger ist als die Ausschüttungshöhe, und für alle, die mindestens fünf Jahre investiert bleiben wollen.

Geeignet für diese Anlegertypen

Der Index-Anleger mit Feinschliff
Der Gesamtrendite-orientierte Dividendenanleger
Der langfristige Anleger mit Geduld
Der Sparplan-Anleger mit kleinen Raten

Der Index-Anleger mit Feinschliff

Dich stören 15,84 % TSMC oder hoch bewertete Wachstumswerte im MSCI-EM-ETF? Dann bekommst du hier fast dasselbe Risiko mit weniger TSMC und günstigerer Bewertung. Die 0,20 Prozentpunkte Aufpreis sind deine Wette auf das Modell.

Der Gesamtrendite-orientierte Dividendenanleger

Klassische Schwellenländer-Dividenden-ETFs laufen durch ihre Länder- und Branchenwetten oft jahrelang anders als der Markt. Der HSBC PLUS opfert Ausschüttung zugunsten von Indexnähe und passt, wenn Dividenden für dich Bonus und nicht Hauptziel sind.

Der langfristige Anleger mit Geduld

HSBC empfiehlt eine Haltedauer von fünf Jahren, ich sehe das als Untergrenze. Ob das Modell dauerhaft einen Vorteil bringt, zeigt sich erst über mehrere Marktphasen, und Rückgänge von 30 % oder mehr musst du aussitzen können.

Der Sparplan-Anleger mit kleinen Raten

Trading 212 und Scalable Capital bieten Sparpläne ab 1 € an. Bei kleinen, regelmäßigen Raten fallen die hohen Handelskosten weniger ins Gewicht als bei einem großen Einmalkauf.

Für welchen Anlegertyp eignet sich dieser ETF nicht?

Der HSBC PLUS ist ungeeignet für Einkommensanleger, die 4 % oder mehr Ausschüttung suchen, für techlastarme Depots, für Anleger, die gleichmäßige monatliche Zahlungen brauchen, und für alle, die den günstigsten Zugang zu den Schwellenländern wollen. Wer häufig handelt oder einen langen Track Record verlangt, sollte ebenfalls die Finger davon lassen.

Nicht geeignet für diese Anlegertypen

Einkommensanleger und Rentner mit Ausschüttungsziel
Anleger mit techlastarmem Depot
Kostenpuristen
Trader und Anleger, die oft umschichten
Anleger, die einen Track Record sehen wollen

Einkommensanleger und Rentner mit Ausschüttungsziel

Wer mit Dividenden laufende Ausgaben decken will, kommt mit 2,5 % nicht weit: Auf 100.000 € wären das rund 2.530 € brutto im Jahr, beim iShares Emerging Markets Dividend mit der Prognose 2026 rund 4.910 €. Dazu kommen im Februar und Mai nur 0,03 bis 0,04 € je Anteil.

Anleger mit techlastarmem Depot

43 % Technologie, fast 29 % Taiwan und sieben Tech-Positionen in den Top 10: Wer sein Depot bewusst gegen Tech-Klumpen absichern will, baut mit dem HSBC PLUS das Gegenteil auf. Dafür eignen sich Dividenden-ETFs mit Schwerpunkt auf Finanzen, Lateinamerika oder Rohstoffen besser.

Kostenpuristen

Wer einfach nur die Schwellenländer möglichst günstig abbilden will, kommt am HSBC MSCI EM ETF mit 0,15 % TER kaum vorbei. Der HSBC PLUS ist 0,20 Prozentpunkte teurer und deutlich teurer zu handeln. Diesen Aufpreis lohnt nur, wer an das Modell glaubt.

Trader und Anleger, die oft umschichten

Ein XLM von 48,98 Basispunkten bedeutet fast 0,5 % versteckte Kosten für jeden Kauf mit anschließendem Verkauf. Wer regelmäßig rein und raus geht, verliert hier schnell mehr, als das Modell je an Mehrrendite liefern kann.

Anleger, die einen Track Record sehen wollen

Ein Jahr ist keine Historie. Wer erst investiert, wenn ein Fonds mehrere Marktphasen überstanden hat, sollte den HSBC PLUS auf die Beobachtungsliste setzen und in rund zwei Jahren erneut prüfen, wenn er drei Jahre Historie hat.

Mit welchen Strategien lässt sich dieser ETF kombinieren?

Am besten funktioniert der HSBC PLUS als Schwellenländer-Baustein neben einem ETF auf Industrieländer wie dem MSCI World. Mit globalen ETFs, die schon Schwellenländer enthalten, wird er zur bewussten Übergewichtung. Mit anderen Schwellenländer-ETFs, die ebenfalls auf Taiwan und Tech setzen, oder mit einem normalen MSCI-EM-ETF ergibt die Kombination keinen Sinn.

Partner-ETFBewertungDer strategische Effekt
MSCI World oder FTSE Developed World ETF✅ IdealIndustrieländer und Schwellenländer ergänzen sich ohne Überschneidung. Der HSBC PLUS deckt die Schwellenländer index-nah ab.
Dividenden-ETF auf Industrieländer✅ IdealBringt die Ausschüttung, die dem HSBC PLUS fehlt. Prüfe vorher den Schwellenländer-Anteil des Partners.
FTSE All-World oder FTSE Global All Cap ETF⚠️ BedingtEnthält bereits Schwellenländer. Der HSBC PLUS wird dann zur gezielten Übergewichtung.
iShares Emerging Markets Dividend⚠️ BedingtBringt Ertrag (4,91 % Prognose 2026), Lateinamerika (29,99 %) und Energie (18,33 %), also genau das, was dem HSBC PLUS fehlt. Aber TER 0,65 % und zwei Schwellenländer-Fonds im Depot.
L&G Emerging Markets Quality Dividends⚠️ BedingtMehr Ausschüttung (3,34 % Prognose 2026) und viel breitere Streuung, aber ebenfalls stark in Asien. Der Mehrwert gegenüber einem einzelnen Fonds ist klein.
Fidelity Emerging Markets Quality Income❌ Stopp44,78 % Technologie und 33,19 % Taiwan. Verstärkt genau die Klumpen, die der HSBC PLUS schon hat.
HSBC MSCI EM ETF oder anderer MSCI-EM-ETF❌ StoppKorrelation von 97,57 %. Doppelte Kosten, kein Diversifikationseffekt.
Datenquelle: extraETF (HSBC PLUS Stand 15.10.2026 und 30.09.2026, übrige Schwellenländer-ETFs Stand 02.10.2026)

Die klassische Aufteilung: Welt plus Schwellenländer

Die für mich sinnvollste Kombination ist ein Industrieländer-ETF als Kern und der HSBC PLUS als Schwellenländer-Anteil. Viele Anleger orientieren sich an einer 70/30-Aufteilung, wer die Schwellenländer nur mit ihrem Marktgewicht abbilden will, nimmt deutlich weniger. Der HSBC PLUS bringt eine deutliche Value-Neigung mit (43,13 % statt 28,78 %), gegen den hohen Technologie-Anteil eines MSCI World hilft er aber nicht, denn er steckt selbst 43 % in Technologie.

Was sonst passt und was nicht

Dividendenanleger holen die Ausschüttung besser über einen Dividenden-ETF auf Industrieländer und nutzen den HSBC PLUS als index-nahen Schwellenländer-Teil. Mit einem FTSE All-World oder dem Vanguard FTSE Global All Cap hältst du Schwellenländer bereits, der HSBC PLUS wird dann zur bewussten Übergewichtung, inklusive doppelter Positionen in TSMC, Samsung und Tencent.

Nicht kombinieren solltest du ihn mit einem MSCI-EM-ETF: Bei 97,57 % Korrelation hältst du zweimal fast dasselbe und zahlst zweimal Kosten. Auch der Fidelity Emerging Markets Quality Income passt nicht, weil er dieselben Taiwan- und Tech-Klumpen verstärkt.

💡 Tipp: Schwellenländer in fertigen Dividenden-Depots

Wie Schwellenländer-ETFs in kompletten Dividenden-Portfolios wirken und welche Mischung zu welchem Ziel passt, zeige ich dir in meinem Vergleich 8 Dividenden-ETF-Portfolios im Vergleich.

Lässt sich dieser ETF in ein Einzelaktien-Depot integrieren?

Ja, und zwar besonders gut. Schwellenländer-Aktien sind für deutsche Privatanleger schwer direkt zu kaufen, viele Börsen wie Taiwan, Korea oder Indien sind über normale Broker kaum oder nur teuer erreichbar. Der HSBC PLUS deckt diesen Teil mit 292 Positionen ab, während du dich bei Einzelaktien auf die USA und Europa konzentrierst. Prüfe nur die Überschneidungen, falls du TSMC, Samsung, Tencent oder Alibaba schon direkt hältst.

Schwellenländer als ETF, der Rest als Einzelaktien

Viele Einzelaktien-Anleger halten Unternehmen aus den USA und Europa, weil sie die kennen und gut analysieren können. Für die Schwellenländer fehlt oft der Zugang und das Wissen über lokale Bilanzregeln, Steuern und politische Risiken. Hier ist ein ETF die pragmatische Lösung.

Der HSBC PLUS passt zu einem Dividenden-Einzelaktien-Depot besser als ein reiner Index-ETF, weil er dieselbe Logik verfolgt: Ertrag und Qualität. Er ist gewissermaßen deine ausgelagerte Schwellenländer-Aktienauswahl mit Regelwerk.

Überschneidungen prüfen

Einige Schwellenländer-Konzerne sind auch über US-Börsen oder Zweitlistings in Europa handelbar, etwa TSMC, Infosys, Alibaba oder Tencent. Wenn du solche Aktien direkt hältst, addiert sich das Gewicht.

Ein Rechenbeispiel: Du hast ein Depot von 50.000 € und hältst davon 15 % im HSBC PLUS, also 7.500 €. Darin stecken rund 728 € TSMC, 585 € Samsung Electronics und 415 € SK hynix. Hast du zusätzlich 2.000 € TSMC als Einzelaktie, liegt dein TSMC-Anteil am Gesamtdepot bei 5,5 %. Das ist kein Problem, solltest du aber bewusst entscheiden.

💡 Lesetipp: Wie du ein Depot sinnvoll aufbaust

Wie du Kern und Satelliten, ETFs und Einzelaktien sinnvoll gewichtest, erkläre ich dir in meinem Guide zum Portfolioaufbau.

Welche Alternativen gibt es?

Die naheliegendste Alternative ist der HSBC MSCI EM ETF selbst: fast gleiches Risiko, 0,20 Prozentpunkte günstiger, aber ohne Ertragsfilter. Wer mehr Ausschüttung will, findet beim L&G Emerging Markets Quality Dividends, dem Sieger meines Vergleichs, eine breiter gestreute Qualitäts-Dividendenstrategie. Für maximale Ausschüttung gibt es den iShares Emerging Markets Dividend, für weniger Schwankung den Invesco FTSE Emerging Markets High Dividend Low Volatility.

ETF-NameDividenden-LogikGrößter VorteilGrößter Nachteil
HSBC MSCI Emerging Markets UCITS ETF (Dist)Keine, Gewichtung nach Börsenwert0,15 % TER und sehr günstiger Handel (XLM 9,79)15,84 % TSMC, keine Ertragsneigung
L&G Emerging Markets Quality DividendsDividende plus QualitätsfilterBreiteste Streuung der Finalisten meines Vergleichs (574 Aktien) bei 0,45 % TERHohe Handelskosten (XLM 73,48)
Fidelity Emerging Markets Quality IncomeQualität plus DividendeStärkste Performance der Finalisten meines Vergleichs (+91,76 % über drei Jahre)44,78 % Technologie, 33,19 % Taiwan
WisdomTree Emerging Markets Equity IncomeGewichtung nach gezahlten DividendenLange und starke Historie (+142,12 % über zehn Jahre)32,29 % Taiwan als größtes Land
iShares Emerging Markets DividendHöchste DividendenrenditeHöchste Ausschüttung (4,91 % Prognose 2026)0,65 % TER, keine Qualitätsprüfung
Invesco FTSE Emerging Markets High Dividend Low VolatilityDividende plus niedrige SchwankungGeringste Schwankungen der Finalisten meines Vergleichs33,80 % China, 19,55 % Energie
Datenquelle: extraETF (HSBC MSCI EM ETF Stand 15.10.2026, übrige ETFs Stand 02.10.2026), HSBC Factsheet HSBC MSCI EM ETF (TER, Stand 30.09.2026)

Der Index als Messlatte

Der HSBC MSCI EM ETF liefert genau das, woran sich der HSBC PLUS messen lassen muss. Wenn das Quant-Modell über Jahre nicht mehr als 0,20 Prozentpunkte plus Handelskosten herausholt, ist der Index die bessere Wahl. Ich sehe ihn deshalb nicht nur als Alternative, sondern als Pflicht-Vergleich für jeden, der über den HSBC PLUS nachdenkt.

Wenn dir Ausschüttung wichtig ist

Der L&G Emerging Markets Quality Dividends hat meinen Vergleich mit 23 von 30 Punkten gewonnen. Er filtert ebenfalls nach Qualität, löst sich aber stärker vom Index und schüttet dadurch mehr aus. Der Preis: Er läuft anders als der Markt und ist an der Börse teuer zu handeln. Der iShares Emerging Markets Dividend maximiert die Ausschüttung, verzichtet aber auf eine Qualitätsprüfung und ist der teuerste ETF im Vergleichsfeld.

Wenn du schon den Fidelity hältst

Der Fidelity Emerging Markets Quality Income ist dem HSBC PLUS in der Ausrichtung am ähnlichsten: viel Technologie, viel Taiwan, Qualitätsfokus. Er hat aber eine Historie seit 2019, mehr Ausschüttung (2,56 % Prognose 2026) und kostet 0,50 %. Ein Wechsel zum HSBC PLUS spart Kosten, bringt aber weniger Ausschüttung und tauscht eine belegte Historie gegen ein Versprechen.

💡 Lesetipp: Alle Schwellenländer-Dividenden-ETFs im Duell

Wie die acht großen Schwellenländer-Dividenden-ETFs in Regelwerk, Rendite, Streuung, Risiko und Kosten abschneiden, liest du in meinem Emerging Markets Dividenden ETF Vergleich.

Zu welchen Uhrzeiten ist der ETF am günstigsten?

Am günstigsten handelst du den HSBC PLUS an der Xetra zwischen 16:30 und 17:00 Uhr. Dort lag das iXLM, also die versteckten Handelskosten für Kauf und Verkauf im Tagesverlauf, bei 41,8 Basispunkten. Am teuersten ist der Vormittag zwischen 10:30 und 11:00 Uhr mit 58,7 Basispunkten.

ZeitfensteriXLMEinordnung
16:30 bis 17:00 Uhr41,8 BasispunkteGünstigstes Fenster des Tages
10:30 bis 11:00 Uhr58,7 BasispunkteTeuerstes Fenster des Tages
Ganzer Handelstag (XLM)48,98 BasispunkteRund fünfmal so hoch wie beim HSBC MSCI EM ETF (9,79)
Datenquelle: extraETF (iXLM im Handelsverlauf, Monatsdurchschnitt, abgerufen am 18.10.2026, XLM Stand 15.10.2026)

Warum der Handel generell teuer ist

Die Börsen für rund zwei Drittel des Portfolios, vor allem Taiwan, Südkorea und China, sind während der Xetra-Handelszeit geschlossen. Market Maker (die Händler, die laufend Kauf- und Verkaufskurse stellen) müssen den fairen Wert deshalb schätzen und bauen einen Risikopuffer in den Spread ein. Dass die Kosten ab 16:00 Uhr auf das Tagestief sinken, liegt vermutlich daran, dass sich Schwellenländer-Futures während der US-Handelszeit am leichtesten zur Absicherung handeln lassen.

Meine Empfehlung

Zwischen 16:00 und 17:30 Uhr handeln, den Vormittag und die halbe Stunde nach der US-Eröffnung um 15:30 Uhr meiden.
Immer mit Limit knapp über dem aktuellen Kaufkurs (Briefkurs).
Bei Sparplänen hast du auf die Uhrzeit meist keinen Einfluss, bei kleinen Raten ist das verschmerzbar.

Mein persönliches Fazit

Der HSBC PLUS Emerging Markets Equity Income ETF ist kein klassischer Dividenden-ETF. Er ist ein MSCI Emerging Markets mit Feinschliff: fast gleiche Länder, fast gleiche Branchen, fast gleiches Risiko, aber innerhalb dieser Leitplanken eine deutliche Neigung zu günstiger bewerteten, ertragsstärkeren Unternehmen (43,13 % Value statt 28,78 %). Das zeigt die Bestandsliste in jedem Detail, von Taiwans zweiter Reihe über die Vorzugsaktien bis zu Indiens Schwergewichten, die fast nur auf dem Papier im Fonds stehen.

Was mir gefällt: Das Konzept ist durchdacht, das Risiko ist klar kalkulierbar und die letzten zwölf Monate waren stark. Unter den Schwellenländer-Dividenden-ETFs aus meinem Vergleich ist er der günstigste. Wer einen Schwellenländer-Baustein mit klarer Value-Neigung und weniger TSMC-Abhängigkeit sucht, bekommt hier eine saubere Lösung.

Was mich stört: Für den kleinen Unterschied zum Index zahlst du 0,20 Prozentpunkte mehr Gebühren und deutlich höhere Handelskosten. Die Ausschüttung von rund 2,5 % ist für einen „Income“-Fonds mager, und gegen Tech- und Taiwan-Klumpen hilft er überhaupt nicht. Dazu kommt die kurze Historie, die bisher nur eine sehr gute Marktphase abdeckt.

Mein Urteil: Für Einkommensanleger ist der HSBC PLUS die falsche Wahl. Für Index-Anleger ist er eine interessante, aber noch unbewiesene Alternative zum günstigen MSCI-EM-ETF. Ich würde ihn heute nicht kaufen, sondern auf die Beobachtungsliste setzen. Wenn er nach drei Jahren die Hürde aus Kosten und Handelsspread weiterhin klar überspringt, schaue ich ihn mir im nächsten Vergleich gern genauer an.

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FAQ zum HSBC Plus Emerging Markets Equity Income

Quellenverzeichnis (Stand 18.10.2026)

Renditen, Zusammensetzung und Fondsvolumen 15.10.2026, Risikokennzahlen 30.09.2026, Bestände 13.10.2026, Ausschüttungen und Fondsregeln abgerufen am 18.10.2026

Hi, ich bin Patrick – der Kopf (oder Fuchs) hinter Dividendenknecht.

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