Emerging Markets Dividenden ETF Vergleich: Welcher der 8 ETFs ist der beste?

Aktualisiert am: 8. Oktober 2026​

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Emerging Markets Dividenden ETFs im Überblick

Testfeld: Acht ausschüttende Emerging Markets Dividenden ETFs von iShares, Invesco, State Street SPDR, WisdomTree (zwei Fonds), Fidelity, HSBC und L&G. Thesaurierende Varianten, die Dividenden wieder anlegen statt auszuzahlen, sind bewusst nicht dabei.
Vorgehen: Eine Vorrunde nach Gesamtrendite über drei Jahre, danach sechs Runden mit je 5 bis 1 Punkten für die fünf Finalisten. Maximal sind 30 Punkte möglich.
Ausgeschieden in der Vorrunde: HSBC PLUS Emerging Markets Equity Income Quant Active (erst am 19.08.2025 aufgelegt), State Street SPDR S&P Emerging Markets Dividend Aristocrats (+41,28 % in drei Jahren) und WisdomTree Emerging Markets SmallCap Dividend (+36,44 %).
Sieger: L&G Emerging Markets Quality Dividends UCITS ETF (ISIN IE00BMYDMC42) mit 23 von 30 Punkten. Er ist der günstigste und am breitesten gestreute der fünf Finalisten und wird in keiner Runde Letzter.
Plätze 2 bis 5: WisdomTree Emerging Markets High Dividend (19 Punkte), Invesco FTSE Emerging Markets High Dividend Low Volatility (17), iShares EM Dividend (16), Fidelity Emerging Markets Quality Income (15).
Dividende und Ertrag: Die höchste Ausschüttungsrendite 2025 liefert iShares mit 6,15 %, gefolgt von Invesco mit 5,55 %, WisdomTree mit 4,60 %, L&G mit 3,88 % und Fidelity mit 3,84 %. Alle fünf Finalisten schütten vierteljährlich aus.
Ausschüttungswachstum: Über drei Jahre hat nur Fidelity die Ausschüttung gesteigert (+1,82 % pro Jahr). L&G liegt bei -3,36 %, iShares bei -10,66 %, WisdomTree bei -10,93 % und Invesco bei -14,53 % pro Jahr.
Streuung: L&G hält 574 Aktien, die zehn größten Positionen machen nur 3,72 % aus. Bei Fidelity entfallen 44,78 % auf Technologie und 9,03 % auf eine einzige Aktie.
Schwankung und Verlustphase: Vier Finalisten schwanken mit 10,20 % bis 11,24 % Volatilität auf Jahressicht fast gleich stark, Fidelity liegt bei 30,02 %. Von Oktober 2021 bis Oktober 2023 blieben nur L&G (+8,32 %) und WisdomTree (+7,46 %) im Plus, iShares lag bei -20,54 %.
Kosten: Bei den fünf Finalisten reicht die Gesamtkostenquote (TER) von 0,45 % bei L&G bis 0,65 % bei iShares.
Beste Gesamtrendite: Über drei Jahre Fidelity (+91,76 %), über fünf Jahre L&G (+71,42 %), über zehn Jahre WisdomTree Emerging Markets High Dividend (+142,12 %).
Welcher ETF für welches Ziel: L&G für einen breit gestreuten Baustein mit wachsender Ausschüttung, Invesco für hohen laufenden Ertrag bei wenig Schwankung, iShares für die höchste Ausschüttungsrendite, WisdomTree als Kompromiss aus Rendite und Ausschüttung, Fidelity für Wachstum und Qualität vor Ausschüttung.
Für wen geeignet: Für Anleger, die Schwellenländer gezielt als Ertragsbaustein beimischen wollen und Schwankungen bei Kurs und Ausschüttung aushalten.
Für wen nicht geeignet: Für alle, die eine jedes Jahr steigende Ausschüttung in Euro erwarten oder Schwellenländer als alleiniges Depotfundament nutzen wollen.

Alle Daten, sofern nicht anders angegeben: extraETF, Stand 02.10.2026. Risikokennzahlen: extraETF, Stand 30.09.2026. Indexregeln: offizielle Regelwerke von S&P Dow Jones Indices, FTSE Russell und WisdomTree.

📈 Live-Blick auf die Kurse: Der interaktive Chart zeigt die tagesaktuelle Kursentwicklung (Live-Börsenpreise ohne reinvestierte Ausschüttungen) aller in diesem Beitrag verglichenen Emerging Markets Dividenden ETFs.

Video Zusammenfassung

Welche Emerging Markets Dividenden ETFs gibt es und wie läuft der Vergleich ab?

Dieser Vergleich umfasst acht ausschüttende Emerging Markets Dividenden ETFs, vom iShares EM Dividend mit 1,36 Mrd. € Fondsvolumen bis zum WisdomTree SmallCap Dividend mit 38,32 Mio. €. Ich vergleiche sie in zwei Stufen: Zuerst entscheidet die Gesamtrendite über drei Jahre, wer in die Finalrunde kommt. Danach treten die fünf Finalisten in sechs Runden gegeneinander an und sammeln Punkte.

Das Testfeld: acht ETFs, sieben Anbieter

Emerging Markets sind Schwellenländer wie China, Taiwan, Brasilien, Indien oder Südafrika. Ein Dividenden ETF wählt aus diesen Märkten gezielt Unternehmen mit hoher oder verlässlicher Dividende aus. Welche Unternehmen das sind, legt der jeweilige Index fest, und genau dort liegen die großen Unterschiede.

Im Testfeld stehen bewusst nur ausschüttende ETFs. Thesaurierende Varianten, die Dividenden automatisch wieder im Fonds anlegen statt sie auszuzahlen, habe ich bei der Auswahl außen vor gelassen. Wer in einen Dividenden ETF investiert, will die Ausschüttung auf dem Konto sehen, und genau diese Ausschüttung steht in Runde 2 und 3 auf dem Prüfstand.

ETFISINTERFondsvolumenAuflageAusschüttung
iShares EM Dividend UCITS ETF USD (Dist)IE00B652H9040,65 %1,36 Mrd. €25.11.2011vierteljährlich
Invesco FTSE Emerging Markets High Dividend Low Volatility UCITS ETFIE00BYYXBF440,49 %258 Mio. €27.05.2016vierteljährlich
State Street SPDR S&P Emerging Markets Dividend Aristocrats UCITS ETFIE00B6YX5B260,55 %189,36 Mio. €14.10.2011halbjährlich
WisdomTree Emerging Markets High Dividend UCITS ETF (Dist)IE00BQQ3Q0670,46 %183,35 Mio. €19.11.2014vierteljährlich
Fidelity Emerging Markets Quality Income UCITS ETF (Dist)IE00BYSX47390,50 %163,65 Mio. €09.09.2019vierteljährlich
HSBC PLUS Emerging Markets Equity Income Quant Active UCITS ETFIE000893FCN60,30 %94,98 Mio. €19.08.2025vierteljährlich
L&G Emerging Markets Quality Dividends UCITS ETFIE00BMYDMC420,45 %62,23 Mio. €13.07.2021vierteljährlich
WisdomTree Emerging Markets SmallCap Dividend UCITS ETFIE00BQZJBM260,54 %38,32 Mio. €19.11.2014vierteljährlich
Datenquelle: extraETF, Stand 02.10.2026

Die TER (Total Expense Ratio) ist die jährliche Gesamtkostenquote eines ETFs. Sie wird laufend aus dem Fondsvermögen entnommen und ist in allen Renditen dieses Artikels bereits abgezogen.

So vergebe ich die Punkte

In jeder der sechs Runden bekommt der beste ETF 5 Punkte, der zweitbeste 4 und so weiter bis 1 Punkt für den schwächsten. Bei Gleichstand teilen sich die betroffenen ETFs die Punkte. Wer alle Runden gewinnt, käme auf 30 Punkte.

Besteht eine Runde aus mehreren Kennzahlen, vergebe ich je Kennzahl Ränge von 5 bis 1 und addiere sie. Die Rangsumme entscheidet dann über die Punkte der Runde. So kann kein einzelner Ausreißer eine Runde allein entscheiden.

Die Gesamtrendite ist die Eintrittskarte und bringt selbst keine Punkte. Nur in Runde 5 nutze ich die Rendite einer schwachen Marktphase als Risikomaß. Im Endergebnis mache ich außerdem die Gegenprobe und rechne die Gesamtrendite als siebte Runde dazu. So siehst du, ob das Ergebnis kippt.

Vorrunde: Wie haben sich die acht ETFs entwickelt und wer scheidet aus?

Bei der Gesamtrendite über drei Jahre liegt der Fidelity Emerging Markets Quality Income ETF mit +91,76 % klar vorn, dahinter folgen iShares (+65,62 %), WisdomTree High Dividend (+58,65 %), L&G (+58,25 %) und Invesco (+45,49 %). Diese fünf ziehen in die Finalrunde ein. Ausgeschieden sind der SPDR Dividend Aristocrats (+41,28 %), der WisdomTree SmallCap Dividend (+36,44 %) und der HSBC PLUS, der erst seit dem 19.08.2025 existiert.

Die Gesamtrendite aller acht ETFs

Alle Werte sind Gesamtrenditen (Total Return) in Euro. Das heißt: Kursentwicklung und Ausschüttungen zusammen, als wären die Ausschüttungen wieder angelegt worden. Die Angabe p.a. steht für pro Jahr.

ETF1 Jahr3 Jahre5 Jahre10 Jahre
Fidelity Emerging Markets Quality Income+45,41 %+91,76 % (+24,24 % p.a.)+70,24 % (+11,23 % p.a.)noch keine 10 Jahre alt
iShares EM Dividend+26,61 %+65,62 % (+18,32 % p.a.)+31,60 % (+5,65 % p.a.)+84,78 % (+6,33 % p.a.)
WisdomTree Emerging Markets High Dividend+32,24 %+58,65 % (+16,63 % p.a.)+70,49 % (+11,26 % p.a.)+142,12 % (+9,25 % p.a.)
L&G Emerging Markets Quality Dividends+24,08 %+58,25 % (+16,53 % p.a.)+71,42 % (+11,38 % p.a.)noch keine 10 Jahre alt
Invesco FTSE EM High Dividend Low Volatility+23,32 %+45,49 % (+13,31 % p.a.)+38,35 % (+6,71 % p.a.)+88,74 % (+6,56 % p.a.)
State Street SPDR S&P EM Dividend Aristocrats+10,97 %+41,28 % (+12,21 % p.a.)+46,32 % (+7,91 % p.a.)+77,96 % (+5,93 % p.a.)
WisdomTree Emerging Markets SmallCap Dividend+18,34 %+36,44 % (+10,91 % p.a.)+47,56 % (+8,09 % p.a.)+120,15 % (+8,21 % p.a.)
HSBC PLUS EM Equity Income Quant Active+36,55 %noch keine 3 Jahre altnoch keine 5 Jahre altnoch keine 10 Jahre alt
Datenquelle: extraETF, Stand 02.10.2026

Warum drei Jahre der Maßstab sind

Drei Jahre sind der längste Zeitraum, für den bei sieben der acht ETFs alle Kennzahlen dieses Vergleichs vorliegen, also Gesamtrendite und Ausschüttungswachstum. Eine Fünfjahresrendite gibt es zwar ebenfalls für alle sieben. Beim L&G, aufgelegt am 13.07.2021, fehlt für diesen Zeitraum aber noch das Ausschüttungswachstum.

Ein Zehnjahresvergleich würde L&G und Fidelity (aufgelegt am 09.09.2019) ganz ausschließen, obwohl sie zu den interessantesten Kandidaten gehören. Die Fünfjahresrendite zeige ich deshalb weiter unten als Gegenprobe.

Der HSBC PLUS Emerging Markets Equity Income Quant Active ist mit Auflage am 19.08.2025 schlicht zu jung. Ein gutes erstes Jahr (+36,55 %) sagt nichts darüber, wie sich der Fonds in einer schwachen Marktphase verhält. Dazu kommt: Für 2026 liegt die Prognose für seine Ausschüttungsrendite bei 1,32 %. Mit der günstigsten TER im Feld (0,30 %) bleibt er ein Kandidat für einen späteren Vergleich.

Wer ausscheidet und warum das vertretbar ist

Der SPDR und der WisdomTree SmallCap belegen über drei Jahre die letzten beiden Plätze. Beim SPDR passt das Gesamtbild dazu: Mit +10,97 % hat er auch auf Jahressicht die schwächste Rendite aller acht ETFs, er hält nur 50 Aktien und bündelt 36,39 % des Vermögens in den zehn größten Positionen.

Der WisdomTree SmallCap ist der kleinste Fonds im Feld (38,32 Mio. €) und setzt gezielt auf kleinere Unternehmen, sogenannte Small Caps. Über zehn Jahre steht er mit +120,15 % auf Platz zwei aller ETFs mit so langer Historie. In den letzten drei Jahren konnte er das Tempo der großen Dividendenzahler aber nicht mitgehen.

Dazu kommt ein grundsätzlicher Punkt: Für mich ist er kein ETF, um die Emerging Markets abzudecken. Große und sehr große Unternehmen machen zusammen nur 3,45 % des Portfolios aus, die Schwergewichte der Schwellenländer fehlen also fast komplett. Spannend finde ich den ETF trotzdem, als Ergänzung und nicht als Basis. Vielleicht widme ich ihm noch eine eigene Analyse.

Was die Vorrunde nicht zeigt: der Blick auf fünf Jahre

Das Dreijahresfenster beginnt im Oktober 2023 und damit nach zwei Jahren, die für mehrere ETFs im Feld verlustreich waren. Wer dort besonders tief gefallen war, hatte danach am meisten aufzuholen. Über fünf Jahre sieht die Reihenfolge deshalb anders aus: L&G (+71,42 %), WisdomTree High Dividend (+70,49 %) und Fidelity (+70,24 %) liegen fast gleichauf vorn.

iShares fällt über fünf Jahre mit +31,60 % auf den letzten Platz aller sieben ETFs zurück, Invesco mit +38,35 % auf den vorletzten. Beide liegen auf dieser Strecke hinter den zwei ausgeschiedenen Fonds. Das ist die Schwäche jeder Stichtagsregel, und du solltest sie kennen.

An der Spitze ändert der Zeitraum nichts: Die drei besten ETFs über fünf Jahre stehen alle im Finale. Die Fünfjahreszahlen fließen außerdem in Runde 5 und in die Gegenprobe im Endergebnis ein.

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Runde 1: Nach welchen Regeln wählen die Emerging Markets Dividenden ETFs ihre Aktien aus?

Die fünf ETFs folgen fünf verschiedenen Bauplänen. Fidelity und L&G prüfen Gewinne, Bilanzqualität und die Entwicklung der Dividende, bevor eine Aktie in den Index darf. WisdomTree kombiniert hohe Rendite mit einem Risikofilter, iShares verlangt nur Gewinn und drei Jahre Dividendenzahlung, und Invesco schaut ausschließlich auf Rendite und Kursschwankung. Die Runde gewinnt Fidelity vor L&G.

Die Indexregeln im direkten Vergleich

Entscheidend ist die Frage, wie gut ein Regelwerk Dividendenfallen aussortiert. Eine Dividendenfalle ist eine Aktie, deren Rendite nur deshalb hoch aussieht, weil der Kurs eingebrochen ist und die Kürzung der Dividende schon absehbar ist.

MerkmalL&GWisdomTreeInvescoiSharesFidelity
IndexFTSE Emerging All Cap ex CW ex TC ex REITS Dividend Growth with QualityWisdomTree Emerging Markets High Dividend UCITSFTSE Emerging High Dividend Low VolatilityDow Jones Emerging Markets Select DividendFidelity Emerging Markets Quality Income
Auswahl nach DividendeErwartete Rendite im obersten Viertel und positiver Dividendentrend über 10 JahreOberste 30 % nach Dividendenrendite225 Aktien mit der höchsten Rendite der letzten 12 Monate100 Aktien mit der höchsten Dividendenrendite, höchstens 30 je LandHöchste Rendite je Land und Branche, bereinigt um die Unternehmensgröße
Gewinn- und QualitätsfilterEigenkapitalrendite über null und Qualitätsnote je BrancheRisiko-Score, zur Hälfte aus QualitätKeinerGewinn je Aktie nicht negativQualitäts-Score aus Cashflow und Kapitalrendite, eigene Kennzahlen für Banken
Filter über den KursKeinerRisiko-Score, zur Hälfte aus MomentumAus den 225 Aktien die 150 mit der geringsten SchwankungKeinerSchwächste 5 % nach Momentum fallen heraus
Anforderung an die DividendenhistoriePositiver Trend über 10 JahreDividende im Vorjahr gezahltRendite der letzten 12 Monate3 Jahre in Folge gezahltKein Rückgang der Dividende über 5 Jahre
GewichtungAlle Aktien gleich, höchstens 5 % je UnternehmenNach gezahlter Dividendensumme, Aufschlag für die besten 20 % im Risiko-ScoreNach Dividendenrendite, höchstens 4,5 % je Unternehmen und 25 % je BrancheDividendenrendite mal Wurzel aus der Unternehmensgröße, höchstens 10 % je Aktie, 25 % je Land, 30 % je BrancheMarktgewicht mit gleichem Aufschlag, Länder und Branchen nah am Auswahluniversum
NachhaltigkeitsausschlüsseJaJaNeinNeinJa
ÜberprüfungHalbjährlich im März und SeptemberJährlichJährlich im MärzJährlich im MärzJährlich im Februar, dazu monatliche Dividendenkontrolle
Datenquelle: Indexregelwerke von S&P Dow Jones Indices (Stand September 2026 und Januar 2026) und FTSE Russell (Stand April 2026 und Mai 2026), Indexbeschreibung von WisdomTree (Stand 02.10.2026)

Momentum beschreibt die Kursentwicklung der letzten Monate. Aktien mit sehr schwachem Momentum sind oft genau die Kandidaten, bei denen der Markt eine Dividendenkürzung erwartet. Die Eigenkapitalrendite zeigt, wie viel Gewinn ein Unternehmen auf das Geld seiner Eigentümer erwirtschaftet.

L&G: Dividendenwachstum, Qualität und gleiches Gewicht für alle

Der L&G ETF verlangt drei Dinge gleichzeitig. Ein Unternehmen muss Gewinn machen, seine Dividende muss über zehn Jahre einen positiven Trend zeigen, und die für die nächsten zwölf Monate erwartete Dividendenrendite muss im obersten Viertel des Marktes liegen. Neue Aktien müssen diese Hürden bei zwei Überprüfungen in Folge nehmen.

Dazu kommt ein Qualitätsfilter je Branche, der die schwächsten Unternehmen aussortiert. Alle verbleibenden Aktien starten mit dem gleichen Gewicht. Das ist der Grund, warum im L&G keine Einzelposition dominiert.

WisdomTree: hohe Rendite mit Risikofilter

Der WisdomTree ETF nimmt die 30 % der dividendenzahlenden Schwellenländeraktien mit der höchsten Dividendenrendite und prüft sie mit einem Risiko-Score. Dieser besteht je zur Hälfte aus Qualität und Momentum. Aktien, die diesen Test nicht bestehen, fliegen heraus.

Gewichtet wird nach der Summe der gezahlten Dividenden. Wer viel Geld an seine Aktionäre überweist, bekommt viel Gewicht, und die besten 20 % im Risiko-Score erhalten einen Aufschlag. Große Dividendenzahler wie MediaTek oder China Construction Bank stehen deshalb weit oben.

Invesco: hohe Rendite, geringe Schwankung, sonst nichts

Der Invesco ETF arbeitet in zwei Schritten. Zuerst wählt der Index die 225 Aktien mit der höchsten Dividendenrendite der letzten zwölf Monate. Daraus nimmt er die 150 Aktien, deren Kurs in den vergangenen 252 Handelstagen am wenigsten geschwankt hat.

Eine Übergangsregel dämpft den Austausch von Aktien, deshalb kann der Index auf bis zu 200 Titel anwachsen. Gewinne, Bilanzen oder die Entwicklung der Dividende prüft das Regelwerk nicht. Der einzige Schutz vor Dividendenfallen ist der Schwankungsfilter.

iShares: die 100 renditestärksten Aktien mit zwei Mindestanforderungen

Der iShares ETF verlangt, dass ein Unternehmen in den letzten zwölf Monaten keinen Verlust je Aktie ausgewiesen und drei Jahre in Folge eine Dividende gezahlt hat. Dann kommen die 100 Aktien mit der höchsten Dividendenrendite in den Index, höchstens 30 je Land. Immobiliengesellschaften (REITs) sind ausgeschlossen, chinesische Aktien nur über Börsen in Hongkong oder den USA zugelassen.

Ob die Dividende gewachsen ist oder ob der Gewinn sie dauerhaft trägt, spielt für die Aufnahme keine Rolle. Die Obergrenzen von 25 % je Land und 30 % je Branche verhindern die schlimmsten Klumpen. Ein Qualitätsfilter ist das nicht.

Fidelity: erst Qualität, dann Rendite

Der Fidelity ETF dreht die Reihenfolge um. Zuerst fallen alle Unternehmen heraus, deren Dividende über fünf Jahre gesunken ist oder deren Qualitäts-Score negativ ausfällt. Dieser Score misst bei normalen Unternehmen die Cashflow-Marge, die Rendite auf das eingesetzte Kapital und die Stabilität des freien Cashflows. Für Banken gelten eigene Kennzahlen: Eigenkapitalrendite und Verschuldung.

Erst danach zählt die Dividendenrendite, und zwar innerhalb jeder Gruppe aus Land und Branche. Bei Ländern und Branchen bleibt der Index nah an den Gewichten seines Auswahluniversums aus den rund 1.000 größten Schwellenländeraktien. Die Zielgröße liegt bei rund 125 Aktien.

Streicht ein Unternehmen seine Dividende, wird es bei der monatlichen Kontrolle ersetzt. Mehr dazu steht in meiner Einzelanalyse zum Fidelity Emerging Markets Quality Income ETF.

Punkte in Runde 1

ETFBewertung des RegelwerksPunkte
FidelityQualität, Dividendenentwicklung, Momentum und monatliche Kontrolle5
L&GGewinn, Qualität und Dividendentrend über 10 Jahre, halbjährliche Überprüfung4
WisdomTreeRisiko-Score aus Qualität und Momentum, aber keine Anforderung an das Dividendenwachstum3
iSharesNur Gewinn und drei Jahre Dividendenzahlung2
InvescoKein Gewinn- oder Qualitätsfilter, nur Schwankung1
Datenquelle: eigene Bewertung auf Basis der Indexregelwerke, Stand 06.10.2026

Fidelity hat das dichteste Netz. L&G liegt knapp dahinter und bekommt den Vorzug vor WisdomTree, weil eine Anforderung an die Entwicklung der Dividende für mich der direkteste Schutz vor Kürzungen ist. Wie viel dieses Kriterium ausmacht, zeigt Runde 3.

💡 Lesetipp

Qualität, Momentum, niedrige Schwankung: Solche Filter sind Faktor-Investing in der Praxis. Wie sich dieser Ansatz von der Dividenden-ETF-Strategie, dem 70/30-Portfolio und Core-Satellite unterscheidet und welcher zu dir passt, zeige ich in ETF-Strategien im direkten Vergleich.

Runde 2: Welcher Emerging Markets Dividenden ETF hat die höchste Dividendenrendite?

Die höchste Ausschüttungsrendite der fünf Finalisten hat der iShares EM Dividend mit 6,15 % im Jahr 2025. Dahinter folgen Invesco (5,55 %), WisdomTree (4,60 %), L&G (3,88 %) und Fidelity (3,84 %). Für 2026 liegen die Prognosen bei allen fünf niedriger, weil die Kurse stärker gestiegen sind als die Ausschüttungen.

Die Ausschüttungsrenditen seit 2022

Die Ausschüttungsrendite setzt die Ausschüttungen eines Jahres ins Verhältnis zum Kurs des ETFs. Maßstab für die Punkte ist 2025 als letztes vollständiges Jahr.

ETF20222023202420252026 (Prognose)Punkte
iShares6,55 %8,59 %8,00 %6,15 %4,91 %5
Invesco7,57 %6,17 %5,68 %5,55 %4,82 %4
WisdomTree6,41 %7,49 %7,78 %4,60 %3,77 %3
L&G4,75 %4,17 %4,13 %3,88 %3,34 %2
Fidelity3,25 %4,02 %3,90 %3,84 %2,56 %1
Datenquelle: extraETF, Stand 02.10.2026

Rechnerisch bringen 10.000 € im iShares bei 6,15 % rund 615 € brutto im Jahr. Bei Fidelity sind es mit 3,84 % rund 384 €. Der Abstand zwischen Platz eins und Platz fünf beträgt also 231 € pro Jahr.

Warum die Rendite 2026 bei allen fünf sinkt

Die Prognose für 2026 liegt bei jedem der fünf ETFs unter dem Wert von 2025. Bei Fidelity fällt sie von 3,84 % auf 2,56 %, obwohl die Ausschüttung mit 0,19 € je Anteil gleich bleibt. Der Grund ist der Kurs: Der ETF hat im laufenden Jahr +42,15 % zugelegt.

Eine sinkende Ausschüttungsrendite ist also kein Alarmsignal, solange der Betrag in Euro hält. Kritisch wird es erst, wenn Rendite und Betrag gleichzeitig fallen. Das war 2025 bei iShares und WisdomTree der Fall, wie die nächste Runde zeigt.

Wann fließt das Geld?

Alle fünf Finalisten schütten viermal im Jahr aus, aber in unterschiedlichen Monaten. Das kannst du nutzen, wenn du mehrere ETFs kombinierst.

ETFAusschüttungsmonate
WisdomTreeJanuar, April, Juli, Oktober
FidelityFebruar, Mai, August, November
iShares, Invesco, L&GMärz, Juni, September, Dezember
Datenquelle: extraETF, Stand 02.10.2026

Mit je einem ETF aus jeder Zeile bekommst du in jedem Monat des Jahres eine Zahlung. Einen einzelnen Emerging Markets Dividenden ETF mit monatlicher Ausschüttung gibt es in diesem Feld nicht.

Runde 3: Welcher ETF hat das höchste Dividendenwachstum?

Ein positives Dividendenwachstum über drei Jahre hat nur der Fidelity ETF, im Schnitt +1,82 % pro Jahr. L&G liegt bei -3,36 % pro Jahr, hat die Zahlung aber seit 2023 jedes Jahr erhöht. Bei iShares (-10,66 %), WisdomTree (-10,93 %) und Invesco (-14,53 %) ist die Ausschüttung je Anteil seit 2022 deutlich geschrumpft.

Ausschüttung je Anteil und Wachstum im Vergleich

Die Tabelle zeigt, wie viel Euro ein Anteil pro Jahr ausgeschüttet hat. Das Wachstum über ein Jahr vergleicht 2025 mit 2024, das Wachstum über drei Jahre 2025 mit 2022. Maßstab für die Punkte ist der Dreijahreswert, weil er für alle fünf ETFs vorliegt.

ETF20222023202420252026 (Prognose)Wachstum 1 JahrWachstum 3 Jahre p.a.Wachstum 5 Jahre p.a.Punkte
Fidelity0,18 €0,17 €0,18 €0,19 €0,19 €+5,56 %+1,82 %+6,30 %5
L&G0,41 €0,32 €0,35 €0,37 €0,39 €+5,71 %-3,36 %keine Angabe4
iShares1,22 €1,08 €1,08 €0,87 €0,83 €-19,44 %-10,66 %+0,47 %3
WisdomTree0,92 €0,92 €1,05 €0,65 €0,65 €-38,10 %-10,93 %+1,61 %2
Invesco1,97 €1,30 €1,21 €1,23 €1,25 €+1,65 %-14,53 %+4,65 %1
Datenquelle: extraETF, Stand 02.10.2026

Alle fünf ETFs führen ihre Bücher in US-Dollar und halten Aktien in vielen lokalen Währungen. Die Beträge in Euro schwanken deshalb auch mit den Wechselkursen. Ein Teil der Bewegung hat also nichts mit den Unternehmen zu tun.

2022 war ein Ausnahmejahr und verzerrt das Bild

Der Dreijahreswert misst von 2022 aus, und 2022 war vor allem für Invesco ein Ausnahmejahr. Der ETF schüttete damals 1,97 € je Anteil aus, ein Jahr später nur noch 1,30 €. Seit 2024 ist die Zahlung stabil und steigt leicht: 1,21 € (2024), 1,23 € (2025) und voraussichtlich 1,25 € (2026).

Invesco landet nach der Regel auf dem letzten Platz dieser Runde, steht heute aber besser da als iShares und WisdomTree. Bei beiden ist der Rückgang jüngeren Datums. Bei iShares lag die Ausschüttung 2025 um 19,44 % unter dem Vorjahr, bei WisdomTree um 38,10 %.

Die Regeln aus Runde 1 passen zum Ergebnis

Die Spitze dieser Runde passt zu den Indexregeln. Fidelity sortiert Unternehmen mit sinkender Dividende aus, L&G verlangt einen positiven Dividendentrend über zehn Jahre. Genau diese beiden ETFs liegen beim Wachstum über drei Jahre vorn und haben ihre Ausschüttung 2025 jeweils um mehr als 5 % erhöht.

iShares, Invesco und WisdomTree wählen nach der Rendite, die in der Vergangenheit gezahlt wurde, und stellen keine Anforderung an das Wachstum der Dividende. Kürzt ein Schwergewicht seine Dividende, schlägt das direkt auf die Ausschüttung des ETFs durch. Wer von der Ausschüttung leben will, sollte diese Runde deshalb höher gewichten als Runde 2.

Runde 4: Wie gut sind die ETFs diversifiziert und wo lauern Klumpenrisiken?

Am besten diversifiziert ist unter den fünf Finalisten der L&G ETF mit 574 Aktien und nur 3,72 % Gewicht in den zehn größten Positionen. Das größte Klumpenrisiko trägt Fidelity: 44,78 % stecken in Technologie, 33,19 % in Taiwan und 9,03 % in einer einzigen Aktie. iShares und Invesco hängen dafür jeweils zu mehr als 45 % an China und Brasilien.

Vier Kennzahlen entscheiden die Runde

Ich bewerte die Zahl der Aktien, das Gewicht der zehn größten Positionen, das größte Land und die größte Branche. Je Kennzahl gibt es Ränge von 5 bis 1, die Rangsumme entscheidet.

ETFAktienTop 10Größtes LandGrößte BrancheRangsummePunkte
L&G5743,72 %China 28,93 %Finanzen 25,55 %185
WisdomTree50628,16 %Taiwan 32,29 %Finanzen 25,45 %144
Invesco19016,57 %China 33,80 %Finanzen 26,06 %113
iShares11329,01 %China 23,28 %Finanzen 29,37 %92
Fidelity14527,02 %Taiwan 33,19 %Technologie 44,78 %81
Datenquelle: extraETF, Stand 02.10.2026, Rangsumme eigene Berechnung

Die Spalte Aktien zeigt die Aktienpositionen im ETF. Sie können von der Zielgröße des Index abweichen: Bei iShares sind es 113 Positionen bei 100 Indexwerten, bei Fidelity 145 bei einer Zielgröße von rund 125.

Länder: zwei Lager mit unterschiedlichem Risiko

ETFGrößtes LandZweitgrößtes LandDrittgrößtes LandAnteil AsienAnteil Lateinamerika
L&GChina 28,93 %Taiwan 22,37 %Brasilien 8,61 %77,91 %15,32 %
WisdomTreeTaiwan 32,29 %China 20,24 %Brasilien 7,18 %73,93 %13,88 %
InvescoChina 33,80 %Brasilien 23,40 %Taiwan 8,55 %62,53 %30,45 %
iSharesChina 23,28 %Brasilien 22,54 %Taiwan 15,45 %58,41 %29,99 %
FidelityTaiwan 33,19 %Südkorea 21,51 %China 12,92 %85,61 %3,07 %
Datenquelle: extraETF, Stand 02.10.2026

iShares und Invesco sind die Lateinamerika-ETFs im Feld. Rund 30 % des Vermögens liegen dort, vor allem in Brasilien. Das bringt hohe Dividenden, macht die Ausschüttung aber abhängig von Konzernen wie Petrobras und Vale und vom brasilianischen Real.

Fidelity ist das Gegenmodell: 85,61 % Asien, davon mehr als die Hälfte in Taiwan und Südkorea. WisdomTree und L&G liegen dazwischen. Bei L&G folgen hinter den drei größten Ländern Indien (5,70 %), Malaysia (4,86 %) und Thailand (4,48 %).

Branchen: Finanzwerte überall, Technologie nur bei drei ETFs

ETFGrößte BrancheZweitgrößte BrancheDrittgrößte Branche
L&GFinanzen 25,55 %Technologie 16,73 %Industrie 13,10 %
WisdomTreeFinanzen 25,45 %Technologie 23,21 %Industrie 10,74 %
InvescoFinanzen 26,06 %Energie 19,55 %Industrie 10,41 %
iSharesFinanzen 29,37 %Industrie 18,89 %Energie 18,33 %
FidelityTechnologie 44,78 %Finanzen 17,57 %Zyklische Konsumgüter 10,00 %
Datenquelle: extraETF, Stand 02.10.2026

Bei vier der fünf ETFs sind Finanzwerte mit 25 % bis 29 % die größte Branche. Der Unterschied liegt dahinter: iShares und Invesco setzen zusätzlich auf Energie, L&G und WisdomTree auf Technologie. Fidelity ist mit 44,78 % Technologie eher ein Qualitäts-ETF mit Dividende als ein klassischer Hochdividendenkorb. Der hohe Anteil folgt aus den Regeln in Runde 1: Der Index bleibt bei den Branchen nah an seinem Auswahluniversum, und Technologie hat dort großes Gewicht.

Einzelpositionen: von 0,61 % bis 9,03 %

Die größte Position im L&G ist Welspun mit 0,61 %. Bei Fidelity kommt Samsung Electro-Mechanics auf 9,03 %, bei WisdomTree MediaTek auf 7,61 % und bei iShares die Vorzugsaktie von Petrobras auf 4,54 %. Bei Fidelity dürfte die Gewichtung der Grund sein: Wählt der Index in einer schweren Gruppe aus Land und Branche nur wenige Aktien aus, tragen diese das gesamte Gewicht der Gruppe.

Invesco sieht mit 2,14 % für die größte Position, Novatek Microelectronics, sehr ausgewogen aus. Ein Detail lohnt den zweiten Blick: Petrobras steckt mit zwei Aktiengattungen im Portfolio, zusammen sind das 3,95 %. Das ist immer noch moderat, aber fast doppelt so viel, wie die Liste auf den ersten Blick zeigt. Zusammengerechnet ist Petrobras damit die größte Position im ETF, noch vor Novatek.

Runde 5: Welcher ETF hat das geringste Risiko und schont die Nerven?

Das geringste Risiko der fünf Finalisten hat der der Invesco FTSE Emerging Markets High Dividend Low Volatility mit der niedrigsten Volatilität (10,20 %) und einem moderaten Rückgang in der schwachen Phase 2021 bis 2023. iShares, L&G und WisdomTree liegen gleichauf dahinter. Fidelity schwankt mit 30,02 % fast dreimal so stark wie Invesco und landet klar auf dem letzten Platz.

Volatilität, Drawdown und Stressphase

Die Volatilität misst, wie stark der Kurs um seinen Durchschnitt schwankt. Der maximale Drawdown ist der größte zwischenzeitliche Verlust vom Hoch zum Tief. Beide Kennzahlen stammen aus den aktuellen Risikokennzahlen, die Volatilität bezieht sich auf ein Jahr.

Ein Jahr ist für eine Aussage über Nerven zu kurz. Deshalb nehme ich als dritte Kennzahl die Rendite in den ersten zwei Jahren des Fünfjahresfensters dazu, also von Oktober 2021 bis Oktober 2023. Sie ergibt sich rechnerisch aus den Renditen über drei und fünf Jahre. Ich nenne diese zwei Jahre Stressphase, weil drei der fünf Finalisten in dieser Zeit im Minus lagen.

ETFVolatilität 1 JahrMax. DrawdownRendite 10/2021 bis 10/2023RangsummePunkte
Invesco10,20 %-6,59 %-4,91 %115
iShares10,49 %-6,46 %-20,54 %103
L&G10,65 %-7,23 %+8,32 %103
WisdomTree11,24 %-6,49 %+7,46 %103
Fidelity30,02 %-12,39 %-11,22 %41
Datenquelle: extraETF, Risikokennzahlen Stand 30.09.2026, Renditen Stand 02.10.2026, Rendite 10/2021 bis 10/2023 und Rangsumme eigene Berechnung

Vier ETFs fast gleichauf, einer weit weg

Bei Volatilität und Drawdown trennen die ersten vier ETFs nur Nachkommastellen. Zwischen 10,20 % und 11,24 % Volatilität liegt kein Unterschied, den du im Depot spürst. Der Low-Volatility-Filter von Invesco liefert den niedrigsten Wert, der Vorsprung ist aber klein.

Fidelity spielt in einer anderen Liga. Bei einer Volatilität von 30,02 % und einem Drawdown von -12,39 % brauchst du deutlich stärkere Nerven als bei den anderen vier. Das passt zu einem Portfolio mit 44,78 % Technologie.

Die Stressphase trennt die Spreu vom Weizen

Erst der Blick auf 2021 bis 2023 bringt echte Unterschiede. L&G (+8,32 %) und WisdomTree (+7,46 %) kamen mit einem Plus durch diese zwei Jahre. Invesco kam auf -4,91 %, Fidelity auf -11,22 % und iShares auf -20,54 %.

iShares zeigt damit zwei Gesichter: in den aktuellen Risikokennzahlen der geringste Drawdown, in der Stressphase die mit Abstand schwächste Rendite. Wer nur auf die aktuellen Risikokennzahlen schaut, unterschätzt dieses Risiko. Invesco gewinnt die Runde, weil der ETF in keiner der drei Kennzahlen schlechter als Rang drei liegt.

Lohnt sich das höhere Risiko bei Fidelity?

Die Sharpe Ratio setzt die Rendite ins Verhältnis zum eingegangenen Risiko. Ein höherer Wert bedeutet mehr Rendite je Einheit Schwankung. WisdomTree kommt auf 1,45, iShares auf 1,28, Invesco und L&G auf je 1,10 und Fidelity auf 1,08.

Fidelity hat seine Anleger für die hohen Schwankungen also fast genauso gut bezahlt wie Invesco und L&G für die niedrigen. Schlecht ist der ETF deshalb nicht. Er verlangt nur deutlich mehr Gelassenheit.

Runde 6: Welcher Emerging Markets Dividenden ETF ist am günstigsten?

Am günstigsten unter den fünf Finalisten ist der L&G ETF mit einer TER von 0,45 %, knapp vor WisdomTree (0,46 %), Invesco (0,49 %) und Fidelity (0,50 %). iShares ist mit 0,65 % der teuerste Finalist. Eine Tracking Difference liegt nur für Fidelity vor: Der ETF blieb im Schnitt 0,81 Prozentpunkte pro Jahr hinter seinem Index zurück, also 0,31 Prozentpunkte mehr, als die TER erwarten lässt.

TER, Tracking Difference und Handelskosten

Die Tracking Difference (TD) ist der Abstand zwischen der Rendite des Index und der Rendite des ETFs. Ein positiver Wert bedeutet hier: Der ETF lag hinter seinem Index. Die TD zeigt die tatsächlichen Kosten, weil sie neben der TER auch alle weiteren Kosten im Fonds erfasst, etwa für den Handel der Aktien.

ETFTERØ TDFondsvolumenXLMPunkte
L&G0,45 %keine Angabe62,23 Mio. €73,485
WisdomTree0,46 %keine Angabe183,35 Mio. €34,704
Invesco0,49 %keine Angabe258 Mio. €57,473
Fidelity0,50 %+0,81 %163,65 Mio. €40,932
iShares0,65 %keine Angabe1,36 Mrd. €22,251
Datenquelle: extraETF, Stand 02.10.2026

Die Punkte vergebe ich nach der TER, weil nur sie für alle fünf ETFs vorliegt. Eine TD für einen von fünf ETFs zu werten, wäre nicht fair.

Was die Tracking Difference von Fidelity verrät

Bei Fidelity ist die TD von Jahr zu Jahr gestiegen: +0,54 % (2022), +0,74 % (2023), +0,77 % (2024) und +1,01 % (2025). Der ETF kostet in der Praxis also spürbar mehr als die ausgewiesenen 0,50 %.

Ein Sonderfall ist das vermutlich nicht. Für die beiden in der Vorrunde ausgeschiedenen ETFs liegen ebenfalls Werte vor: +1,10 % beim SPDR (TER 0,55 %) und +0,94 % beim WisdomTree SmallCap (TER 0,54 %). Alle drei ETFs mit Daten liegen deutlich über ihrer TER. Für die vier Finalisten ohne Angabe ist das kein Beleg, aber ein Hinweis: Rechne bei Emerging Markets Dividenden ETFs mit tatsächlichen Kosten oberhalb der TER.

Handelskosten: der Sieger ist am teuersten zu handeln

Das XLM (Xetra-Liquiditätsmaß) misst die versteckten Handelskosten beim Kauf und Verkauf an der Börse Xetra. Je niedriger der Wert, desto enger liegen Kauf- und Verkaufskurs beieinander. iShares ist mit 22,25 am günstigsten zu handeln, L&G mit 73,48 unter den Finalisten am teuersten.

Für dich heißt das: Beim L&G solltest du größere Käufe immer mit Limit aufgeben und nicht ständig hin und her handeln. Wer monatlich per Sparplan kauft und lange hält, spürt den Unterschied kaum. Wer einmalig einen größeren Betrag anlegt, zahlt bei iShares den geringsten Aufschlag.

Endergebnis: Welcher Emerging Markets Dividenden ETF ist der beste?

Der beste Emerging Markets Dividenden ETF in diesem Vergleich ist der L&G Emerging Markets Quality Dividends UCITS ETF mit 23 von 30 Punkten. Er gewinnt die Runden Diversifikation und Kosten und liegt bei Regelwerk und Dividendenwachstum auf Platz zwei. Dahinter folgen WisdomTree (19 Punkte), Invesco (17), iShares (16) und Fidelity (15).

Die Punktetabelle

PlatzETFRegelnRenditeWachstumStreuungNervenKostenGesamt
1L&G Emerging Markets Quality Dividends42453523
2WisdomTree Emerging Markets High Dividend33243419
3Invesco FTSE EM High Dividend Low Volatility14135317
4iShares EM Dividend25323116
5Fidelity Emerging Markets Quality Income51511215
Datenquelle: eigene Auswertung auf Basis von extraETF, Stand 02.10.2026 (Risikokennzahlen 30.09.2026)

Die Gegenprobe: Kippt das Ergebnis, wenn die Rendite mitzählt?

Die Gesamtrendite war die Eintrittskarte und brachte keine Punkte. Rechne ich sie als siebte Runde dazu, bleibt die Spitze unverändert, egal welchen Zeitraum ich nehme.

ETFPunkte aus 6 RundenMit Rendite über 3 JahreMit Rendite über 5 Jahre
L&G232528
WisdomTree192223
Invesco171819
iShares162017
Fidelity152018
Datenquelle: eigene Auswertung auf Basis von extraETF, Stand 02.10.2026

L&G und WisdomTree belegen in allen drei Varianten die Plätze eins und zwei. Dahinter wechselt die Reihenfolge je nach Zeitraum. Fidelity und iShares profitieren vom Dreijahresfenster, Invesco vom Fünfjahresfenster.

Platz 1: L&G, der Ausgewogene

Der L&G gewinnt, weil er in vier von sechs Runden auf Platz eins oder zwei liegt und in keiner Runde Letzter wird. Er ist der günstigste und am breitesten gestreute der fünf Finalisten, kam mit einem Plus durch die Stressphase und steigert seine Ausschüttung seit 2023 jedes Jahr. Über fünf Jahre hat er mit +71,42 % die beste Rendite aller Finalisten.

Zwei Punkte musst du kennen. Die Ausschüttungsrendite ist mit 3,88 % die zweitniedrigste der Finalisten. Und der Fonds ist mit 62,23 Mio. € der kleinste Finalist mit den höchsten Handelskosten. Immerhin wächst er schnell: Das Fondsvolumen hat seit Jahresbeginn um +89,06 % zugelegt.

Platz 2: WisdomTree, der Kompromiss

Der WisdomTree landet in fünf von sechs Runden im Mittelfeld oder besser. Er verbindet 506 Aktien und niedrige Kosten mit einer ordentlichen Rendite. Mit +142,12 % über zehn Jahre hat er die beste Bilanz aller ETFs mit so langer Historie. Auch die Sharpe Ratio von 1,45 ist die höchste der Finalisten.

Die Schwäche ist die Ausschüttung. Sie lag 2025 mit 0,65 € je Anteil um 38,10 % unter dem Vorjahr und bleibt nach der Prognose auch 2026 auf diesem Niveau. Wer den ETF wegen der früheren Rendite von mehr als 7 % im Kopf hat, muss umdenken: Für 2025 sind es 4,60 %.

Platz 3: Invesco, der Ruhige mit hoher Ausschüttung

Der Invesco hat das schwächste Regelwerk und trotzdem ein klares Profil: 5,55 % Ausschüttungsrendite bei der niedrigsten Volatilität im Feld. Die Ausschüttung ist seit 2024 stabil, der letzte Platz in der Wachstumsrunde geht auf das Ausnahmejahr 2022 zurück.

Der Preis dafür ist die Rendite. Mit +45,49 % über drei Jahre und +38,35 % über fünf Jahre liegt der ETF bei der Wertentwicklung jeweils am Ende oder kurz davor. Du bekommst viel laufenden Ertrag und wenig Kurszuwachs.

Platz 4: iShares, der Renditekönig mit Risiken

Der iShares ist der größte und liquideste ETF und zahlt mit 6,15 % die höchste Ausschüttungsrendite. Über drei Jahre hat er mit +65,62 % die zweitbeste Wertentwicklung der Finalisten.

Dagegen stehen die höchsten Kosten, nur 113 Aktien, eine seit 2022 von 1,22 € auf 0,87 € gesunkene Ausschüttung und eine Rendite von -20,54 % in der Stressphase. Der ETF ist ein Schönwetterprodukt: stark, wenn Rohstoffe und Banken laufen, und anfällig, wenn sie es nicht tun.

Platz 5: Fidelity, der Sonderfall

Fidelity gewinnt zwei Runden (Regelwerk und Dividendenwachstum) und hatte in der Vorrunde die beste Dreijahresrendite. Trotzdem steht der ETF am Ende der Tabelle, weil er in den drei Runden Rendite, Streuung und Nerven jeweils Letzter wird.

Das Ergebnis ist kein Urteil über die Qualität des ETFs. Es zeigt, dass er an den Maßstäben eines Dividendenanlegers gemessen ein anderes Produkt ist: 44,78 % Technologie, 3,84 % Ausschüttungsrendite, 30,02 % Volatilität. Wer das weiß und will, bekommt den ETF mit dem höchsten Anteil an Wachstumswerten im Feld (32,56 %).

Für welchen Anlegertyp eignet sich welcher ETF?

Den einen besten ETF für alle gibt es nicht. Der L&G passt zu Anlegern, die einen ausgewogenen Schwellenländerbaustein mit steigender Ausschüttung suchen. Invesco und iShares richten sich an alle, die heute möglichst viel laufenden Ertrag wollen. Fidelity ist die Wahl für Anleger, denen die Gesamtrendite wichtiger ist als die Höhe der Ausschüttung.

Der Charakter der fünf ETFs auf einen Blick

Das Kurs-Gewinn-Verhältnis (KGV) zeigt, mit dem Wievielfachen des Jahresgewinns die Unternehmen im ETF bewertet sind. Der Value-Anteil gibt an, wie viel des Portfolios in günstig bewerteten Substanzwerten steckt.

ETFValue-AnteilKGVPasst zu dir, wenn du …
L&G56,01 %9,76einen breit gestreuten Baustein mit wachsender Ausschüttung suchst
WisdomTree57,86 %10,41Rendite und Ausschüttung ausbalancieren willst
Invesco76,09 %8,85hohen laufenden Ertrag bei wenig Schwankung willst
iShares82,36 %8,01die höchste Ausschüttungsrendite und einen großen, liquiden Fonds willst
Fidelity30,42 %13,84Wachstum und Qualität vor Ausschüttung stellst
Datenquelle: extraETF, Stand 02.10.2026

Wenn du von der Ausschüttung leben willst

Für die Entnahmephase zählt, dass der Betrag in Euro hält. Unter den ETFs mit hoher Rendite liefert Invesco aktuell die beste Kombination aus Höhe (5,55 %) und Stabilität seit 2024. iShares zahlt mehr, hat die Ausschüttung aber 2025 gesenkt und liegt nach der Prognose auch 2026 darunter. Wer mit weniger Rendite auskommt und auf eine wachsende Zahlung setzt, ist mit L&G oder Fidelity besser bedient.

Eine Mischung senkt das Risiko. Mit WisdomTree, Fidelity und einem der drei ETFs mit Zahlung im März, Juni, September und Dezember deckst du alle zwölf Monate ab. Dein Geld verteilt sich dann auf drei unterschiedliche Baupläne. Gleich hoch sind die Zahlungen dabei nicht, und bei WisdomTree hat die Ausschüttung zuletzt am stärksten geschwankt.

Nur für den Monatsrhythmus würde ich mir allerdings keine drei Schwellenländer-ETFs ins Depot legen. Der Zahltag sollte nicht bestimmen, was du kaufst.

💡 Lesetipp

Maximale Ausschüttung, monatlicher Cashflow oder wachsende Dividende: Für acht Ziele habe ich je ein fertiges Depot gebaut, nachzulesen in 8 Dividenden-ETF-Portfolios im Vergleich: Welches ist das Beste für dein Ziel? Zwei Finalisten aus diesem Vergleich sind dort als Schwellenländer-Baustein dabei: Invesco für hohe Ausschüttung und geringes Verlustrisiko, Fidelity für wachsende Dividenden.

Wenn du noch Vermögen aufbaust

In der Ansparphase ist die Gesamtrendite wichtiger als die Ausschüttung von heute. Hier haben L&G, WisdomTree und Fidelity über fünf Jahre mit jeweils rund +70 % die Nase vorn. Der L&G ist dabei der ruhigste der drei, Fidelity der schwankungsreichste.

Für wen keiner der fünf ETFs passt

Ein Emerging Markets Dividenden ETF ist ein Baustein und kein Fundament. Alle fünf hängen an wenigen Ländern, bei allen schwankt die Ausschüttung in Euro mit den Wechselkursen, und vier von fünf zahlen heute weniger je Anteil als 2022.

Wenn du eine jedes Jahr steigende Zahlung brauchst oder Kursverluste von 20 % in zwei Jahren nicht aushältst, bist du mit einem dieser ETFs als großer Depotposition falsch aufgestellt. Als Beimischung zu einem breiten Welt-Portfolio sind sie sinnvoll. Ob dafür ein einziger Welt-ETF reicht, habe ich im Beitrag 1-ETF-Portfolio 2026: 5 Strategien und konkrete ETFs im Test durchgerechnet.

Mein Fazit zum Vergleich

Der L&G Emerging Markets Quality Dividends UCITS ETF gewinnt den Vergleich mit 23 von 30 Punkten, weil er günstig ist, sehr breit streut und seine Ausschüttung wieder steigert. Das Ergebnis hält auch, wenn die Rendite als zusätzliche Runde mitzählt. Platz zwei geht an den WisdomTree Emerging Markets High Dividend, der die beste Zehnjahresbilanz mitbringt.

Die wichtigste Erkenntnis steckt für mich in den Runden 1 und 3. Entscheidend ist, ob ein Index die Entwicklung der Dividende prüft. Die beiden ETFs, die Qualität und Dividendenentwicklung prüfen, führen beim Ausschüttungswachstum. Die drei, die vor allem nach hoher Rendite auswählen, zahlen heute deutlich weniger als 2022.

Lass dich deshalb von 6 % Ausschüttungsrendite nicht blenden. Entscheide zuerst, ob du Ertrag heute oder Ertrag in zehn Jahren brauchst, und wähle danach. Für die meisten Dividendenanleger ist der L&G der vernünftigste Startpunkt, mit Limit gekauft und lange gehalten.

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Häufig gestellte Fragen zu den besten Emerging Markets Dividenden ETFs

Quellenverzeichnis

Renditen, Ausschüttungen und Zusammensetzung 02.10.2026, Risikokennzahlen 30.09.2026, Indexregeln abgerufen am 06.10.2026

Risikohinweis / Disclaimer

Dieser Beitrag dient ausschließlich der Information und ist keine Anlageberatung und keine Aufforderung zum Kauf oder Verkauf von Wertpapieren. Die Punktwertung ist meine persönliche Einschätzung auf Basis der genannten Kennzahlen. Von den acht ETFs in diesem Vergleich halte ich selbst nur den Fidelity Emerging Markets Quality Income. Wertentwicklungen der Vergangenheit sind kein verlässlicher Hinweis auf künftige Ergebnisse.

Investitionen in Schwellenländer sind mit erhöhten Risiken verbunden, darunter Währungsschwankungen, politische Risiken und starke Kursschwankungen bis hin zum Totalverlust. Alle Zahlen wurden sorgfältig geprüft, Fehler lassen sich trotzdem nicht ausschließen. Prüfe vor einer Anlageentscheidung immer die aktuellen Unterlagen des jeweiligen Anbieters.

Hi, ich bin Patrick – der Kopf (oder Fuchs) hinter Dividendenknecht.

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